Accu-Chek Combo - Bolusvorschlag mit Pumpe und Messgerät (Heft 6/2010)
Beim Ausprobieren der Insulinpumpe Accu-Chek Spirit Combo des Herstellers Roche Diagnostics komme ich nicht umhin, gleichzeitig das Blutzuckermessgerät Accu-Chek Aviva Combo auszuprobieren. Denn die beiden Geräte bilden eine Einheit – die zwar nicht untrennbar ist, aber doch Vorteile bietet, wie sich mir während der mehrwöchigen Ausprobierphase zeigte. Aber zu den Details:
Mehr Bedieninformationen
Wer das Vorgängermodell, die Accu-Chek Spirit, kennt, merkt die Unterschiede schnell: Die neue Insulinpumpe arbeitet energiesparend, denn das Display schaltet schaltet sich aus, wenn ich die Pumpe gerade nicht benutze. Das bedeutet zwar, dass ich beim Bedienen immer einen Knopfdruck mehr machen muss – zum Einschalten des Displays –, aber daran gewöhne ich mich schnell. Eine weitere Veränderung: Zum Starten einzelner Funktionen wie dem Füllen des Katheters oder dem Zurückfahren der Gewindestange beim Wechsel der Insulinpatrone lag bisher auch immer eine Wartezeit von drei Sekunden zwischen Knopfdruck und Start der Funktion – nun aber wird mir diese Information gleich im Display angezeigt, so dass ich mich nicht wundere, wenn es einen Moment dauert.
Ton oder Vibration
Punkt Nummer 3: Konnte ich bisher die Pumpe nur mit Tönen oder lautlos bedienen, kann ich nun auch als einziges Bediensignal eine Vibration einschalten; so kann ich die Pumpe lautlos bedienen, erhalte aber trotzdem Rückmeldung über durchgeführte Aktionen. Vibration gab es bisher sonst nur bei Alarmen und beim Auslösen eines Bolus über die Pfeiltasten.
Neuer Bolusrechner
Die wichtigste Veränderung ist aber die Einführung eines Bolusrechners, der mich beim Berechnen meiner Bolusmengen unterstützt. Sinnlose Spielerei, werden manche vielleicht denken, gerade wenn sie alte Hasen beim Diabetes sind. Das dachte ich zuerst auch, mit ein paar Jahrzehnten Diabetes – und war schnell verblüfft, wie viel stabiler die Blutzuckereinstellung plötzlich war, soweit das mit punktuellen Messungen erkennbar ist.
Rechnen mit Messgerät
Um den Bolusrechner benutzen zu können, brauche ich zusätzlich das bereits erwähnte Blutzuckermessgerät. Dieses arbeitet primär wie ein ganz normales Messgerät, verblüffenderweise aber noch mit einem einsteckbaren Code-Chip zum Kodieren: Teststreifen einstecken, Blut einsaugen lassen, Ergebnis abwarten; die Vorlaufzeit ist dabei verhältnismäßig lang.
Bluetooth für Datenabgleich und Berechnung
Danach aber beginnt, wenn ich nun einen Bolus abgeben will, das eigentlich Spannende: Das Messgerät nimmt, wenn Pumpe und Messgerät dicht genug beieinander sind, über eine Bluetooth-Verbindung Kontakt mit der Pumpe auf. Dazu muss sie laufen, darf also nicht im Stopp-Modus sein; sonst kann das System nicht richtig rechnen, weil die Voraussetzungen unbekannt sind. Kommt die Verbindung zustande, erscheint im Pumpendisplay ein Oval mit weißen Linien darin, im Messgerät wird aus dem blinkenden Oval in blau mit weißen Linien ein stehendes. Dann erscheint im beleuchteten Farbdisplay ein neues Menü, in dem das Messgerät fragt, wie viele Kohlenhydrate ich essen möchte; auswählen kann ich zwischen BE, KE oder Kohlenhydraten in Gramm. Außerdem kann ich dem System mitteilen, wenn ich z. B. krank bin, gerade viel Stress habe oder Sport treiben möchte. Diese Informationen sind zuvor von mir hinterlegt worden mit der Information, wie sich die Bolusmenge dann verändern soll; beim Sport habe ich z. B. zwei unterschiedliche Sportintensitäten eingegeben – einmal minus 30 Prozent, einmal minus 50 Prozent, abhängig von der Sportart, die ich wähle.
Passender Bolusvorschlag
Anschließend bekomme ich einen Bolusvorschlag, aufgeschlüsselt nach Essensbolus und Korrekturbolus. Diesen kann ich akzeptieren, ich kann ihn aber auch verändern, wenn ich das Gefühl habe, dass die Menge nicht passt. Da die Pumpe, wie ihre Vorgängerin auch, drei Bolusoptionen anbietet – Standardbolus, verzögerter Bolus und Multiwave-Bolus –, wähle ich im Messgerät noch die Art der Abgabe, ggf. die Zeit der Abgabe und die Aufteilung des Bolus, und starte die Insulingabe.
Ein Aspekt, den der Bolusrechner ebenfalls berücksichtigt, ist das noch wirksame Korrekturinsulin, um Überlappungen zu vermeiden. Dafür habe ich, gemeinsam mit meinem Arzt, vor Beginn des Pumpeneinsatzes u. a. die Wirkdauer des Insulins und dessen Wirkbeginn eingegeben, außerdem Blutzuckerzielbereiche, BE- und Korrekturfaktoren für die unterschiedlichen Tageszeiten.
Vertrauen in die Vorschläge
Spannend während des Ausprobierens war für mich zu beobachten, wie sich mein Umgang mit dem Bolusrechner veränderte. Zuerst habe ich jeden Bolus nachgerechnet – zur Sicherheit. Mit zunehmender Dauer merkte ich, wie passend die Vorschläge waren; ein kurzes Überschlagen reichte mir dann. Trotzdem blieb natürlich immer wichtig, selbst mitzudenken und zu entscheiden.
Dr. Katrin Kraatz
Wollen Sie mehr über das System Accu-Chek Combo mit Spirit und Aviva wissen? Roche Diagnostics informiert Sie unter der Telefonnummer 01 80/2 00 04 12 und im Internet unter www.accu-chek.de. |
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