"Es gibt keine dummen Fragen!" - Wie das Arztgespräch gelingt

Endlich: Sie werden aufgerufen und gehen ins Behandlungszimmer. Und nun? Dr. Matthias Schilling, selbst Hausarzt, gab gute Tipps, wie man das Gespräch mit dem Arzt ideal für sich nutzen kann.

Tag für Tag kommen viele Patienten in die Praxis von Dr. Matthias Schilling, Hausarzt und Diabetologe im Städtchen Wittlich in der Südeifel. Sicher hat jeder Patient seine eigene Art, das Gespräch mit ihm für sich und seine Gesundheit zu nutzen. Trotzdem gibt es einige Punkte, an die man sich halten kann, damit die Untersuchung und der Informationsaustausch effizient gelingen. Dr. Schilling hat sie für seinen Vortrag während der diabetestour in Mainz zusammengestellt.

1. Sich auf das Gespräch vorbereiten
Dazu gehört es, alle Fragen aufzuschreiben, die man dem Arzt stellen möchte. Außerdem sollte man die medizinischen Unterlagen mitnehmen wie den Gesundheitspass Diabetes, den Impfpass, den Blutdruckpass. Und auch das Tagebuch: „Ich finde, das Tagebuch ist ganz wichtig. Ich sehe dann sofort, wie der Patient mit seiner Krankheit umgeht“, sagt Dr. Schilling. Auch die Befunde von anderen Ärzten sollten mitgebracht werden, ebenso eine Liste aller Medikamente – ob verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich.
Sinnvoll ist es auch, Blutzuckermessgerät und Insulinpen mitzubringen. Der Arzt kann sie überprüfen und so verhindern, dass z. B. über längere Zeit falsche Werte gemessen werden.

2. Mit dem Arzt sprechen
Für das Gespräch mit dem Arzt rät Dr. Schilling, Privates ans Ende des Treffens zu verschieben – denn sonst kommt das Gespräch über die Krankheit zu kurz. Und er wünscht sich von seinen Patienten, dass sie ihre Beschwerden genau beschreiben – und sich vor allem nicht erst beim Rausgehen noch mal in der Tür umdrehen und dann erst die wichtigste Information preisgeben.
Auch eine Beschreibung der Lebensumstände kann für den Arzt sehr wichtig sein – z. B. wenn ein Mensch mit Diabetes gerade sehr viel Stress hat und dadurch seine Zuckerwerte verrücktspielen.
Und was noch? Fragen stellen und sagen, wenn man etwas nicht verstanden hat. „Es gibt keine dummen Fragen! Es ist Ihre Krankheit! Machen Sie sich schlauer!“ appelliert Dr. Schilling an die Patienten.
Und natürlich sollten die Patienten die Befunde in den Gesundheitspass Diabetes, den Impfpass, den Blutdruckpass eintragen, wenn das nicht schon in der Praxis gemacht wurde.

3. Gemeinsam über die Behandlung entscheiden
Die Behandlung muss zur persönlichen Situation des Patienten passen – deshalb müssen Arzt und Patient auch Ziel und Nutzen jeder Behandlung bedenken, außerdem Nebenwirkungen und Risiken.
Patienten können da durchaus nachfragen – z. B. ob der Erfolg der Behandlung wissenschaftlich belegt ist und welche Auswirkungen die Behandlung wahrscheinlich auf den Lebensalltag haben wird. Auch ob sich neue und schon länger genutzte Medikamente vertragen, ist ein wichtiger Punkt.


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