Sehr geehrter Herr Lauber,
ich melde mich nochmals zu Wort.
Ich bin als insulinpflichtiger T2 diagnostiziert worden.
Ich stehe z.Z. bei einem Nüchternwert von 105 und HbA1c 5,7, ohne Einsatz von Insulin oder Medikamente.
Kurzum ich bin also ein aktiver Patient.
Als aktiver Patient ist man ein schwieriger Patient und die sind bei Ärzten "unbeliebt".
Bei manchen Ärzten sollte man die Lauber-Methode nicht erwähnen. Die Kommentare hierzu verletzen die Netiquette.
Herr Tilsner schafft einen HbA1c um 5, also sollte ich das auch schaffen. Von den Ärzten wird sowas schlichtweg für unmöglich gehalten, von Unterstützung will ich gar nicht erst reden.
Als Entschuldigung für die Ärzte ist aber aufzuführen, dass meine Blutwerte äusserst komplex sind und es schlichtweg unmöglich ist in einem 5-Minuten-Gespräch eine effizente Strategie zu erstellen.
Zu der von Herrn Tilsner erwähnten Skepsis seitens Prof. Sawicki kann ich Bücher füllen.
Zum Glück gibt es die Diabetikerforen.
mfg dipa
Sehr geehrter Herr Tilsner, werter Anonymus,
danke für die ausführlichen Reaktionen auf meinen Beitrag. Um es klar zu stellen, es handelt sich bei meinen Beiträgen immer um Leute mit Typ-2-Diabetes (ich nenne es Lifestyle-Diabetes), die noch genügend Insulin haben, das durch anders Essen, durch Bewegung wirksam gemacht werden kann. Dass viele Ärzte "alten Schlags" nicht wirklich erpicht auf aktive Patienten sind, weiß ich auch, aber das sollte nicht davon abhalten, nach eigenen aktiven Wegen zu suchen. An dem Beitrag von Herrn Tilsner hat mich gewundert, dass ein so renommierter Diabetologe wie Prof. Sawicki, der "nebenbei" auch noch das immer im Mittelpunkt von Diskussionen stehende "Institut für Qualitätssicherung im Gesundheitswesen" leitet, sich skeptisch gegenüber eigenen Anstrengungen zeigt. Das würde ich gerne genauer wissen. Wenn Sie wollen, Herr Tilsner, teilen Sie mir eine e-mail-Adresse mit (meine lautet aktiv@lauber-methode.de), dann können wir miteinander telefonieren.
Übrigens: Ich bin Diabetes-Betroffener, kein Arzt.
Beste Grüße Hans Lauber
Prävention?!
Ich bin von den Socken, dass dies ein Diabetologe erkannt hat, dass es so nicht weitergehen kann, und das auch noch sagt.
Dass er die Falschen anbellt, wundert mich hingegen gar nicht. Nicht die Diabetiker müssen umdenken, sondern die Ärzte.
Gängige Praxis bei Hausärzten: Bei schlechten Werten mehr spritzen.
Bei Diabetologen: Wird wenigstens ein anderes Medikament ausprobiert.
Es wird in beiden Fällen für eine bessere Einstellung gesorgt, aber es werden keine Langzeitstrategien entwickelt.
Aktienten werden als uneinsichtig und verantwortungslos abgestempelt.
Ich bin ein Aktient, nicht aus Vernunftgründen sondern reine Trotzreaktion gegen die Ärzte.
Auf dem Weg dahin wurden mir Steine in den Weg gelegt.
Als Ansporn: Schafft man es, kann man den Ärzten die Meinung sagen.
Meiner Meinung nach wird es erst in ca. 10 Jahren Aktienten in nennenswerter Zahl geben können.
mfg dipa
Überraschungen bin ich eigentlich gewöhnt, aber dieser Beitrag schießt einstweilen den Vogel ab:
Da gilt landauf landab in der weit überwiegenden Zahl der Arztpraxen ein HBA1c-Wert von 7 als völlig in Ordnung und BZ-Messen als völlig überflüssig bei Leuten, die noch kein Insulin spritzen (und auch damit werden zunehmend Therpieformen gewählt, mit denen das Messen fachoffiziell weitgehend überflüssig ist), und nun kommt ein "weißbekittelter Schlaumeier" und macht uns Betroffenen die passive Haltung zum Vorwurf, die sich einzig konsequent und direkt aus unserer bisher vorwiegend üblichen ärztlichen Anleitung ergibt?
Nicht dass wir uns mißverstehen. Ich plädiere seit langem für unsere unbedingte Übernahme unserer Verantwortung für unsere Gesundheit, erst heute morgen wieder mit diesem Beitrag http://www.dm-treff.de/forum/thread.php?postid=41354#post41354 in einem Diabetes-Forum. Aber so lange in den Arztpraxen alltäglich aus berufenen Mündern von dem bisschen Zucker geredet wird, das noch lange kein Diabetes ist und das wir in Zukunft im Auge behalten müssen, oder davon, dass auch Stoffwechselgesunde öfter BZs über 200 haben, sehe ich für die vermehrte Entwicklung von Aktienten wenig Chancen.
Real existierende Aktienten gibt es übrigens schon lange und angesichts der real vorherrschenden Medizinmeinung eigentlich erstaunlich viele. Die dürfen sich dann bei jeder Frage zu ihrer Therapie wie ich zuletzt am Telefon von Herrn Professor Sawicki persönlich erklären lassen, dass ihr HBA1c-Wert um 5 einfach mit vielen Hypos und Einschränkungen der Lebensqualität erkauft sein muss (die kriege ich nach seiner Meinung nur nicht mit) und dass ein abwechslungsreich modernes Leben mit so gesünder als gesundem BZ-Verlauf überhaupt nicht möglich sei.
Die Bretter auf dem Weg zu einem sichtbaren Marktanteil an Aktienten unter den Menschen mit Typ2 sind schrecklich zahlreich und dick
Mit besten Wünschen für 2008, Hans-Jürgen Tilsner