16.07.2007 Das Diabetes-Manifest
Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich für "Lauber's Diabetes-Kalender" das untenstehende Manifest verfaßt. Damit wollte ich eine Diskussion anstoßen, wie sich aufgrund der Diabetes-Explosion unsere Gesellschaft ändern muß.
1. Der geile Geiz macht krank
Der tendenzielle Fall der Lebensmittelpreise ist eine Katastrophe für die Gesellschaft. Er zwingt die Bauern, immer mehr aus ihren Böden herauszuholen, zu düngen, zu spritzen. Er zwingt die Tierhalter in die industrielle Fleischproduktion. Das führt zu Lebensmitteln mit nicht genügend Vitalstoffen, eine Folge ist der Lifestyle-Diabetes.
2. Geschmackskunde: So nötig wie Geographie
Wer nicht schon als Kind den echten Geschmack von natürlich erzeugtem Obst und Gemüse kennenlernt, greift auch als Erwachsener zu den gesüßten Surrogaten aus der Fertigproduktion.
3. Kochen muß benotetes Schulfach werden
Wenn schon die Eltern nicht kochen können, dann müssen's halt die Kinder lernen, und zwar Jungen wie Mädchen. Nur wer kochen kann, ernährt sich langfristig richtig, minimiert das Diabetes-Risiko. Und spart der Gesellschaft damit gigantische Folgekosten.
4. Spitzenköche: Die neuen Ernährungsberater
Viele Spitzenköche kümmern sich intensiv um die Qualität der Produkte und um schonende Garmethoden. Diese Köche sind deshalb die geborenen Ernährungsberater.
5. Bauernmärkte sind wichtiger als Supermärkte
Die Supermärkte führen nur bedingt regionale Produkte. Deshalb stellen Al&Li einmal in der Woche ihre riesigen Parkplätze für Bauernmärkte zur Verfügung.
6. Sport wird Schulspaß, täglich
Der Sportlehrer wird so wichtig wie der Mathelehrer. Er animiert und koordiniert die tägliche Bewegung. Und das ganze Lehrerkollegium ist statt im Raucherzimmer auf dem Sportplatz.
7. Radwege sind die neuen Verkehrswege
Vorfahrt fürs Fahrrad! Statt rote! Todesstreifen aufzumalen, gibt es gesicherte Radwege. Die Kids radeln zur Schule, der Schulbus fährt ins Depot.
8. McDonald`s & Co haben etwas gut zu machen
Konzerne, die Süßes und Fettes produzieren, verschanzen sich nicht mehr juristisch, sondern arbeiten freiwillig mit an einer besseren Ernährung. Sonst werden sie gezwungen.
9. Präventivprämien werden Kassenleistung
Ein zu dicker und passiver Typ-2-Diabetiker unter 60 wird von der Kasse richtig zur Kasse gebeten. Wer präventiv lebt, zahlt deutlich weniger Beiträge an die Krankenkasse.
10. „Wir sind teurer" wird Wertemaßstab
Wenn Edeka wirbt: "Wir sind teurer, dafür gesünder", dann ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Wem das zu teuer ist, kriegt noch teurere Post von der Krankenkasse.