06.07.10 diabetesDE und Deutscher Diabetiker Bund: „Geht doch!“

Es waren einmal zwei Organisationen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können...

Zweimal die gleichen Worte können durchaus eine unterschiedliche Bedeutung haben. Ich will Ihnen das einmal am Beispiel der Worte „geht doch“ erläutern. Dazu müsste ich fast wie in einem Märchen beginnen mit:

Es waren einmal zwei Organisationen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Die eine etabliert, mitgliederstark und spezialisiert auf die Selbsthilfe von Menschen mit Diabetes; die andere jung, neu gegründet, sich selbst verstehend als die Organisation für alle Menschen, bei denen der Diabetes eine besondere Rolle im Leben spielt. Und diese beiden Organisationen sollten natürlich in einer durch Gruppenvielfalt zersplitterten deutschen Diabeteslandschaft zusammenkommen. Doch dieser Weg war schwer und steinig. Und als es nicht so recht voranging, hörte man immer wieder die einen zu den anderen sagen: „Geht doch!“ – Oder anders ausgedrückt: „Haut doch einfach ab.“ „Macht doch, was ihr wollt, lasst uns in Ruhe, ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt.“
Und so schleppten sich die Gespräche über fast zwei Jahre dahin, bis etwas Wundersames geschah, womit die Führungsriegen beider Organisationen nicht gerechnet hatten: Die Mitglieder der Organisationen fanden die schleppenden Gespräche und das Aneinanderreiben ziemlich blöde und machten aus ihrem Unverständnis auch keinen Hehl. Dies galt sowohl für die Patienten in der einen Organisation als auch für die Ärzte und Beraterinnen in der anderen Organisation. Und dann geschah doch noch das Wunder.

Durch eine pragmatische Lösung fand man zueinander, das Motto lautete: Nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander gemeinsame Ziele verfolgen, dabei nicht die Authentizität verlieren und trotzdem Stärken bündeln. Plötzlich hörten die Organisationen auf, sich aneinander zu reiben, und begannen, gemeinsame Ziele zu verfolgen. Und da gibt es in der Diabetologie an sich unendlich viele.

Und so marschierten am 19. Mai 2010 Dieter Möhler, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB), und Prof. Dr. med. Thomas Danne, Vorsitzender von diabetesDE, gemeinsam mit mehreren hundert Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Berlin zum Bundesgesundheitsministerium und demonstrierten gegen die diskutierte Streichung der Erstattungsfähigkeit kurzwirkender Insulinanaloga. Gemeinsam überreichten sie im Bundesgesundheitsministerium eine Petition mit 5?000 Unterschriften.

Aus meinem Blickwinkel zeigt dies, dass man gemeinsam immer stärker ist als allein. Das Gesamte ist eben doch mehr als die Summe der Einzelteile. Wenn ich dies so sehe, freue ich mich ungemein! Und die beiden Worte von oben erlangen eine ganz andere Bedeutung – na also: „Geht doch!“


Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur Diabetes-Journal

Kommentar

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Kommentar abgeben

* Pflichfelder

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Freigeschaltet wird jeder Kommentar nach kurzer Zeit. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Inhalte oder Werbung beinhalten, werden nicht veröffentlicht, ebenso Beiträge, die nicht zum Thema gehören, und Spams.


Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia

Aktuelle Ausgabe

• Messgeräte heute
 Gichtanfall
• Analoga für Typ 2
• Sauer macht lustig

 

Diabetes-Lexikon

Blogs & Meinungen

Zum guten Schluss
31.08.2010

Die Online-Frage

Befürworten Sie ein bundesweit einheitliches Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Gaststätten etc.?"

Ja

Nein

Das „Echt-Essen-Gasthaus” des Monats

Ausprobiert: Geräte im Anwender-Test

Dr. med. Katrin Kraatz, selbst Typ-1-Diabetikern, testet für Sie Geräte des Diabetikerbedarfs!

diabetestour – Ihr Gesundheitstag vor Ort

Diabetes-Bücher im Kirchheim-Buchshop

Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7

Das Diabetes-Journal ist Medienpartner der Diabetes-Aufklärungskampagne.

Das Diabetes-Journal auf Facebook