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25.02.2008 Einkaufen: Besser mit der Ampel!

Eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel könnte Verbrauchern beim Einkauf die Auswahl erleichtern.

Mir ist aufgefallen ...

... dass die "Nationale Verzehrsstudie" und der "Nationale Diabetes-Aktionsplan" nicht nur dieselbe Beifügung, sondern durchaus auch einen gemeinsamen Nenner haben: nämlich "nationales Problem".
In der Studie liest sich das zusammengefasst so: Die Deutschen werden immer dicker – 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig, jeder Fünfte ist sogar fettleibig (adipös). Damit besteht ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Im "Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2008", der zweieinhalb Monate vor der Studie erschien, liest es sich sinngemäß genauso, auch in den Eckpunkten des Nationalen Diabetes-Aktionsplanes. Und es ist nun wirklich nicht davon auszugehen, dass die Experten aus dem Max-Rubner-Institut, die die Studie anfertigten, von den Autoren des Gesundheitsberichtes abgeschrieben hätten. Es ist einfach ein Fakt: Bei mangelnder regelmäßiger Bewegung wird zu fett und zu süß gegessen, und das regelmäßig, oft auch zu viel.

Nun isst man ja üblicherweise das, was man zuvor eingekauft hat. Und genau hier fängt das Dilemma an: Im Grunde genommen müsste man mit Taschenrechner und Tagesbedarfstabellen durch den Supermarkt gehen, um eine Chance auf eine optimale Nahrungszusammenstellung zu haben. Eigentlich wäre dazu noch eine Lupe notwendig, denn die Inhaltsangaben sind meist in sehr diskreter Schriftgröße aufgedruckt.
Die cleveren Briten nun haben sich ein ganz einfaches System ausgedacht, mit dem sie ihre Nahrungsmittel kennzeichnen: Rot, Gelb, Grün. Na, das kennt und versteht doch jeder. Bei "Rot" musst du warten, bei "Gelb" kannst du starten, bei "Rot" bleibe stehn, bei "Grün" darfst du gehn.  Aber das ist nun wieder einigen deutschen Politikern wie zum Beispiel Verbraucherminister Horst Seehofer zu primitiv, und die Nahrungsmittelhersteller sind auch nicht amüsiert. Ich fürchte, dass der unnachahmliche deutsche Drang nach Perfektion eine gute, griffige und vor allem schnelle Lösung verhindert. Dabei mahnte schon der scharfsinnige französische Aphorist Francois de La Rouchefoucauld: "Wer sich zu viel mit Kleinigkeiten befasst, wird unfähig zum Großen."
Wie wahr!

Mir würde das Ampelsystem gefallen, und "Grün" ist ja nicht identisch mit "Nur Grünfutter". Es müssten eben die richtigen Kriterien für die richtige Farbe definiert werden. Und da kann es schon vorkommen, dass ein "gesundes" Müsli-Frühstück eigentlich eine rote Süßigkeit ist. Zugegeben, ausnahmsweise stimme ich dem Gesundheits-Experten Karl Lauterbach zu, der dem Ampelsystem auch einigen Charme abgewinnen kann (natürlich nur bei den Nahrungsmitteln). Nicht Verbote würden helfen, sondern Informationen zum Schutz der Verbraucher, und man dürfe nichts komplizieren. Der Staat, so meinte er, müsse es den Menschen ermöglichen, sich beim Essen, Trinken und Rauchen korrekt zu verhalten. Und dass sich die Menschen in Deutschland nach seiner Einschätzung besser mit ihren Autos als mit ihren Nahrungsmitteln auskennen, ist ja noch ein Grund für das Ampelsystem. Man kennt es halt. Also: Alles auf "Grün" für nationale Aktion gegen ein nationales Problem.

Kommentar

Gabi Günther aus Esslingen am Neckar - 27.06.08 22:02

Hallo zusammen,

also ich fände die Idee mit dem Ampelsystem auf den Nahrungsmitteln gut. Dann hätten mein Mann und ich nicht jedesmal die gleichen Probleme mit den Inhaltstoffen. An welcher Stelle steht das Wort Zucker oder wie hoch sind die Kohlenhydrate und wie hoch ist davon der Zuckeranteil. Die Ernährungsberatungen, welche wir erhalten, sind sehr gut und wir haben schon viel gelernt, aber, würde es noch ein solches System bei uns geben wie in England, das wäre doch noch besser. Nur was machen die Menschen, welche an einer rot/grün Schwäche leiden, denn auf den Nahrungsmitteln wäre ja mit Sicherheit nur ein farbiger Punkt und in einem solchen Falle wäre ja dann nur ein grauer Farbfleck und nicht wie an der Ampel rot oben und grün unten.

Ich wäre jedenfalls sehr für eine Einführung dieses Systems der Lebensmittelkennzeichnung.

Bis dann, Gabi Günther

Hans-Jürgen Tilsner - 26.02.08 11:43


Moinmoin,

warum bejammern, was nicht für alle gehen will? Wir sind MMD, Menschen mit Diabetes. Würde es nicht Sinn machen, uns in unseren Veröffentlichungen auf unsere Herausforderungen zu konzentrieren?

Und wie MMDs dem Überfraß auch ohne Ampel aus dem Wege gehen können, demonstrieren immer mehr proaktive unter uns, die ihren Blutzucker-Verlauf zu allen Zeiten nach jedem Essen auf gesunde maximal 140 mg/dl begrenzen. Das funktioniert super mit jeder Therapie und taugt praktisch nebenbei auch zum aktiven Begrenzen der lebenden Pfunde

Bisdann, Jürgen Tilsner

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