24.11.2010 Fahne schwenken, Flagge zeigen

Flagge zeigen - wäre das nicht ein guter Vorsatz für Silvester? Günter Nuber meint: Ja!

Sie erinnern sich an die Fußball-WM 2010? Für Menschen wie mich war es der Höhepunkt des Jahres, er hätte fast im Fußball-Himmel geendet. Auf jeden Fall zeigte die Nationalmannschaft Flagge, bekannte sich zu atemberaubendem Angriffsfußball – und im Radio: Wavin’ flag, wave your flag … Was hat das mit Diabetes zu tun?

Thomas Danne ist Diabetes-Experte: Medizin-Professor sowie unter anderem Leiter des Diabeteszentrums für Kinder und Jugendliche am Kinderkrankenhaus auf der Bult (Hannover). Wir dürfen davon ausgehen, dass Dannes Berufsalltag randvoll ist. Und dass die Verantwortung für eine Kinderklinik alles abverlangt von ihm. Und dass die Schicksale der Kinder, die Ängste der Eltern ihn nicht kaltlassen.
Dieter Möhler ist Rechtsanwalt in Meiningen, in eigener Kanzlei. Möhler hat selbst Typ-1-Diabetes, lange schon. Seine vier Kinder sind aus dem Gröbsten raus.
Evelyn Drobinski arbeitet in einer großen Diabetes-Schwerpunktpraxis in Hamburg. Jeder Diabetes-Journal-Leser weiß, wie es zugeht am Montagmorgen oder am Freitagmittag in einer Schwerpunktpraxis.

Die drei stehen für Dutzende Funktionsträger in der Diabetologie. Ihnen ist gemein, dass sie sich über ihren Berufsalltag und über ihre Familien hinaus engagieren; genaugenommen engagieren die drei sich auch für Sie, liebe Diabetes-Journal-Leser:
Danne tut dies als Vorstandsvorsitzender der Diabetes-Gesamt­organisation diabetesDE – und als Präsident der Fachärzte, der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.
Dieter Möhler tut dies als Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes, der großen Organisation der Diabetiker.
Evelyn Drobinski ist Vorsitzende der Diabetesberaterinnen – Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe, schon fast seit 10 Jahren.

Aus meinem Blickwinkel haben Thomas Danne, Dieter Möhler und Evelyn Drobinski im zu Ende gehenden Jahr überaus viel getan im Namen der Diabetiker: Sie sind in Berlin auf die Straße gegangen, haben demonstriert, damit Kinder weiter ihr gewohntes Insulin bekommen. Sie waren der Politik und ihren Organen unbequem, waren laut, wenn gute Diabetikerversorgung verhindert werden sollte. Haben sich gewehrt gegen Medikamenten-Restriktion und Selbstmanagement-Beschneidung. Sie waren auch hart untereinander, gegen sich selbst und gegen ihre jeweiligen Verbände – denn vieles steht auf der Kippe, muss neu organisiert, neu gerechtfertigt werden.

Von Professor Danne stammt nun folgender Satz (in Anlehnung an einen großen Staatsmann): „Fragen Sie nicht, was dia­betesDE für Sie tun kann. Fragen Sie, was Sie für diabetesDE tun können.“

Fragen Sie sich...
Meine Abwandlung lautet: Fragen Sie sich, je nachdem, wo Sie stehen als Diabetes-Journal-Leser: Kann ich mich organisieren? Kann ich diabetesDE unterstützen? Oder zumindest Flagge zeigen, indem ich dem Deutschen Diabetiker Bund beitrete? Sich zurückzulehnen, glauben Sie mir, ist ganz und gar unbequem: Blutzuckerteststreifen stehen zur Disposition, der Sinn der Diabetesschulung wird angezweifelt in der Politik, gewohnte Medikamente fallen aus dem Katalog – und auch der Status der Schwerbehinderung wird neu definiert.

Flagge zeigen – wäre das nicht ein guter Vorsatz für Silvester? Ich meine: Ja!

Günter Nuber
Chefredakteur

Kommentar

Immobilienmakler in Hambu Immobilienmakler in Hamburg - 19.04.12 11:26

Ein super Blog danke! Gibt es einen Link, wo man über die
Neuigkeiten in diesem Blog benachrichtigt wird?

danke
Thomas Leitzer

Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 25.11.10 17:55

Sehr geehrter Herr Nuber,

als Meckerer vom Dienst schließe ich mich gerne an und schreibe, DANKE!

DANKE an die hier oben genannten und an alle, die sich bei uns in D und überall in der Welt dafür einsetzen, dass wir Betroffenen immer beschwerdefreier und immer gesünder mit unserem Diabetes leben können.

Und dazu habe ich gleich zwei herzliche Bitten an meinen DDB und an mein dj:

MACHEN Sie bitte zur beständig wiederholten Basis-Info,
+ dass der Blutzucker gesund zwischen etwa 65 und 85 mg/dl (3,6 und 4,7mmol/l) verläuft und als höchste Spitze etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben von gaaanz viel Glukose für ein paar Minuten an 140gm/dl (7,8mmol/l) heranreichen kann,
+ dass die Entwicklung zum Diabetes schon lange angefangen hat, wenn diese gesunden Werte auch erst wenig überschritten werden, und
+ dass die Schäden mit höher als gesundem Blutzucker schon mit dem ersten leichten Überschreiten des gesunden Rahmens anfangen können, wie ja gerade auch zum Punkt "diabetische Retinopathie" im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2011 zu lesen steht.

UND sammeln und recherchieren und veröffentlichen Sie bitte in regelmäßiger Folge alltägliche lebendige Beispiele von Prädiabetikern und Diabetikern, die ihren Blutzucker zuverlässig gesund flach & niedrig und ohne Hypos im Rahmen von HBA1c unter 6% und besser noch um 5% steuern. Das geht selten mit der normalen ärztlichen Einstellung. Und gerade deswegen ist so wichtig, dass wir mit solchen Life-Beispielen schauen können, was andere wie anders machen, und dass wir selbst probieren können, ob und wie wir mit dem einen oder anderen Anders selbst auch ein gesünderes Ergebnis erzielen können.

Natürlich ist mir bewusst, dass davon nicht plötzlich alle Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker gesund steuern würden. Aber wenn das nur 1% von 8 Millionen täten, wären das 80.000 Betroffene. Und jeder von ihnen würde mit jedem Jahr, das er auf diese Weise ohne zusätzliche Folgekrankheit gewinnen würde, die Versichertengemeinschaft durchschnittlich wenigstens 4.000 Euros weniger kosten. Das wären zusammen immerhin pro Jahr 320 Millionen Euros reine Ersparnis, weil praktisch völlig ohne zusätzliche Behandlungskosten!*

Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner

!* und mit meistens erheblich weniger Medis und sehr viel weniger Nebenwirkungen und selbstverständlich mit sehr viel mehr Lebensfreude und Vitalität bei jedem einzelnen dieser Sparer :-)

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