30.04.2007 Feiern und fordern

Weltweit Aktionen zum Thema Diabetes
"Feiern" will die Internationale Diabetes-Föderation nach den Worten ihres Präsidenten, des Kinderarztes Martin Silink, den Erfolg der Diabetes-Resolution der Vereinten Nationen aus dem Dezember 2006. Das ganze Jahr 2007 über soll es weltweit Aktivitäten geben zur Bedeutung der Diabetesthematik einerseits und zur Notwendigkeit ernsthafter Anstrengungen auf nationaler Ebene für eine angemessene Behandlung und Prävention andererseits. Gegen Jahresende wird dann am Sitz der Vereinten Nationen in New York eine große Veranstaltung anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November stattfinden. Inhaltlich geht es 2007 um das engere Fachgebiet von Professor Silink, nämlich den Diabetes bei Kindern und Jugendlichen.
Auch die große Zentralveranstaltung der Deutschen Diabetes-Union, die in diesem Jahr am 18. November, einem Samstag, in Saarbrücken abgehalten wird, ist schwerpunktmäßig dieser wichtigen Thematik gewidmet. Es wäre ein deutliches Zeichen, wenn möglichst viele – warum nicht auch Sie, liebe Diabetes-Journal-Leserinnen und -Leser? – daran teilnehmen würden. Sicher wird auch dort einiges zu feiern sein, aber auch zu fordern. Das Feiern der UN-Resolution ist ja kein Selbstzweck, sondern soll einer besseren und positiveren Wahrnehmung der Diabetesproblematik durch die Öffentlichkeit dienen. Daraus leiten sich dann Forderungen für einen vernünftigen Umgang mit dem so breit gefächerten und im Individualfall ganz unterschiedlich daherkommenden Massenphänomen Diabetes ab. Auch Deutschland ist mit Blick auf einen nationalen Aktionsplan stark gefordert, wie neuerdings auch das Bundesministerium für Gesundheit sehr betont, das der Deutschen Diabetes-Union mit dem Nationalen Aktionsforum Diabetes mellitus, abgekürzt NAFDM, bei der Entwicklung eines solchen Aktionsplans eine tragende koordinierende Rolle zugewiesen hat.
Aber auch kurzfristig gibt es einiges zu fordern, insbesondere die Forderungen der DDU-Resolution zu den kurzwirksamen Insulinanaloga endlich aufzugreifen, nachdem jetzt kürzlich der Endbericht des IQWiG zum Einsatz dieser Analoga bei Typ-1-Diabetes an den Gemeinsamen Bundesausschuß zur Entscheidung über die Kostenerstattung weitergeleitet worden ist, wie man hört mit weitgehend unverändertem Inhalt. Nachdem die Kosten eigentlich das einzig relevante Gegenargument sind, muß jetzt möglichst rasch der Runde Tisch von Herstellern, Kostenträgern, Patientenorganisationen, Politik und Vertretern der DDU stattfinden, um die Problematik zu lösen. Die DDU-Forderungen lauten: klare Preisfindung, die den Einsatz bei entsprechender Indikation bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes erlauben; wenn weitere Studien notwendig sind, Absprache über Studienprotokoll und -finanzierung; kein Austragen der Auseinandersetzungen zu Lasten von Patienten und Ärzten.
Auch die Internationale Diabetes-Föderation hat ihr großes Interesse an der Lösung dieser Problematik in Deutschland bei Bundesministerin Ulla Schmidt bereits nachdrücklich zum Ausdruck gebracht. Getreu dem Motto: feiern und fordern.
Prof. Dr. Eberhard Standl
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