Astrid - 31.07.07 09:07
Es ist immer wieder erfrischend, wie treffend und ehrlich hier formuliert wird. Weiter so!!

Mir ist aufgefallen ...
... daß Reinhard Mey seit Jahrzehnten mit seinen Liedern ein Barde für viele Gelegenheiten und Situationen ist. Im Flieger habe ich natürlich immer den Klassiker parat. Sie wissen schon: Wind Nordost, Startbahn Null-Drei. Und sobald die Anschnall-Lämpchen erloschen sind und man endlich die elektronischen Geräte einschalten darf, dröhnt in meinen Ohren "Über den Wolken". Das ist dann keine Gelegenheit und auch keine Situation: Das beschreibt vielmehr ein Lebensgefühl – jedenfalls wenn man gern fliegt.
Gegenwärtig ist jedoch bei mir ein anderes Lied "Mode", auch eins aus der ganz alten Kiste. Es definiert kein Lebensgefühl, sondern eine Lebenshaltung, und sein Refrain klingt fast wie ein Gebet: „Hilf mir, grade zu stehn, hilf mir, die Wahrheit zu sehn, hilf mir, mich gegen den Strom zu drehn, hilf mir, den schweren, den graden Wege zu gehen." Eine der drei Strophen hat besonders viel Brisanz: „In einer Welt, in einer Zeit, wo Falschheit und Verlogenheit blühn und gedeihn an allen Enden; wo jeder eilig sein Wort bricht im Augenblick, da er es spricht, um rasch den Mantel in den Wind zu wenden."
Menschen, die Verantwortung tragen, müssen zuverlässig und berechenbar sein; im Kleinen wie im Großen. Je größer der Verantwortungsbereich, desto zuverlässiger müssen die Aussagen sein und um so besser muß man die daraus resultierende Realität berechnen können. Wie haben wir aufgeatmet, als wir im Gesetzestext zur Gesundheitsreform lesen konnten, daß das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seine Arbeitsweise ändern und unter anderem die Betroffenen stärker einbeziehen muß. In Ordnung, haben wir als DDB gesagt, wir sind gerüstet zur konstruktiven Zusammenarbeit und rechnen mit zwar streitbaren, aber zielführenden Gesprächen.
Doch dann wurde Anfang Juni der Abschlußbericht zur Nutzenbewertung der kurzwirksamen Insulinanaloga für Typ-1-Diabetiker vorgelegt...und siehe da: Das Verhaltensmuster war unverändert und wurde entgegen aller vorherigen An- und Aussagen vom Chef des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gedeckt. Zunächst. Doch dann hat der DDB gemeutert, den G-BA und die Politik direkt in die Pflicht genommen, Gesprächsbereitschaft bekundet und gefordert. Nun gibt es aus G-BA-Kreisen das Versprechen zu einer erneuten Anhörung im August/September. Ist das Einsicht oder Hinhaltetaktik? Besonders gute Erfahrungen haben wir mit Anhörungen ja nicht. Und es stellt sich die Frage: Was brodelt da hinter unserem Rücken? Welches Süppchen steht auf dem Herd, das wir auslöffeln sollen?
Es wird besser sein, das Versprechen als valiumgetränkten Köder zwecks Ruhigstellung zu betrachten. Hilf mir, grade zu stehn. Dieses Flehen richtet sich an uns selbst. Der DDB muß gegen diesen Strom rudern, er darf nicht aufhören damit, sonst werden die Betroffenen zurückgetrieben.
Auch in diesem Kampf hilft Reinhard Mey: "An manchen Tagen wünscht ich mir, ich wär mein Hund" – und das müßte wahrlich keiner sein, der nur spielen möchte.
Astrid - 31.07.07 09:07
Es ist immer wieder erfrischend, wie treffend und ehrlich hier formuliert wird. Weiter so!!
* Pflichtfelder
Kommentare werden nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Inhalte oder Werbung beinhalten, werden nicht veröffentlicht, ebenso Beiträge, die nicht zum Thema gehören, und Spams.
In vier Videos haben wir Impressionen von der diabetestour in Hannover für Sie eingefangen.
Dr. med. Katrin Kraatz, selbst Typ-1-Diabetikerin, testet für Sie Geräte des Diabetikerbedarfs!
Das Diabetes-Journal ist Medienpartner der Diabetes-Aufklärungskampagne.