25.05.2011 Gepriesen sei: Die Brennessel!

Keineswegs ein Unkraut sondern eine Pflanze mit vielen Talenten: Lesen Sie Hans Laubers Loblied auf die Brennessel.

Ein wahrer Visionär war der Frankfurter Arzt und Verfasser des „Struwwelpeter“, Dr. Heinrich Hoffmann. Schrieb er doch schon vor über 100 Jahren:

„Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen,
Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen,
Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte,
Entsprießend aus dem Schoß der Erde,
Nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken,
Die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken“.

Wie recht der Frankfurter Mediziner hatte, erkennen die Wissenschaftler erst heute. Denn die brennende Nessel ist eines unserer heilmächtigsten Kräuter. Die grünen Blätter, Samen und Wurzeln sind

Säure abführend: Die durch die Brennessel angeregte höhere Wasserausscheidung spült entzündete Harnwege durch, was auch die Haut reinigt und den Harnsäurespiegel senkt.
Blut bildend: Die Mineralienbombe besitzt auch vom Körper leicht aufnehmbares Eisen, womit der Blutfarbstoff Hämoglobin aufgebaut wird.
Entzündungshemmend: Vor allem während der Blüte strotzt die Pflanze vor entzündungshemmenden Stoffen. Damit lassen sich chronische Krankheiten wie Rheuma, Gicht und Arthrose bekämpfen.
Zucker senkend: Extrakte der Blätter enthalten Wirkstoffe, welche die Produktion des Zucker senkenden Insulins anregen, sowie Stoffe, die dafür sorgen, dass Blutzucker erhöhende Kohlenhydrate nicht so schnell ins Blut gelangen.
Aphrodisierend: Schon vor über 2 000 Jahren stimmte der Dichter Ovid in seiner „Ars armandi“ ein Hoch auf die fruchtbare Pflanze an und lobte ihren Samen „als das beste Aphrodisiakum der Welt“.

Selbst sammeln lässt sich die gerade jetzt im Frühling vor Vitalität strotzende preiswerteste Pflanzenapotheke der „TDM Traditionelle Deutsche Medizin“. Sammeln Sie aber nicht an Weges- und Straßenrändern und meiden Sie „Hundewiesen“. Ich sammle die Pflanze oft bewusst mit bloßen Händen, weil mir das Brennen durchaus gut tut; ansonsten helfen Handschuhe. Nehmen Sie vor allem die zart-jungen, hellgrünen Blätter. Aber auch die Stängel sind nützlich, wirken sie klein geschnitten doch als natürlicher Ballaststoff.

Mit heißem Wasser übergießen können Sie die Blätter – wobei es wichtig ist, das Wasser nicht wegzukippen, denn da sind viele Vitalstoffe drin. Die gehackten Nesseln lassen sich nun in heißem Olivenöl mit frisch gehacktem Knoblauch (ein idealer Cholesterinsenker) andünsten. Wem der Geschmack zu kräftig ist, kann auch „normalen“ Spinat untermischen. Auf jeden Fall mit dem „Überbrühwasser“ ablöschen, salzen, pfeffern – und den frisch geriebenen Muskat nicht vergessen. Dazu ein frisches Spiegelei, ein Gedicht.

Gesundheit kann so preiswert sein – und so gut schmecken!

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