21.10.2008 Heimat wird hoffähig

Nach dem Währungssturm ist vor der Bescheidenheit. Es gibt keinen Zweifel mehr: Die „Mär vom Markt“, so die Süddeutsche Zeitung, ist ausgeträumt. Es wird drastische Einschränkungen bei den Einkommen, beim gewohnten Konsum geben. Das sehe ich aber nicht als etwas Bedrohliches, sondern als Chance für eine Besinnung auf traditionelle Werte.
„Die Trüffel gehen zur Neige“, schreibt die „Welt am Sonntag“ über die neue Wirklichkeit auf der bankrotten Zockerinsel Island. Und, geht deshalb den Geysiren die Puste aus? Nein, plötzlich entdecken die Insulaner wieder die Schätze ihrer Heimat. Statt den Brie zu importieren, stellen sie ihn aus heimischer Milch her – und sind erstaunt, dass er viel besser schmeckt. Auch trinken die Isländer statt dem süßen Elsässer Wein nun wieder den traditionellen Wodka, herrlich gefiltert durch den heimischen Lavastein.
Auch bei uns wird schon bald der Unsinn aufhören, dass die Äpfel aus Neuseeland, Südafrika und Argentinien eingeflogen werden – und an den Bäumen bleiben die ernährungsphysiologisch viel wertvolleren Streuobstäpfel hängen. Auch bei uns wird es aufhören, dass überall thailändisch, indisch, koreanisch, japanisch gekocht wird – und eine aufgeblasene Industrie von Kochshows das auch noch unentwegt propagiert.
Wird das alles zu einer Verschlechterung unserer Gesundheit führen? Im Gegenteil. Denn wenn die Menschen wieder verstärkt das kaufen, was bei uns wächst, was es in der Jahreszeit gibt, dann wird plötzlich wieder ein Leben im Takt der Natur möglich. Dann werden vitalisierender Bärlauch, Sauerampfer nur noch im Frühjahr genossen, wenn der Körper diese Stoffe braucht, um seine Hormonproduktion anzukurbeln. Dann gibt es nur noch im Sommer Erdbeeren aus Deutschland, die lange nicht so belastet sind wie die Importware. Und im Herbst essen wir unsere wunderbaren Kohlsorten – und freuen uns über den zart gedünsteten Spitzkohl, den wir mit einem Hauch Sahne zum Hochgenuss verfeinern.
Auch werden die Menschen wieder die Kraft der heimischen wilden Kräuter entdecken – und voller Freude etwa den Bergthymian suchen, der Wirkstoffe enthält, die mit dem Entzündung hemmenden Aspirin verwandt sind. Langsam werden die Menschen auch merken, dass es nicht immer teure chinesische Heilpilze sein müssen, sondern dass sich auch unser Schopftintling positiv auf den Blutzucker auswirkt. „Ja, aber wo gibt es den?“ werden Sie fragen. Ganz einfach, den müssen Sie suchen, was ja Bewegung bedeutet – und die wiederum ist segensreich für den Diabetes.
Lesen Sie unter diesen Gesichtspunkten auch einmal die Bücher „Schönkost“ und den „Diabetes Kalender 2009“ (www.kirchheim-buchshop.de), wo Sie sehr viele heimische Lebens-Mittel und Rezepte von Heimat-Köchen finden.
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