Sehr geehrter Herr Lauber,
ein HbA1c von 6,5 entspricht ca. einen Durchschnittswert von 132 der letzten 8 Wochen.
In meiner Schulzeit (vor über 30 Jahren) wurden Fälle erwähnt, wo Diabetiker mit NBZ von 130 unbehandelt ihre Beine verloren haben und deshalb der Grenzwert 126 ist.
Mit einem HbA1c von 10,0 haben Sie sich defenitiv Schäden eingefangen. Im Gegensatz zur der Mehrheit haben Sie etwas getan, deshalb dürften die Schäden nur für Spezialisten zu erkennen sein.
Und die machen die entsprechenden Messungen erst dann, wenn schon etwas vorliegt.
Bei sehr vielen hingegen wird Diabetes erst im Krankenhaus diagnostiziert und meist schon mit Folgeschäden.
Diabetes heilbar?
Ich sollte diese Frage eigentlich bejahen können, da ich zu den wenigen gehöre, die weder Insulin noch Medikamente brauchen.
Ärzte würden nach Messungen der letzten Jahren auf kein Diabetes schliessen, während Freunde, Bekannte, Verwandte und Mitarbeiter "stark" Diabetes vermuten würden. Ich würde mich denen anschliessen.
Meine Antwort lautet deshalb ja, theoretisch nein, praktisch nein.
mfg dipa
Sehr geehrter Herr Lauber,
eine Krankheit manifestiert sich, indem sie etwas sichtbar oder/und spürbar verändert. Masern manifestieren sich mit roten Flecken. Die einzigen roten Flecken beim Typ2 sind die jeweils vielleicht rot markierten aktuellen Diagnose-Definitionen auf den Testgeräten. Der Definitionswert wird gerade auf HBA1c 6,5 gesenkt, so dass sich demnächst unter gleichen Bedingungen bei etwa doppelt so vielen Betroffenen wie heute ein Typ2 mach Ihrer Lesart neu manifestiert, und zwar auch bei vielen von denen, bei denen er nach heute geltender Definition gerade ein Stück weit in das Stadium der Veranlagung zurück gedrängt worden ist.
Und was wollen wir wirklich unter Stadium der Veranlagung verstehen, wenn bis zum Erreichen der gegenwärtigen Diagnose-Definition schon 11-12 von 100 Betroffenen wenigstens 1 voll ausgeprägte und bleibende diabetische Folgekrankheit beklagen müssen? Und auch, wenn es nach der neuen Definition vielleicht nur 7-8 sind? Und auch, wenn Kardiologen seit Jahren in alten und neuen Statistiken immer wieder finden, dass mit einem Anstieg des HBA1c-Wertes über 5,5 eine signifikante Zunahme der Herzkreislaufereignisse einher geht? Und zwar auch noch nach dem Rausrechnen aller übrigen möglichen Gründe? Und wäre vielleicht ein tödlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall kein bleibender Schaden?
Fällt Ihnen vor diesem Hintergrund nicht auf, wie viel Glück Sie damals ohne eine diabetische Folgekrankheit mit Ihrem HBA1c-Wert um 10 und gehabt haben, von dem Sie offenbar noch immer glauben, dass erst ab dieser großen Höhe bleibende Schäden anfangen? -
Natürlich haben Sie mit Ihrem Verhalten seitdem vorbildlich aktiv zu Ihrer guten Gesundheit beigetragen, und seit Sie mit Ihrem Typ2 gesund und munter zusammen leben, verstehe ich Ihr Verhalten als bewundernswert stimmig. Statt weiter sinnlos dagegen an zu kämpfen, haben Sie damals vorbildlich beharrlich und systematisch ausgetestet und ausprobiert, wie Sie die Defizite gesund ausgleichen können, die Ihnen Ihr ursprünglich ungeladener Lebenspartner Typ2 bis dahin schon beschert hatte. Und dieses gesunde Ausgleichen zelebrieren Sie nun jeden Tag mit so ansteckender Lebensfreude, dass jedem aufmerksamen Beobachter spätestens auf den 2.Blick absolut klar wird: Da haben sich 2 Lebenspartner - zwar ursprünglich nicht gesucht, aber - super passend zusammen gefunden!
Schade, dass Sie offenbar das Gefühl haben, dieses überzeugend stimmige Bild mit einer so partnerschaftskriegerischen Formulierung wie "den Diabetes besiegen" absolut unstimmig stören zu müssen :-(
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner