12.01.09 Mit einer Stimme sprechen
Mir ist aufgefallen...
... dass er bis zum Himmel reichen sollte, der babylonische Turm. Welche Vermessenheit! Herausgekommen sind dann auch nur die "babylonische Sprachverwirrung" und ein architektonisches Fragment, das in der europäischen Malerei oft dargestellt wurde. Zum Beispiel "Der Turmbau zu Babel" von Pieter Bruegel der Ältere, anzusehen im Kunsthistorischen Museum zu Wien. Was war passiert? Die Menschen verstanden plötzlich einander nicht mehr, obwohl sie doch mit vereinten Kräften dasselbe Ziel angegangen waren…
Neuerdings hören wir von einem babylonischen Sprachgewirr in der deutschen Diabetologie. Nicht weniger als 1 400 diabetesbezogene Organisationen gibt es in Deutschland, eher mehr. Wie will man wirklich jede einzelne Selbsthilfegruppe erfassen, wie die vielen Unterstrukturen, die regionalen, kommunalen und bundesweiten Verbände? Eine schier aussichtslose Zählerei. Und wozu auch? Auf eine Zahl mehr oder weniger kommt es nicht an, wohl aber auf das gemeinsame Ziel: Deutschland muss weg vom Platz 19 im europäischen Vergleich bei der Versorgungseffizienz der Menschen mit Diabetes. Und zwar nicht wegen der Statistik, sondern wegen der damit verbundenen Schicksale im Ergebnis der viel zu vielen Folgeerkrankungen.
Erwiesen ist, dass jene Länder besser abschneiden, die mit einer Stimme auf optimale Prävention und systematische Aufklärung der Bevölkerung über Entstehung und Risiken des Diabetes setzen. "diabetesDE" ist nun die deutsche Antwort auf gute Erfahrungen großer Diabetes-Organisationen in den USA und Großbritannien. Professor Dr. Thomas Danne (Hannover), Vorsitzender von diabetesDE, beschrieb jüngst in Berlin die bahnbrechenden Erfolge der gemeinsamen Organisationen von Patienten, Beraterinnen, Ärzten und Wissenschaftlern – Betroffenen eben – sowohl in der Versorgung der Menschen mit Diabetes als auch in der Gesundheitspolitik.
"Wir wollen den Diabetes-Belangen in Deutschland eine Stimme geben. Bei aller Selbstständigkeit bedarf dies auch eines Stückes Selbstaufgabe. Auch Fußballer spielen in der Nationalmannschaft miteinander und in der Bundesliga auch einmal gegeneinander."
Ja, sicher, im Kleinen sind die Interessen manchmal schon spezifisch unterschiedlich. Im Großen jedoch braucht die deutsche Diabetologie vor allem eine gute Nationalmannschaft , die weder Türme noch Luftschlösser baut. Die auf den Punkt bringt, was genau erforderlich ist, damit die gesellschaftlichen Probleme, die mit der Diabetes-Epidemie verbunden sind, nicht in den Himmel wachsen.
diabetesDE will sämtliche Akteure und Aktivitäten einen – für eine bessere Diabetologie. Und die Organisation soll da sein für alle Menschen, die an Diabetes erkrankt sind oder die sich beruflich mit Diabetes beschäftigen. diabetesDE stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Deshalb zunächst herzlich willkommen auf www.diabetesde.org und später vor Ort, denn mit dabei sein kann jeder. Jede Stimme zählt für unsere eine Stimme.
Kommentar
Sehr geehrte Frau Rosmarie Johannes,
Sie schreiben in Ihrer monatlichen Glosse von den Luftschlössern und Türmen in der Diabetologie, die Sie doch mit Ihrem Vorstandspartner Dr. Heinz Windisch gemeinsam versucht haben, im Jahr Ihrer Zuständigkeit für uns Menschen mit Diabetes-Mellitus im DDB versucht haben, und nun prangern Sie diese Vorgehensweise permanent mit einem Negativium an.
Selbstverständlich braucht man für ein solches Vorhaben auch Menschen dafür, die sich auch aus Überzeugung dafür einsetzen, der Selbstdarsteller Dr. Heinz Windisch, Gott sei Dank im DDB und in der DDU nicht mehr relevant, war sicherlich nicht der geeignete Kanditat dafür, was man ja nach bereits 10 Monaten gesehen hat, er hat es selber eingesehen, daß er es nicht kann, zumal seine Rücktritte aus der Verantwortung in DDB und DDU nicht gerade von positiven Meldungen wahrgenommen wurde.
Ich hoffe sehr, daß der neugewählte Vorstand RA Dieter Möhler ein besseres Händchen findet, um die Sache DDB in Deutschland weiter voranzutreiben, doch
bitte ohne einen Bau von Luftschlössern und babylonischen Türmen weiterbauen zu wollen. Da fällt er genauso auf die Nase wie Ihr Kollege Dr. Heinz Windisch im November 08.
Arbeiten Sie weiter so in Ihrer Berichterstattung und denken Sie bitte in jedem Fall an uns Menschen mit Diabetes-Mellitus, die es sicher nicht leicht haben, mit der Erkrankung umzugehen.
Freundlichst aus Hünfeld
IHR Reinhold Höhl, Hünfeld
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