Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 02.06.10 18:09
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
Sie schreiben mir aus der Seele: Den Blutzucker ereignisbezogen gesund steuern geht nur mit schnellem Analog-Insulin. Und wenn dazu standard-schulungsmäßig angeleitet würde, hätten wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überhaupt kein Problem mit der Anerkennung durch G-BA und Politik und Krankenkassen. Und wir hätten längst eine so überwältigende Menge guter und sehr guter Therapie-Ergebnisse und eine so immense Abnahme an Folgekrankheiten, dass das IQWiG nicht einmal im Ansatz auf die Idee käme, am schnellen Analog-Insulin sparen zu wollen.
Leider wird aber nicht einmal in der Hälfte aller Pumpen-Schulungen zum ereignisbezogenen gesunden Steuern des Blutzuckers angeleitet. Und von wenigen Ausnahmen abgesehen wird davon in normalen ICT-Schulungen eher negativ im Sinne von Nachspritzen gesprochen, mit dem man nur jede ordentliche ärztliche Einstellung hypogefährlich durcheinander bringen könne)* Schließlich, so heißt es immer wieder, hätten auch völlig gesunde Menschen öfter mal Blutzucker-Spitzen an 200mg/dl und auch darüber. Und obwohl das Gegenteil längst bis in die letzte Hausarzt-Praxis bekannt sein sollte, wird auch in der Mehrzahl der diabetologischen Schwerpunktpraxen noch immer geschult, dass der morgendliche Nüchternwert den HBA1c-Wert mache und dass es allein auf den ankomme und dass der Blutzucker-Verlauf zwischen den Mahlzeiten Nebensache sei, so lange nur jeweils vor dem Essen wieder der Zielbereich erreicht wird.
Fazit: In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle wird mit schnellem Analog-Insulin genau so eingestellt, wie mit Human-Insulin. So wie das ja auch in den in Fachwelt und IQWiG so geschätzten doppelt verblindeten Studien geschehen muss, in denen jedes aktive ereignisbezogene Patienten-Verhalten nur stören würde. Und wo weit überwiegend anleitungsmäßig von ärztlicher Seite so willig auf den Vorteil der gesund ereignisbezogenen Blutzucker-Steuerung verzichtet und mit schnellem Analog-Insulin lediglich wie mit Human-Insulin eingestellt wird, spricht JEDE VERNÜNFTIGE RECHNUNG leider eindeutig für das kostengünstigere Human-Insulin.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
)* WICHTIG: Wer Ihr Beispiel nachbauen will, sollte systematisch austesten, was bei ihm als Steuer-Faktor funktioniert. Der kann nur zufällig mit dem zusammen fallen, den wir als Korrektur-Faktor kennen!











