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05.04.2008 Offener Brief an Frau Bundesministerin Ulla Schmidt

Die Auseinandersetzung um den Kostenersatz für kurzwirksame Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetes darf nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden. ...

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Ulla Schmidt,

die Entscheidungen des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Wegfall des Kostenersatzes für kurzwirksame Insulin-Analoga bei Typ-1-Diabetes haben weltweite Besorgnis ausgelöst. Die Internationale Diabetes Föderation (IDF), die u. a. für die Rechte der zur Zeit ca. 250 Millionen Menschen mit Diabetes auf der Erde eintritt, hat sich diesbezüglich mit einem Brief an Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt, der auch der Deutschen Diabetes-Union als dem Vertreter Deutschlands bei der IDF offiziell zugegangen ist und den wir der Einfachheit halber gerne noch einmal beifügen (Anm. d. Red.: siehe Seite 18). Darin wird die Bundesregierung dringlich gebeten, alles zu tun, um diese wichtige Therapieoption den Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland auch weiterhin zu erhalten.

Dem können wir uns nur uneingeschränkt anschließen. Nur Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin, die fachlich für dieses Problem zuständig ist, können eine politische Lösung herbeiführen. Dabei sei einmal akzeptiert, dass der G-BA und das IQWiG im Rahmen der selbstgewählten Regularien, die zwar nicht überall geteilt werden, gehandelt haben. Aber das Ergebnis für die Menschen mit Diabetes ist einfach falsch und bedeutet einen tiefen Einschnitt in das Leben bei einer nach wie vor unheilbaren Krankheit. In ihrer Resolution hat die Deutsche Diabetes-Union unmissverständlich gefordert, die Preisfindung zwischen Insulinherstellern und Kostenträgern so zu gestalten, dass das Kostenargument, das ja als einziges gegen den Einsatz von kurzwirksamen Insulin-Analoga spricht, keine Rolle mehr spielt. Diese Auseinandersetzung darf weder auf dem Rücken der Patienten noch der Diabetesberater und Ärzte ausgetragen werden.

Der Konflikt kann offensichtlich nur "politisch" gelöst werden. Wir sind sicher, die ca. 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland und die darunter 2 Millionen Menschen, die täglich Insulin spritzen, werden Ihnen Ihren Einsatz für eine Lösung zum Erhalt dieser Therapieoption hoch anrechnen.

Bitte setzen Sie sich für die Menschen mit Diabetes in Deutschland ein! Selbstverständlich stehen die Unterzeichner für ein erläuterndes Gespräch zur Verfügung.

Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Standl
Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Union
Chefredakteur des Diabetes-Journals

Heinz Windisch
Bundesvorsitzender des
Deutschen Diabetiker Bundes


Kommentar

Christiane Schaefer aus Rahden - 28.05.08 18:16

Die bedenken nicht was eine Umstellung
kostet, wenn man auf Normal-Insulin umgstellt wird.

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