27.06.2012 Selbsthilfe mal zwei!

Steffi Blockus ist im Deutschen Diabetiker Bund/DDB u.a. zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Jan Twachtmann ist Vorstandsvorsitzender der "Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M). Beide schildern ihren jeweiligen Blickwinkel zum Thema „Zwei bundesweite Diabetes-Selbsthilfeorganisationen in Deutschland“.
| Warum bin ich Mitglied im DDB? Ich bin zum Beispiel deshalb Mitglied im DDB, weil ich mich gemeinsam mit anderen Diabetikern für unsere Rechte starkmache, als Mitglied besondere Vorteile wie Beratungs- und spezielle Versicherungsangebote in Anspruch nehmen kann und weil beim DDB Selbsthilfe und Erfahrungsaustausch großgeschrieben werden.Wenn Betroffenen „neue“ Therapiehilfsmittel wie beispielsweise die Insulinpumpe verwehrt werden, ist der DDB für sie meist die erste Anlaufstelle, um so auf die Hilfe erfahrener, themenbezogener Rechtsanwälte zurückgreifen zu können. Betonung liegt auf „gemeinsam“! Der Deutsche Diabetiker Bund ist aber nicht „nur“ deshalb enorm wichtig für uns Betroffene, sondern auch, weil er eine bedeutungsvolle Funktion im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfüllt. Im G-BA entscheiden Ärzte auf der einen Seite und Krankenkassenvertreter auf der anderen Seite über unser Wohl. Der DDB ist die einzige Organisation, die als Vertreter aller Diabetes-Patienten mit vor Ort ist und immerhin angehört wird. Wir Betroffene sollten deshalb zusammenhalten, uns GEMEINSAM starkmachen, um viel erreichen zu können. Gemeinsam, nur wie? Dies muss sicherlich auf der einen Seite in Zusammenarbeit mit Ärzten, Krankenkassen und der Pharmaindustrie geschehen, dennoch muss die Stimme der Patienten bei der Bewältigung dieser Aufgabe aber auch unabhängig von diesen Fraktionen vertreten werden. Steffi Blockus |
| Warum entschieden sich die DDB-Landesverbände dafür, neue Wege zu gehen? In den letzten Jahren ist zu wenig in Richtung einer engen Zusammenarbeit zwischen Patienten und Ärzten geschehen. Der Deutsche Diabetiker Bund sowie diabetesDE waren sich eigentlich schon in Bezug auf das Zweikammermodell einig. Obwohl diabetesDE dem DDB bereits in vielen Dingen entgegenkam, forderte der DDB nach Unterschriftsreife des Vertrages eine weitere Änderung. Daraufhin scheiterte das Zweikammermodell. Die drei Landesverbände nahmen dies und weitere interne Probleme mit dem Bundesverband als Anlass zum Austritt. Wo geht es hin? In Gesprächen mit diabetesDE ergab sich die Möglichkeit, innerhalb einer eigenständigen Selbsthilfebundesorganisation unter dem Dach von diabetesDE eine Mitgliedschaft der Landesverbände zu realisieren. Am 8. Juni 2012 haben wir nun den Verein Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) gegründet. Unser Ziel ist es, eine Bundesorganisation für alle in der Selbsthilfe Tätigen zu werden. Wir wollen Betroffene für unsere Organisation begeistern, die sich bislang keiner Organisation angeschlossen haben. Wir wollen eine Einheit unter den Patienten. Und wir wollen innerhalb des Daches bei diabetesDE die Synergieeffekte einer engen Kooperation mit Ärzten und Beratern nutzen. Wir treten für ein Miteinander auf allen Ebenen an. Und wir gehen weiterhin mit offenen Armen auf den DDB zu, denn ein Streit zwischen den Organisationen schadet nur den Patienten. Die nächsten Wochen und Monate werden wir nutzen, um die Gespräche mit dem DDB wieder zu vertiefen, so er dies zulässt. Jan Twachtmann |
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