Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 03.10.10 17:20
Sehr geehrte Frau Einser,
lassen Sie's mich noch ein Stückchen verlängern: Ich würde ja gern, aber mit 1 Bein, mit 1 Auge, mit 1 Niere, mit..., mit Diabetes geht das doch nicht, sagen die einen.
Wie kann ich das auch mit 1 Bein, mit 1 Auge, mit 1 Niere, mit..., mit Diabetes schaffen? Fragen die anderen und machen sich gegen alle Widerstände unaufhaltsam und beharrlich auf den Weg zu ihrem Ziel - und erreichen es offenbar erstaunlich oft tatsächlich.
Doch ja, es gibt bestimmte Ziele, die sich mit bestimmten Defekten absolut nicht erreichen lassen, wie etwa ohne Stimme Opernsänger werden. Und man kann sich in der Art gezielt zusammensuchen, was man alles mit seinen jeweiligen Defekten wirklich nicht machen kann. Davon kann man dann eine beliebig große Sammlung zum eigentlichen persönlichen Lebens-Sinn erklären, der mit den Defekten eben futsch ist. Fazit: Leben sinnlos.
Rein sachlich gibt der Diabetes längst keinen einzigen Grund mehr für solche Sinnlosigkeit her. Denn es gibt nichts, was ein Diabetiker nicht genauso tun könnte, wie ein Nichtdiabetiker. Jeder Diabetiker, der sich noch selbst voll versorgen kann, kann seinen Blutzucker zuverlässig gesund führen und damit für alle Tätigkeiten genau so gesund und belastbar sein, wie ein Nichtdiabetiker gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur.
Einziges Problem: zu solch zuverlässig gesunder Blutzucker-Führung wird nicht ausreichend angeleitet. Die übliche ärztliche Einstellung mit Messen-Spritzen-Essen und den mehr oder weniger passenden Faktoren taugt dafür nicht. Keiner der Leistungssportler, die Sie angesprochen haben, würde damit auch nur im Traum erbringen können, was er tatsächlich leistet.
Wie es diese Sportler tatsächlich mit ihrer Blutzucker-Führung machen, wird höchst selten öffentlich zugänglich dargestellt. Und ebenso bleiben noch erstaunlich viel mehr Beispiele erfolgreicher Betroffener in allen Lebensbereichen für die breite Masse der Menschen mit Diabetes völlig unbekannt.
Was machen diese Menschen anders, als die Standard-Einstellung und als man selbst? Wie machen die sich jeden Tag zuverlässig ihren gesunden Blutzucker-Verlauf, und das ohne ernsthafte Unterzuckerungen und auch unter wechselnden und hohen Belastungen? Wäre es nicht toll, wenn wir genauso wie "zum guten Schluss" auch darüber regelmäßig etwas in unserem dj lesen könnten, etwa in der Art von ausführlichen persönlichem best-practice-Beispielen?
Schließlich ist absolut notwendig zu wissen, welche Möglichkeiten es tatsächlich gibt, und davon nicht nur zufällig zu erfahren, wenn man der Diabetes-Klagemauer wirklich den Rücken kehren oder sich dort gar nicht erst anstellen will. Nur mit solchen ermutigenden praktischen Beispielen kann man sich doch trotz aller veröffentlich(keite)ten Vorbehalte auf den Weg zum eigenen konkreten Ziel machen, der mit Diabetes halt etwas beschwerlicher ist. - Noch einmal: Wäre das dj für solch konstruktive Beispiel-Info nicht die "geborene" Plattform?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner










