11.05.10 Stevia – Süßen ohne Reue?

In Japan und Südamerika ist Stevia das am meisten verwendete Süßungsmittel. In Deutschland dagegen ist die süße Pflanze für den Verzehr (noch) nicht zugelassen. Das könnte sich nun ändern...

„Ein empfehlenswerter Süßstoff und ein interessanter Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselsituation“. So fasste Diabetes-Forscher Prof. Dr. Hubert Kolb für mein Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“ die Wirkungen von Stevia zusammen. Die „Verbesserung der Stoffwechselsituation“ machte der renommierte Immunbiologe der Universität Düsseldorf an zwei Punkten fest: Eine „verstärkte Insulinproduktion“ und eine „bessere Insulinwirkung“. „Zucker“, der Zucker senkt, so überschrieb ich das Kapitel zum natürlichen Zuckersenker Stevia.

Das alles war bereits im Jahr 2005, zu einer Zeit also, wo das traditionelle Süßungsmittel der südamerikanischen Indianer hierzulande nur einer Handvoll Spezialisten bekannt war. Das lag auch daran, dass der praktisch kalorienfreie Stoff, der 30mal süßer als Zucker wirkt, in Deutschland nicht als Lebensmittel zugelassen war – obwohl die Pflanze ohne Probleme bei Gärtnern zu kaufen und zu verwenden ist. In „Schlemmen“ stellte ich auch ein Rezept für Stevia-gesüßtes Ketchup vor.

Plötzlich ändert sich nun die Situation dramatisch: Denn führende US-Konzerne bringen in den nächsten Monaten im großen Stil Stevia-gesüßte Getränke auf den Markt. Das liegt daran, dass klassische Süßstoffe wie etwa Aspartam nie völlig von der Bevölkerung akzeptiert wurden, und dass der Industriezucker immer stärker in den Verdacht gerät, einer der Hauptverursacher der Explosion des Lifestyle-(Typ2)-Diabetes zu sein. Stevia ist hier eine ideale Alternative.

Wird nun alles gut für die Diabetiker? Haben sie damit endlich ihr ideales Süßungsmittel gefunden? Es bleiben Fragen: Werden die amerikanischen Stevia-Produkte auch in Deutschland eingeführt? Wird es spezielle Präparate für Diabetiker geben? Bewirken die Stevia-Wirkstoffe tatsächlich keine dick machenden Insulin-Effekte? Wird auch die Nutzung der gesamten Pflanze mit ihren süßenden Blättern erlaubt werden (denn bislang ist nur ein spezieller von den US-Firmen aus der Pflanze extrahierter Wirkstoff zugelassen)?

Auf diese Fragen suche ich in den nächsten Wochen Antworten – und spreche natürlich auch noch einmal mit dem deutschen Stevia-Pionier Prof. Hubert Kolb. Die Ergebnisse meiner Recherche finden Sie exklusiv in der gedruckten Juli-Ausgabe des Diabetes-Journals.

Übrigens: Jetzt ist die richtige Zeit, um Stevia auszupflanzen. Sie bekommen die problemlos wachsenden Pflanzen bei Gärtern oder beim Spezialversender www.ruehlemanns-shop.de , der sogar zwei Sorten im Angebot hat. Sie haben noch gesundheitliche Bedenken? Da kann ich Sie trösten: In ganz Südamerika und Japan ist Stevia das meistgebrauchte Süßmittel – ohne dass irgendwelche Probleme auftreten. Und da leben schließlich einige 100 Millionen Menschen.

Wenn Sie sich für das Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“ interessieren - hier geht´s zum undefinedKirchheim-Buchshop.

Kommentar

Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 19.05.10 17:00

Guten Tag , Herr Lauber! Meine Versuche, Stevia-Pflanzen zu kaufen, sind bisher leider immer fehlgeschlagen. Die Pflanze ist selbst in größeren Gärtnereien noch immer unbekannt. Daher Danke für die Bestelladresse! Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes

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