Peter Fischer - 10.12.09 13:23
Von Johann Lafer ist
Das Diabetes- Journal-Kochbuch: Die moderne Diabetes- Küche 2007
erschienen!

Blankes Entsetzen löste ich vor sieben Jahren aus, heftige Abwehrreaktionen waren die Folge. Was war geschehen? Ich hatte Spitzenköche gefragt, ob sie mir Rezepte für mein geplantes Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“ kreieren würden. „Nein, bloß nicht, mit Krankenhausküche will ich nichts zu tun haben, bei mir zählt nur der Genuss“, sagte mir einer der Besten.
Genuss und Gesundheit verbinden, das war der revolutionäre Ansatz meines Buches. Ein Ansatz, den ich als erster konsequent gegangen bin, indem ich gezielt Lebens-Mittel und natürliche Zuckersenker wie Zimt zusammengetragen habe, für die ich Genuss-Rezepte suchte. Mit viel Mühe ist mir das dann auch gelungen – und „Schlemmen wie ein Diabetiker“ ist zum Maßstab geworden für den Ansatz, mit natürlich-funktionellen Lebens-Mitteln positive gesundheitliche Wirkungen zu erzielen. „Laubers Konzept des Natural Functional Food wird sich durchsetzen“, prophezeite mir Werner Mlodzianowski vom Lebensmittel-Forschungsinstitut ttz.
Es hat sich durchgesetzt – und wie. Gleich zwei renommierte Meister der Kochlöffel brachten jüngst gesundheitsorientierte Kochbücher heraus: Zum einen der ehemalige Drei-Sterne-Koch (er hat kein Restaurant mehr) Dieter Müller, ein Künstler der Aromen mit allerdings immer einer leicht süß-sahnigen Grundierung der Gerichte. „Esslust“ heißt sein Buch, zu dem er die Rezepte beigesteuert hat – und wohl auch nicht mehr. Denn geschrieben worden ist es von der in Neapel geborenen, in Köln arbeitenden Diätologin Natalie Quagliata.
Es ist ein ordentliches Buch geworden, keine Frage. Nur, immer noch steht in vielen Lidl-Filialen der Dieter Müller als lebensgroßer Pappkamerad und wirbt für die Produkte eines Discounters, der seit Jahren systematisch die Mitarbeiter überwacht, was in einem „Schwarzbuch“ dargelegt wurde, der immer wieder durch ruppige Methoden seiner Einkäufer bei seinen Lieferanten aufgefallen ist. Das ist für mich nicht redlich, den Eindruck zu erwecken, mit billigen Lidl-Produkten lässt sich eine Spitzenküche herstellen sowie die Arbeitsbedingungen zu ignorieren, unter denen diese Billigangebote zu Stande kommen.
Auch Fernsehkoch Alfons Schuhbeck hat jetzt mit „Die Küche meiner Gewürze“ die Gesundheit entdeckt. Bei ihm liegt der Fall anders, er hat tatsächlich Ahnung von den gesundheitlichen Wirkungen der Lebensmittel, der Gewürze (für deren Vertrieb er eine eigene Kette aufgebaut hat). So werden denn auch in seinem Buch die gesundheitlichen Wirkungen der Gewürze ausführlich dargestellt. Nur, weiter hinten, wo dann die Rezepte stehen, da kommt der „alte“ Schuhbeck durch. Da wird süß wie immer gekocht, schon bei vielen Gemüsen darfs immer mal eine ordentliche Prise sein – und bei einer Orangen-Torte zählte ich gar rund 100 Zuckerwürfel, plus noch mal den Zuckeranteil von einem Drittel Liter Orangensaft. Sicher, nicht jeder isst die ganze Torte, aber ein schöner Süßschub ist das schon. Wirklich überraschend ist das nicht, denn Schuhbeck ist ein „Süßer“, das Eis in seinem Eissalon am Platzl in München ist eine wahre Zuckerbombe.
„Zucker zerstört die Bauchspeicheldrüse“, warnte jüngst das renommierte „Deutsche Institut für Ernährungsforschung“. Gut, es waren Versuche an Mäusen – und da muss man bei der Übertragung der Ergebnisse auf die Menschen vorsichtig sein. Aber immerhin ist es ein erster konkreter Hinweis auf einen direkten Zusammenhang zwischen Zucker und Diabetes. Schon lange bekannt ist hingegen ein indirekter Mechanismus: Zu viel Zucker im Körper führt zur Ausschüttung des Dickmachhormons Insulin – und Übergewicht ist die wichtigste Ursache für den Lifestyle-Diabetes.
Als „Schmarrn“ würde der Meister solche komplexen Überlegungen von mir wohl abtun. Aber Schuhbeck hat ein feines Näschen für kommende Trends – und vielleicht wirft er in einigen Jahren ein Buch „Meine Küche ohne Zucker“ auf den Markt. Dafür könnte ich ihm schon einmal ein zuckerfreies Dessert aus meinem Buch „Schönkost“ empfehlen, nämlich meinen Gugelhupf.
Den kann ich auch Ihnen für die Weihnachtsbäckerei empfehlen. Das Rezept finden Sie hier. Viel Spaß beim Backen!
Peter Fischer - 10.12.09 13:23
Von Johann Lafer ist
Das Diabetes- Journal-Kochbuch: Die moderne Diabetes- Küche 2007
erschienen!
Hans-Jürgen Tilsner - 08.12.09 09:18
Sehr geehrte Frau Bohnes,
wenn ein völlig gesunder Mensch irgendwann am Tag 4 BEs isst, und nicht sofort eine Stunde joggen geht, stehen die Chancen gut, dass die Energie aus wenigstens 2 BEs in der Form von Fett gespeichert wird. Ebenso ist das bei Diabetikern. Der weit überwiegende Anteil aller gegessenen und nicht direkt verwendeten Energie wird als Fett eingelagert. Denn Fett ist tatsächlich die absolut geniale weil am wenigsten belastende Speicherform.
Und wenn Sie einmal genauer schauen, wie viel Energie so ein Fernsehessen enthält, würde Ihnen schnell auffallen, dass die von Ihnen kritisierten Zugaben von Butter und Sahne einen wirklich unerheblichen Anteil daran haben. Die Körperform sagt übrigens absolut NICHTS darüber aus, in welcher Form einverleibt wurde, was da vielleicht auffällt.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner - 08.12.09 08:57
Sehr geehrter Herr Lauber,
im Blutzucker ist nicht mehr feststellbar, ob er in Form von Haushaltszucker oder Mehl oder Obst einverleibt wurde oder auch in der von Eiweiß, aus dem die Leber im Wege der Glukoneogenese Glukose/Glykogen produziert.
Ihr ausdrücklicher Hinweis, dass Ihr Gugelhupf zuckerfrei sei, wäre mithin bestenfalls irrelevant, ist aber im Diabetes-Zusammenhang direkt und hochgradig irreführend vor allem für Typ2, die mehrheitlich ihren Blutzucker ja nicht messen, wie Sie ja wissen.
Denen suggerieren sie auf diese Weise nämlich, dass ihr Blutzucker mit einem Stück von Ihrem Gugelhupf praktisch nicht ansteige. Und dass sie für seine Verstoffwechselung auch praktisch kein Dickmachhormon, wie Sie ja das Insulin titulieren, mobilisieren müssen.
Sie tragen so de facto in erschreckender Weise zur Fehlinformation vor allem unter Typ2 bei :-(
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 07.12.09 14:28
Hallo Frau Bohnes,
als ich jüngst bei der Kirchheim-DiabetesTour in Hannover mit einem Koch auftrat, waren die Leute so begeistert, dass sie riefen: "Wo bleibt das Fernsehen?" Natürlich habe ich schon öfter probiert, da reinzukommen, aber keine Chance. Der nun wirklich etwas beleibte Vincent Klink, von dem ich als Koch sehr viel halte, meinte nur: "Lass mich in Ruh´mit Deinem Gesundheitszeugs". Es ist fast schon irrational, wie die Menschen - und natürlich auch die Köche - alles ablehnen, was irgendwie mit echter Gesundheit zu tun hat. Außer es wird so geschickt verpackt wie beim Schuhbeck, der alles Heil in die Gewürze steckt - und alles andere "Gesunde" aber tunlichst weglässt. Trotzdem werde ich nächstes Jahr wieder mit einigen Köchen Seminare anbieten, wo ich Genuss und Gesundheit auf das Köstlichste vereine. Das erste wird am 17. April im "Gottfried" in Moos am Bodensee sein.
Zimt ist kein Märchen, sondern wird seit Jahrtausenden in der Ayurveda-Medizin bei Diabetes erfolgreich eingesetzt. Allerdings wirkt es nicht monokausal wie ein Medikament, sondern es unterstützt katalytisch die eigenen Anstrengungen. Wer sich also gesund ernährt, sich bewegt, bei dem verstärkt Zimt diese Wirkungen. In "Schlemmen wie ein Diabetiker" schreibt der Düsseldorfer Immunbiologe Prof. Hubert Kolb über Zimt: "Ein wirksamer Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselsituation".
Schöne Grüße Hans Lauber
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 07.12.09 10:35
Sehr geehrter Herr Lauber,
Sie sprechen mir mit Ihrer Kritik aus der Seele! Ich sehe von all den vielen Kochsendungen kaum eine. Ich wundere mich aber schon, daß z.B. Horst Lichter, der eine schwere Herzerkrankung hinter sich hat, immer noch mit viel Sahne und Butter kocht. Den Aspekt Gesundheit findet man eigentlich nie. Muß erst einer der deutlich übergewichtigen Fernsehköche selber Diabetiker werden? Wie wäre es denn, wenn Sie Kontakt zu Lanz, Lafer, Schubeck und Co. aufnähmen und diese mal probeweise an einem Freitagabend ein Essen mit BE-Angabe zaubern? Mit einer entsprechenden Vorankündigung würde das wahrscheinlich der Quotenhit 2010!
Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
PS. Sie glauben doch nicht wirklich an das Zimt-Märchen, oder ?
Hans-Jürgen Tilsner - 04.12.09 00:48
Sehr geehrter Herr Lauber,
zugegeben, ich bin hier ein bisschen unfair, denn Sie stehen hier bisher als einziger Autor Schreibe und Antwort.
Aber Sie haben die Behauptung nun mal in diese Welt gesetzt:
"Zu viel Zucker im Körper führt zur Ausschüttung des Dickmachhormons Insulin"
Bitte erläutern Sie sachlich und fachlich nachvollziehbar Dickmachhormon - und warum es bei den meisten Menschen gar nicht dick macht?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
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