22.06.2011 Unsere Traditionsmedizin statt Ayurveda!

Exotisch haben´s die Deutschen am liebsten, gehen gerne zum Italiener, Griechen und Vietnamesen – und vergessen, dass wir auch eine großartige „echte“ deutsche Küche haben. Leider vergessen die Leute auch, dass es eine ungeheuer reiche traditionelle deutsche Medizin gibt. Stattdessen boomen bei uns vor allem fernöstliche Heilweisheiten, wie etwa TCM (wobei manch „Chinesisches“ auch in Europa entstanden ist) und Ayurveda.
Sicher, Ayurveda ist ein wunderbar in sich abgeschlossenes System aus typengerechter Ernährung und mentaler Balance. Nur: Ayurveda ist auf Indien ausgerichtet, auf die dort lebenden Menschen, auf die dort wachsenden Pflanzen, auf das dort herrschende schwülheiße Klima, das alles schnell verderben lässt. So lautet konsequenterweise eine wichtige Ayurveda-Vorschrift, praktisch nichts roh zu essen. Wer also bei uns nach der reinen indischen Lehre leben wollte, müsste vor allem auf die unvergleichliche Vitalkraft unserer heimischen Wildkräuter, müsste auf unsere herrlich frischen Salate verzichten.
Dass das nicht stimmen kann, begreifen inzwischen die Schlauen unter den Fernost-Jüngern – ziehen daraus allerdings seltsame Konsequenzen. So merkte etwa der aus den USA stammende, am Chiemsee praktizierende Ayurveda-Arzt Dr. med. John Swizer, dass er mit der reinen Ayurveda Kost seinen Patienten wichtige Vitalelemente vorenthalten musste, was seine Behandlungsmöglichkeiten einschränkte, etwa bei Krebs und Kreislaufproblemen. Also fügte er flugs heimische Wildkräuter in seinen Behandlungsplan und behauptet keck: „Widerspruch in Ayurveda“.
Ja, da muss erst mal einer draufkommen, eine in Jahrtausenden entwickelte, bewährte Medizin als „widersprüchlich“ zu bezeichnen. Da hat der gute Doktor etwas falsch verstanden, Ayurveda ist „richtig“, nur es ist halt richtig für Indien – und ist am Chiemsee fehl am Platz.
Richtig ist hier im Wildkräuterparadies Chiemsee unsere Traditionsmedizin mit ihren Elementen aus Kloster- und Naturmedizin, aus alten Gemüsesorten, bewährten Heilkräutern und antioxidativem Streuobst. Richtig sind bei uns die Lebensweisheiten des großen Pflanzen-Pfarrers Sebastian Kneipp, der verkündete: „Vergesst mir die Seele nicht! Ich konnte den Menschen erst helfen, als ich Ordnung in ihre Seele gebracht habe“.
In meinem Buch „TDM Traditionelle Deutsche Medizin“ habe ich gezeigt, dass wir bei uns eine große Fülle überlieferter Heilmethoden haben, die keinen Vergleich mit den Traditionsmedizinen anderer Kulturen scheuen müssen. Über mein Buch sagt Marion Caspers Merk, Präsidentin des Kneipp-Bundes:
"Es ist das Verdienst von Hans Lauber, dass er erstmals umfassend
die vielschichtigen Wurzeln unserer Naturheilkunde zusammengetragen hat. Damit hat er in seinem Buch einen Schatz gehoben, der eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Naturheilkunde bietet".
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