05.02.2008 Was macht eigentlich IDF Europe?

"IDF", also die Internationale Diabetes-Föderation, ist auch die Vertretung für Deutschland international und in Europa – vor allem auch unter Beteiligung vieler Vertreter von Betroffenen. Alles ist ja mittlerweile global, auch die Diabetesszene. Diabetes ist schließlich ein weltweit drängendes Problem mit derzeit erfassten 246 Mio. Betroffenen, wie die Ausgabe des IDF-Atlasses für 2006 auflistet. Die Bezeichnung "Föderation" verrät, dass die IDF auf Länderorganisationen aufbaut, derzeit genau 200. Um besser auf regionale Bedürfnisse reagieren zu können, ist die IDF in sieben Regionen unterteilt. Die Region der IDF Europe umfasst 54 Länderorganisationen und reicht von Grönland bis Wladiwostok am Pazifik. Vermutlich ist IDF Europe die Region mit den größten Unterschieden, aber auch mit den größten Herausforderungen für manche der dort beheimateten Menschen mit Diabetes. Deutschland ist mit der Deutschen Diabetes-Union (DDU), der Dachorganisation in der Diabetologie, vertreten.
Grundsätzlich versucht die IDF, die Menschen mit Diabetes weltweit zu unterstützen. Sie tut dies durch allgemeine Wahrnehmungskampagnen wie "UNite for Diabetes" mit dem blauen Kreis, der Resolution bei den Vereinten Nationen, dem Weltdiabetestag, der Deklaration des Europäischen Parlaments, dem schon erwähnten Diabetes-Atlas oder der Arbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Zum anderen hilft sie den Länderorganisationen, ihre Arbeit für die Menschen mit Diabetes möglichst effektiv zu verrichten. IDF Europe speziell arbeitet zudem mit der EU-Kommission in Brüssel und berät die verschiedenen EU-Gremien. Zuzeit erfordert die möglichst transparente, einfach verständliche Kennzeichnung der verpackten Lebensmittel, für die "Brüssel" zuständig und die für eine ausgewogene, vernünftige Ernährung Grundvoraussetzung ist, den intensiven Einsatz aller verfügbaren Kräfte.
Außerdem schnürt IDF Europe gerade ein ganzes Paket von Fortbildungsaktivitäten auf allen Ebenen für seine Mitgliedsorganisationen. Ärzte können von Leitlinien und deren Umsetzung profitieren, die zum Teil von IDF selbst entwickelt wurden. Insofern passt diese Ausgabe des Diabetes-Journals mit seiner neuen Leitlinienserie und Beiträgen über Herz und Diabetes, wo es spezielle Leitlinien auf europäischer Ebene gibt, genau in den Trend. Diabetesberatern werden über Internet und "Life"-Veranstaltungen Fortbildungsmodule der IDF angeboten, und man versucht, neue Konzepte, Gruppengespräche für Menschen mit Diabetes etc. anhand von "Konversationskarten und -bildern" möglichst interessant zu gestalten. Zwar hat Deutschland mit seinen hoch entwickelten Strukturen weniger Bedarf an solchen Maßnahmen, gleichwohl wird es natürlich die gleichen Angebote erhalten; das Diabetes-Journal wird über die Erfahrungen mit diesen innovativen Ansätzen berichten. Schließlich sind Hilfsprojekte wie "Insulin zum Leben" (siehe Seite 83) auch für IDF Europe mit seinen so gegensätzlichen Unterregionen ein ganz wichtiges Thema.
IDF Europe könnte geradezu ein Modellprojekt sein, wie Menschen mit Diabetes andere Menschen mit Diabetes unterstützen.
Ich denke, IDF Europe macht eine ganze Menge: Wünschen wir der Arbeit viel Erfolg – zum Nutzen von uns allen! Und falls Sie es noch nicht wissen, mein Wunsch hier ist nicht ganz uneigennützig: Ich wurde ziemlich überraschend kürzlich zum Vorsitzenden der IDF Europe gewählt. Ich werde mir Mühe geben, dass die Arbeit auch für uns in Deutschland gute Früchte bringt.
Weitere Informationen zur Internationalen Diabetes Föderation finden Sie hier.
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