Die Ergebnisse der Leser-Umfrage zur Blutzucker-Selbstkontrolle

Viele Argumente für die Blutzuckermessung
Ein Leser bringt das in seinem Kommentar auf den Punkt: Das beste Beispiel war vor kurzem eine Kreuzfahrt. Nur die gemessenen Werte haben mich motiviert, mich beim Essen zu bremsen und mehr zu bewegen – das geht auch auf dem Schiff. Ein HbA1c-Wert nach drei Monaten, den mir mein Doktor mitteilt, hat doch keinen Einfluss auf das aktuelle Verhalten. Auch die Möglichkeit, Unterzuckerungen durch eine Messung zu vermeiden, wird gerade von den Lesern, die kein Insulin spritzen, überwiegend als sehr wichtig erachtet.
Eine ältere Frau schreibt hierzu: Ich lebe alleine und fühle mich einfach sicherer, wenn ich weiß, dass ich im Fall der Fälle meinen Blutzuckerspiegel bestimmen kann. Jemand, der nicht in meiner Lage ist, kann das wahrscheinlich nur schwer beurteilen. Und ein anderer Leser stellt fest: Seitdem mir mein Hausarzt keine Teststreifen mehr verschreibt, werden die Gespräche mit meinem Arzt immer kürzer. Über das Essen und meine Bewegung reden wir fast nie. Es geht fast immer um eines meiner 13 Medikamente, die ich inzwischen leider einnehmen muss.
Wie es weitergeht ...
Vielen Dank allen, die an dieser Umfrage teilgenommen haben. Zwar ist diese Umfrage nicht repräsentativ: Diabetes-Journal-Leser sind sicher besser informiert und motiviert als andere Menschen mit Diabetes. Aber die Ergebnisse sind so eindeutig, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der Tendenz die Einschätzung aller Betroffenen wiedergibt. Wir hoffen, dass Ihre Meinung und unsere Berichterstattung dazu beitragen, dass die Verantwortlichen eine vernünftige Entscheidung „Pro“ statt „Contra“ Blutzuckerselbstkontrolle finden können – für die größte Gruppe von Diabetikern!
Wie heißt es so oft: Der mündige Patient steht im Mittelpunkt der Therapie. Eine mögliche Entscheidung gegen eine weitere Erstattung der Blutzuckerselbstkontrolle für nichtinsulinpflichtige Diabetiker wäre eine Entmündigung und sozial ungerecht. Denn nicht jeder kann es sich leisten, die Teststreifen selbst zu bezahlen. Das Diabetes-Journal setzt sich dafür ein, dass Ihr Anliegen auch Gehör findet. Versprochen!
Priv.-Doz. Dr. Bernd Kulzer/GN
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25.04.2012
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