Geballte Mainzer Diabeteskompetenz: Zukunftsinitiative Diabetes

Sechs Mainzer Institutionen und Firmen bilden zusammen die „Zukunftsinitiative Diabetes“. Auf der diabetestour 2011 am 19. März demonstrierten die Beteiligten, wie sie dazu beitragen.

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Diabetestherapie durch Studien verbessern
Das Institut für klinische Forschung und Entwicklung (ikfe) prüft neue Medikamente und Hilfsmittel für Diabetiker und macht die Therapie so sicherer. „Wir arbeiten im ikfe mit ca. 80 Pharmafirmen zusammen an der Entwicklung neuer Medikamente und haben viele Studien laufen“, sagte Professor Dr. Dr. A. Pfützner, einer der Institutsleiter.

In der Entwicklung seien zum Beispiel neue Medikamente, die mit weniger Nebenwirkungen den Blutzucker senken sollen. Pfützners Zukunftsvision: „Diabetes wird in Zukunft sein, wie eine Brille zu tragen: Man hat es halt und man kann es!“

Zukunftshoffnung Inselzelltherapie
Forscher der Universitätsmedizin Mainz haben eine Methode, um Gefäßschäden zu erfassen. „Wir können die Endothelfunktion messen“, erklärte Professor Dr. T. Münzel, „bei Diabetikern ist diese verringert“. Gefäßschäden spielen bei Diabetikern eine wichtige Rolle, sie sollten daher rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Andere Forscher der Universitätsmedizin Mainz arbeiten daran, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes sich vielleicht schon bald kein Insulin mehr spritzen müssen. Verkapselte „Miniorgane“ zu transplantieren könnte zukünftig eine Art „Heilung“ bedeuten. Die Miniorgane oder verkapselte Inseln würden dann im Körper die verlorengegangene blutzuckerabhängige Insulinsekretion wiederherstellen.

Erfolgreich getestet wurde diese Inselzelltherapie bereits an Mäusen. Professor Dr. M. Weber äußerte sich optimistisch: „Wir sind guter Dinge, diese Ergebnisse vom Kleintier immer weiterzuführen bis hin zum Menschen.“

360° oder: rundum kompetent bei Diabetes
Der Kirchheim-Verlag hat sich auf das Thema Diabetes spezialisiert und informiert aktuell und fundiert in Zeitschriften, Büchern, Schulungsprogrammen, auf Kongressen und im Internet. Mit dem Diabetes-Journal, das in diesem Jahr 60-jähriges Jubiläum feiert, fing alles an.

Im Bereich Diabetes bietet der Verlag eine 360°-Abdeckung für alle Zielgruppen: Patienten, Hausärzte, Diabetesberaterinnen, Arzthelferinnen, Diabetologen in Klinik und Praxis, Politik und Kassen. „Viele Leser und Kunden nennen uns den Diabetes-Verlag in Deutschland“, betonte Geschäftsführer Manuel Ickrath.

Diabetes verändern – die Vision von Novo Nordisk
Der dänische Insulinhersteller hat seine Deutschland-Niederlassung in Mainz und steuert von hier aus seine klinische Forschung in Deutschland. Außerdem sponsert er den Novo-Nordisk-Gutenberg-Marathon und unterstützt das Diabetiker-Sportprojekt „D-Run“.

Mit seinem ganzheitlichen „Changing Diabetes“-Konzept setzt sich der Konzern für Betroffene ein, um Diabetes zum Positiven „zu verändern“. „Wir sind anders als die normale Pharmabranche“, sagte Dr. K. El-Haschimi. Die Insulinbehandlung des Diabetes war schon von Beginn an nicht nur eine Geschäftsidee, sondern eine Mission des Unternehmens.

Diabetiker sportlich erfolgreich
Das Internetportal Wissen-Gesundheit.de machte zusammen mit der Universitätsmedizin Mainz und Novo Nordisk Diabetiker – die „D-Runner“ – fit für den Halbmarathon. Bei der Internet-Doku-Soap „D-Run – mein Leben. Mein Diabetes. Mein Lauf“ trainierten zuvor unsportliche Menschen mit Diabetes unter fachlicher Leitung für einen Halbmarathon und konnten so ihren Stoffwechsel deutlich verbessern: der HbA1c-Wert sank, das LDL-Cholesterin sank, das HDL-Cholesterin stieg und das Gewicht sank.

„Entscheidend ist, dass wir Sport gemacht haben und Spaß dabei hatten“, fasst der ärztliche Betreuer, Dr. F. Post, zusammen. „Denn keinen Sport zu machen ist genauso gefährlich wie rauchen. Ohne Sport schadet man sich.“

Höchste Qualität bei Insulin-Karpulen
Der internationale Technologiekonzern SCHOTT produziert jedes Jahr eine riesige Menge Karpulen. Das sind spezielle Glasröhrchen für Insulin, die in Insulinpens eingesetzt werden.

Dr. B. Hladik, Produktmanager, erklärte auf der diabetestour 2011: „Eine sterile Karpule ist das Herzstück eines Insulinpens. Durch den sehr präzisen Karpulen-Verarbeitungsprozess haben Diabetiker eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit für ihren Insulinpen.“


Angelika Leidner

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