Rolf Schirmann aus 24601 Stolpe - 28.04.13 10:24
Bin genau deiner Meinung und hoffe daß ich nicht der einzige bin der auch so denkt. :-)
Rolf Schirmann aus 24601 Stolpe - 28.04.13 10:24
Bin genau deiner Meinung und hoffe daß ich nicht der einzige bin der auch so denkt. :-)
Christiane Prögel-Goy aus Wernau (Neckar) - 06.03.13 10:17
Sehr geehrte Frau Bohnes, sehr geehrte Frau Scheich,
ich kann Sie beide gut verstehen und Ihnen nur beipflichten, wenn es um Ihre Forderung geht, die Situation von Typ-1-Diabetikern ernst zu nehmen. Ich bin selbst seit 25 Jahren Typ-1-Diabetikerin (und frage mich als Pumpenträgerin, wie sich das auf die Kostenseite langfristig auswirken würde, wenn z.B. mehr Insulinpumpen verordnet würden und damit – durch Komplikationen und Spätschäden, aber auch diabetesspezifische psychische Probleme bedingte – Folgekosten vermieden werden könnten...)
Zu der von Herrn Lauber angestoßenen Agenda-Diskussion ist mir spontan das Bild der sinkenden Titanic in den Sinn gekommen: „Frauen und Kinder in die Rettungsboote“, lautet das Gebot der Seefahrt; an das sich am Ende doch keiner so recht halten will...
Wie entscheiden wir nun in den eigenen Reihen? Typ 1 in die Boote oder Typ 2? Und wer zu schwer ist, muss am Ende draußen bleiben?! Ich persönlich habe meine Bedenken, wenn es darum geht, zu pauschalieren und zu polarisieren – mit dem Ergebnis, dass sich am Ende alle nur noch benachteiligt fühlen und im Kampf um ihr Recht Kräfte bündeln, um sich gegenseitig über Bord zu schubsen! In allen Gruppen wird es immer Benachteiligte und Verlierer geben.
Ja, ich bin auch dafür, dass mehr Menschen mit Typ-1-Diabetes die Chance bekommen, mit einer Pumpe therapiert zu werden; und dass die Forschung alles daran setzt, die Entstehung von Typ-1-Diabetes zu entschlüsseln, um künftigen Generationen diese Krankheit im besten Fall zu ersparen.
Zugleich bin ich aber auch Ihnen, Herr Nuber, sehr dankbar, dass Sie für all jene von Typ-2-Diabetes Betroffenen Stimme ergreifen, die ihre Erkrankung nicht so vorbildlich meistern wie Herr Lauber mit seiner bewundernswerten Disziplin! Für die jeder Versuch, den eigenen Lebensstil zu ändern, nicht nur mühsam, sondern zermürbend und mit Misserfolg verbunden ist... Vielleicht können diese Menschen im Alltag unserer Leistungsgesellschaft nicht zu ihrer Krankheit stehen und müssen bis zur Erschöpfung im Job perfekt funktionieren? Vielleicht fehlt ihnen die nötige Unterstützung im sozialen Umfeld? Vielleicht können sie nicht mehr laufen? Vielleicht sind sie mutlos, kämpfen mit Depressionen und haben keine Reserven übrig, um über einen gesünderen Lebensstil auch nur nachzudenken?!
Vielleicht brauchen unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem ja auch von Grund auf einen Paradigmenwechsel – verbunden mit einem geschärften Blick über den Rand von Laborwerten, Diagnosen und die Behandlung von Krankheiten hinaus für alles, was uns Menschen und unsere Umwelt (und am Ende vielleicht sogar das Budget?) gesund macht. Dazu gehört für mich, ergänzend zu so wertvollen Säulen wie Naturheilkunde und Bewegung, vor allem die Förderung von ganzheitlichem und wertschätzendem Bewusstsein. Die von Herrn Lauber geforderten Kochkurse in der Schule könnten da zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein.
Es grüßt Sie herzlich
Christiane Prögel-Goy
Regina Scheich aus Rodgau - 05.03.13 11:02
Ich stimme Ihnen 100% zu Frau Bohnes.
In den meisten Medien wird leider überwiegend von Typ 2 Diabetikern berichtet. :-((
Prof. Dr. Kristian Rett aus Frankfurt am Main - 05.03.13 09:46
Gratulation zu diesem erfrischenden Klartext-Interview! Der Autor wünscht sich einen kritischen Diskurs mit Widerspruch und Zustimmung – er soll beides haben:
Widerspruch
Ich widerspreche Hans Lauber nur in dem Punkt, dass er das Forum primär für Insider sieht und weniger für Betroffene. Ganz im Gegenteil halte ich die Zeit für gekommen, die Betroffenen in diesem Lande in die Debatte mit einzubeziehen, die sich schließlich um ihre Interessen dreht. So muß endlich die politisch gewollte Ausgrenzung der Betroffenen (z.B. fehlendes Antragsrecht im GBA) ein Ende haben. Es geht ausschließlich um den „Behinderungsausgleich“unserer Patienten, deren Teilhabe am wissenschaftlichen Fortschritt und deren Lebensqualität im Rahmen einer möglichst langen „ereignisfreien Lebens-spanne“.
Hierfür stünde uns Ärzten eigentlich ein bunter Werkzeugkasten nicht-medikamentöser und medikamentöser Instrumente zur Verfügung. Dessen sinnvoller Einsatz wird aber von einer Koalition entscheidungsunwilliger Entscheidungsträger und zahlungsunwilliger Zahler zunehmend verhindert. Hierüber muß öffentlich debattiert werden – mit den Betroffenen und nicht über sie hinweg.
Zustimmung
Man muß mit den Interviewten nicht in allen Punkten einer Meinung sein, aber die große Richtung stimmt. Insofern kommentiere ich 4 der angesprochenenThemen unter dem Aspekt des Patientenwohls:
1. Auch nach über 10 Jahren DMP Typ-2-Diabetes mit geldwerten Vorteilen für Ärzte und Kostenträger steht der Beweis aus, dass der administrative Aufwand für die Betroffenen einen gesundheitsrelevanten Vorteil bringt.
2. Sulfonylharnstoffebeeinflussen den Krankheitsverlauf nicht günstig. Das Festhalten an einer „etablierten“Blutzuckerkosmetik -ohne Bewertung durch die dafür zuständigen Institutionen- nützt den Betroffenen nicht, sondern gefährdet sie.
3. Glitazone sind keine unproblematischen Substanzen für Jedermann und gehören daher zweifellos in die Hand des Spezialisten. Aber durch den Erstattungsausschluß in diesem Lande werden diejenigen Patienten, die davon profitieren würden, vom internationalen Therapiestandard abgekoppelt.
4. Es ist unsere ärztliche Pflicht, die Verhaltensänderung von unseren Patienten einzufordern und sie kompetent dabei zu begleiten. Ärzte, die nur Pharmakotherapie ohne Verhaltensänderung verordnen, stellen ein Rezept auf Misserfolg aus – und werden im aktuellen System dafür auch noch belohnt.
Hans Lauber kann als leuchtendes Vorbild für fast 10 Millionen Betroffene für sich in Anspruch nehmen, diese Verhaltensänderung aus eigener Kraft geschafft zu haben. Es wäre allen Beteiligten zu wünschen, daß auch sein DiabDialog ein Erfolg wird.
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 03.03.13 09:06
Sehr geehrter Herr Nuber! Hans Lauber hat doch in ganz vielen Punkten Recht! Können Sie sich auch nur an ein einziges Medikament erinnern, das in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist und das Typ-I das Leben erleichtert? Nicht wahr - Fehlanzeige . Und sagen Sie jetzt nicht, es gibt Pumpen. Lt BEK nur für Kinder und Schwangere ! Wo ist denn die Diabetes-Uhr geblieben? Gibt es irgendwo Forschungen, um endlich den Grund für Typ-I herauszufinden? Man hört nur von vagen Vermutungen, Konkretes ist nicht in Sicht. Es scheint auch niemanden zu interessieren. - Lebensstiänderung ist mühsam? Wie, glauben Sie, verkraftet es ein Kind, dauernd getestet und gespritzt zu werden? Hypos zu erleben und es nicht einschätzen zu können? - Was Herr Lauber vergessen hat zu erwähnen: auch Typ-I-Diabetiker werden erwachsen. Vielleicht könnte sich das DJ ja entschließen, auch mal Beiträge für erwachsene Typ-I zu bringen.Wir kommen nämlich nirgends vor. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Hans Lauber - 01.02.13 15:45
Liebe Frau Bohnes,
es freut mich immer, von Ihnen zu hören. Warum sich die Kassen im praktischen Alltag (in den Broschüren steht es ja immer ganz anders) gegen Bewegung sträuben, erschließt sich mir auch nicht. Ich selbst habe im letzten Jahr sehr viel über die Freude an der Bewegung geschrieben. Sie finden es, wenn Sie bei google "Lauber" und "Fitness-Studio" eingeben. Danke für den Pilates-Hinweis, das werde ich ausprobieren!
Schöne Grüße Hans Lauber
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 31.01.13 10:35
Guten Tag, Herr Lauber! Ich bin sprachlos! Ich bin seit 1960 Diabetiker (Typ I) und lese heute, 2013, zum ersten Mal, daß sich jemand für die Typ-I Diabetiker einsetzt und sogar die erwachsenen Betroffenen nicht vergißt.-Das beste Heilmittel gegen Typ-II Diabetes - Bewegung - wird un unverständlicher Weise überhaupt nicht eingesetzt. Unser Trainer im Sportstudio hat uns aufgezählt, welche Hürden z.B. Krankenkassen aufbauen. Es ist eine Sport-Verhinderungs-Taktik.Der Sport wird immer als unangenehme Pflicht hingestellt, vor der man sich möglichst drückt. Was immer vergessen wird zu sagen, ist , wieviel Spaß sportliche Tätigkeit macht. Wer einmal erlebt hat , daß durch z.B. Pilates-Übungen Schmerzen verschwinden, bleibt einfach dabei. Schreiben Sie doch mal was über die Freude, die es macht, sich bewegen zu können, über die netten Menschen, die man kennenlernt und das gute Gefühl, sich verausgabt zu haben. Mit freundlichen Grüßen Ihre Gisela Bohnes
Michael Justen aus Bad Bertrich - 22.01.13 22:14
Hallo,
das was hier geschrieben worden ist finde ich zweifelsohne grossartig, richtig und vor allen Dingen mutig.
1. Ziel muss es sein, Diabetikern mit Typ 1 die Möglichkeit zu geben, die Glukosemessung dauerhaft durchführen zu können.
Ich kann von mir sagen, dass ich mit meiner 35. jähriger Diabetisdauer beschreiben kann, was es ausmacht, seines Blutzuckerwert immerwährend zu kennen.
freundlichen Gruß
M. Justen
Jutta Nawratil aus Hamburg - 23.11.12 14:50
Diabetes und Psyche !
Leider nehmen die Ärzte das nicht wirklich ernst. Als Alg II ler geht es eben nicht: die Lebensmittel zu kaufen, die man haben möchte oder braucht, auch ist die Gesamtsituation bescheiden. Ich komme damit schwer zurecht. Also: die Werte verschlechtern sich............ Der Arzt sieht das aber leider nicht so!
Gerald Krueger - 09.11.12 12:29
Da erfahre ich gerade, wie viel die Kassen für Teststreifen der Preisgruppe B zahlen, egal wie viel sie wirklich kosten! Das ist doch wohl ein unwirtschaftliches Verhalten wie es übler nicht sein kann: statt des realen Marktpreises wird ein durchschnittlicher Mondpreis gezahlt. Meine Blutzuckermesstreifen (der Preisklasse B zugeordnet) mit der PZN 65575** kosten in der Internetapotheke knapp 13.- Euro pro 50 Stück: Wer kassiert die Differenz? Hier schmeißt die Kasse das Geld mit vollen Händen, nein, mit der großen Mistforke zum Fenster hinaus. So wird nicht etwa eine Kostensenkung erreicht, nein, eine Preistreiberei ohne Beispiel ist die unausweichliche Folge. In der Diabetologie ist für einen richtigen Umgang mit dem DM Messen, Messen und nochmals Messen wichtig – stattdessen erschweren die Kassen dieses „informiert sein und danach handeln können“ mit allen Mitteln und platt-dreisten Lügen und Manipulationen. So etwas schreit ja nach dem Staatsanwalt!
Katrin Kraatz - 31.07.12 12:10
Lieber Herr Gutbub,
Sie haben eine völlig richtige Beobachtung gemacht, die durchaus verwirrend sein kann: Der Vergleich von Blutzuckermessgeräten untereinander funktioniert eher nicht. Das hängt mit der DIN EN ISO 15197 zusammen. Sie erlaubt in der derzeit gültigen Fassung, dass von 200 überprüften Messwerten bei Glukosewerten über 75 mg/dl bzw. über 4,2 mmol/l mindestens 95 Prozent maximal ±20 Prozent abweichen. Bei Glukosekonzentrationen unter 75 mg/dl bzw. unter 4,2 mmol/l dürfen es maximal ±15 mg/dl bzw. 0,83 mmol/l Abweichung sein. Und 20 Prozent Abweichung sind, gerade bei höheren Werten, schnell große Bandbreiten, die die Geräte messen dürfen. Eine Neufassung der DIN reduziert die Grenzen etwas, aber so zuverlässig wie Laborgeräte müssen sie auch dann nicht messen. Hinzu kommt: Die DIN ist das eine, was die Unternehmen daraus machen, das andere. Manche setzen sich sehr bewusst engere Grenzen, um die Zuverlässigkeit der Messungen zu erhöhen. Aber welches Gerät in wie engen Grenzen misst, können Sie entweder herausbekommen, indem Sie beim Gerätehersteller nach Untersuchungsergebnissen aufgrund der DIN EN ISO 15197 fragen. Oder Sie vergleichen das Messergebnis eines Messgeräts wiederholt mit dem eines Laborgeräts, z.B. bei Ihrem Arzt bei den üblichen Routinekontrollen.
Viele Grüße
Katrin Kraatz
Wolfgang Rapp aus Bad Homburg v.d.H. - 17.07.12 14:02
Die Medizin ist heutzutage sehr weit fortgeschritten, warum nicht auch bei Diabetes?
Ohne irgendjemand angreifen zu wollen: kann es sein, daß Diabetes ein Riesengeschäft ist.....?
Teichmann - 01.06.12 19:22
Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich hatte heute in der Schwerpunktpraxis die Begegnung der dritten Art. Ich hatte immer schon den Huma Pen Memoir, der ist seit Ewigkeiten nicht verfügbar, und nutze jetzt die abgelaufenen Schrottpens über 1 Jahr. Ich brauche die M.-Funktion zur Sicherheit, ich will darauf nicht verzichten (Beruf-Stress).
Heute bat ich der Praxis um Verordnung von 2 neuen Pendiq-Pens! Aber Hallo !!! Kennt der Schwerpunkt-Doc nicht-also gibt es den auch nicht! Wurde im Journal hier als Innovation empfohlen! Vom Doc als "Internetkram" bezeichnet. Das ist doch wohl der Gipfel. Ein billiger tut es auch. Stimmt vielleicht. Will ich aber nicht. Das hat was mit Lebensqualität zu tun.
Und die AOK bockt ebenfalls mit der Erstattung. Wozu stellen Sie ständig neue Dinge vor die nicht verordnet werden. Die vom Arzt und der Kasse als Luxus eingestuft werden. Ich bin außer mir.
Wenn der Arzt sich nicht fortbildet und nicht auf dem neuesten Therapiestand ist kann das doch nicht heißen daß ich auf neue Hilfmittel verzichten muß--oder? " Ich kann nicht etwas verordnen das ich nicht kenne". Na toll! So einfach ist das Leben für den Arzt und die AOK. Wenn Kassenpatienten keinen Zugang zu Neuem mehr haben, dann schreibt das doch bitte auch im Journal --- nur zur Ansicht! Bin Typ1, 40 Jahre Diabetes, nie krank, HbA1 unter 7, berufstätig, 60 Jahre.
Ich habe das einfach nur satt. Daß die Kasse so handelt kann ich verstehen, aber nicht nachvollziehen, daß mein Arzt so handelt ist außerirdisch!
Das zu neuen Innovationen in unserem Land. Gute Nacht Deutschland!
Rainer Zander - 29.05.12 15:39
Mein "Ja" gilt nur für eine Süßsteuer und nicht für die Lebensmittel-Ampel.
Die Lebensmittel-Ampel lehne ich vehement ab, weil sie den Anschein erweckt, Sachverhalte einfach darstellen zu können, die sich gar nicht dergestalt vereinfachen lassen. Wem hilft z.B. eine rote Ampel auf gesunder Butter, während irgendeine zusammengepanschte Light-Margarine unter Umständen mit gelb gekennzeichnet werden darf - das ist für mich eine Horrorvorstellung.
Katrin Kraatz - 25.05.12 10:13
Sehr geehrter Herr Epperlein,
vielen Dank für Ihre Anmerkungen, die sicher viele Diabetiker beschäftigen. Ihre Idee, in zukünftigen Übersichten das Packmaß auch der Teststreifen mit aufzunehmen, ist eine gute Idee.
Schwieriger ist es mit den Angaben zur Genauigkeit der Blutzuckermessgeräte. Studien in diesem Bereich sind meist bei Publikation schon nicht mehr ganz aktuell, weil die Geräteweiterentwicklung sehr schnell geht. Außerdem scheinen nicht alle Geräte eine Konstanz in der Genauigkeit aufzuweisen, weil die Genauigkeit natürlich nicht nur vom Gerät, sondern auch von den Teststreifen (mit unterschiedlichen Chargen) abhängt. Hierüber wird in der Fachwelt derzeit intensiv diskutiert. Ein weiterer Aspekt, der die Genauigkeit beeinflusst, ist die Messung durch die Diabetiker selbst: Ein kleiner, meist unbewusster Fehler kann unter Umständen schon zu großen Abweichungen führen. Daran ist schon zu erkennen, dass wir als Verlag keine Möglichkeit haben, sichere Aussagen zur Genauigkeit eines Blutzuckermessgeräts zu machen - so gern wir es auch täten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Katrin Kraatz
Ulrich Epperlein aus Nürnberg - 15.05.12 23:30
Lieber Herr Nuber,
im Heft 4/2012 thematisieren Sie die Messgenauigkeit von Blutzuckermessgeräten. Schön und gut, aber was tut das Diabetes-Journal dafür, ein Bewusstsein für die vorhandenen Unterschiede zu schaffen? Beinahe monatlich stellen Sie ein Messgerät vor, und der Bericht dreht sich regelmäßig um die Handhabung. Angaben zur Genauigkeit? Fehlanzeige!
Im Einleitungstext zur Messgeräte-Übersicht im Heft 5/2012 schreiben Sie sogar ausdrücklich, dass Sie die Messgenauigkeit von den Anbietern nicht erfragt haben. Eine Begründung dafür bleibt der Text den Lesern leider schuldig. Wäre es nicht besser gewesen, klar vor Augen zu führen, wer zur Genauigkeit seiner Geräte Angaben zu machen willens und in der Lage ist und wer nicht?
Und noch eine Rückmeldung aus der Praxis: Nach der Genauigkeit des Geräts kommt für mich an nächster Stelle das Packmaß, und zwar incl. Teststreifenvorrat. Was nutzt das flachste Messgerät, wenn dann doch ein Röhrchen in Wursfingerdicke in der Tasche groß aufträgt. Wäre schön, wenn Sie diesen Gesichtspunkt zukünftig mit berücksichtigen könnten.
Uwe Ehlers aus Fürth - 22.04.12 20:03
Sehr geehrter Herr Nuber,
auch ich habe mir heute mal die Liste der KV Nordrhein heruntergeladen, um zu sehen, welche Blutzuckermessgeräte in der Preisgruppe A (mit teuren Standardpreisen für Teststreifen) und B (mit günstigeren Preisen für Teststreifen) enthalten sind.
Ich verwende seit 3 Jahren ein Gerät der Preisgruppe B, dass die DIN EN ISO 15197 erfüllt (Produktgruppe GLUKO CHECK). 50 Teststreifen werden im Internet schon für unter Euro 20,00 an Selbstzahler verkauft. Bisher habe ich keine Probleme mit dem System gehabt, die gemessenen Werte entsprachen immer dem von mir erwarteten Trend.
Da ich Typ 1 mit ICT bin, bekomme ich die Teststreifen auf Rezept vom Arzt, habe also nie selbst zahlen müssen.
Mich wundert nun, das in der Liste der KV Nordrhein für die Preisgruppe B Preise zwischen Euro 23,80 bis 27,19 je nach Packungsgröße angegeben sind. Offenbar sind das die Preise, die über die KV vereinbart wurden und von den Krankenkassen vergütet werden.
Genau dieses wurde mir auch vor einigen Wochen von einem Apotheker bestätigt. Er bekommt für Teststreifen der Preisgruppe B (egal welches Fabrikat aus der Gruppe B ausgegeben wird) immer den in der Liste angegebenen Preis durch die Kasse vergütet.
Das heißt also, die Kasse zahlt mehr für die Packung, als wenn ich sie selbst über das Internet bestellen und bezahlen würde.
Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass ich durch Verwendung eines BZ-Systems mit vermeintlich günstigen Teststreifen meiner Kasse kosten erspare. Das ist aber offenbar nicht der Fall, weil die im Internet angegebenen Preise ausschließlich für Selbstzahler gelten. Wenn ich also im gleichen Internet-Shop auf Rezept bestelle, bekommt der Händler von der Kasse einen höheren Preis vergütet.
Diese Preispolitik muss man erst mal begreifen. Da frage ich mich, ob es nicht günstiger wäre, wenn ich die Teststreifen selbst bestelle und die Kasse mir dann den günstigen Preis erstattet!?
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Ehlers
Fürth
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 20.04.12 19:34
Sehr geehrte Redaktion,
ihrem Link folgend habe ich gefunden:
Preisgruppe B (Stand 01.04.2012)
Preise je Packung (50 St.) inkl. MwSt.:
1 Packung:
27,19 €
BETACHEK Visual Diabetes Kontroll Test
Kann es sein, dass diese Teststreifen identisch sind mit diesen?
http://www.insuliner.de/insublog/wordpress/servicebestellung/betachek-teststreifen/
Wenn JA,
+ in wessen Rachen bleibt dann die Differenz?
+ wie dumm muss ein System funktionieren, das sich so eine Verschwendung leistet?
+ an welchen Stellen leistet es sich auf unsere Kosten in ähnlich sachverständiger Weise weitere Verschwendungen?
+ was haben visuelle Teststreifen ohne entsprechenden Hinweis in einem Katalog verloren, von dessen Angeboten auch farbenblinde Menschen heute selbstverständlich erwarten, dass sie ihren BZ ablesen können?
Mit neugierigen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
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Sehr geehrter Herr Tilsner,
bitte beachten Sie, dass für die Inhalte externer Seiten ausschließlich deren Betreiber verantwortlich sind. Ansprechpartner und Kontaktdaten finden Sie im Impressum der jeweiligen Seiten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Diabetes-Journal-Redaktion
Redaktion - 20.04.12 12:53
Sehr geehrte Frau Adler,
die Liste der KV Nordrhein finden Sie auf www.kvno.de unter Downloads. Verwenden Sie den Suchbegriff "Blutzuckerteststreifen".
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Diabetes-Journal-Redaktion
Petra Adler - 19.04.12 15:34
Wie komme ich zu den Ergebnissen der Nordrheinliste? Es wäre ja für alle Betroffenen interessant, zu wissen, welche Meßgeräte denn positiv abgeschnitten haben.
Immobilienmakler in Hambu Immobilienmakler in Hamburg - 19.04.12 11:26
Ein super Blog danke! Gibt es einen Link, wo man über die
Neuigkeiten in diesem Blog benachrichtigt wird?
danke
Thomas Leitzer
Ernst Fraukrank aus Teichbreite - 16.04.12 17:52
Zitat aus dem Artikel: "Von 27 CE-zugelassenen Geräten erfüllten 11 (also 14 Prozent) die strenge DIN EN ISO 15197 nicht."
*********************************
11/27=~41% Schade, dass man hier nicht erfährt was am besten die Laborergebnisse abbildet
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 30.03.12 21:27
Sehr geehrter Herr Lauber,
lassen Sie mich Ihnen zur Abwechslung einmal voll und ganz zustimmen. Wenn ich mich nach dem Mittagessen etwa ne halbe bis ne Stunde wie der Herr in dem kleinen Video auf dieser Hersteller HP http://www.speedy.de/de/handbikes/handbikes/speedy-bike zum Einkaufen und Spazieren bewege (das Handrad habe ich gebraucht und vorläufig leihweise erworben), reicht mir 1/3 der ohne diese Bewegung notwendigen Insulinmenge.
Allerdings erkennt die gesetzliche kranke Kasse diesen Nutzen nicht an, sondern verweist mich für das entsprechende tägliche Bewegungspensum ausdrücklich an das nächste Fitness-Center. Denn man hätte mir ja einen Rollstuhl gewährt, weil ich infolge Polio und Folgen nicht mehr laufen kann, aber Wege, die ich damit nicht bewältigen kann, könnte ich schließlich mit dem Auto fahren, das ich ja habe und fahren darf. So der Ablehnungbescheid für das offiziell beantragte Handbike mit elektrischer Unterstützung (wie E-Bike, damit ich bei den örtlichen Höhenunterschieden wirklich alle Versorgungswege einschließlich Arzt und Apotheke zuverlässig selbständig und vorrangig aus eigener Kraft bewältigen kann).
Also noch mal auf den Punkt: Alle Krankenkassen empfehlen allen und vor allem den Typ2 Diabetikern wie Ihnen und mir, jeden alltäglichen Weg möglichst zu Fuß zu machen, um auf einfachste und natürlichste Weise die Insulin-Wirkung zu verbessern. Nur für immer mehr Leute wie mich, die nicht mehr laufen können, gilt stattdessen der Verweis auf das Auto für jeden Weg und das Fitness-Center für jede Bewegung. Hieß das nicht gespaltene Zunge in den Büchern unserer Kindheit und Jugend?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Schuler - 22.12.11 10:02
Hallo,
ich habe mir Anfang 2011 im Baumarkt Stevia-Samen gekauft, waren nicht sonderlich teuer.
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 20.11.11 17:28
Sehr geehrte Frau Einser,
ich kann Ihre guten Erfahrungen z.B. mit dem Arbeitsweg per Rad aus eigener Erfahrung voll bestätigen. Als ich noch Rad fahren konnte, habe ich mit den etwa 5km morgens und abends eine zählbare Menge Insulin gespart und mich super gut gefühlt.
Seitdem sind meine Kreise durch Polio (als Kleinkind) und Folgen in den Beinen immer kleiner geworden. Fahrradfahren geht schon länger nicht mehr, und nun brauche ich auch für kurze Wege in der Nachbarschaft einen Rollstuhl. Den gesteht mir die Krankenkasse auch anstandslos zu. Aber das Handbike (Zuggerät), mit dem ich mir ohne Gehvermögen und ohne Überlastung der Schultern in diesem Rollstuhl ähnlich umfassend und für einen Typ2 entscheidend gesunde Bewegung wie mit dem Fahrrad verschaffen könnte, wird abgelehnt. Denn gehbehinderte Erwachsene müssen sich für ihre alltägliche Versorgung nur bis zu 500 Metern weit bewegen können, ganz im Gegensatz zu nichtgehbehinderten Typ2, die täglich wenigstens 30 Minuten stramm zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren sollen.
Wer aber das Pech hat und nicht mehr gehen oder Rad fahren kann, soll sich demnach eben ins Auto setzen und für seine therapeutisch notwendige Bewegung statt an die frische Luft jeden Tag ins Fitness-Studio fahren.
Mein Fall ist nur einer von zunehmend vielen. Denn mir fallen auch in meinem Umfeld immer mehr Menschen auf, die übergangslos vom aktiven Radfahren und aktiven Gehen in die völlig passive Bewegungslosigkeit mit dem elektrischen Scooter wechseln. Den hätte meine kranke Kasse auch für mich sofort genehmigt. -
Doch ja, ich bin gerade dabei, diesem Teufelchen zu widersprechen. Aber die nachlesbaren Erfahrungen aus ähnlichen Verfahren sagen mir, dass ich in den Armen dann vielleicht schon nicht mehr ausreichend Kraft haben könnte, wenn mir am Ende eines langen Paragrafenwegs schließlich in einigen Jahren doch noch ein Handbike genehmigt wird.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Alex Adabei aus Mainz - 17.11.11 15:10
Sehr geehrter Herr Tilsner,
den Lesern etwas zum Nachdenken, zum Querdenken und auch mal zum Schmunzeln zum Abschluss des Heftes bieten - das ist meine Vorstellung von "Zum guten Schluss". Dabei bin ich nicht an Themen gebunden, die nur Typ-2-Diabetiker betreffen: Ich nehme das auf, was mir interessant erscheint, was mich berührt.
Medizinischen Rat bekommen Sie in den Medizinartikeln des Diabetes-Journals und ganz konkret bei Herrn Professor Petzoldt in der "Sprechstunde".
Meine beiden Mitkolumnisten wiederum füllen die Seite nach ihren Vorstellungen, es gibt da keine Regel.
Mit freundlichen Grüßen
Alex Adabei
Hans-Jürgen Tilsner - 06.11.11 20:48
Sehr geehrter Herr Nuber,
danke für Ihre vorsichtige Einschätzung. Der Typ2-Heilung per Skalpell wird zunehmend aus Fach- und auch Betroffenenkreisen erschreckend eifrig das Wort geschrieben und geredet. Zugegeben, wer sehr viel mehr Kilos mit sich rum schleppt, als er eigentlich tragen kann, neigt dazu, nach jedem Erleichterungs-Versprechen zu greifen, auch wenn es bei näherem Hinschauen noch so strohhalmig daher kommt.
Bei näherem Hinschauen stellt sich der erstaunlich gesündere Blutzucker nämlich nicht erst Wochen nach der OP ein, wenn das Gewicht entsprechend nennenswert reduziert ist. Sondern der erstaunlich gesündere Blutzucker stellt sich schon in den ersten Tagen nach der OP ein, wenn tatsächlich nur eines gegenüber dem Vorher grundsätzlich anders ist: das Essen!
Eine kleine britische Studie an der Universität von Newcastle hat genau diesen Zusammenhang kürzlich bestätigt. Denn darin wurden Typ2 ohne OP auf genau so eine reduzierte Diät gesetzt, wie sie nach der OP normal und gesund ist, und sie produzierten damit den nach der Operation so publikumswirksam gefeierten völlig vergleichbare Blutwerte.
Die einzigen und allerdings kapitalen Haken an der Sache:
1. Die Diät ist vor allem mit der Endlos-Perspektive um Welten einfacher einzuhalten, wenn nach der OP jeder Versuch, ihre Grenzen zu überschreiten, direkt rückwärts gegessen werden muss.
2. Die Ernährung, die mit OP als völlig normal und gesund gilt, gilt ohne OP nach DGE und DDG als absolut mangelhaft und schon allein deswegen als völlig falsch, weil es eine Diät ist.
Und schließlich ist die Heilung per Skalpell bei aller vorsichtigen Einschätzung aber doch um Welten lukrativer und gesamtgesellschaftlich akzeptabler, als wenn DGE und DDG plötzlich einknickten und auf die haarsträubend billige Idee kämen, die gesunde Nach-OP-Diät absolut diametral entgegengesetzt zu ihren bewährten gesunden Prinzipien auch für ohne OP gesund zu erklären, und das womöglich sogar schon für Betroffene, die noch gar nicht so schrecklich übergewichtig sind. Was so ein Einknicken wohl an zukünftigen hochqualifizierten Arbeitsplätzen kosten würde?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 20.10.11 11:19
Sehr geehrte Frau Adabei,
Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes und schreibt für die Diabetes-Journal-Rubrik "Zum guten Schluss", liest sich irgendwie freundlich Typ2-beruhigend. Nur, was hat z.B. das BZ-Messen speziell mit Typ2 zu tun? Die meisten von uns bekommen doch gar keine Teststreifen. Und die Auseinandersetzung mit dem Ableben ist doch auch keine Typ2-spezifische, sondern eine ganz allgemeine Herausforderung.
Ganz praktisch Typ2-spezifisch hat mich z.B. vorige Woche ein Nachbar angesprochen. Er gehöre jetzt auch zum Club, aber er verstehe seine Behandlung nicht.
Der Arzt habe ihm erklärt, dass schon ein guter Teil seiner Insulin-produzierenden Beta-Zellen der ständigen Überforderung durch sein Lebensstil zum Opfer gefallen seien und dass er daran dringend etwas ändern müsse.
Dazu habe er Tabletten beschrieben bekommen, die seine Beta-Zellen beständig zur erhöhten Insulin-Ausgabe antreiben, also praktisch beständig überfordern und so doch weiter dezimieren würden. Ich konnte ihm nur sagen, dass das noch immer die normale Typ2-Behandlung ist. Erklären konnte ich zu dem offensichtlichen Widerspruch allerdings nichts. - Können Sie's?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 12.10.11 09:06
Sehr geehrter Herr Lauber,
Sie schreiben:
„Das Urteil des erfahrenen Praktikers bestätigt in einem Artikel für „Der Diabetologe“ Dr. med. Michael Jecht, Diabetologe an der Klinik „Havelhöhe“ in Berlin: „Wie stark die Bedeutung des Insulins für das Körpergewicht des Patienten ist, zeigt der folgende Aspekt: Patienten verringern die eigentlich notwendige Insulindosis, um dadurch eine Gewichtsabnahme hervorzurufen. Das Problem der absichtlich verringerten Insulindosis wurde in einer britischen Studie an 65 jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes bestätigt. Insgesamt gaben 30 Prozent der Frauen zu, Insulin zu niedrig zu dosieren, um ihr Gewicht zu manipulieren“. Wie gesagt, Herr Tilsner, das sind nicht meine Aussagen, sondern die Aussagen erfahrener Experten.“
Die Frauen, auf die Sie sich hier beziehen, leiden unter ernsthaften Persönlichkeitsstörungen. Sie wollen mit aller Gewalt ihren krankhaften Gewichtsvorstellungen entsprechen. Dafür provozieren sie mit der niedrigeren Dosierung ihres Insulins und deswegen erheblich überhöhtem Blutzucker eine gewissermaßen kontrollierte Ketoazidose. Sie bauen also auf diese Weise praktisch das fortgeschrittene Stadium des unbehandelten Typ1 nach, in dem mit erheblichem Wasserdurchsatz große Mengen Glukose und und zu Ketonen aufbereitetes Fett ausgeschieden werden. Die auf diese Weise entsorgte Glukose wird übrigens zu einem erheblichen Anteil per Glukoneogenese aus dem Eiweiß abgebauter Muskelsubstanz gewonnen.
Mit diesem Beispiel als Beleg für ihre These, dass weniger Insulin schlank mache, haben Sie selbst Ihren Sachverstand in Bezug auf Diabetes mellitus überzeugend vorgeführt.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 11.10.11 09:51
Sehr geehrter Herr Tilsner,
Lauber schreibt, Tilsner reagiert – fast schon reflexhaft, wenn in meinen Artikeln folgende zwei Begriffe vorkommen: „Insulin“ und „Lifestyle-Diabetes“.
„Macht Küssen schwanger?“, pflegte Prof. Rüdiger Petzoldt gerne zu antworten, wenn er gefragt wurde: „Macht Diabetes dick?“ Aber im Ernst, natürlich besteht eine dick machende Tendenz. Das bestätigt Dr. Meinolf Behrens, renommierter Diabetologe aus Minden, der übrigens aus Clarholz stammt, zehn Kilometer von Ihnen entfernt: „Insulin ist ein anaboles Hormon, es macht nicht primär dick, aber es begünstigt eine Gewichtszunahme. Die Insulinfalle greift täglich. Fast alle!!!!!! Patienten nehmen unter einer Insulintherapie kontinuierlich zu“.
Das Urteil des erfahrenen Praktikers bestätigt in einem Artikel für „Der Diabetologe“ Dr. med. Michael Jecht, Diabetologe an der Klinik „Havelhöhe“ in Berlin: „Wie stark die Bedeutung des Insulins für das Körpergewicht des Patienten ist, zeigt der folgende Aspekt: Patienten verringern die eigentlich notwendige Insulindosis, um dadurch eine Gewichtsabnahme hervorzurufen. Das Problem der absichtlich verringerten Insulindosis wurde in einer britischen Studie an 65 jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes bestätigt. Insgesamt gaben 30 Prozent der Frauen zu, Insulin zu niedrig zu dosieren, um ihr Gewicht zu manipulieren“. Wie gesagt, Herr Tilsner, das sind nicht meine Aussagen, sondern die Aussagen erfahrener Experten.
Bleibt der „Lifestyle-Diabetes“, der Sie regelmäßig erzürnt, weil Sie im beschaulichen Westfalen nicht glauben mögen, dass der Lebensstil etwas mit der grassierenden Diabetes-Epidemie zu tun, die uns auch dieses Jahr wieder über 300 000 neue Typ-2-Diabetiker „bescheren“ wird. Dazu Dr. Behrens: „Der Lebensstil ist mit Einschränkungen für 90 Prozent der Typ-2-Patienten das Kernproblem“. Ergänzt wird diese Aussage durch Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes-Gesellschaft: „Die Mehrzahl der modernen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf und Krebs wird durch unseren heutigen Lebensstil verursacht“.
Bleiben Ihre despektierlichen Bemerkungen zu Stevia mit meinen „angedichteten Wirkungen“. Dazu schreibt der Düsseldorfer Immunbiologe Prof. Dr. Hubert Kolb in meinem Buch „Schlemmen wie ein Diabetiker“: „Ein empfehlenswerter Süßstoff und ein interessanter Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselsituation“. Völlig unpassend finde ich allerdings Ihre Unterstellung, ich schreibe einen „Werbebeitrag“ für die Molkerei Andechser. Die Firma ist alles andere als begeistert über meine Aktivitäten, hat mich auch nicht unterstützt.
Trotzdem finde ich es toll, dass das Unternehmen diesen Erfolg erzielt hat, der vielen Diabetikern eine Alternative zum Industriezucker eröffnet.
Zum Schluss etwas Grundsätzliches: Mein früherer Chef, der Capital-Herausgeber Johannes Gross, sagte immer: „Wir Publizisten sind dazu verpflichtet, nicht nur die Wahrheit zu verkünden, sondern unser Publikum auch zu unterhalten“. Mag es am Anfang noch unterhaltsam gewesen sein, wie Sie auf meine Argumente reagieren, so hat es jetzt etwas langweilend Zwanghaftes – weshalb es aus meiner Sicht nicht mehr erforderlich ist, dass Sie jedes Mal zu meinen „Stichworten“ Stellung nehmen.
Beste Grüße Hans Lauber
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 05.10.11 13:11
Sehr geehrter Herr Lauber,
Ihre Freude über den Stevia-Erfolg kann ich nur begrenzt nachvollziehen. Denn der Zucker-Anteil in einer normal gesüßten Joghurt-Portion ist ja keineswegs gewaltig. Und wenn Stevia sogar eine antidiabetische Wirkung hätte, die Sie ihm so gerne andichten wollen, müsste sich die doch recht einfach mit Statistiken aus Südamerika und Japan belegen lassen, wo das Süßen damit Tradition hat, oder?
Ganz schlimm finde ich allerdings die de facto Verteufelung vom Insulin, die Sie auch in diesem Werbe-Beitrag für die Öko-Molkerei "Andechser" wieder bringen. Sie schreiben: "...ohne dass es zu den vom Industriezucker bekannten dick machenden Insulinausschüttungen kommt."
Bitte, bleiben Sie bei den Tatsachen. Insulin enthält absolut nichts, was dick machen könnte. Insulin leistet lediglich - natürlich ausgegeben oder ordentlich gespritzt - seinen ordentlichen Beitrag zum Verstoffwechseln der jeweils einverleibten Glukose. Und diese Glukose wird, so weit sie nicht sofort verbraucht wird, also praktisch zu viel=überflüssig ist, gespeichert. ZUM GLÜCK zum größten Teil in Form von Fett. Denn in der Form von Fett bringen die überschüssigen Kalorien nur einen Bruchteil des Zuwachses an Volumen und Gewicht, den ihre Speicherung in der Form von Glukose erfordern würde.
Wer mit Insulin zunimmt, isst mehr Kohlenhydrate=Glukose, als er verbraucht.
Das war bei der landwirtschaftlichen Fehlanwendung in der Tiermast das System, dem das Insulin seinen unsachlichen Verruf als Masthormon verdankt: Es wurde den Tieren zusätzlich zu ihrem völlig gesund eigenen verabreicht, damit sie sich regelmäßig überfraßen und schneller zunahmen.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 21.09.11 15:10
Nagetiere sind zwar "dankbare" Forschungsobjekte, weil sie sich vergleichsweise kostengünstig produzieren lassen, aber ihr Stoffwechsel unterscheidet sich doch so erheblich vom menschlichen, dass ernsthafte Wissenschaftler und ernsthafte Autoren direkte Vergleiche vermeiden.
UND die Mehrzahl aller übergewichtigen Menschen entwickelt nie einen auch nur ansatzweise auffälligen Blutzucker, auch nicht die Mehrzahl all derer mit einem höheren Insulin-Bedarf pro Gramm KH, also mit sogenannter Insulin-Resistenz (nicht zu verwechseln mit dem höher als gesunden Blutzucker, der aber die geltenden Diagnose-Grenzwerte noch nicht überschreitet und irreführend auch Insulin-Resistenz genannt wird!).
UND ein auffälliger Anteil der Menschen mit Typ2- Diabetes ist völlig normalgewichtig :-(
Wissenschaftlich unstreitig, aber stiefmütterlich publiziert haben alle Typ2 folgende 4 Defekte, sicher anteilig durchaus verschieden, die bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte schon weit fortgeschritten sind:
1. Die Beta-Zellen sterben im Rahmen von mehreren Jahren bis Jahrzehnten ab. Bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte schon erhebliches Defizit.
2. UND die jeweils verbliebenen Beta-Zellen geben schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte und besonders mit gesund KH-betonter Ernährung vermehrt Proinsulin aus, das super Adipositas und Arteriosklerose fördert.
3. UND der Inkretin-Defekt sorgt schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte und schon dann für ungesund hohe BZ-Spitzen, wenn die noch mögliche Insulin-Ausgabe eigentlich noch locker für den gesunden Alltags-BZ reicht.
4. UND bis zum 3- und noch mehr Fachen vermehrte Glukose-Ausgabe der Leber. Damit sorgt die Typ2 defekte Steuerung der Leber schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte u.U. für mehr Glukose-Umsatz am Tag, als bei einem gesunden Menschen zusammen mit der Glukose aus dem Essen umgesetzt wird.
NULL Respekt: Mit den 4 Defekten, die bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte nicht erst anfangen, sondern schon weit fortgeschritten sind, ist das so genannter Lifestyle-Diabetes. In der so genannten medizinischen Logik müsssen die Betroffenen sich mehr bewegen und gesünder ernähren und abnehmen und sich ggf. den Magen verkleinern bis amputieren lassen: abjoggen - abhungern - abbinden & abschneiden.
Katrin Kraatz - 05.09.11 17:43
Sehr geehrte Frau Ciesielski,
vielen Dank für Ihre Frage zum Artikel „Was bestimmt das Risiko?“.
Einen HbA1c-Wert von 7,5% oder darüber würde man nicht mehr als normnah bezeichnen. Trotzdem kann er für Sie der passende Zielwert sein, auch wenn er nicht normnah ist. Denn gerade in höherem Alter – Sie berichten, dass Sie in Kürze 84 Jahre alt werden – kann es mitunter sinnvoll sein, die Blutzuckerwerte nicht zu streng einzustellen und höhere HbA1c-Werte zu tolerieren. Diese Entscheidung hängt aber immer von der individuellen Situation ab und kann nur unter Einbeziehung aller Faktoren, die den Gesundheitszustand und die Lebenssituation bestimmen, entschieden werden – und zwar immer von Ihnen und Ihrem Arzt gemeinsam. Deshalb kann ich Ihnen nur den Rat geben: Um die Frage für Sie individuell zu klären, ob der aktuelle HbA1c-Wert so für Sie akzeptabel ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. Er kennt Sie und kann die Situation gut und zuverlässig beurteilen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Katrin Kraatz
Rosmarie Ciesielski aus 09599 Freiberg - 29.08.11 19:06
Das Lesen der „Gedanken beim europäischen Diabeteskongress“ war für mich
erfreulich entspannend und erleichternd.
Gern wüsste ich Ihre Meinung zu meinem Anliegen:
Ich werde im September 84 Jahre alt, habe Diabetes, nehme keine Tabletten, der Augenarzt bescheinigt: „keine diabetischen Veränderungen“. Seit mehreren Jahren ist der HbA1c-Wert ca. 7,5 . Könnte man diesen Wert noch als einem „normnahen Bereich“ zuordnen?
Vorausgehend danke ich herzlich und grüße Sie
Rosmarie Ciesielski
Egon Manhold aus Lemwerder - 01.08.11 16:00
Hallo sehr geehrte Frau Kraatz,
ich denke, mit dem Ergebnis des "Rapid Reports" will das IQWiG wieder einmal zu (Gesundheits-)Lasten der Patienten seiner Aufgabe gerecht werden und den GKV Ausgaben ersparen.
Wobei ich sicher bin, dass das - auch wieder einmal- ein Schuss nach hinten ist. Denn die Behandlung von (Spät-)Komplikationen durch nicht normnahe BZ-Einstellung, wird deutlich höher sein, als eine möglichst normnahe BZ-Einstellung zu unterstützen und zu finanzieren.
Mit besten Grüßen
Egon Manhold
Hans-Jürgen Tilsner aus O>elde - 29.07.11 10:05
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
die Bewertungen und Aussagen des IQWiG leiden aus meiner Sicht an einem absolut eklatanten Mangel: Sie schließen von vornherein jede individuelle Behandlung aus und berücksichtigen eben ausschließlich, was sich allein nach Aktenlage ohne Zutun des Behandlers oder des Behandelten umsetzen lässt. Einfache Beispiele wie das folgende sind damit von vornherein ausgeschlossen bzw. fallen unter die IQWiG Sammelabwertung: kein Zusatznutzen gegenüber Standard-Aktenlagen-Behandlung.
Hauptperson in dem Beispiel ist eine über 70 Jahre alte Dame, die ich vor einigen Jahren im Rahmen der Selbsthilfe betreut habe. Sie lebte allein in einem kleinen Häuschen mit ihrem Hund. Mit dem ging sie 3mal täglich ihre so genannte Hunde-Runde, ca 15-20 Minuten. Als sie infolge zunehmender Demenz ihre vielen Medikamente nicht mehr zuverlässig regelmäßig nahm, bekam sie die 3mal täglich von einem ambulanten Pflegedienst verabreicht, dazu Standard-Verpflegung von Essen-auf-Rädern. Einen ansteigenden BZ hatte ihr Hausarzt wohl schon über Jahre beobachtet. Bei HBA1c 7 hätte er gerne Metformin verordnet, aber die möglichen Verdauungsschwierigkeiten in den ersten Tagen und Wochen der Einnahme hätten eine durchgehende Betreuung der alten Dame erfordert, die niemand leisten konnte.
Die Herausforderung war also, eine Medikation zu finden, die den BZ nach Standard-Essen-auf-Rädern in der Spitze ausreichend senkte und mit der sie aber nie Gefahr lief zu unterzuckern. Um den möglichen Spielraum für Medis auszutesten, hab ich dann halt ihren BZ in ihrem normalen Alltag beobachtet mit dem Ziel zu schauen, wie tief der sinken konnte und wie viel Raum da dann noch für die Medikation blieb. Dabei hab ich zunächst einmal gefunden, dass ihr Blutzucker jeweils in der Stunde nach dem Essen, wenn sie die mit einem Nickerchen in ihrem Schaukelstuhl verbrachte, bis auf 250-300mg/dl anstieg und dann in weitem hohem Bogen bis kurz vor der nächsten Mahlzeit gegen 120-100 sank. Daran änderte sich auch nichts, wenn sie meistens irgendwann mitten zwischendrin ihre üblichen 15-20 Minuten mit dem Hund ging. Nur wenn sie diesen Gang kurz vor der nächsten Mahlzeit machte, stieg ihr Blutzucker dann schon wieder auf 140-160mg/dl an.
Aber noch viel interessanter war der Hundegang direkt nach dem Essen vor der Schaukelstuhl-Siesta. Damit kam sie nämlich mit 80-100mg/dl wieder, und ihr BZ stieg dann auch bis zur nächsten Mahlzeit nicht mehr nennenswert an. Ich habe ihr dann mit Erfolg verargumentieren können, dass der Hund genauso wie sie nach den Mahzeiten immer erst sein Geschäft verrichten musste - mit dem HBA1c-Ergebnis von knapp unter 7 auf absolut gesunde unter 5,5 völlig ohne Zuckermedis für die etwa 3 Jahre, die sie dann noch zuhause hat leben können. Also praktisch eine Intervention ohne Intervention, denn dazu musste ja die Bewegung, die sie ohnehin täglich hatte, lediglich zeitlich ein bisschen verlegt werden :-)
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 20.07.11 21:48
Sehr geehrter Herr Lauber,
Typ1:
1. Die Beta-Zellen sterben im Rahmen von wenigen Wochen bis einigen Monaten ab.
VOLL Respekt: Mit dem 1 Defekt ist das richtiger Diabetes. Die Betroffenen müssen das fehlende Insulin selbstverständlich aus Pen und Pumpe ersetzen.
Typ2:
1. Die Beta-Zellen sterben im Rahmen von mehreren Jahren bis Jahrzehnten ab. Bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte besteht schon ein erhebliches Defizit.
2. UND die jeweils verbliebenen Beta-Zellen geben schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte und besonders mit gesund KH-betonter Ernährung vermehrt Proinsulin aus, das super Adipositas und Arteriosklerose fördert.
3. UND der Inkretin-Defekt sorgt schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte und schon dann für ungesund hohe BZ-Spitzen nach den Mahlzeiten, wenn die noch mögliche Insulin-Ausgabe eigentlich noch locker für den gesunden Alltags-BZ reicht.
4. UND bis zum 3- und noch mehr Fachen vermehrte Glukose-Ausgabe der Leber. Damit sorgt die Typ2 defekte Steuerung der Leber schon lange vor Erreichen der Diagnose-Grenzwerte u.U. für mehr Glukose-Umsatz am Tag, als bei einem gesunden Menschen zusammen mit der Glukose aus dem Essen umgesetzt wird.
NULL Respekt: was mit den 4 Defekten bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte nicht erst anfängt, sondern schon weit fortgeschritten ist, nennen Sie Lifestyle-Diabetes.
Doch, Sie haben recht: Alle Menschen mit Diabetes können mit den Kräutern, die Sie anpreisen, ihren Insulin-Bedarf verändern, allerdings in sehr engem und häufig nicht einmal messbarem und schon gar nicht heilendem Umfang. Und persönlich finde ich die Art absolut unlauter, in der Sie dafür werben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 20.07.11 17:26
Die Leserin hat recht! Natürlich gibt es für Typ-1-Diabetiker keine Alternative zum Insulin, der Beitrag bezieht sich primär auf den Typ-2-Diabetes. Allerdings wäre es einmal interessant zu wissen, ob einige der von mir vorgestellten Pflanzen helfen können, die Insulindosis zu reduzieren. So wäre es etwa denkbar, dass der Einsatz von Stevia statt Zucker zu einem solchen Effekt führt. Oder es wäre wissenschaftlich zu klären, wie Resorptionsverzögerer (also Stoffe, welche die Kohlenhydrate nicht so schnell ins Blut lassen) die Menge des einzusetzenden Insulins möglicherweise mindern können. Hier wäre insbesondere an den Bockshornklee und an die Brennessel zu denken.
Miriam S. aus FFM - 20.07.11 16:09
Für mich als Typ I-Diabetikerin klingt das alles leider irgendwie lahm - oder kann ich tatsächlich noch Insulin produzieren wenn ich die o.g. Pflanzen zu mir nehme?
Welche Möglichkeiten gibt es als Typ I-Diabetiker außer Insulin zu spritzen?
Hans-Jürgen Tilsner aus Oele - 19.07.11 09:33
Sehr geehrte Frau Adabei,
haben Sie tatsächlich schon mal jemanden erlebt, der sich zum BZ-Testen Einmalhandschuhe übergezogen hat? Und vielleicht auch noch son grünes Tuch über den Finger mit nem kleinen Ausschnitt an der Pieksstelle?
Schon wenn ich son Zirkus ums Messen machen müsste, wie immer empfohlen, würde ich wahrscheinlich keine durchschnittlich 4-5mal am Tag messen und meinen BZ sehr viel weniger gesund steuern. Zumal ich praktisch nie vor dem Essen messe, sondern meistens in den 1-2 Stunden danach, und dann sitz ich am Schreibtisch oder im Auto oder …
Etui auf, Teststreifen aus Döschen in Messer gesteckt, Stechhilfe gespannt, Finger dran und abgedrückt, 1. Tropfen kräftig mit nem Tempo abgewischt, 2. Tropfen an Teststreifen, Rest abgewischt und abgelesen und gut. -
In den gut 20 Jahren, die ich nun im Club bin, hab ich das immer so gemacht und noch nie eine auffällige Fehlmessung produziert, sondern vielmehr einen praktisch weitgehend gesunden und hypo-armen BZ-Verlauf, seit 10 Jahren mit ICT mit je nach Aktivität und Essen ca 80-120 IE gesamt am Tag und HBA1c unter 5,5. Meine Erfahrung aus der Selbsthilfe: Wo Messen zur Zeremonie wird, hat es seine Grundlagen-Funktion zur Steuerung verloren.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
V. Oberst - 08.07.11 15:25
Alle Achtung, Melli!
Ich hoffe, ich darf Dich trotz des Ruhms und der Ehren, die Du zurecht genießt, weiterhin "duzen"?! ;-) Nach der sehr lang zurückliegenden gemeinsamen Praktikantenzeit im Diabeteszentrum MGH scheinen wir ja erneut "Kolleginnen" zu sein - ich bin auch mit Feuer und Flamme der Sportpsychologie verschrieben.
In diesem Sinne in privater, sportlicher sowie auch beruflicher Hinsicht alles Gute wünscht Dir -Verena-
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 01.07.11 09:20
Sehr geehrte Frau Schipfer,
super Leistung! Super beispielhaft und super anspornend!
Wieder 1 Tropfen - mit der Veröffentlichung im dj vielleicht auch 2? - mehr in dem Fass der normalen Insulin-Einstellung, die in den Augen vieler Diabetes-Beratungen von Sport und unregelmäßiger körperlicher Aktivität allgemein noch immer gefährlich durcheinander gebracht wird. Möge es endlich überlaufen und der kompetenten Anleitung dazu Raum geben, wie wir für unseren möglichst gesunden BZ-Verlauf zu InsulinEinheiten und BrotEinheiten und FettProteinEinheiten auch AktivitätenEinheiten möglichst passend einzuschätzen lernen können.
Und vielleicht helfen immer mehr sportliche Beispiele wie Ihres sogar dem Wunsch zu etwas Wirklichkeit, den Dr. Haak hier im Oktober 2010 mit dem Titel "Diabetes in den Medien: Wenn schon, dann aber richtig…" formuliert hat, dass nämlich "eine junge, sympathische Tatortkommissarin Typ-1-Diabetikerin ist" - und am Ende nicht nur in Fernsehen :-)
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 22.06.11 12:58
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. H. von Lilienfeld-Toal,
könnte das unser grundsätzliches Missverständnis sein?
Nach meinem Verständnis bewirkt die Pille im DeFronzo-Einsatz keinen qualitativen, sondern nur einen quantitativen Unterschied. Sie verhindert dabei keine Krankheit, sondern sie behindert das Fortschreiten der Prozesse (sind im Prädiabetes die selben wie im Diabetes), mit dem der BZ immer höher ansteigt und schließlich die geltenden Diagnose-Grenzwerte überschreitet und Diabetes genannt wird.
Dem selben Qualitäts-Quantitäts-Missverständnisses geschuldet sehe ich die immer wieder gerne genommene Behauptung, die Sie ja hier auch vortragen, dass direkt nach dem 2. Weltkrieg praktisch kaum und in der Folge durchaus erschreckend immer mehr Typ2 diagnostiziert worden sind. Denn wer heute mit einem Nüchtern-Blutzucker von 130mg/dl zum Diabetiker ernannt wird, wäre noch vor 40 Jahren als völlig gesund nach Hause geschickt worden, wenn man seinen Blutzucker überhaupt getestet hätte. Die Chancen stehen allerdings gut, dass sein Urintest eher zuckerfrei wäre und damit im alten Rahmen überhaupt kein Grund für eine Überweisung zum Blutzucker-Test bestanden hätte. Für die Ernennung zum Diabetiker musste man damals schließlich nüchtern mit mehr als 180mg/dl und damit im Tagesdurchschnitt meistens deutlich über der Nierenschwelle im Labor im kranken Haus getestet werden.
Die erste einheitlichere Grenzwert-Festlegung gab es damals Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre und damit auch die erste größere Welle an Alters-/Typ2-Diabetes-Diagnosen. Ähnlich gewaltige Neudiagnose-Wellen ohne die geringste tatsächliche Gesundheitsverschlechterung wurden mit der Absenkung des Diagnose-Grenzwertes auf 140 und dann auf 125 bewirkt. Und aktuell befinden wir uns gerade wieder mitten in so einem Neudiagnose-Boost, denn mit dem HBA1c-Wert von 6,5 als Diagnose-Grenzwert geht gerade wahrscheinlich eine weitere Verdoppelung unsere Typ2-Menge ohne jede gesundheitliche Veränderung um die Welt.
Sagen Sie selbst: Wie weit sollte ich einem Fachmediziner bezüglich seiner Medikation für mich vertrauen, der mir das hier oben kurz skizzierte gigantische Zahlenspiel als Beleg dafür verkaufen will, wie rapide fortschreitend Übergewicht mehr Diabetes macht?
Mit neugierigen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner
H. v. Lilienfeld-Toal - 22.06.11 09:44
Sehr geehrter Herr Tilsner,
Ich denke auch, daß es wahr ist, was DeFronzo geschrieben hat. Was mich bei dieser Wirkung des Pioglitazons allerdings irritiert, ist, dass man offensichtlich eine Pille einnehmen soll, um eine Krankheit zu verhindern. Da fände ich Ihren Vorschlag besser, allerdings denke ich, daß Sie für das praktische Leben einem Irrtum unterliegen: Der Mensch tut das nicht. Es gibt eben heutzutage Supermärkte, und sehr viele Menschen sind übergewichtig etc, nach dem Krieg gab es nichts zu essen, da gab es auch dramatisch weniger Dm-Typ2. Es ist wohl unendlich schwer, sein Leben zu ändern, und das auch noch für eine Krankheit, die man noch nicht einmal hat! Also, ich bin skeptisch.
Für mich ist das wirkliche Problem, dass dieses Medikament verschwinden wird, obwohl es bei Abwägung von Vor und Nachteilen sinnvoll wäre. Durch das Fehlen der Einsatzmöglichkeit werden relativ viele Diabetiker einen neuen Schlaganfall erleiden, es wird aber nur bei sehr wenigen ein Blasencarcinom verhindert.
Aber beantworten Sie doch mal die Frage: Würden Sie sich denn wünschen, das Präparat bei richtiger Indikation (will sagen: medizinischer Notwendigkeit) im Falle eines von Ihnen durchgemachten Schlaganfalles zu erhalten, wenn dadurch die Wahrscheinlichkeit, daß Sie einen Schlaganfall erneut bekommen werden, bei 7% der Betroffenen verhindert werden kann, aber das Risiko, eine Blasenkarcinom zu bekommen, um 0,1% liegt.
Als behandelnder Arzt (diese Rolle habe ich nicht mehr) würde ich wahrscheinlich dieses geringe Risiko einem Patienten gar nicht mitteilen, weil ich es für gar keine Frage halten, daß man dann das Medikament haben möchte. Den Ruf nach einer tatsächlichen Präsentation eines solchen Risikos (im Gegensatz zu den Vorgängen im Kopf des Arztes, wo es sich schon abspielen sollte) halte ich für nicht sinnvoll, da ein derartiges Missverhältnis zwischen Nutzen und Schaden besteht, daß man vernünftigerweise annehmen kann, daß jeder sich nach dem Nutzten richtet, oder? Anders wäre es, wenn es Maßnahmen gäbe, die diese Medikamentenwirkung ersetzen könnte, wie z.B. bei der Verhinderung des Umwandlung des Prä Diabetes in einen Diabetes.
Mit freundlichen Grüßen Ihr
H.v.Lilienfeld-Toal
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 19.06.11 17:55
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. H. von Lilienfeld-Toal,
danke, dass Sie getreu dem Motto dieses Blogs mit diskutieren!
Pioglitazone hat offenbar noch sehr viel mehr Leben:
"Der Blockbuster aller Studien", sagt Dr. DeFronzo. "Die 72 Prozent Verringerung sind die größte je erreichte Verringerung im Fortschreiten vom Prä-Diabetes zum Diabetes, die je mit einer Intervention erreicht worden ist, egal ob Diät, Bewegung oder Medikation."
http://www.diabetesincontrol.com/articles/diabetes-news/10707-is-pioglitazone-the-answ[..] DeFronzo hat uns zwar mit seiner Jahrzehnte umfassenden Fülle von Arbeiten viele Einsichten in den Typ2 beschert, u.a. auch die, dass Fehlfunktion und Schwund an Beta-Zellen schon lange vor dem Prädiabetes einsetzen, aber hier hat er die Schlüssel-Option schlicht ausgelassen, die in jedem Stadium das weitere Fortschreiten des diabetischen Krankheitsgeschehens zu nahezu 100% verringert:
Die systematische Begrenzung der Blutzucker-Spitzen immer etwa 1 Stunde nach dem Essen auf den völlig gesunden Bereich mit zuverlässig weniger als 140mg/dl.
Im Stadium des Prädiabetes bedeutet dies praktisch nur minimale Veränderung/Umorganisation der alltäglichen Ess- und Bewegungs-Gewohnheiten, meistens völlig ohne Medikamente.
Und in allen fortgeschritteneren Stadien, die sich weit überwiegend daraus ergeben, dass die Schlüssel-Option zu Anfang nicht genutzt worden ist, bedeutet sie die Verringerung der weiteren Schadentwicklung zu nahezu 100%, und zwar mit dem jeweils möglichen Minimum an Medikamenten und dem jeweils möglichen Minimum an davon verursachten zusätzlichen Beschwerden, egal ob Krebs oder Knochenbrüchigkeit oder Gewichtszunahme oder Fett- oder Wassereinlagerungen oder...
Dass der Staat sich aus dem Gespräch zwischen Arzt und Betroffenem raushalten sollte, will ich daher gerne unter einer Bedingung unterschreiben:
Dass der Arzt seine Patienten umfassend zu allen ihren Möglichkeiten informiert und schließlich kompetent zu der Behandlung anleitet, die der Betroffene dann für sich entscheidet.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
H. v. Lilienfeld-Toal - 17.06.11 11:12
Sehr geehrter Herr Tilsner,
nach den dort mitgeteilten Zahlen errechne ich bei 0,1% der Pioglitazon einnehmenden Diabetikern das Auftreten von Blasenkrebs (der Zeitraum ist nicht mitgeteilt, es ist auch nicht mitgeteilt, wie oft Blasenkrebs eigentlich bei den nicht Pioglitazon einnehmenden Diabetikern auftritt).
Bei richtigem Einsatz des Präparates werden pro Jahr 7% neue Schlaganfälle vermieden. Finden Sie es da richtig, auf das Präparat zu verzichten?
Möglicherweise hängt ja leider die vermehrte Insulin Wirkung mit einer vermehrten Krebswirkung zusammen, und wir müssen hier abwägen. Meine Meinung ist, daß das nicht der Staat machen soll, sondern die Abwägung in das Gespräch zwischen Arzt und Patient gehört. Soweit man erkennen kann, sind die französischen Organisationen, die dem DDB und auch der DDG entsprechen, gleicher Meinung.
Mit freundlichen Gruessen bin ich Ihr
H.v.Lilienfeld-Toal
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 13.06.11 23:12
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. H. von Lilienfeld-Toal,
in Ihrem Beitrag im Diabetes Journal mit Datum vom 03.06.11 plädieren Sie für den Einsatz von Pioglitazon nach Schlaganfall oder/und bei erhöhter Insulinresistenz oder/und Niereninsuffizienz und zwar trotz der damit erhöhten Knochenbrüchigkeit.
Am 10.06.11 veröffentlichte aerzteblatt.de einen Beitrag mit dem Titel "Diabetes: Pioglitazon geht wegen Krebsrisiko vom Markt".
Natürlich haben Sie von den entsprechenden Untersuchungen zu dem Zeitpunkt noch nichts gewusst, als Sie Ihren Beitrag geschrieben haben. Sonst hätten Sie uns Betroffene als einer unserer Vertreter in vorderster Linie (DDB-Landesvorsitzender, nicht DDG!) mit Sicherheit entsprechend informiert.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oele - 02.06.11 17:26
Sehr geehrte Frau Einser,
zur Info, was die Medis machen, gehört - eigentlich völlig logisch - als unabdingbare Voraussetzung die Info, was die Defekte/Krankheiten machen, zu deren Heilung-Linderung-Ausgleich wir Betroffene die Medis jeweils nehmen (sollen).
Für Einser ist die Sache klar. Sie gleichen mit Pen & Pumpe aus, was ihnen unstreitig zu mehr als 80% fehlt: Insulin.
Dagegen lernt ein Zweier, dass sein Problem Gewicht und Insulin-Resistenz seien und er zumindest im Anfang nicht zu wenig, sondern zu viel Insulin habe, weil die normale Meenge bei ihm nur nicht ausreichend wirke.
Nur zu viel, also mehr als passend Insulin macht in jedem Falle Unterzucker, also niedriger als gesunden Blutzucker. Kein Typ2 hat (mit Ausnahme der alimentär provozierten Hypo) unbehandelt einfach so Unterzucker.
Und höher als gesunder Blutzucker entsteht immer mit zu wenig, also weniger als passend Insulin. Jeder Zweier hat unbehandelt die weitaus meisten von 24 Stunden erheblich höher als gesunden BZ und damit erheblich weniger Insulin, als jeweils notwendig.
Wenn das Insulin beim Zweier nicht ausreichend wirken würde, wenn also seine Zellen nicht genug Glukose zu ihrer Versorgung bekämen, würden sie wie beim Einser auch trotz des hohen Blutzuckers Ketone zum Ersatz bestellen. Tun sie aber nicht. Sie sind also ausreichend mit Glukose versorgt, und zwar auch dann, wenn der Zweier seinen BZ in völlig gesunde Grenzen absenkt. Der höher als gesunde Blutzucker ist mithin für die Versorgung in keiner Weise notwendig.
Und schließlich weist jede Statistik eindeutig mehr gesunde Menschen gleichen Alters und Geschlechts mit jeweils gleichem BMI und gleicher Insulin-Resistenz aus, als die entsprechenden Anzahlen an Zweiern. Und diese viel mehr gesunden Vergleichsmenschen haben alle trotz BMI und Insulin-Resistenz völlig gesunde BZ-Verläufe und so gut wie keine Chance, je zum Zweier zu werden. Denn die mit dem gesunden BZ haben ihren Brüdern und Schwestern im Typ2 eines ganz wesentlich voraus:
Wenigstens 50% mehr funktionierende Beta-Zellen, wenn man ihre gesunde Menge an Beta-Zellen gleich 100% setzt. Denn ca. 50% fehlen den neuen Zweiern offenbar schon dann, wenn sie die Diagnose-Grenzwerte erreichen.
Das heißt, die Abnahme der Betas ist schon sehr weit fortgeschritten, wenn der Diabetes gerade erst diagnosereif wird. Als engagierter Zweier muss ich natürlich denken, dass es offenbar ein gewisses System hat, wenn uns Betroffenen zu wesentlicher Info zu unserer Krankheit auch die zu den Wirkweisen unserer Medis vorenthalten wird.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Kirchberg - 27.05.11 18:26
Ich finde es gar nicht schlecht das man einen solchen Hund bei sich hat. Wir selbst haben mit unserem Hund bald die Prüfung zum Behindertenbegleithund.
Ich leide auch an Hypos sehr oft auf Arbeit.
Ich habe meinem Chef darauf aufmerksam gemacht das ich meinen Hypo Hund nach bestandener Prüfung mit auf Arbeit bringen muss, um mich vor Unterzuckerung rechtzeitig zu warnen. Leider sagte mir mein Chef sehr dautlich "Hunde nein". Darf mein Chef das eigentlich?
Weiß jemand Rat oder hat so etwas auch schon erlebt! Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen kann.
Hermann Link aus Gäufelden - 25.05.11 03:25
Wer kann mir bei meinen Nierenwerten helfen
die sind ziemlich nieder. Ich bin Typ 2 und habe
jetzt Nierenpropleme.
Sehr geehrter Herr Link,
Dr. med. Gerhard Schmeisl empfiehlt in seinem Diabetes-Grundlagen-Buch folgendes: "Wenn eine diabetische Nierenerkrankung frühzeitig erkannt und ein Bluthochdruck intensiv behandelt wird, besteht eine Chance, das Fortschreiten in Richtung Nierenversagen zu vermeiden. Lassen Sie sich daher regelmäßig beim Arzt untersuchen und seien Sie bei der Behandlung konsequent."
Adressen von Ärzten in Ihrer Nähe finden Sie bei Bedarf über die Diabetes-Journal-Arztsuche.
http://www.diabetes-journal.de/arztsuche.html
Ihre Diabetes-Journal-Redaktion
Hanns Eldor Dr.med Börner aus München - 20.05.11 19:52
Dr.Münch wäre wohl hilfsbereit zu einem Projekt für diabetische Kinder in Gaza ?
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 27.04.11 09:59
Sehr geehrter Herr Prof Haak, Sie stellen da eine Menge sehr interessanter Neuerungen vor. Mich interessiert, wieviele dieser Neu- und Weiterentwicklungen davon auch den Typ-I Diabetikern zu gute kommen werden? Ich habe oft den Eindruck, daß hauptsächlich für die Typ-II Diab. gearbeitet wird, während die Einser kaum Gegenstand der Forschung sind. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Kai-Uwe Woytschak aus Wetzlar - 26.04.11 12:43
"Ach, hätte ich doch ..." - solche Gedanken kenne ich natürlich auch. Auf die Vergangenheit bezogen, helfen sie jedoch nicht weiter. Was ich versäumt habe, habe ich eben versäumt.
Auf die Gegenwart und Zukunft bezogen, kann ich mich bemühen, es besser zu machen. Aber mit Gelassenheit! Es bringt nichts, allen vermeintlich "einmaligen Gelegenheiten" hinterherzuhecheln.
In einem Vortrag von Dr. Manfred Lütz, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln, habe ich dazu einen hilfreichen Gedankenanstoß bekommen. Sinngemäß sagte er:
Dem modernen Menschen scheint seine Lebenszeit drastisch dahinzuschmelzen, obwohl doch die durchschnittliche Lebenserwartung so hoch ist wie nie zuvor. Menschen im Mittelalter wurden zwar nur halb so alt, aber sie waren davon überzeugt, ihre Lebenszeit auf dieser Welt plus das ewige Leben vor sich zu haben. Der Mensch von heute dagegen meint, alles in seine 80 Lebensjahre hineinstopfen zu müssen.
Yerbabuena Yerbabuena-Shop aus Paraguay - 27.03.11 21:37
Es ist grundsätzlich sehr erfreulich, daß allmählich mit Stevia gesüßte Produkte auf den Markt streben. Bedauerlich aber nicht verwunderlich ist, daß Andechser zurück rudern mußte. Ich persönlich bin der Auffassung, daß dies solange geschehen wird, bis die Zuckerindustrie fest im Sattel sitzt. Danach wird Stevia zugelassen, allerdings mit großen Einschränkungen. Es ist einfach zu viel Gewinn damit möglich :)
Hier in Paraguay kennt man dieses Problem überhaupt nicht. Bei uns wird es schon seit Jahrhunderten verwendet, insbesondere als Heilkraut, aber auch zum Süßen.
Mich würde interessieren, woher das Andechser Stevia stammt und zu wieviel % damit gesüßt wird.
Sonnengrüße aus Paraguay
Yerbabuena-Shop
Walz - 17.03.11 15:31
Ich sage immer: Diabetes ist nicht schlimm, da kann man Spritzen! Aber was macht man bei Dummheit???????
Mfg
Volker Walz
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 14.03.11 10:07
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe diesen Artikel schon mehrfach gelesen und überlegt, ob und wie man darauf reagieren sollte. Je öfter ich ihn gelesen habe, umso stärker wurde mein Gefühl , daß an diesem ganzen Artikel und der merkwürdigen Einstellung , die dahintersteht, etwas nicht stimmt. Wieso soll sich ein Diabetiker für seine Erkrankung entschuldigen? Entschuldigt man sich etwa für Bluthochdruck oder Fersensporn? Warum sollte ein Diabetiker verständnis -und humorvoll bleiben , wenn man ihn angreift oder sogar verleumdet weil er /sie eine Stoffwechselstörung hat? Ich kenne keinen Diabetiker , der sich um diese Krankheit gerissen hätte. Leider wird man bei der "Vergabe" ebensowenig gefragt wie bei der Haarfarbe. Auf ernsthafte Fragen, hinter denen ein wirkliches Interesse steht, will ich gern antworten, aber man muß nicht auf jeden Unsinn eingehen. Und ich verspreche: wenn mir jemand letztendlich erklärt, womit man sich als Kind diese Krankheit verdient hat, will ich mich gern entschuldigen. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Richard Buwar aus 6340 Baar Schweiz - 27.02.11 19:50
Ist dieser Süss-Stoff ungefährlich und ohne Probleme für Diabetiker verwendbar? Gibt es wissenschaftliche Studie, die diese Verträglichkeit garantieren können?
Ich bitte Sie um Antwort in dieser für mich so wichtiger Angelegenheit und erwarte gerne Ihre E-Mail an mich.
Für Ihre Mühe danke ich Ihnen recht herzlich und verbleibe
Mit freundlichen Grüssen
Richard Buwar
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 08.02.11 17:56
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
gerne stimme ich Ihnen zu:
Wer nicht weiß, worum es bei seiner Krankheit und ihrer/seiner Behandlung im wesentlichen geht, kann sich nur hilflos in das eine oder andere Einstellung genannte Behandlungs-Korsett eingezwängt fühlen. Nur, warum finde ich dann die einfachsten Basis-Infos nicht in meinem DJ?
Konkrete medizinische Tipps dürfen Sie nicht geben - aber was wäre daran ein unzulässiger medizinischer Tipp, wenn das DJ öfter mal eindeutig informierte,
- dass der Diabetes für die meisten Betroffenen gar keine Krankheit mit eigener Symptomatik ist, sondern ein reines Zahlenspiel mit eher administrativ als medizinisch festgelegten Grenzwerten? In dem aktuell zum Diabetiker ernannt wird, wer mit mehr als 125mg/dl nüchtern morgens aufsteht oder/und 2 Stunden nach dem Zuckerwassertest noch mehr als 200 misst?
- dass ein echter Nichtdiabetiker mit 65-85mg/dl morgens aufsteht und etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben von beliebig viiiiiiiiiiel Zucker für ein paar Minuten 120-140 misst und nach 2 Stunden wieder um 85? Wie z.B. hier schön grafisch dargestellt http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php und anlässlich des 13.09.2006 Treffens der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vorgestellt?
- dass das Leben für jeden Diabetiker umso gesünder bleibt/wird, je öfter und länger er seinen Blutzucker im völlig gesunden Bereich steuert, weil jedes Stück Blutzucker-Verlauf über den gesunden Rahmen hinaus mit zunehmender Höhe und zunehmender Dauer zunehmend krank machen kann?
Und weil der Diabetes an der gesund kurzen Leine ohne höher als gesunden Blutzucker mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht krank macht?
Mit neugierigen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Matthias Werrmann - 28.01.11 15:17
Zitat:"Er hatte 1895 definiert, dass eine Weißbroteinheit, später genannt Broteinheit, 12 g Kohlenhydraten entspricht. Bekanntlich rechnen aber nicht alle in Deutschland mit diesen 12 g, viele rechnen, auch international, mit 10 g für eine Einheit." Dass mag für die stimmen, die auch Äpfel und Birnen zusammenzählen. Es ist klar definiert: 1 BE = 12g KH und 1KHE = 10g KH. (nur die Schweizer rechnen mit 10g KH = 1BE). Und einfacher zu rechnen? Lieber durch 10, als durch 12 (weil es Deppen gibt, die das nicht können)? Wie wäre es denn mit einer "Vereinfachung" von Binär-, Hexadezimal- und Oktalzahlen? Zitat:" Aber die Menschheit hat die Umstellung von Elle und Fuß auf den Meter und von Schekel und Unzen auf das Gramm auch geschafft." Weil alle genannten Einheiten (ausser Meter und Gramm) nicht geeicht waren und mit geeichten Teilen (Ur-Gramm u. -Meter) eine Norm erfunden wurde. Ganz nebenbei gibt es Fuß und Unze immer noch... und auf die Frage "„Warum sind es eigentlich 12, durch die du teilen musst?“ gibt es eine klare Antwort: "Weil es so festgelegt ist!". Und zum Schluss: jeder mit DM sollte die Zahlen zur Umrechnung kennen und schon ist alles geregelt!!
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 21.01.11 09:19
Sehr geehrte Frau Einser,
Sie wünschen sich, "dass das Durcheinander mit den Einheiten für Kohlenhydrate und Blutzucker aufhört."
Auf den ersten Blick logisch - und auf den zweiten?
"viele rechnen, auch international, mit 10 g für eine Einheit – was viel einfacher ist: Will ich zum Beispiel die 42,9 g Kohlenhydrate meiner Monde durch 10 teilen, muss ich nur das Komma nach links verschieben – 4,29, gerundet 4,3 Einheiten kommen heraus."
Liest sich voll logisch, aber wenn in einem Text unserer englischsprachigen Brüder und Schwestern im Diabetes die Schreibe von 30 carbs ist, meinen die damit nicht 30 Einheiten, sondern 30 Gramm. Und ich kenne keine einzige Veröffentlichung, in der stattdessen von 3 units of carbs o.ä. zu lesen stünde.
Und dann schreiben Sie
"Dasselbe gilt übrigens auch für die Einheit der Blutzuckerwerte: Internationaler Standard ist die Angabe in mmol/l, nicht mg/dl."
Super. 90mg/dl sagen mir auf den ersten Blick, dass jeder Liter meines Blutes 0,9 Gramm Glukose enthält. Dafür brauche ich nur das Komma wie oben nach links zu verschieben. Wenn ich dagegen wie gefordert 5mmol/l ablese, muss ich die vor der Kommaverschiebung erst noch mit 18 malnehmen. Was daran wäre logisch?
Wieso sollen die 12 bei den Broteinheiten nun unlogisch sein, während die 18 beim Blutzucker doch völlig logisch sein sollen?
Zumal sie ja soooo überwiegend gar nicht vorkommen? Oder seit wann erscheinen z.B. Veröffentlichungen der einstweilen noch weltweit führenden Diabetes-Organisation, der American Diabetes Association (ADA), mit mg/dl an erster Stelle?
Mit neugierigen Grüßen aus Oelde,
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 15.01.11 22:16
Daß die Verantwortlichen mit großer krimineller Energie gehandelt haben , steht wohl außer Frage. Was mich brennend interessiert: wo kaufen diese Leute ihre Lebensmittel? Sie selber und ihre Familien werden das vergiftete Zeug kaum essen.- MfG Gisela Bohnes
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 03.01.11 12:46
Braucht die Diabetologie einen "Blinden"hund?
Felina finde ich super. Aber dass man einen Hund dafür braucht, um für den erschreckend häufigen Fall einer schweren Hypo bei normaler Typ-1-Insulineinstellung vorzubeugen, müsste die Fachmedizin eigentlich bodenlos beschämen.
Zumal schon Ende der 80ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Diabetologe nach dem 2. Bildungsweg begann, seine vor allem Typ-1- Diabetiker zum völlig gesunden BZ-Verlauf anzuleiten - bis heute mit hervorragenden Erfolgen und praktisch völlig ohne schwere Hypos. Übrigens auch mit den meisten der höchst seltenen und fachoffiziell angeblich völlig Uneinstellbaren nach Herrn Brittle. Ich meine den alten Dr. Richard Bernstein, der gewagt hat, lange vor der Fachmedizin mit seinen Patienten BZ-Messgeräte zu nutzen und den völlig gesunden BZ-Verlauf auch für Menschen mit Diabetes zum Alltagsziel zu setzen und mit ihnen umzusetzen.
Längst gibt es in aller Welt Diabetologen, die ähnlich wie Dr. Bernstein arbeiten. Und weitere, die auf andere Weisen Typ-1 zum völlig gesunden Blutzucker zuverlässig ohne ernste Unterzuckerungen anleiten, hier in D allen voran Dr. Teupe im Diabetesdorf Althausen. Und immer mehr Betroffene erarbeiten sich ihren zuverlässig gesunden und von ernsten Hypos freien BZ selbst. Denn immer mehr Betroffene nehmen die schwere Behinderung nicht mehr einfach hin, mit der die fachoffizielle Einstellung sie von dem Leben ausschließt, das sie vor dem Diabetes zu führen gewöhnt waren oder/und mit ihm führen wollen.
Tatsächlich sind diese Fälle viel häufiger als Diabetiker Hunde, aber ich habe noch nicht ein einziges Mal eine nennenswerte Notiz, geschweige denn einen ausführlicheren Bericht darüber im Diabetes Journal gelesen. Und während so erhebliche Qualitätsvorsprünge in der Technik schon vorab patentmäßig geschützt werden müssen, damit der Mainstream sie nicht umgehend als Allgemeingut vereinnahmt, können ausführliche Berichte über das Typ-1-Leben frei von ernsten Hypos und mit gesundem BZ über 10 und mehr Jahre frei öffentlich zugänglich sein, ohne dass die Fachmedizin auch nur ernsthaft überlegen würde, was dabei denn wie offenbar sehr viel zielführender abläuft, und was sie davon zum Wohl von immer mehr Betroffenen übernehmen könnte. Im Gegenteil, wenn sie denn überhaupt offen Kenntnis davon nimmt, erklärt die Fachmedizin diese eklatant besseren Ergebnisse - wohl je nach Gefühlslage des Komentators - für glückliche bis gefährliche oder/und rigid lebensferne bis -feindliche Ausnahmen.
Fast so, als sollte viel eher die schwere Hypo als lebensfreundlich verkauft und gesellschaftsfähig gemacht werden. Da forderte noch vor wenigen Wochen Professor Dr. Thomas Haak mehr selbstverständlichen Diabetes in den Medien, etwa "dass eine junge, sympathische Tatortkommissarin Typ-1-Diabetikerin" sein solle. Statt aber nun so eine Gelegenheit für den Bereich der eigenen Redaktionsverantwortung konstruktiv zu nutzen und am lebendigen Beispiel eines Typ-1 Polizisten konkret darzustellen, wie völlig unbehindert von seinem Diabetes der Betroffene seinen wirklich aktiven Dienst zu meistern gelernt hat, hier im Parade-Medium für Diabetiker dann doch offenbar lieber der Diabetes Hund - und vielleicht als dj-Ideal-Vorstellung vom Diabetes in den Medien, wie Felina die junge, sympathische Typ-1-Tatortkommissarin, die bei der Verfolgung des Verbrechers zusammen gebrochen ist, aus ihrer beginnenden schweren Hypo wach bellt? Ob der Verbrecher ein Einsehen hat und zurück kommt und Felina anweist, das Messgerät aus dem Auto der Kommissarin zu holen? Und dann noch einmal für den Traubenzucker?
Mit besten Wünschen für 2011
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 25.11.10 17:55
Sehr geehrter Herr Nuber,
als Meckerer vom Dienst schließe ich mich gerne an und schreibe, DANKE!
DANKE an die hier oben genannten und an alle, die sich bei uns in D und überall in der Welt dafür einsetzen, dass wir Betroffenen immer beschwerdefreier und immer gesünder mit unserem Diabetes leben können.
Und dazu habe ich gleich zwei herzliche Bitten an meinen DDB und an mein dj:
MACHEN Sie bitte zur beständig wiederholten Basis-Info,
+ dass der Blutzucker gesund zwischen etwa 65 und 85 mg/dl (3,6 und 4,7mmol/l) verläuft und als höchste Spitze etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben von gaaanz viel Glukose für ein paar Minuten an 140gm/dl (7,8mmol/l) heranreichen kann,
+ dass die Entwicklung zum Diabetes schon lange angefangen hat, wenn diese gesunden Werte auch erst wenig überschritten werden, und
+ dass die Schäden mit höher als gesundem Blutzucker schon mit dem ersten leichten Überschreiten des gesunden Rahmens anfangen können, wie ja gerade auch zum Punkt "diabetische Retinopathie" im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2011 zu lesen steht.
UND sammeln und recherchieren und veröffentlichen Sie bitte in regelmäßiger Folge alltägliche lebendige Beispiele von Prädiabetikern und Diabetikern, die ihren Blutzucker zuverlässig gesund flach & niedrig und ohne Hypos im Rahmen von HBA1c unter 6% und besser noch um 5% steuern. Das geht selten mit der normalen ärztlichen Einstellung. Und gerade deswegen ist so wichtig, dass wir mit solchen Life-Beispielen schauen können, was andere wie anders machen, und dass wir selbst probieren können, ob und wie wir mit dem einen oder anderen Anders selbst auch ein gesünderes Ergebnis erzielen können.
Natürlich ist mir bewusst, dass davon nicht plötzlich alle Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker gesund steuern würden. Aber wenn das nur 1% von 8 Millionen täten, wären das 80.000 Betroffene. Und jeder von ihnen würde mit jedem Jahr, das er auf diese Weise ohne zusätzliche Folgekrankheit gewinnen würde, die Versichertengemeinschaft durchschnittlich wenigstens 4.000 Euros weniger kosten. Das wären zusammen immerhin pro Jahr 320 Millionen Euros reine Ersparnis, weil praktisch völlig ohne zusätzliche Behandlungskosten!*
Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner
!* und mit meistens erheblich weniger Medis und sehr viel weniger Nebenwirkungen und selbstverständlich mit sehr viel mehr Lebensfreude und Vitalität bei jedem einzelnen dieser Sparer :-)
Iris Ellenbeck aus 40883 Ratingen - 06.11.10 16:41
Sehr geehrter Herr Lauber,
ich teile voll und ganz Ihre Ausführungen und Vorschläge. Vielleicht können doch die Vorschläge mal in die Tat umgesetzt werden.
Viele Grüsse Iris Ellenbeck
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 04.11.10 20:55
Sehr geehrter Herr Lauber,
>Vorschlag: Wer durch eine regelmäßige
>Messung seines Blutzuckers die Basis für
>eine veränderte Lebensweise aus intelligent
>Essen und Bewegung legt und damit
>seine Blutzuckerwerte verbessert, bekommt
>die Kosten für die Teststreifen von der Kasse
>erstattet. Wobei die Kosten der Streifen
>sicher noch „Luft“ nach unten haben.
Das unterschreibe ich sofort!
Das ist der Schlüssel zu ALLEN übrigen vorgeschlagenen Maßnahmen. Dazu gehört dann nur noch eine möglichst einfache Anleitung zum zielführenden Verhalten :-)
Mit erfreuten Grüßen,
Hans Jürgen Tilsner
)* Der Insuliner-Verlag bietet optische Teststreifen, die sich bequem teilen und bezüglich Ergebnis-Sicherheit mit unseren elektronischen Geräten vergleichen lassen, damit den Test zu 12 Cents.
Dirk Pahne - 18.10.10 17:45
Wenn schon, dann aber richtig…??
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Haak,
etliche Beispiele, die sie nennen, sind zutreffend.
Aber in einem Fall schiessen Sie den Bock ab. 4 Gramm Glukose i.v. erhöhen bei 5l Blut den BZ um 80mg/dl. Das sollte zur Behebung von einer Unterzuckerung reichen.
Sie schlagen aber min. die 5-fache Menge vor, das wäre dann min. eine Erhöhung um 400mg/dl. Im genannten Fall würde man dann auf auf min. 445mg/dl können.
Obwohl viele Ärzte die postprandialen Werte vernachlässigen, tun es Diabetiker weniger. Etliche Diabetiker vermeiden, dass ihre Werte die 300 überschreiten, einfach weil es Ihnen Probleme bereitet.
Sie empfehlen etwas, was die meisten Diabetiker tunlichst vermeiden. Und das soll richtig sein(, weil es von einem Prof. kommt)?
Zur Kommissarin mit Typ-1:
Unrealistisch, Diabetiker werden von der Polizei nicht genommen. Also muss sie Typ 1 nach der Anstellung bekommen haben. Die haben aber Schwierigkeiten mit ihrem Diabetes. Für Jugendliche mit Typ 1 gibt es entsprechende Schulungsangebote , für Erwachsene aber nicht.
Des Weiteren werden Diabetiker allgemein für nicht belastungsfähig gehalten, d.h. Innendienst. Und dort sind die Beförderungschancen schlecht, also nix mit Kommissar.
Der Schiffsarzt vom Traumschiff soll seinen Typ2 mit Sport und gesunder Ernährung erfolgreich bekämpfen?
Wo leben Sie denn?
Da Diabetes für nicht heilbar angesehen wird, fehlt Ärzten die Motivation.
Dann deren Sprüchen "Das bisschen muss nicht behandelt werden!", so einer soll es schaffen?
Oder "Das muss von Schokolade kommen!", da wird ein Arzt eine deprimierende Erfahrung machen, wenn er nur seinen Schokokonsum reduziert.
Oder anders ausgedrückt, das Grundwissen kommt von den Ärzten, das Prasxiswissen von den Diabetikern.
Solange die Ärzte nicht auf die Patienten hören, wird das nichts!
Mit freundlichem Gruss
Dirk Pahne
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 09.10.10 14:50
Sehr geehrter Herr Dr. Haak,
interessant finde ich auch Ihr Vor-Rechenbeispiel - einmal abgesehen davon, dass ein Blutzucker von 45mg/dl gerade mal ein bisschen benommen und schlapp macht und noch lange keinen Rettungs-Einsatz rechtfertigt. Gesunde Menschen haben zwischen den Mahlzeiten ganz normal etwa 65-85, und die reichen auch voll für jeden Diabetiker, wenn der nicht völlig krank so eingestellt ist, dass sein Blutzucker schon zwischen den Mahlzeiten doppelt so hoch und höher verläuft.
Aber zurück zu Ihrer Rechnung: von 45mg/dl auf 65mg/dl werden pro Liter Blut 0,2 Gramm gebraucht, also bei den 5 Litern Blut, die im Durchschnitts-Erwachsenen umlaufen, ganze 1 Gramm Glukose. 4 Gramm werden gespritzt, die in jedem Falle für einen Blutzucker deutlich über 120mg/dl sorgen - was Ihnen aber offenbar noch nicht reicht. Denn mit der 5fachen Menge halten Sie offenbar einen absolut überhöhten Blutzucker um 400 für therapeutisch erforderlich, oder?
Die Menge entspricht dem fachoffiziell empfohlenen Unterzucker-Reaktions-Verhalten, mit dem jeden Tag tausende von Insulinern das starten, was anschließend Blutzucker-Achterbahn genannt wird: Für den Unterzucker so viel essen, dass anschließend Überzucker entsteht, der dann runter gespritzt wird mit dem Ergebnis von neuem Unterzucker, der mit der fachoffiziellen Essempfehlung dann wieder vom Überzucker abgelöst wird usw. usw.
Und das ganze Durcheinander, das schnell mal einen ganzen Tag frisst, für die paar Minuten, die gerade mal 1 Gramm Glukose relativ gefehlt hat. Denn Unterzucker ist ja kein schwarzes Zuckerloch, das endlos viel Glukose aufsaugen könnte. Sondern Unterzucker ist in den meisten Fällen nichts anderes, als der Auslauf der 2-3 Stunden zuvor leicht zu hoch angesetzten Insulin-Dosierung. Und dieses Zuviel ist im Gegensatz zu den häufig viel zu großen nachfolgenden Achterbahn-Korrektur-Versuchen knapp begrenzt und würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer Stunde von der ganz normalen inneren Zucker-Ausgabe aus Leber und Nieren (tragen, wie Sie ja wissen, etwa die Hälfte des alltäglichen Zuckerumsatzes bei) vollständig ausgeglichen.
Warum also Ihre Kritik an einer zwar überflüssigen, aber durchaus noch in den Rahmen passenden Film-Darstellung, und warum Ihre Forderung nach einer völlig überzogenen ärztlichen Reaktion?
Mit fragenden Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 07.10.10 09:21
Sehr geehrter Herr Dr. Haak,
die Medien verbreiten offenbar bedenkenlos jeden Sinn und jeden Blödsinn zu jedem Thema, und warum sollten wir da zu Diabetes mehrheitlich oder gar ausschließlich sinnhafte Veröffentlichungen erwarten - zumal unser dj damit ja offensichtlich auch so seine Schwierigkeit hat, wie wir gleich sehen können?
Aber der Reihe nach: Warum also nicht im Film den passenden Bolus spritzen, wenn im Restaurant das Essen serviert wird?
Sorry, aber wann immer ich (zugegeben, nicht besonders häufig) im Restaurant esse, schau ich nach Mit-Insulinern aus und kann aus mehr als 10 Penjahren aufmerksamer Umschau von keinem Mahl berichten, bei dem ich an irgend einem anderen Tisch jemanden spritzen gesehen hätte. Könnte natürlich sein, dass ich nur immer mit Nichtdiabetikern zusammen gegessen hab oder mit Pumpis. Aber aus der aktiven Selbsthilfe weiß ich, dass viele Insuliner sich nicht einmal offen vor ihrem Lebenspartner spritzen mögen.
Warum sollten die Medien uns also vormachen, was wir selbst mehrheitlich nicht machen mögen? Obwohl ich nicht nachvollziehen kann, warum nicht. Denn mit dem Spritzen und Messen in aller Öffentlichkeit hab ich noch nie die geringsten negativen Zuschauer-Reaktionen erfahren.
Aber wie oft setzt sich die junge, sympathische Tatortkommissarin im Tatort zu einem Essen, zu dem sie als Typ1 spritzen müsste? Ob Sie wohl in 100 Stunden Film 1 Situation finden könnten, in der Sie beim Typ1 Darsteller den Pen erwarten würden? Oder würden Sie erwarten, dass die Tatortmacher dafür gewissermaßen quotenmäßig extra Situationen konstruieren sollten? Aber Vorsicht:
Tatsächlich ist die Wirklichkeit ja völlig anders, und Sie wissen das, und deswegen bewegen Sie sich ja mit Ihrer Medien-Kritik auch direkt auf dem selben medienmäßig wirklichkeitsfernen Niveau, das Sie kritisieren. Denn die sympatische junge Dame wird als Typ1 nie Kommissarin im Außendienst. Sie bekommt dafür wegen ihres Typ1 gar nicht erst die Anstellung. Und die sympatische junge Kommissarin im Außendienst, die ihren insulinpflichtigen Diabetes erst nach ihrer Anstellung auf Lebenszeit entwickelt, wird umgehend an den Schreibtisch versetzt - nicht zuletzt mit Hilfe der fachoffiziellen Diabetologie. Denn mit der fachoffiziellen Einstellung müsste die sympatische junge Dame im aktiven Verbrecherjagd-Job recht regelmäßig Mess-Spritz-Ess-Pausen einlegen und die gejagten Verbrecher halt so lange vertrösten. Oder eine Verfolgung müsste unterbrochen oder gar eingestellt werden, weil die junge Kommissarin gerade eine Hypo hat und die nächten 30 Minuten voll ausfällt.
Denn mit der fachoffizell normalen Einstellung ist völlig unmöglich, als unabdingbare Voraussetzung für so einen Job gleichzeitig und beständig u.a. folgende 3 Bedingungen zu erfüllen:
1. HBA1c diabetologisch gesund unter 6,5
2. absolute Hypofreiheit bei mindestens 12 Stunden ununterbrochen 100% Einsatz mit hohem mentalem und physischem Anforderungsprofil
3. absolut keine regelmäßigen Mess-Spritz-Ess-Zeiten während der Dienstzeit
Doch, es gibt Insuliner, die das schaffen, auch im aktiven Polizeidienst. Aber eben nicht mit der fachoffiziell normalen Einstellung. Und in aller Regel haben sie sich ihre alltäglich zuverlässig gesunde Blutzucker-Steuerung nicht nur selbst erarbeitet, sondern praktisch sogar gegen die Mehrheit der dafür konsultierten Fachärzte regelrecht erkämpft. Und statt nun solche Beispiele als Anstoß für die Weiterentwicklung der normalen Einstellungs-Anleitung zu nehmen und jungen Menschen als attraktive Beispiele für die aktive eigene Lebensplanung nahe zu bringen und z.B. auch ausführlich im dj darzustellen, schweigt die Fachärzteschaft solche Beispiele schlicht tot oder behandelt sie ohne jede Info zur jeweiligen BZ-Steuerung als exotische Ausnahmen, die halt die normale Regel bestätigen.
In dieser illustren Runde schießen Sie freilich mit Ihrer Forderung nach der lebensechten Darstellung der jungen, sympathischen Typ1-Tatortkommissarin beim offenen Hantieren mit Messgerät und Pen oder Pumpe im Einsatz voll den Vogel ab, Herr Chefredakteur ;-)
Zu diesem Volltreffer meinen herzlichem Glückwunsch!
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 03.10.10 17:20
Sehr geehrte Frau Einser,
lassen Sie's mich noch ein Stückchen verlängern: Ich würde ja gern, aber mit 1 Bein, mit 1 Auge, mit 1 Niere, mit..., mit Diabetes geht das doch nicht, sagen die einen.
Wie kann ich das auch mit 1 Bein, mit 1 Auge, mit 1 Niere, mit..., mit Diabetes schaffen? Fragen die anderen und machen sich gegen alle Widerstände unaufhaltsam und beharrlich auf den Weg zu ihrem Ziel - und erreichen es offenbar erstaunlich oft tatsächlich.
Doch ja, es gibt bestimmte Ziele, die sich mit bestimmten Defekten absolut nicht erreichen lassen, wie etwa ohne Stimme Opernsänger werden. Und man kann sich in der Art gezielt zusammensuchen, was man alles mit seinen jeweiligen Defekten wirklich nicht machen kann. Davon kann man dann eine beliebig große Sammlung zum eigentlichen persönlichen Lebens-Sinn erklären, der mit den Defekten eben futsch ist. Fazit: Leben sinnlos.
Rein sachlich gibt der Diabetes längst keinen einzigen Grund mehr für solche Sinnlosigkeit her. Denn es gibt nichts, was ein Diabetiker nicht genauso tun könnte, wie ein Nichtdiabetiker. Jeder Diabetiker, der sich noch selbst voll versorgen kann, kann seinen Blutzucker zuverlässig gesund führen und damit für alle Tätigkeiten genau so gesund und belastbar sein, wie ein Nichtdiabetiker gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur.
Einziges Problem: zu solch zuverlässig gesunder Blutzucker-Führung wird nicht ausreichend angeleitet. Die übliche ärztliche Einstellung mit Messen-Spritzen-Essen und den mehr oder weniger passenden Faktoren taugt dafür nicht. Keiner der Leistungssportler, die Sie angesprochen haben, würde damit auch nur im Traum erbringen können, was er tatsächlich leistet.
Wie es diese Sportler tatsächlich mit ihrer Blutzucker-Führung machen, wird höchst selten öffentlich zugänglich dargestellt. Und ebenso bleiben noch erstaunlich viel mehr Beispiele erfolgreicher Betroffener in allen Lebensbereichen für die breite Masse der Menschen mit Diabetes völlig unbekannt.
Was machen diese Menschen anders, als die Standard-Einstellung und als man selbst? Wie machen die sich jeden Tag zuverlässig ihren gesunden Blutzucker-Verlauf, und das ohne ernsthafte Unterzuckerungen und auch unter wechselnden und hohen Belastungen? Wäre es nicht toll, wenn wir genauso wie "zum guten Schluss" auch darüber regelmäßig etwas in unserem dj lesen könnten, etwa in der Art von ausführlichen persönlichem best-practice-Beispielen?
Schließlich ist absolut notwendig zu wissen, welche Möglichkeiten es tatsächlich gibt, und davon nicht nur zufällig zu erfahren, wenn man der Diabetes-Klagemauer wirklich den Rücken kehren oder sich dort gar nicht erst anstellen will. Nur mit solchen ermutigenden praktischen Beispielen kann man sich doch trotz aller veröffentlich(keite)ten Vorbehalte auf den Weg zum eigenen konkreten Ziel machen, der mit Diabetes halt etwas beschwerlicher ist. - Noch einmal: Wäre das dj für solch konstruktive Beispiel-Info nicht die "geborene" Plattform?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Nicole Mattig-Fabian aus Berlin - 20.09.10 14:26
Herr Lauber spricht mir aus dem Herzen! Wenn selbst die öffentlich-rechtlichen Sender lieber nach boulevardesker Öffentlichkeit schreien, anstatt die Öffentlichkeit sachlich zu informieren, was ihr ureigener bildungspolitischer Auftrag wäre, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass unsere Botschaften keinen erreichen.
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 20.09.10 14:02
Aber Herr Lauber!
"Ich bin froh über meinen Diabetes", wie können Sie nur so etwas sagen? Wir leiden gefälligst an unserem Diabetes! Der gute Diabetiker lässt seinen Diabetes ärztlich einstellen und nach und nach mit immer mehr Medis und mit immer mehr Beschwerden immer weiter nachstellen. Es kommt uns Betroffenen einfach nicht zu, uns dieser standardmäßig gesetzten Therapie-Eskalation zu entziehen und gegen jede medizinische Regel auf eigene Faust unseren Blutzucker steuern zu wollen - am Ende gar völlig gesund - oder?
Diabetes wird ja erst diagnostiziert, wenn der Mensch morgens nüchtern mit mehr als 125mg/dl aufwacht oderund 2 Stunden nach dem Input von 75g Glukose noch über 200 misst. Also so himmelweit über dem gesunden Verlauf, dass dahinter schon eine recht fortgeschrittene Defektentwicklung stehen muss. Die ist allerdings bisher vor allem bei Typ2 nur in Teilen bekannt und in Bezug auf Reparaturmöglichkeiten noch überhaupt nicht erforscht. Zwar wird zunehmend gewaltiger an Übergewicht bekämpft, aber trotzdem gibt es bislang keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem allein mit gesundem Gewicht ein wirklich gesunder Blutzucker-Verlauf erreicht worden wäre.
Gesund sorgt eine geniale Automatik aus mehreren Mitspielern (auch da sind noch nicht alle bekannt) dafür, dass immer genug Zucker im Blut ist, damit die Zellen sich den bei Bedarf als Treibstoff nehmen können, aber nie zuviel, weil schon gerinnge Mengen zuviel anfangen können, Schaden zu stiften. Wenn einer der Mitspieler mal ein Tief hat, gleichen die anderen das automatisch so aus, dass der Blutzucker weiterhin nüchtern und zwischen den Mahlzeiten irgendwo zwischen gut 60 und gut 80mg/dl verläuft und nur etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben von viel Stärke=Zucker kurz für ein paar Minuten über 130 reicht und vielleicht an 140 stößt.
Immer mehr pro-aktive Prädiabetiker und Diabetiker sorgen systematisch dafür, dass auch ihr Blutzucker den gesunden 1-Stunden-Maximalwert von 140mg/dl selten bis gar nicht übersteigt. Mit großem Erfolg! Denn wer schon zum Diabetiker ernannt ist und regelmäßig Medikamente bis hin zu Insulin für sehr viel höhere Blutzucker-Verläufe nimmt, kommt mit maximal 140mg/dl mit sehr viel geringeren Dosen und entsprechend weniger Nebenwirkungen aus, manchmal sogar völlig ohne Medis. Und Prädiabetiker kommen damit völlig ohne Medis aus und müssen erst sehr viel später bis vielleicht sogar überhaupt nicht auf Diagnose Diabetes vorrücken.
Das Rezept für den gesunden Blutzucker-Verlauf ist für Prädiabetiker ganz einfach und ohne leidvolle Entbehrungen umsetzbar, wie weltweit immer mehr Beispiele zeigen:
1. Stärke-=Zucker-Anteile an den Mahlzeiten so wählen, dass der Blutzucker eine Stunde nach dem Einverleiben nicht über 140mg/dl ansteigt.
2. Für mehr Stärke-=Zucker-Anteile passende Bewegungsanteile in die Stunde direkt nach dem Essen verlegen oder dort zusätzlich einschieben.
Selbstverständlich kann nur jeder Betroffene für sich selbst austesten, was an Stärke zu welcher Mahlzeit mit oder ohne anschließende Bewegung für ihn in seinen gesunden Blutzucker-Rahmen passt. Und nach dem gesunden Menschenverstand wäre nur logisch, wenn alle Ärzte dazu einladen und anleiten würden, wenn sie bei einer Blutuntersuchung einen höher als gesunden Blutzucker entdecken. Stattdessen kann man viele hundertmal am Tag in Arztpraxen allein in D etwa solches hören:
"Ihr Blutzucker ist etwas höher. Nein, nein, keine Angst, das ist noch lange kein Diabetes. Aber das müssen wir natürlich beobachten."
Wenn dann noch mehr kommt, dann der Rat zum Abnehmen und dazu, weniger Fett und mehr so genannt gesunde Kohlenhydrate (Stärke=Zucker!) zu essen, mit der die Spitzen nach dem Essen selbstverständlich noch höher ansteigen und noch länger ungesund hoch verweilen. -
Wie Sie schon schreiben, für auch in diesem Jahr wieder 300.000 neue Diabetiker.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 09.09.10 10:07
Sehr geehrter Herr Dr. Kulzer,
wenn in Dresden nennenswerte Erkenntnisse dazu zusammen gekommen wären,
+ wie ein steigender Anteil intakten Proinsulins im Blut von zukünftigen Typ2 lange vor Erreichen von Diagnosereife und Körperfülle zustande kommt und konkret verhindert werden kann,
+ wie der Inkretin-Defekt bei zukünftigen Typ2 lange vor Erreichen von Diagnosereife und Körperfülle entsteht und konkret verhindert werden kann,
+ wie das Betazell-Defizit bei zukünftigen Typ2 lange vor Erreichen von Diagnosereife und Körperfülle entsteht und konkret verhindert werden kann,
dann wäre die Bezeichnung Diabetes Prävention für die entsprechenden Maßnahmen gerechtfertigt.
Stattdessen ist in Dresden über Maßnahmen diskutiert worden, die die Diagnosereife bestenfalls um etwa 5 Jahre hinausschieben können, und wer das für Prävention hält, hält den gestreiften Bettvorleger noch im Käfig ;-)
Doch, 5 Jahre Aufschub sind auch schon ein Erfolg. Und wenn es die letzten 5 Jahre im Leben alter Betroffener sind, verhindern sie tatsächlich erfolgreich das Erreichen der Diagnosereife und sind damit dann de facto wirklich Prävention. Wenigstens ein Stück weit, denn 10-12 von 100 Betroffenen entwickeln ja auch schon wenigstens eine voll ausgebildete diabetische Folgekrankheit in dem weiten Bereich zwischen gesund und Diagnose Diabetes.
Aber das mittlere Eintrittsalter in den Typ2 ist bei den zeitnahen Diagnosen längst auf dem Weg in die Altersklasse unter 40! Und damit bewegen sich die präventiven bestenfalls 5 Jahre mit Riesenschritten in Richtung unter die 10%-Marke für gewonnene gesunde Restlebensjahre.
Was ich nicht verstehe: Warum werden teure Riesen-Präventions-Wellen um nationale Programme geschlagen, wo es längst viel einfacher geht? Warum nimmt die Medizin nicht einfach auf, was sich in der engagierten Selbsthilfe längst weltweit seit vielen Jahren bewährt hat? Dass nämlich die Betroffenen selbst ihren Blutzucker vor allem gezielt mit der Auswahl und Portionierung ihres Essens an der gesund kurzen Leine führen, unter 140mg/dl (7,8mmol/l) 1 Stunde nach jedem Essen? Das funktioniert natürlich umso einfacher, je früher mit dem immer höheren und längeren Überschreiten des gesunden Rahmens ein Betroffener auf seinen eben höheren Blutzucker aufmerksam wird, am besten noch deutlich vor Erreichen der Diagnosereife.
Hat nur den Haken, dass 999 von 1.000 Betroffenen nicht nur in D von ihren Ärzten in solchen Fällen erzählt bekommen, dass sie zwar einen erhöhten Blutzucker hätten, aber noch lange keinen Diabetes. Und bis dahin wird allenfalls zum Abnehmen angeregt - weit überwiegend mit Rezepten, die für Blutzuckerspitzen weit über 140mg/dl (7,8mmol/l) nach dem Essen und damit für eine muntere Verstärkung des o.g. wesentlichen Typ2-Defekt-Trios sorgen :-(
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 29.08.10 19:48
Guten Tag , Herr Lauber ! Ein Sportstudio bot vor einiger Zeit "Schnupperwochen" an. Das Programm hatten Sportwissenschaftler entwickelt , um zu beweisen, daß selbst 2 x 20 Min Sport in der Woche die Fitness erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt lag unsere letzte Sportstunde über 40 Jahre zurück. Ich hätte jeden lauthals ausgelacht, der mich in Verbindung zu einer "Mucki-Bude" gebracht hätte. -Inzwischen sind wir seit drei Jahren Mitglied, fühlen uns dort pudelwohl und sind traurig, wenn wir nicht gehen können. Die Atmosphäre ist locker, wir haben viele nette Menschen kennengelernt. Ich kann so ein Probetraining nur jedem empfehlen. Es gibt auch Studios ohne Schicki-Micki, wo der Altersdurchschnitt auch etwas höher ist. Man muß sich nur mal umhören. Der Trainer weiß, daß wir Diabetiker sind.. -Aber vielleicht könnte das DJ mal darüber schreiben, wie sich Sport bei Typ 1 und 2 auswirkt? Liebe Grüße Gisela Bohnes
Reinhold Hoehl aus 36088 Hünfeld - 29.08.10 08:01
zu dem Beitrag mit den Streifen kann ich nur sagen, dass hier am falschen Platz gespart wird.
Denken Sie doch bitte einmal daran, was die Folgeerkrankrankungen an Kosten verursachen, z. B. wenn die Füsse eines Menschen mit Diabetes wegen der schlechten Werte dann vorzeitig amputiert werden müssten, weil viel zu wenig Teststreifen zur Behandlung einer vernünftigen und ausreichenden Streifen-Therapie zur Verfügung stehen.
Solche Sachen sollten Sie doch einmal auch in Ihren Printmedien erwähnen, und dass auch der Bundesregierung nach Berlin anschaulich einmal schildern. Vielleicht erreichen Sie ja damit den neuen Bundesgesundheitsminister von der 5 %-Partei FDP damit, aber diese Partei wird nicht mehr lange in der Regierung für die Gesundheit zuständig sein.
Grüsse aus Hünfeld von
Reinhold Höhl, seit über 30 Jahren ein Mensch mit Diabetes-Mellitus, Typ I, insulinpflichtig, und das ist auch gut so.
Dirk Pahne - 19.08.10 12:27
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
hier kommt noch ein wichtiger Nachtrag.
Teststreifen kosten pro Stck. ungefähr 1,- €.
Ich müsste dann 1.000, € pro Quartal ausgeben. Ich habe kein Problem damit für meine Gesundheit zu zahlen, aber dies ist finanziell nicht machbar!
Aber nach reichlichem Überlegen hatte ich eine Idee. Ich zweckentfremde Messungen.
Ich bezahle Messungen beim Diabetologen, die für sowas nicht gedacht sind.
Dies ist in der Literatur als unsinnig angegeben, halte ich selbst für nicht optimal, aber finanziell tragbar.
Frau Dr. Kraatz, falls Sie eine bessere Idee haben. Her damit!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Pahne
Dirk Pahne - 17.08.10 14:20
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
die Mathematik ist nicht schuld an unfreulichen Fakten. Die Krankheit wird zu Lasten der Patienten ausgetragen mit all ihr unerfreulichen Folgeerkrankungen.
Nicht nur das, ich werde wegen Erfolg bestraft!
Unmöglich? Doch und leider wahr.
Ich habe gelernt, dass 5 kleine Mahlzeiten besser sind als 3 grosse. Auf Grund des Verhaltens meiner bsd sind postprandiale Messungen zwingend notwendig. Das sind schon mal 10, dann noch Aufstehen, Schlafengehen, in der Nacht. Also 13 und Sport lasse ich noch wegfallen. D.h. min. 1.000 Teststreifen im Quartal. Die habe ich zu keinem Zeitpunkt auch nur annährend erhalten. Weil ich weder Insulin noch Medikamente brauchen, kriege ich keine verschreiben. Ich muss die 1.000 aus eigener Tasche bezahlen!
Stellen wir mal eine Reihenfolge auf.
1. Als Diabetiker habe ich schon mal Teststreifen erhalten.
2. Da dies viel zu wenig war, habe ich Streifen vom eigenen Geld bezahlt.
3. Ich habe die Streifen optimal eingesetzt.
4. Ich habe Erfolg, wo man generell versagt.
5. Aus Erfahrung weiss ich, dass engmaschige Kontrollen (Streifen) notwendig sind.
6. Falls nicht, lande ich wieder bei Punkt 1.
7. Kurz gefasst: Ich benehme mich vorbildlich.
8. Aber wegen dem vorbildlichen Verhalten bzw. richtiger Erfolg werden mir Streifen verweigert!
9. Die ich aber brauche, damit der Erfolg erhalten bleibt.
10. Behandlung erst bei Verschlechterung.
Fazit
Die Behandlung von Diabetes ist kontraproduktiv und daran ist nicht die Mathematik schuld!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Pahne
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 16.08.10 07:40
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
Sie fragen, wie alltagstauglich sind die Verordnungsempfehlungen für Blutzuckerteststreifen? Und dann zählen Sie auf, wann ein Insuliner nach den heutigen fachoffiziellen Testempfehlungen testen sollte und weisen so ganz einfach nach, dass die Summe daraus erheblich größer als die zur Verordnung empfohlene Anzahl ist. Wahrhaftig eine geradezu irrsinnige Situation.
Aber tatsächlich ist diese Situation sogar noch um ein Vielfaches irrsinniger: Kein einziger der aufgezählten und standardmäßig geschulten 4 Messpunkte vor den 3 Hauptmahlzeiten und vor dem Schlafengehen taugt z.B. zur fachoffiziell empfohlenen Blutzuckerführung unter HBA1c 6,5. Denn schon unter HBA1c 7,5 bestimmen die Blutzucker-Verläufe nach den Mahlzeiten zu mehr als 2 Dritteln das Therapie-Ergebnis, und bei 6,5 sind es schon 3 Viertel. Aber keine einzige fachoffizielle Messempfehlung trägt diesem Umstand Rechnung. Im Gegenteil: Trotz des geringen Bedeutungsanteils des Nüchternwertes werden weiterhin ausschließlich die 4 Standard-Nüchtern-Tests vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen geschult, mit denen der Blutzucker nach dem Essen in keiner Weise erkennbar oder gar steuerbar ist. Und kein einziger Test wird zum Einschätzen des wirklich wichtigen postprandialen Blutzucker-Verlaufs geschult. Im Gegenteil, schulungsmäßig wird sogar verkündet, dass man in den postprandialen Verlauf nicht messen solle, weil man sich mit den Zahlen eh nur verrückt mache. Allenfalls der 2-Stunden-Wert wird inzwischen häufiger zu messen empfohlen, und der soll nach diesen Empfehlungen nach Möglichkeit unter 140mg/dl liegen.
Aber wer z.B. 1 Stunde nach dem Essen 240mg/dl und mehr hat und 2 Stunden nach dem Essen z.B. 120-140 misst, hat damit tatsächlich überhaupt keinen guten 2-Stunden-Wert, sondern praktisch die Garantie auf Hypozittern im Rahmen der folgenden Stunde. Mit einem 1-Stunden-Wert bei 160-180 wäre der selbe 2-Stunden-Wert bei 120-140 dagegen voll gut. Denn damit würde der weitere Verlauf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich von einer Hypo entfernt bleiben.
Und das bedeutet im Klartext, dass auch der zusätzlich zu den 4 Standard-Nüchternwerten zunehmend fachoffiziell empfohlene einzelne postprandiale 2-Stunden-Wert keine Möglichkeit bietet, den Blutzucker in irgend einer Weise gezielt oder gar im fachoffiziell empfohlenen Ergebnisrahmen zu steuern - oder auch nur wenigstens hypofrei.
Daher meine Frage an die Medizin: Warum werden wir auf Messpunkte geschult, von denen fachoffiziell bekannt ist, dass wir damit keinerlei Möglichkeit haben, unseren BZ-Verlauf gezielt zu steuern?
Daher meine Frage an den Rest der Welt: Was könnte die Medizin auf so einem tatsächlich absolut kontraproduktiven Ansatz verharren lassen?
Und - klar, an uns alle: Machen wir uns nicht schlicht lächerlich, wenn wir mit solchen und weiteren medizinischen Leer-Emfehlungen besondere Ansprüche an die Versichertengemeinschaft begründen wollen?
Mit neugierigen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Josef Pieper aus Coesfeld - 13.08.10 09:37
Das Problem ist meinem letzten Arztbesuch jetzt auch aufgetaucht. Ich bekomme als chronisch Kranker nur noch im Quartal 200 Teststreifen verschrieben. Die Sprechstundenhilfe meinte zwar, wenn ich da nicht mit auskommen würde, wäre hier noch etwas Spielraum .
Susanne Schill aus 89079 Ulm - 12.08.10 19:01
Liebe Fr. Kraatz,
Ihre Berechnungen sind für Diabetiker Ty1 bzw Typ 2 Ganz in Ordnung,aber was geschieht mit den Diabetikern Typ 3???
Ich bin pankreastektomiert (IPMN) und verbrauche noch viel mehr Teststreifen,
da meine Blutzuckerwerte sehr hohen Schwankungen unterliegen.
Aber wir werden immer mehr ,die mit einer Whipple OP noch lange und recht gut leben könnten, würden uns die Ärgernisse der Versicherungen und ...etc nicht so sehr belasten.
Davon weiß die Öffentlichkeit fast gar nichts.
Reinhold Hoehl aus Huenfeld - 29.07.10 19:36
diabetesDE und "DDB" fast schon über 2 Monate eine eingeschworene Einheit.
Meine Erfahrungen mit den Leuten vom DDB, ob Herr Möhler oder mit Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal ist dieser, dass diese Leute immer meinen, sie hätten den Diabetes-Mellitus "Neu erfunden", aber eine Berechtigung für uns Menschen mit Diabetes-Mellitus hat der DDB mit seiner Führungsmannschaft in Kassel doch schon seit vielen Jahren, aber in den letzten 2 Jahren ist da Struktur dabei, und dass liegt sicherlich ausschließlich und allein an dem Professor von Lilienfeld-Toal, der unter anderem auch noch der Landesvorsitzende des DDB-Hessen e.V.
ist, und da mit 25.000 Mitgliedern zu tun hat, und dass ist schon sehr bemerkenswert.
Herr Haak, den Herrn Prof. von Lilienfeld-Toal haben Sie in Ihrem Referat vergessen.??
Sina Stellmacher aus Schleswig - 28.07.10 01:39
Ich habe seit 4 Jahren Diabetes und habe seit 3 Jahren ein schlechten HBA1c mal 8,0 &, also der letze war 14 ich weiß nicht wie ich es gut hinbekomme, ich weiß es ist fuer keinen leicht Diabetes zu haben aber ich habe auch Angst frueh an meinem Diabetes zu sterben . Ich will doch nur ein guten HBA1c haben ;((
Heinz Peter Kortmann aus Herne - 13.07.10 17:08
Ich war heute (13.07.2010) bei meinem Hausarzt. Dort wurde mir mitgeteilt, dass die bisherige kostenfreie Menge Teststreifen von vorher 350 Stck. pro Quartal neuerdings auf 200 Stück gekürzt wurde. Damt komme ich aber bei 3 Messungen, manchmal auch 4 pro Tag keineswegs aus. Was nun?
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 25.06.10 11:26
Hallo Herr Lauber,
das dj lädt zwar immer dazu ein, aber Sie habe ich bisher als einzigen Autor wahrnehmen können, der tatsächlich mit diskutiert. Respekt :-)
Womit wir schon mitten im Thema sind: Lifestyle-Diabetes ist die passende Bezeichnung für eine Krankheit, vor der niemand Respekt hat, für eine Krankheit, die niemand wirklich ernst nimmt. Der damalige Präsident der ADA (American Diabetes Association) Dr. John Buse hat das als Gastredner hier in D auf einem Diabetikertag vor wenigen Jahren sinngemäß auf diesen einfachen Punkt gebracht:
"Vor 10 oder 15 Jahren haben wir uns bei der ADA überlegt, dass wir der Öffentlichkeit zu Diabetes sagen wollten, dass der nicht so schlimm ist. Denn die Ärzte konnten wenig zum Schutz vor Komplikationen tun. Das wäre ungefähr so gewesen, als hätte man jemandem gesagt, dass sein Haus brennt, dass aber meilenweit kein Wasser zu finden wäre. Schließlich war bis 1993 überhaupt nicht klar, dass das Senken des Blutzuckers Komplikationen verhinderte oder ihr Eintreten wenigstens verzögerte...
Doch ja, auch mich treibt die Vorstellung um, dass viele und am liebsten alle von den alljährlich etwa 300.000 Neuen in unserem Club zu verhindern gingen. Allerdings nicht erst mit ihrer Diagnosereife, weil dann organische Defekte schon unnötig weit fortgeschritten sind, sondern nach Möglichkeit schon dann, wenn der Blutzucker gerade erst anfängt, immer kurz nach dem Essen ungesund höher anzusteigen. Nur lässt sich daran überhaupt nichts für alle mit einer Ampel regeln, sondern in jedem einzelnen Fall nur mit völlig individuellem Austesten und Anpassen.
Nur müssten wir dafür den verharmlosenden Begriff Lifestyle streichen und dem Diabetes Typ2 schon in seinen Anfängen lange vor Erreichen der Diagnosereife mit Respekt begegnen. Schließlich ist heute in der Medizin allgemein bekannt, dass den zeitnah neu diagnostizierten Typ2(!) dann schon 50-80% der Insulin produzierenden Beta-Zellen eines nach Geschlecht und Alter und Statur vergleichbaren gesunden Menschen fehlen.
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 24.06.10 14:45
Hallo Herr Tilsner,
natürlich wird sich der Ausbruch des Typ-2-Diabetes niemals kausal auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel zurückführen lassen – zu unterschiedlich tickt gottseidank der Stoffwechsel der einzelnen Menschen. Aber: Fast die Hälfte der Bevölkerung hat die genetische Disposition zum Typ-2-Diabetes. Wenn dann noch eine süß-fette Ernährung und keine Bewegung dazu kommen, wenn also der Lebensstil nicht stimmt, dann tritt gehäuft der Lifestyle-Diabetes auf – und inzwischen sind es laut Professor Rüdiger Landgraf, Vorsitzender der DiabetesStiftung, „bis zu zwölf Millionen Menschen in Deutschland, die Typ-2-Diabetes haben“.
Zur Ampel: Ob die Ampel mit all ihren Vereinfachungen allein diesen verheerenden Trend hätte umkehren können, glaube ich auch nicht. Nur: Es wäre das erste deutliche Signal an die Industrie gewesen, dass auch sie eine Verantwortung, eine Mitschuld bezüglich dieser alle Kostenrahmen sprengenden Diabetes-Epidemie hat. Und es wäre ein „Geldzeichen“ gewesen, die einzige Währung, die in der Industrie ernst genommen wird. Gerade deshalb hätte ich mir ein gemeinsames Signal der großen Diabetes-Verbände gewünscht, dass so nicht mehr weitergeht – oder dann statt der Ampel bessere Vorschläge (aber keine Appelle!) erwartet.
Das Ganze erinnert mich an die Debatten um die Finanzmarktregulierungen. Auch da wird mit dem Hinweis auf die Mängel jeder einzelnen Maßnahme dann „beschlossen“, gar nichts zu beschließen – was auf den Diabetes übertragen heißt:
Auch in 2010 werden wieder 300 000 neue Typ-2-Diabetiker dazukommen – mindestens!
Hans Lauber, 23. Juni 2010
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 21.06.10 15:36
Sehr geehrter Herr Lauber,
eine Typ2 Diagnose sagt immer,
1. dass der Betroffene 50-80% weniger Insulin produzierende Beta-Zellen hat als ein gesunder Mensch gleichen Geschlechts und Alters UND GLEICHER STATUR! Sie können also nicht so viele Kohlenhydrate auf einmal verstoffwechseln, wie gesunde Menschen.
2. dass bei dem Betroffenen die gezielte Insulin-Bestellung aus dem Darm (Inkretin-Effekt) für neu gegessene Glukose defekt ist. Nach dem Essen von Brot und allem mit Mehl und Kartoffeln und Reis steigt ihr Blutzucker zunächst einmal auch dann ungesund hoch an, wenn die Insulinproduktion noch zum gesunden Ausgleich reicht.
3. dass bei dem Betroffenen die interne/endogene Glukose-Ausgabe wegen defekter Regelung stark erhöht ist. Sie brauchen für ihre ausreichende Glukose-Versorgung eigentlich gar keine Kohlenhydrate zu essen.
Ohne diese 3 grundlegenden Defekte überschreitet niemand die Diagnose-Schwelle zum Typ2, den Sie auch hier wieder so locker als Lifestyle-Diabetes bezeichnen.
Keiner dieser 3 grundlegenden Defekte ist bislang überhaupt ursächlich erklärt oder gar auf einen bestimmten Lebensstil zurück geführt worden.
In einem Punkt kann ich Ihnen allerdings nur voll zustimmen: Die Betroffenen können ihren Blutzucker statt mit Medikamenten über einen weiten Bereich mit Lifestyle-Mitteln im gesunden Rahmen halten, also mit ihrer Essen-Auswahl und mit ihrer Bewegung.
Dabei erzielen alle diese Betroffenen die größte Wirkung, indem sie auf den Nahrungsanteil verzichten, der ihren Blutzucker besonders antreibt, nämlich auf Kohlenhydrate. Aber würden die bei der Ampel wirklich ROT gekennzeichnet?
Und eine weitere große Wirkung erzielen die Betroffenen, wenn sie ihre Bewegung direkt nach dem Essen in die Zeit ihres maximalen Insulinumsatzes legen.
Meinen Sie wirklich, dass die Ampel dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet hätte?
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 02.06.10 18:09
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
Sie schreiben mir aus der Seele: Den Blutzucker ereignisbezogen gesund steuern geht nur mit schnellem Analog-Insulin. Und wenn dazu standard-schulungsmäßig angeleitet würde, hätten wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überhaupt kein Problem mit der Anerkennung durch G-BA und Politik und Krankenkassen. Und wir hätten längst eine so überwältigende Menge guter und sehr guter Therapie-Ergebnisse und eine so immense Abnahme an Folgekrankheiten, dass das IQWiG nicht einmal im Ansatz auf die Idee käme, am schnellen Analog-Insulin sparen zu wollen.
Leider wird aber nicht einmal in der Hälfte aller Pumpen-Schulungen zum ereignisbezogenen gesunden Steuern des Blutzuckers angeleitet. Und von wenigen Ausnahmen abgesehen wird davon in normalen ICT-Schulungen eher negativ im Sinne von Nachspritzen gesprochen, mit dem man nur jede ordentliche ärztliche Einstellung hypogefährlich durcheinander bringen könne)* Schließlich, so heißt es immer wieder, hätten auch völlig gesunde Menschen öfter mal Blutzucker-Spitzen an 200mg/dl und auch darüber. Und obwohl das Gegenteil längst bis in die letzte Hausarzt-Praxis bekannt sein sollte, wird auch in der Mehrzahl der diabetologischen Schwerpunktpraxen noch immer geschult, dass der morgendliche Nüchternwert den HBA1c-Wert mache und dass es allein auf den ankomme und dass der Blutzucker-Verlauf zwischen den Mahlzeiten Nebensache sei, so lange nur jeweils vor dem Essen wieder der Zielbereich erreicht wird.
Fazit: In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle wird mit schnellem Analog-Insulin genau so eingestellt, wie mit Human-Insulin. So wie das ja auch in den in Fachwelt und IQWiG so geschätzten doppelt verblindeten Studien geschehen muss, in denen jedes aktive ereignisbezogene Patienten-Verhalten nur stören würde. Und wo weit überwiegend anleitungsmäßig von ärztlicher Seite so willig auf den Vorteil der gesund ereignisbezogenen Blutzucker-Steuerung verzichtet und mit schnellem Analog-Insulin lediglich wie mit Human-Insulin eingestellt wird, spricht JEDE VERNÜNFTIGE RECHNUNG leider eindeutig für das kostengünstigere Human-Insulin.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
)* WICHTIG: Wer Ihr Beispiel nachbauen will, sollte systematisch austesten, was bei ihm als Steuer-Faktor funktioniert. Der kann nur zufällig mit dem zusammen fallen, den wir als Korrektur-Faktor kennen!
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 29.05.10 23:10
Sehr geehrter Herr Dr. Langer,
ich stelle mir Ihre 3 Beispiel-Patienten gerade in der Sprechstunde bei ihrem Fahrlehrer vor,
- den eifrigen Kleingärtner, der ganz schrecklich findet, dass man auf der Straße bei uns immer rechts fahren und so eine enge Spur einhalten und sooo vielen Verkehrszeichen folgen und in jeder Sekunde auf all die anderen Verkehrsteilnehmer achten muss und der deswegen lieber seine Frau fahren lässt,
- die furchtsame Familienmutter, die sich kaum auf die Straße traut, wo sich alles und alle gegen sie verschworen haben, und die akribisch jeden Schritt in ihrem Fahrtenbuch notiert und die wenigsten Beulen und Kratzer an ihrem Auto hat, und
- die junge Tauchurlauberin, die ganz schrecklich findet, wie ihr Vater vom Beifahrersitz jeden ihrer Handgriffe und jede ihrer Aktionen wohlwollend bis zahnschmerzenhaft missbilligend verfolgt und die viel lieber mit ihrem Fahrleher über ihr gemeinsames Tauch-Hobby fachsimpelt ;-)
Wie? Die Vorstellung solcher Sprechstunden-Erfahrungen beim Fahrlehrer finden Sie verrückt? Warum das? Weil man in der Fahrschule mit einem KFZ im alltäglichen Straßenverkehr umzugehen lernt und dann keinen Fahrlehrer und keine Sprechstunde bei ihm mehr braucht?
Haben Sie sich schon einmal bewusst vergegenwärtigt, das 1 Stunde unfallfrei und regelkonform Autofahren im Stadtverkehr weit komplizierter und komplexer und im wahrsten Sinne des Wortes verantwortungsvoller ist, als 24 Stunden den eigenen Blutzucker gesund steuern? Und dass sich eigentlich jeder Diabetologe ein Armutszeugnis ausstellt, der für die einfachere Fertigkeit in seinem Fachbereich nicht schafft, was von jedem Fahrlehrer in dessen Fachbereich selbstverständlich erwartet wird? Nämlich seinen Diabetes-Schülern den gesunden Umgang mit ihrem Blutzucker so zu vermitteln, dass die anschließend völlig selbständig im Rahmen von HBA1c 5-6 damit zurecht kommen?
Selbstverständlich will die Frage Sie nicht persönlich treffen, auch wenn Sie mit Ihrer Plauderei aus der Sprechstunde so eine schöne persönliche Vorlage dafür geliefert haben. Sie richtet sich natürlich vor allem an das System, das Sie und Ihre Kollegen in keiner Weise zu solcher Anleitungsleistung zur Selbständigkeit Ihrer Diabetiker ausgebildet hat und ausbildet, und das uns Betroffene - vorsichtig formuliert - in keiner Weise zu entsprechender Entfaltung eigenverantwortlicher Aktivität einlädt, wie in diesem Forenbeitrag ausführlicher skizziert: http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/fehlleitendes-behandlungs-system/1846794/read.html
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 19.05.10 17:00
Guten Tag , Herr Lauber! Meine Versuche, Stevia-Pflanzen zu kaufen, sind bisher leider immer fehlgeschlagen. Die Pflanze ist selbst in größeren Gärtnereien noch immer unbekannt. Daher Danke für die Bestelladresse! Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Karin Dopatka aus Holzmaden - 17.05.10 10:00
Wer schützt eigentlich die Kinder und Jugendlichen in dieser Schlammschlacht.
Ich habe einen 14 jährigen Sohn, der an Typ 0I Diabetes erkrankt ist und mit Human und Analoga behandelt. Wie für alle Eltern und Kinder wäre dieser Beschluss eine Katasthrophe für uns!!
Auf dem Rücken von Kindern und Jugenlichen eine Pharmalobby zu brechen
ist für mich ethisch fragwürdig.
Ich sehe meinen Sohn und alle anderen Betroffenen diskriminiert, da bin ich in meiner Meinung ziemlich kompromisslos.
Mit Analoga und immer noch sehr viel Disziplin kann ein Diabetiker ähnlich
aktiv und spontan sein, wie ein Gesunder, das ist für Kinder und Jugendliche lebensnotwendig. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und die betroffenen
Kinder und Jugendlichen wollen gerne mithalten und nicht zusätzlich zu allen
Belastungen stigmatisiert werden.
Ich fordere von der Politik den Schutz chronische kranker Kinder und Jugendlichen.
Wer bei dieser Sache kaltblütiger vorgeht Pharma oder Politik, das darf sich jeder
selbst beantworten.
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 04.05.10 13:24
Sehr geehrter Herr Dr. Milek,
stimmt, was Sie schreiben, ABER...
ABER Sie wissen sehr gut, dass die Deutsche Diabetologie bis heute versäumt hat anzuerkennen und überzeugend darzustellen, wie viel mehr an Compliance vor allem unter jungen Menschen mit Diabetes erst mit schnell wirksamen Analog-Insulinen möglich geworden ist!
Das Anna-Eis-Beispiel ist für dieses Versäumnis bezeichnend, denn da wird der elementare Vorteil für die gesamte Therapie-Akzeptanz reduziert auf einen zwar sicher auch wichtigen, aber kleinen und für sich belächelbaren sozialen Vorteil am Nachmittag im Eis-Café.
ABER Sie wissen sehr gut, dass der Gebrauch des Langzeit-Analog-Insulins als reines Nacht-Insulin nur mit so kleinen Mengen funktioniert, mit denen auch mit Standard NPH keine Unterzuckerung bewirkt wird.
Größere Mengen vom Langzeit-Analog wirken länger und zumindest vom einen auch sehr gleichmäßig über 24 Stunden. Und auch diese Wirkung lässt sich mit der entsprechend passenden Gabe NPH alle 6-8 Stunden so nachbauen, dass keine einzelnen Wirkspitzen eintreten, die in eine Unterzuckerung ziehen könnten. Allerdings kann bezogen auf 24 Stunden für die selbe Wirkung bis zu 20% mehr NPH- als Analog-Insulin notwendig werden.
Aber Sie wissen sehr gut, dass auch heute noch 9 von 10 Diabetologen in Deutschland der rüstigen Rentnerin aus Überzeugung einreden, dass sie mit dem Essen nach dem Blutzucker-Messen gegenüber dem Essen nach Appetit und vor allem nach dem regelhaft dominierenden KH=Zucker-Anteil an jeder Mahzeit auch nicht den kleinsten Vorteil hätte. Sie würde sich damit nur unnötig verrückt machen. Wer dieser Lehre zu widersprechen wagt, gilt in weiten Fachkreisen als Glukozentriker.
Und so lässt die Deutsche Diabetologie ja auch praktisch systematisch das Messen aus dem Lauberschen Dreiklang von Messen-Essen-Laufen raus und propagiert ausschließlich (gerade wieder mit großem Trara in Dresden) das Laufen.
Zusammen genommen bedeutet das konkret: Sie jammern hier guten Möglichkeiten hinterher, die Ihre Kollegenschaft bisher mit ihren Patienten mehrheitlich weit unter ihren Werten mangelhaft bis gar nicht genutzt hat. Das macht auf der einen Seite das Jammern nicht überzeugender, auf der anderen aber auch die Einsparungserwartungen nicht nachvollziehbar, die allenthalben damit veröffentlichkeitet werden.
Natürlich drohen diese Einsparungen die wenigen Menschen mit Diabetes besonders zu treffen, die diese Möglichkeiten bisher bewusst gesund nutzen und dann nicht mehr nutzen können. Und da denke ich besonders auch an Ihre engagierte Kinder- und Jugendarbeit, die in unserem Staat auf der einen Seite mit dem Bundesverdienstkreuz als hervorragend ausgezeichnet werden kann, während unser selber Staat Ihnen anschließend einen guten Teil der Grundlage dafür entzieht. - Leider habe ich Grund zu der Annahme, dass die jeweiligen Entscheider sooo viele Schreibtische von einander entfernt sitzen, dass beide Entscheidungen offiziell nie so nahe zusammen betrachtet werden, dass ihre Widersinnigkeit offiziell auffallen könnte :-(
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Werner Deichsel aus 32425 Mindem - 02.05.10 21:05
Ich hab Ihre ONLINE-FRAGE mit " ja " abgestimmt, weil ich selbst (in den ersten fünfziger Jahren) erlebt hab wie es ist, nur mit einer Blutzuckermessung im Monat vom Hausarzt aus zu kommen. Die Folgen waren unzählige Male eine schwere Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit in die nächste Diabetes-Klinik. Das soll auf keinen Fall wieder geschehen. Die Folgeschäden wären auf jeden Fall größer.
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 14.04.10 13:59
Sehr geehrter Herr Lauber,
ein schwacher Trost für all die längst sprichwörtlich 3D-Gestempelten (dicke doofe Diabetiker). -
Können Sie sich einen Arzt oder Medien-Multiplikator vorstellen, der sich für diesen entwürdigenden falschen Stempel nun entschuldigt?
In Selbsthilfe-Gruppen habe ich in Tränen aufgelöste Betroffene erlebt, nachdem ihre Ärzte sie dafür so richtig rund gemacht hatten, dass sie wieder nicht abgenommen hatten. Ich weiß von ärztlichen Behandlungsverweigerungen mit genau dieser Begründung, und ich weiß von Ärzten und Fachärzten, die ihren Schwergewichten allen Ernstes als Gewissheit vermittelt haben und noch immer vermitteln, dass sie keinen Diabetes hätten, wenn sie sich die zuvielen Kilos nicht angefressen hätten, und dass sie in dem Moment geheilt wären, in dem sie wieder BMI 25 erreichten. -
Wie gefragt, können Sie sich einen Arzt vorstellen, der sich für solch fragwürdiges Therapie-Verhalten bei seinen Patienten entschuldigt?
Im Internet finde ich in den virtuellen Selbsthilfe-Gruppen (Foren und Blogs usw.) immer mehr Erfahrungsberichte mit der neuen Medikamenten-Klasse der Inkretin-Mimetika Byetta und Victoza. Diese Mittel wurden dazu entwickelt, einen der größten Typ2-Defekte auszugleichen, nämlich die fehlende Insulinbestellung, wenn neue Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf übergeben wird. Gesund bestellen die Darmhormone immer dann passend Insulin, BEVOR der Blucker damit ansteigt, und dann wird der meiste Zucker zusammen mit dem meisten Insulin schon in der Leber verwurstet und nicht erst durch den gesamten Kreislauf gepumpt, so dass der Blutzucker eines Gesunden nach dem Essen auch von ganz vielen KHs nur sehr wenig ansteigt.
Aber nach dieser gesunden Blutzucker-Wirkung nach dem Essen (abhängig von der Menge der noch verfügbaren Insulin produzierenden Beta-Zellen!) wird mit der Verordnung von Byetta und Victoza offenbar höchst selten geschaut. Allenfalls nach dem Nüchternzucker, auf den diese Medis nur indirekt und minimalen Einfluss haben können. VIELMEHR werden diese beiden Medis offenbar häufig IN DER HAUPTSACHE wegen ihres häufig beobachteten Abnehm-Effektes verordnet. -
Können Sie sich einen Arzt vorstellen, der sich für solch fragwürdiges Therapie-Verhalten bei seinen Patienten entschuldigt?
Und können Sie sich wirklich vorstellen, dass fortan der gesunde BZ (das Messen bei Messen-Essen-Laufen) als Ziel in den Vorder- und die leidigen Kilos in den Hintergrund treten, wo gerade erst wieder in Dresden aus vollen Backen (und hohen Bäuchen?) international zur Hatz auf die Kilos als die "eigentlich ja doch einzige Hauptursache für Typ2" geblasen wurde?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 01.04.10 10:54
Sehr geehrter Herr Professor Haak,
immerhin erkennt das IQWiG an, dass schnelles Analog-Insulin eine höhere und kürzere und dem normalen BE-Input eher entsprechende Wirkkurve entwickelt, als Human-Insulin. Es erkennt diesen Unterschied nur nicht als vorteilhaft für das mögliche Therapie-Ergebnis an, weil es bislang keine Studie anerkennt, die entsprechend ihrem Design einen Unterschied ausreichend beweiskräftig ausweisen könnte.
Wie müsste also eine Studie aussehen, mit der das IQWiG den zusätzlichen Nutzen von schnellen Analog-Insulinen bei der Behandlung von Kindern anerkennen könnte, wenn er darin nachgewiesen würde?
Vor allem doppelt Blind müsste sie sein. Darauf weist das Institut in allen seinen Kritiken an bisher vorliegenden Studien beständig hin. Damit dürften weder Eltern noch behandelnde Ärzte wissen, welches Kind welches Insulin bekäme - und zwar von wenigstens z.B. 1.000 Kindern. Denn mit Kindern ist über die notwendig lange Studiendauer eine relativ große Ausfallquote zu erwarten. Und über wenigstens 10 Jahre, denn so lange dauert nun einmal im Durchschnitt die messbare Entwicklung von diabetischen Schäden bis zu einem eindeutig diagnostizierbaren Krankheitsbild und mithin bis zu einem eindeutig bestimmbaren Vergleich der Wirkungen der beiden Insulinarten.
ABER das ist tatsächlich eine absolut ungeheuerliche Bedingung. Denn wenn so ein eindeutig diagnostizierbares Krankheitsbild endlich eingetreten ist, lässt sich das mit keiner bis heute bekannten oder auch nur denkbaren Möglichkeit wieder zurückdrehen! Und das erhöhte Risiko wäre daher schon dann absolut ungeheuerlich, wenn es nur eine Hälfte der an der Studie teilnehmenden Kinder mehr als die andere betreffen, wenn also wenigstens die eine Hälfte wirksamer als die andere behandelt würde. Aber tatsächlich betrifft er ALLE teilnehmenden Kinder erheblich mehr als die völlig normal und nicht doppelt blind behandelten Kinder mit Diabetes.
Denn damit die Studie zuverlässig doppelt blind funktionieren kann, muss der Blutzucker für ALLE Kinder darin so hoch gehalten werden, dass die Gefahr einer Unterzuckerung auch unter körperlichen Belastungs- und z.B. Sportbedingungen kaum besteht. Denn nur wenige Unterzuckerungen zwischendurch und nur wenige deswegen notwendige BZ-Messungen zwischendurch würden für alle einigermaßen geübten Insulinkind-Eltern und für jeden Diabetologen die Blindheit sofort aufheben und offenbar machen, welches Insulin bei dem betreffenden Kind verwendet würde. Also müsste eine Studie, die dieses vorzeitige Entdeckungs-Risiko ausschließen müsste, auf einen HBA1c Wert wenigstens in der Höhe zwischen 8 und 10 einstellen, und damit auf sehr viel mehr, als nach heutigem internationalem Standard für Kinder und Jugendliche normal und Ziel ist. Und damit müsste diese der Form nach ordentliche Studie eben ALLE teilnehmenden Kinder dem deutlich überdurchschnittlich großen Risiko einer irreversiblen diabetischen Folgeerkrankung aussetzen.
NEIN, ich will mir nicht vorstellen, dass sich das IQWiG dieser ungeheuerlich unmenschlichen (unethisch wäre dafür um Längen zu kurz gegriffen) Tragweite seiner Forderung noch doppelt blinden Beweisen für den möglichen Zusatznutzen von Kurzzeit-Analog- gegenüber Human-Insulinen bei Kindern bewusst ist. Und ich will mir auch nicht vorstellen, dass auch nur ein einziges politisches Entscheidungsgremium in unserem Lande eine einzige seiner Entscheidungen auf ein so ungeheuerlich unmenschliches Fundament bauen wollte. - Ich will mir allenfalls vorstellen müssen, dass sich alle diese bedauernswerten Entscheidungsträger in ein derart lebensfern verwissenschaftlichtes Bewertungssystem verrannt haben, das gnadenlos in solche ungeheuerlich unmenschlichen Bedingungen mündet.
Selbstverständlich würde ich allen und vor allem den politischen Entscheidungsträgern und unserem Bundesminister für Gesundheit herzlich gerne alle Kraft wünschen, zu ihrer Verantwortung für die Kinder in diesem Land zu stehen und weiterhin auch denen und ihren Eltern eine gesunde Zukunft zu ermöglichen, die das Schicksal vor die große Herausforderung des Lebens mit Diabetes mellitus gestellt hat.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Linus Theilacker - 30.03.10 10:34
Es ist für mich undenkbar, meinen Diabetes ohne Messtreifen auf normalnahe Werte zu halten (HBa1C 6.4). Linus
Elke Zumtobel aus Freiburg - 28.03.10 09:38
Ich bin der Meinung, dass Diabetiker auch ohne Insulin zu spritzen weiterhin ihre Messstreifen zur Blutzuckerkontrolle brauchen, denn auch sie können in eine Unter- oder Überzckerung fallen.
Ringo - 24.03.10 20:31
Hallo! Es müssen ja nicht Zimtplätzchen sein. Man kann ja, wie mein Vater es macht, etwas Zimt in den Tee mischen (natürlich ohne Zucker). Ich habe ihm gesagt, dass er aufpassen soll, da der Blutzucker nach einigen Tagen vor dem Abendessen auf 58 war. Aber da er Diabetiker ist und ich seine Werte ohne und mit Zimtbeimischung kenne, kann ich nicht bestreiten, dass der Zimt nicht wirkt. Um gelegentliche Spitzen (neben den Medikamenden oder Insulin) zu vermeiden, ist es evtl. ganz gut. Aber als Medikamenten- oder Insulinersatz nicht zu empfehlen! Nicht, dass einer auf diese dumme Idee kommt!
Dirk Pahne aus Dortmund - 19.03.10 13:41
Sehr geehrter Herr Lauber,
ein HbA1c von 6,5 entspricht ca. einen Durchschnittswert von 132 der letzten 8 Wochen.
In meiner Schulzeit (vor über 30 Jahren) wurden Fälle erwähnt, wo Diabetiker mit NBZ von 130 unbehandelt ihre Beine verloren haben und deshalb der Grenzwert 126 ist.
Mit einem HbA1c von 10,0 haben Sie sich defenitiv Schäden eingefangen. Im Gegensatz zur der Mehrheit haben Sie etwas getan, deshalb dürften die Schäden nur für Spezialisten zu erkennen sein.
Und die machen die entsprechenden Messungen erst dann, wenn schon etwas vorliegt.
Bei sehr vielen hingegen wird Diabetes erst im Krankenhaus diagnostiziert und meist schon mit Folgeschäden.
Diabetes heilbar?
Ich sollte diese Frage eigentlich bejahen können, da ich zu den wenigen gehöre, die weder Insulin noch Medikamente brauchen.
Ärzte würden nach Messungen der letzten Jahren auf kein Diabetes schliessen, während Freunde, Bekannte, Verwandte und Mitarbeiter "stark" Diabetes vermuten würden. Ich würde mich denen anschliessen.
Meine Antwort lautet deshalb ja, theoretisch nein, praktisch nein.
mfg dipa
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 16.03.10 09:34
Sehr geehrter Herr Lauber,
eine Krankheit manifestiert sich, indem sie etwas sichtbar oder/und spürbar verändert. Masern manifestieren sich mit roten Flecken. Die einzigen roten Flecken beim Typ2 sind die jeweils vielleicht rot markierten aktuellen Diagnose-Definitionen auf den Testgeräten. Der Definitionswert wird gerade auf HBA1c 6,5 gesenkt, so dass sich demnächst unter gleichen Bedingungen bei etwa doppelt so vielen Betroffenen wie heute ein Typ2 mach Ihrer Lesart neu manifestiert, und zwar auch bei vielen von denen, bei denen er nach heute geltender Definition gerade ein Stück weit in das Stadium der Veranlagung zurück gedrängt worden ist.
Und was wollen wir wirklich unter Stadium der Veranlagung verstehen, wenn bis zum Erreichen der gegenwärtigen Diagnose-Definition schon 11-12 von 100 Betroffenen wenigstens 1 voll ausgeprägte und bleibende diabetische Folgekrankheit beklagen müssen? Und auch, wenn es nach der neuen Definition vielleicht nur 7-8 sind? Und auch, wenn Kardiologen seit Jahren in alten und neuen Statistiken immer wieder finden, dass mit einem Anstieg des HBA1c-Wertes über 5,5 eine signifikante Zunahme der Herzkreislaufereignisse einher geht? Und zwar auch noch nach dem Rausrechnen aller übrigen möglichen Gründe? Und wäre vielleicht ein tödlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall kein bleibender Schaden?
Fällt Ihnen vor diesem Hintergrund nicht auf, wie viel Glück Sie damals ohne eine diabetische Folgekrankheit mit Ihrem HBA1c-Wert um 10 und gehabt haben, von dem Sie offenbar noch immer glauben, dass erst ab dieser großen Höhe bleibende Schäden anfangen? -
Natürlich haben Sie mit Ihrem Verhalten seitdem vorbildlich aktiv zu Ihrer guten Gesundheit beigetragen, und seit Sie mit Ihrem Typ2 gesund und munter zusammen leben, verstehe ich Ihr Verhalten als bewundernswert stimmig. Statt weiter sinnlos dagegen an zu kämpfen, haben Sie damals vorbildlich beharrlich und systematisch ausgetestet und ausprobiert, wie Sie die Defizite gesund ausgleichen können, die Ihnen Ihr ursprünglich ungeladener Lebenspartner Typ2 bis dahin schon beschert hatte. Und dieses gesunde Ausgleichen zelebrieren Sie nun jeden Tag mit so ansteckender Lebensfreude, dass jedem aufmerksamen Beobachter spätestens auf den 2.Blick absolut klar wird: Da haben sich 2 Lebenspartner - zwar ursprünglich nicht gesucht, aber - super passend zusammen gefunden!
Schade, dass Sie offenbar das Gefühl haben, dieses überzeugend stimmige Bild mit einer so partnerschaftskriegerischen Formulierung wie "den Diabetes besiegen" absolut unstimmig stören zu müssen :-(
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Ringo - 15.03.10 18:33
Sehr geehrter Herr Lauber,
ich bin Nierentransplantiert und bisher läuft alles ganz gut! Meine gesamten Blutwerte werden jeden Monat bestimmt. Nierenwerte, Blutzucker usw. alles gut! Nun hat man bei meinem Vater Diabetes festgestellt. Vor lauter Sorge um ihn habe ich zwei Kilo abgenommen. Seit dem messe ich gelegentlich meinen Blutzucker nüchtern und/oder zwei Stunden nach dem Essen. Nüchtern ist er so bei ca. 100. Und zwei Stunden nach dem Essen gelegentlich bei ca. 170 (vor allem, wenn ich mich richtig kohlenhydratreich und sehr satt gegessen habe). Bei den letzten Untersuchungen war mein Blutzucker nüchtern aber immer zwischen 70 und 90. Kann es sein, dass der Blutzucker aufgrund der Sorgen künstlich erhöht worden ist? Denn komischerweise ist der Blutzucker erst jetzt etwas hochgegangen, wo ich mit Sorgen um meinen Vater mache. Mein HbA1c ist aktuell 4,8. In den letzten Monaten war er im 5er-Bereich. Ist es wahrscheinlicher, dass ich dennoch Diabetes-Gefährdet bin, da der HbA1c ein Langzeitwert ist? Oder ist der Wert tatsächlich aufgrund der Sorgen künstlich erhöht und erholt sich wieder?
Wie schätzen Sie meine Situation ein? Ist es der Stress oder muss ich mich auf Diabetes einstellen?
Viele Grüße, S. T.
Leonhard Schmitz aus Bergheim - 10.03.10 17:51
Ob einer Teststreifen benötigt, als Typ 1 oder Typ 2 Diabetiker muss der Arzt entscheiden. Wenn die Voraussetzungen stimmen, das heißt, der Betroffene kann mit der Blutzuckermessung-Zahl etwas anfangen und dementsprechend reagiert, ist mir das als Typ 1 Diabetiker egal, welcher Typ von Mensch mit Diabetes er/sie ist. Auch das Alter dürfte hier keine Rolle spielen. Leider ist unser Gesundheitssystem so aufgebaut, das die Wirtschaftlichkeit vor dem Menschen geht. Dafür sorgen die Institute wie IfQW, B-AG oder gar KV !
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 07.03.10 14:02
Sehr geehrte Frau Bohnes,
im Zusammenhang mit unseren weiteren Aussichten, zu denen Sie sich Gedanken machen, denke ich automatisch z.B. an die USA, wo viele Betroffene selbst mit teuren und als gut bezeichneten Krankenversicherungen ihr Insulin und ihre Teststreifen und ihre Pens und Pumpen zu mehr oder weniger großen Teilen selbst zahlen müssen. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn Präsident Obama die Gesundheitsreform in vollem Umfange gelänge.
Und ich denke an GB, wo Typ1 Bekannte mit einer CT-ähnlichen Basis-Bolus-Einstellung 2 Teststreifen pro Tag erstattet bekommen. Was wir (einstweilen noch?) als ICT kennen, heißt dort DAFNE=Dose Adjustment For Normal Eating und wird zwar seit Jahren immer häufiger in Veröffentlichungen genannt, findet aber in der mir bekannten Praxis zumindest eben in GB kaum statt.
Hier in D wird übrigens längst eifrig gespart. So wird die Insulin-Pumpe immer restriktiver verordnet bzw. folgeverordnet. CT-ähnliche Möchtegern-ICT-Einstellungen nach Tabelle, die in der 2.Hälfte der 90ger Jahre weniger wurden, begegne ich wieder häufiger, und nicht nur bei Typ2. Und insgesamt und vor allem natürlich bei der Behandlung von Typ2 fällt mir nicht nur bei Betroffenen, sondern auch bei immer mehr Ärzten ein zunehmend großzügigerer Umgang mit höheren Blutzucker-Werten auf. Einstellungen auf Insulin erfolgen, so weit ich sehen kann, deutlich dienstälter und vereinfachter, und auch wenn schnelle Analoginsuline für Typ2 längst wieder zugelassen sind, scheint Human-Insulin bei Typ2 heute Standard.
Zudem lernen Insuliner aller Typen in vielen Schulungen schon lange nicht mehr, wie sie ihre Faktoren überprüfen und anpassen, und ein SEA (Spritz-Ess-Abstand) und seine Einrichtung ist vielen Userm völlig unbekannt, obwohl ein passender bei vielen von uns vor allem morgens geradezu Wunder wirken und den Tagesverlauf erheblich erleichtern kann, auch mit schnellem Analog-Insulin!
Und über allem steht ein so irrsinniger verwissenschaftlicht methodischer Widerspruch, dass er eigentlich in jeder Ausgabe des Diabetes-Journals aufs neue vorrangig thematisiert werden müsste: Denn auf der einen Seite wird uns von überall und auch von allen Mitspielern im G-BA (Germeinsamer Bundesausschuss, der entscheidet, was die gesetzlichen Krankenkassen leisten) jeden Tag vorgehalten, dass wir mit Diabetes für unsere Behandlung selbst verantwortlich und unsere eigenen Ärzte sein müssen - und auf der anderen Seite werden unsere Behandlungsmöglichkeiten im Auftrag des selben G-BA ausschließlich doppelt blind beurteilt und bewertet, also mit voller Absicht ohne jede Chance für uns Betroffene, die von uns erwartete Behandlungsverantwortung damit auch nur im Ansatz einbringen zu können. Und alle Studien, denen auch nur der Geruch anhaftet, dass sich die User wie beim Insulin etwa nach dessen Wirkverlauf gerichtet hätten, womöglich noch nach dessen personalisiertem (normaler Alltag für alle Insuliner mit einigermaßen gesundem BZ-Verlauf und unregelmäßigerem Tagewerk und lebensnotwendig für Insuliner, die Sport treiben) werden vom so beauftragten IQWiG von vornherein als kasuistisch verfälscht abgelehnt. Sinnbefreiter kann man sich doch so eine Medikamenten- und Therapie-Bewertung kaum noch vorstellen, oder?
Schön wäre daher schon, wenn unser Diabetes-Journal sich ein bisschen mehr als Plattform für uns Betroffene verstehen und regelmäßiger konkrete und sorgfältig recherchierte Fälle darstellen würde, wie einzelne von uns wie z.B. Drucker Frank oder die Hunde-Oma oder auch ein Lada (vor der Diagnose wie nach der Diagnose) im voll aktiven Bundespolizeidienst oder ... ihre diabetische Blutzucker-Behinderung jeden Tag gesund ausgleichen. Solche und viele weitere Beispiele würden vielen Betroffenen Mut machen, das eigene Schicksal mit ihrem Diabetes aktiv(er) in ihre eigenen Hände zu nehmen und im Rahmen der jeweils persönlich verfügbaren Möglichkeiten gesund zu meistern. Mit der immer dünneren Finanzdecke im Gesundheitswesen und immer mehr (auch Typ1!) und immer jüngeren (Typ2) Betroffenen mit immer mehr Lebenszeit mit Diabetes werden wir zunehmend auf möglichst viele solche praktischen Beispiele angewiesen sein.
Mit freundlichen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 04.03.10 19:35
Verehrte Redaktion,
zu Ihren Anmerkungen:
Wenn ein junger Mensch "kürzlich" schreibt, liegt das Ereignis eher kürzer als ein Jahr und selten mehr als 2 Jahre zurück. Und die Erwähnung weiterer schon vorher beklagter Beschwerden gibt Grund zur Annahme, dass der Typ2 der Oma nicht über Jahre verschleppt, sondern in sehr ordentlicher Medizinleistung im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen in den anderen Zusammenhängen recht zeitnah zur Diagnosereife diagnostiziert worden war, HBA1c-Wert wohl eher 7 als 8.
Allgemein üblich und entsprechend den DDG-Praxisleitlinien startet die Therapie dann mit Diät- und Bewegungsempfehlungen. Wenn der HBA1c-Wert in den folgenden 2 Quartalen nicht absinkt, wird als erste Medikation Metformin hinzu gegeben. Das Mittel behindert lediglich die zuviele Zuckerausgabe aus der Leber und hat absolut keine aktiv Blutzucker-senkende Wirkung. Wenn nach weiteren 2-4 Quartalen und den Erhöhungen der Metformindosen der HBA1c-Wert nicht weiter absinkt, wird traditionell ein erstes Mittel zum Antrieb der verbliebenen Insulinausgabe verordnet, und zwar in sehr niedriger Dosierung. In der Folge wird diese Dosierung in Halbjahresschritten erhöht, wenn der HBA1c-Wert nicht sinkt. Neuere alternativ mögliche Sekundärmedikationen haben erheblich weniger lang anhaltend Blutzucker-senkende Wirkung.
Facit: in den ersten 2 Jahren nach einer zeitnahen Typ2-Diagnose wäre eine Medikation, die zur Unterzuckerung führen könnte, abgesehen von einer einzigen Ausnahmesituation, völlig unüblich. Noch dazu bei einem älteren Menschen, bei dem eh von äußerst seltenen Ausnahmen abgesehen großzügigere Behandlungsziele gelten. Die Oma konnte mithin nach der von ihrer Enkelin skizzierten Gesamtsituation überhaupt nicht auch nur in die Nähe der genannten 54mg/dl kommen - mit einer einzigen Ausnahme, die Drucker Frank (hier noch mal der Link http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-messen-als-schluesselwerkzeug/1662710/read.html ) konsequent für seine gesunde BZ-Steuerung ausnutzt: Er legt größere Teile seines alltäglichen Bewegungspensums auf die Zeiten direkt nach seinen Mahlzeiten. In der ersten Stunde nach einer Mahlzeit (höchst selten kurz vor dem Schlafengehen!) ist nämlich das meiste Insulin in Umlauf, womit sich die Wirkverstärkung durch Bewegung besonders deutlich bemerkbar macht. Damit und ausschließlich damit schaffen Menschen um die Typ2 Diagnosereife herum, wenn dafür noch ausreichend eigenes Insulin ausgegeben wird, nach dem Essen einer besonders KH-reichen Mahlzeit und einer zunächst besonders hohen Blutzuckerspitze noch völlig ohne Medis häufig Blutzucker-Höhen um die Unertzuckerungs-Schwelle und sogar noch deutlich darunter.
Wenn die Oma also z.B. um 12 Uhr gegessen und dann einen kleinen Spaziergang mit dem Hund gemacht und dann gegen 13 Uhr 54mg/dl gemessen hätte, hätte ich diesen Messwert für sehr normal gehalten. Und auch wenn es nur 44 gewesen wären, hätte mich das nicht überrascht. Denn solche Größen sind mir in diesem Situations-Zusammenhang aus meiner langjährigen Selbsthilfe-Tätigkeit völlig geläufig. Und ich weiß von vielen älteren Menschen, die mit dem Start ihrer medikamentösen Typ2-Behandlung ihren Mittagsspaziergang aufgegeben haben, weil sie sich schon auf dem halben Weg immer so komisch gefühlt haben. Kein Wunder, wenn Sie sich die Daten aus diesem Beispiel http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-%26-bewegung/1619276/read.html um die Wirkung einer Medikation verstärkt vorstellen. Und da reicht ausnahmsweise auch schon Metformin, denn für die nach den Hundegängen gemessenen um 80mg/dl hat die Leber der alten Dame mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon wieder erheblich an Zucker ausgegeben, um ein weiteres Absinken des Blutzuckers zu verhindern. Und mit dem medikamentösen Bremsen dieser Ausgabe wären dann 50-40mg/dl völlig normal gewesen - eine alimentäre/reaktive Hypoglykäme, aber auch damit ist noch niemand bewusstlos umgefallen.
Es gibt übrigens keine einzige Studie, die bei älteren Menschen in der Nähe der Typ2 Diagnosereife Unterzuckerungsempfindungen schon in eigentlich gesunder Blutzuckerhöhe wie hier http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php ausweisen würde. Sondern ausnahmslos alle Studien, die solche Empfindungen schon bei gesundem und sogar höherem Blutzucker ausweisen, beziehen sich auf TeilnehmerInnen, die mit z.B. in USA üblichen Behandlungen über Jahre bis Jahrzehnte mit HBA1c-Werten um 10 (steht natürlich nicht in den Pressetexten, sondern nur in den Original-Veröffentlichungen) und darüber gelebt haben, also 24/7/52 mit deutlich mehr als 200mg/dl. Absolut nicht zu vergleichen mit Frau Höflers Großmutter, die erst kürzlich mit dem Erreichen ihrer Typ2 Diagnosereife überrascht worden ist.
Und selbst wenn die Großmutter im Protest-Artikel Teststreifen zur Verfügung gehabt hätte, hätte sie ja die geschilderte Unterzuckerung nicht rechtzeitig abgewendet, denn auch dann hätte sie ja nach den üblichen Anleitungen nicht in den Verlauf nach dem Essen, sondern erst dann gemessen, als sie sich wegen der schon eingetretenen Unterzuckerung komisch gefühlt und eben auch ohne zu messen (wäre mit Messen nicht richtiger gegangen) ganz richtig reagiert und Brot gegessen hat. Und auch wenn die angegebenen 2 Scheiben zusammen nur 2 BE gewesen wären, hätten sie bei weitem ausgereicht haben müssen. Denn absolut keine orale Typ2-Medikation senkt den Blutzucker in gebräuchlicher Dosierung so stark ab, das da mehr als 3 Stunden nach der Einnahme (so lange liegt bei den meisten Menschen kurz vor dem Schlafengehen das Abendessen mit den entsprechenden Medi-Einnahmen zurück) allein für den Ausgleich zum gesunden Verlauf um 80mg/dl pro Stunde mehr als 2 BE dagegen gegessen werden müssten. -
Sorry, aber der dj-Artikel/Blog-Beitrag ist zwar emotional ergreifend geschrieben, nur sachlich in keiner Weise stimmig.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 04.03.10 12:01
Zuerst einmal muß man sagen, daß das Engagement der Enkelin für ihre Oma gar nicht hoch genug angerechnet werden kann. Ich finde jedoch die Kritik des Herrn Tilsner als zu scharf formuliert. Wenn ein Mensch diesen Alters über unklares Unwohlsein klagt, ist Hilfe immer angezeigt. Natürlich klingeln bei einem Typ 1 die Alarmglocken, aber bei einem Typ 2 hätte in diesem Fall auch ein Glas Apfelsaft genügt. Vielleicht könnte die Enkelin für einen Vorrat sorgen? - Was den Sparwillen der Krankenkassen auf Kosten der Diabetiker angeht, halte ich dieses Beispiel erst für die Spitze des Eisberges. Ich bin gespannt, wann die Typ 1 Leute dran sind.
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Bohnes
Redaktion Diabetes Journal - 03.03.10 17:49
Anmerkung der Redaktion:
Typ-2-Diabetiker sind von der Therapie her eine heterogene Gruppe. Die Behandlung kann erfolgen ausschließlich mit Ernährung oder mit Tabletten, die entweder keine oder aber durchaus schwere und langwährende Unterzuckerungen hervorrufen können, oder mit GLP-1-Analoga oder mit Insulin. Natürlich gibt es Empfehlungen, wann welche Therapieform passend erscheint, aber im Einzelfall kann das durchaus anders sein. Auch ein erst kürzlich erkannter Typ-2-Diabetiker kann Tabletten bekommen, die schwere und langanhaltende Unterzuckerungen hervorrufen können – bei denen dann auch zwei Scheiben Brot nicht reichen müssen, um den Blutzucker ausreichend zu heben. Außerdem ist die Annahme, daß eine Scheibe Brot immer 2 BE entsprechen muß, nicht richtig; dies hängt von der Brotsorte, der Größe des Brots und der Dicke der Scheibe ab.
Hinzu kommt, daß es zwar die Definition des Unterzuckers für den Gesunden gibt, aber Experten der Meinung sind, daß diese Definition für Diabetiker nicht anzuwenden ist. Denn Hypoglykämien machen sich durchaus auch bei höheren gemessenen Werten durch Symptome bemerkbar, weil viele Faktoren beim Entstehen einer Hypoglykämie eine Rolle spielen. Und die Bewertung von Hypoglykämien gerade für ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes hat sich durch neue Studienergebnisse in jüngster Zeit verändert, der Vermeidung von Hypoglykämien wird ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 03.03.10 07:39
Sehr geehrte Frau Höfler,
sorry, aber Ihre Geschichte lese ich als rührend aus Typ1-Sicht konstruiert.
Da passen schon die einfachen Typ2-Rahmen-Fakten nicht zusammen. So liegt die Diagnose Typ2 darin mit "kürzlich" allenfalls wenige Jahre zurück. Daher ist davon auszugehen, dass nur eine sehr milde orale Medikation erfolgt. Die senkt den Blutzucker aber nur moderat und zeitlich mehrere Stunden entfernt von jeder Medi-Einnahme und von jeder größeren körperlichen Belastung kurz vor dem Zubettgehen bestimmt nicht auf 54mg/dl.
Und schon 1 Stunde nach dem Essen von 2 Scheiben Brot=4BE zwischendurch lässt sich bei jedem oral behandelten Typ2 ein Blutzucker-Anstieg in einer Größenordnung von um 80-160mg/dl messen. Wenn Sie da also etwa 1 Stunde nach der Unterzuckerung, die hier wohl angedeutet werden soll, 54 gemessen haben, dann müssten Sie Ihre Oma schweißgebadet und völlig aufgelöst angetroffen haben. Denn extremes Schwitzen ist die normale Begleitung vom Blutzucker deutlich unter 50mg/dl, und da hätte er vor den 2 Scheiben Brot unbedingt gewesen sein müssen, wenn Sie deutlich nach dem Essen gerade mal 54 gemessen haben.
Deswegen noch einmal: Diese Geschichte lese ich gnadenlos reißerisch an Typ1-Haaren (Insuliner-typisch zu viel Bolus-Wirkung von der letzten Mahzeit mit Hypo und dagegen Nachessen + Angst vor zu viel Basal-Wirkung) herbeigezogen. Sie hat so wie dargestellt mit der oral behandelten Typ2-Wirklichkeit nicht das geringste zu tun!
Und reißerisch bedrohlich haben Sie auch die 54mg/dl dargestellt. Denn die Obergrenze einer Unterzuckerung ist mit 50mg/dl (2,8mmol/l) definiert. Und es gibt in der zeitgemäßen oralen Typ2 Medikation nichts, womit einige Stunden nach der Einnahme und schon gar nicht nach zwischenzeitlichem Essen von 2 Scheiben Brot eine so tiefe und gar weitere Absenkung des Blutzuckers verursacht würde. Also selbst wenn die Oma mit 54mg/dl schlafen gegangen wäre, hätte sie gar keine weitere Absenkung erfahren können. Einmal wegen der absolut fehlenden Senkwirkung und dann wegen der verstärkten Zuckerausgabe aus der Leber. Denn den meisten Blutzucker liefert bei Nichtdiabetikern und Typ2-Diabetikern die Leber, bei Typ2 sogar eben Typ2-typisch bis zu wenigstens 3mal so viel wie bei gesunden Menschen (s. z.B. hier http://www.dlife.com/dLife/do/ShowContent/inspiration_expert_advice/expert_columns/garnero_0608.html[..] Und wir Typ2 messen ja gerade deswegen vornehmlich in der 2.Nachthälfte einen bis in den Vormittag hinein ansteigenden Blutzucker, ohne dass wir dafür überhaupt etwas essen müssten.
Und selbst wenn Ihre Oma mit ihrer doppelten Dosis Tabletten und ohne die 2 Scheiben Brot zu essen im Bett eine Untezuckerung erfahren hätte, dann wäre ihr Blutzucker wegen der Zyp2-bedingt erheblich erhöhten Ausgleichswirkung der Leber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht unter 30mg/dl (1,7mmol/l) angesunken. Und damit hätte sie zwar stark geschwitzt (s.o.) und am Morgen vielleicht Kopfschmerzen gehabt, aber um 2 oder 3 Uhr ohne jedes Essen schon wieder 90mg/dl (5mmol/l).
Geschichten wie Ihre machen Typ2 Angst vor gesundem Blutzucker. Der spielt gesund nämlich ohne Essen zwischen um 60 bis um 80mg/dl http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php . D.h. spätestens bei deutlich über 80 fängt die noch verbliebene eigene Insulinausgabe so gut an, wie sie kann, den Blutzucker eben um 80mg/dl oder darunter zu halten, und damit wird aller Zucker darüber in der Form von Fett gespeichert, wenn die Betroffenen die zuviele Energie nicht direkt ablaufen können. Und Ich kenne viele Typ2, die nach so wissendem Rat aus der Typ1-Perspektive (ist auch die übliche Diabetologie-Perspektive) immer essen, wenn ihr BZ unter 100mg/dl absinkt, vor allem auch vor dem Schlafengehen. Und da haben sie nun mal die wenigsten Möglichkeiten zum Ablaufen. Und das Speicherfett, das sie auf diese Weise dann ansetzen, wird ihnen anschließend ebenso einfältig als Grund für ihren Typ2 und dessen Verschlimmerung zum Vorwurf gemacht :-(
Sicher haben Sie Ihre Geschichte nur gut gemeint. Und mir ist bewusst, dass medizinisch leider sehr fragwürdig als einziger Grund für die Verordnung von Teststreifen für Typ2 die unmittelbar abzuwendende Unterzuckerungsgefahr gilt. Sehr viel sinnhafter wären sie in die systematisch gezielte Steuerung eines alltäglich gesunden Blutzucker-Verlaufs investiert, der Folgekrankheiten ebenso wie dann auch Unterzuckerungen per se ausschließt, wie sie in diesem Thread hier sehr schön erkennen können http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-messen-als-schluesselwerkzeug/1662710/read.html
Mit besten Wünschen für Sie und Ihre Oma,
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 19.02.10 14:41
Sehr geehrter Herr Tilsner,
besten Dank für Ihre ausführliche Kommentierung. Gestatten Sie mir zwei Anmerkungen:
So ein bewusst kurz gehaltener Kommentar hat die Funktion, ein Problem auf den Punkt zu bringen. In diesem Fall darauf aufmerksam zu machen, dass einige 100 000 Typ-2-Diabetiker einen medikamentenfreien Weg gehen können. Sie vermissen dazu die geeigneten Handreichungen von mir. Das kann selbst ich nicht so knapp formulieren, dafür gibt es mein Buch "Fit wie ein Diabetiker", laut Prof. Stephan Martin "Der Klassiker" der aktiven Diabetes-Prävention. Schon der Obertitel "Messen. Essen. Laufen" zeigt, dass ich eine integrale Methode entwickelt habe (die übrigens auch von Ärzten empfohlen wird), wo gerade das Messen (wie von Ihnen angemahnt) eine entscheidende Rolle spielt - weshalb ich es bedauere, dass die Kassen inzwischen immer weniger Nicht-Insulin-pflichtigen Diabetikern die Teststreifen bezahlen. Und ich habe ausführlich auf die Relevanz der Bewegung hingewiesen.
Erlauben Sie mir noch eine stilistische Bemerkung: Sie sprechen von "Futterwahl", ein mich irritierender Begriff. Mein Anliegen ist es immer, die Menschen zu motivieren, ihren Diabetes als etwas Positives zu sehen, das ihnen die Chance zu einem bewusst-guten Essen eröffnet, weshalb meine Ernährungsbücher auch heißen "Schlemmen wie ein Diabetiker" und "Schönkost". Also, wir Menschen essen, und das Vieh futtert.
Schöne Grüße Hans Lauber
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 19.02.10 09:09
Sehr geehrter Herr Lauber,
niemand hat nach meiner Überzeugung in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum intensiver zur Verharmlosung des Typ2 beigetragen, als Sie mit Ihrer erfolgreichen Veröffentlichkeitung des Begriffes Lebensstil- bzw. Lifestyle-Diabetes:
- Bei Erreichen der Diagnosereife zum Typ2 sind schon bis zu 80% der Insulin produzierenden Beta-Zellen abgestorben! D.h. die eigene Insulinproduktion reicht nur noch für wenig mehr als für die basale Grundversorgung.
- Bei Erreichen der Diagnosereife zum Typ2 gibt es schon keinen Inkretin-Effekt mehr. D.h. selbst wenn noch keine einzige Beta-Zelle abgestorben wäre, gäbe es hohe krankmachende Blutzucker-Spitzen nach jedem Essen von Kohlenhydraten!
- Bei Erreichen der Diagnosereife zum Typ2 gibt die Leber schon bis zu 3mal soviel Glukose wie bei Gesunden aus! Weil die nie bestimmt wird, sondern immer nur C-Peptid/Insulin, wird immer völlig unzutreffend davon ausgegangen, dass der Typ2 viel zuviel Insulin hätte.
Nachzulesen bei z.B. Dr. DeFronzo, Banting-Preisträger der American Diabetes Association 2008, hier eine kurze Zusammenfassung http://www.dlife.com/dLife/do/ShowContent/inspiration_expert_advice/expert_columns/garnero_0608.html -
Es gibt keinen diagnosereifen Typ2 OHNE ALLE diese und weitere Defekte in schon sehr weit fortgeschrittener Ausbildung. Und die Schadwirkung des höheren Blutzuckers fängt nicht erst mit der Diagnosereife an, wie die durchschnittlich mehr als 10 von 100 Betroffenen belegen, die schon bei Erreichen dieser Diagnosereife wenigstens eine voll ausgebildete diabetische Folgekrenkheit beklagen müssen! -
Ok, Sie nennen den Typ2 trotzdem Lifestyle-Diabetes, weil Sie bisher von Folgekrankheiten verschont geblieben sind und am eigenen Leib und an vielen fremden Beispielen erlebt haben, wie sich mit passender Futterauswahl und passendem Einsatz körperlicher Aktivitäten, also Lebensstil, trotz der Defekte ein gesunder Blutzucker-Verlauf herstellen lassen kann, und zwar mit erstaunlich wenig Medikation und häufig sogar völlig ohne Medikamente.
Und der gesunde Verlauf ist umso einfacher wieder herzustellen und einzuhalten, je weniger hoch und lange der eigene Blutzucker schon regelmäßig darüber hinaus angestiegen ist. Zwar liegen dann schon alle Defekte vor, die den Typ2 ausmachen, aber eben noch lange nicht so weit entwickelt und so hinderlich für eine gesunde Blutzucker-Führung, wie nach Erreichen der Diagnosereife. Nur, wie soll auch nur einer der 300.000 Neudiabetiker von 2011 auf die Idee kommen, etwas tun zu müssen und zu können, wenn der Arzt heute nach der routinemäßigen Blutuntersuchung die beruhigende Auskunft gibt, dass man den Blutzucker im Auge behalten müsse: Der sei zwar ein bisschen hoch, aber noch lange kein Diabetes?
Das ist tatsächlich viele hundert mal jeden Tag Standard in deutschen Sprechzimmern. Und auch Sie machen ja in Ihrem Beitrag nur massiv Stimmung gegen den Schlendrian des Typ2, ohne den Betroffenen den geringsten Anhaltspunkt für gesundes Verhalten zu geben. Warum weisen Sie nicht einfach auf den gesunden Blutzucker-Verlauf hin wie hier http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php ? Und darauf, dass man den Blutzucker dafür schon selbst messen muss und dass der Schlüssel zum eigenen gesunden bei nach Möglichkeit maximal 140mg/dl (7,8mmol/l) 1 Stunde nach jedem Essen liegt? Und vielleicht noch darauf, dass die größte den Blutzucker begrenzende/senkende Wirkung von körperlicher Aktivität in der Stunde direkt nach dem Essen erfahren werden kann, wenn am meisten Insulin in Umlauf ist?
Ich weiß von immer mehr Betroffenen, die sich meistens gegen den Rat ihrer Ärzte (Wer noch keinen diagnosereifen Diabetes hat, braucht doch seinen Blutzucker nicht zu berücksichtigen! UND oral behandelte Diabetiker können ihren Blutzucker doch gar nicht gezielt beeinflussen!) nach diesem Rezept jeden Tag ihren gesunden Blutzucker machen. Sogar schon weit jenseits ihrer Diagnosereife wie auch mein Vorschreiber hier. So hat z.B. Drucker Frank sich damit nach seiner Entdeckung mit HBA1c 10und und 300und mg/dl mitten am Tag 3 Wochen vor Ostern voriges Jahr mit der entsprechenden Info und kurzer Mail-Anleitung auf seinen gesunden Weg gemacht. Hat Blutzucker-Messer und 500 Streifen gekauft und nach 14 Tagen 1 Stunde nach dem Essen schon keine Blutzucker-Spitze mehr über 200mg/dl (11,1mmol/l) produziert, einfach mit seiner Futterauswahl und der gezielten BZ-wirksamen Umverteilung seiner eh umfangreichen täglichen Papierschlepperei. Nach 4 Wochen schon nur noch selten über 150. Seitdem HBA1c 6,1. Ermunternder Kommentar seines Arztes: "Sowas hab ich noch nie erlebt, aber das halten Sie eh nicht lange durch."
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Helmut Wahl - 16.02.10 22:15
Als Betroffener (Typ-2, BMI knapp über 25, Analoginsulin zu den Mahlzeiten) habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Ernährung angepasst an die tatsächliche Bewegung den Bedarf an Insulin auf 'nahe Null' reduzieren kann. Die Krönung ist eine Ernährung mit Rohkost ohne Brot, Kartoffeln und Reis (keine Stärke) - ein Steak zwischendurch darf es auch mal sein - den Insulinbedarf dauerhaft auf NULL setzt. Zur Belohnung gibt es massenhaft Glückshormone. Was gibt es Besseres?
Helmut Wahl aus Hannover - 16.02.10 21:57
Das IQWIG und an deren Spitze Dr. Sawicki hat den erteilten Auftrag der Kostenkürzung - um jeden Preis - mit Konsequenz verfolgt. Nicht das Gremium hat falsch gehandelt, sondern die beauftragende Politik hat die (für die Betroffenen) falschen Ziele oder die falschen Prioritäten gesetzt. Sonst hätte das Thema Analoginsuline anders behandelt werden müssen, nämlich im Sinne der Reduzierung der Materialkosten. Warum sollten die Ananloginsuline nicht Standard sein für Kinder und Berufstätige und damit als Massenprodukt billigere Variante des Bolus-Insulins? Für diese Gruppen kann nach eigenen Erfahrungen (Typ-2 und IT-Branche) nur ein Analog-Insulin sinnvoll sein. Wieso sind Medikamente eigentlich im Ausland so günstig?
Unser neuer Gesundheitsministers zeigt auch keine Ambitionen, das System auch nur zu durchleuchten. Er wird auch nur einen weiteren Versuch à la Schmidt vornehmen. Viel Schaum um nichts.
Uwe Ehlers aus Fürth - 11.02.10 19:09
Statt eines IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) sollte man meiner Meinung nach lieber eine Kommission zur Festlegung von Medikamentenpreisen in Deutschland etablieren.
Diese Kommission sollte mit den Herstellern von Medikamenten und Hilfsmitteln (z.B. Insulin und Teststreifen) die Preise für den Verbraucher aushandeln und definitiv festschreiben.
Auf diese Weise können die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen erheblich reduziert werden und den Pharma-Herstellen bei der "freien" Gestaltung ihrer Verkaufspreise Einhalt geboten werden.
Um dies zu erreichen, könnten z.B. unsere Diabetes Organisationen wie z.B. der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) und diabetesDE gemeinsam einen Antrag an die Bundesregierung stellen.
Hier sehe ich unbedingt Handlungsbedarf bei unserer Regierung, zumal in anderen europäischen Ländern Verhandlungen bezüglich der Medikamentenpreise mit der Pharma-Industrie schon lange mit Erfolg betrieben werden. Man braucht nur die Verkaufspreise in den verschiedenen Ländern Europas mit denen in Deutschland vergleichen. Die Preisabschläge sind enorm.
Also: Warum ist das in Deutschland nicht möglich?
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 03.02.10 10:20
Das IQWiG hat noch immer an erster Stelle die Aufgabe, die durchschnittlichen Ausgaben der kranken Kassen pro durchschnittliche Behandlung in den nächsten 10 Jahren auf 1 Viertel des heutigen Standes und weniger zu senken, und zwar sogenannt sozialverträglich. Das heißt, es darf uns Versicherten in unserer Mehrheit nie auffallen, dass uns was weggenommen oder weniger gegeben wird. Sondern es muss für die Mehrheit immer wie Fortschritt aussehen.
Das hat Dr. Sawicki eigentlich super drauf gehabt, wie die Medienäußerungen zu seinen Gunsten belegen. Denn Spiegel & Co hatten ihm ja für die deutsche Michelmehrheit aus der Hand gefressen, dass die Analoginsuline nur für die Pharmas und für die fresssüchtigen Typ2er gut waren. Deswegen hat das Spiel mit den Autoabrechnungen in meinen Augen die Qualität dieser neumodschen Bagatell-Kündigungen, die hier vielleicht Machtspielereien auf höheren Hintergrundebenen kaschieren sollen.
Uwe Ehlers aus 90768 Fürth - 08.01.10 19:12
Sehr geehrter Herr Nuber,
woher wollen Sie wissen, dass die "allermeisten Diabetiker in Deutschland" weder den Deutschen Diabetiker Bund (DDB) als Vertretung der betroffenen Diabetiker noch diabetesDE als Vertretung der verschiedenen Berufsgruppen um das Thema Diabetes kennen?
Ich bin Mitglied im DDB und gehe davon aus, dass durch die Publikationen beider Interessenvertretungen eine doch erhebliche Anzahl an betroffenen und hoffentlich auch interessierten Diabetikern erreicht wird. In wie fern auch die politisch Verantwortlichen dadurch erreicht werden, mag dahingestellt sein.
Umso wichtiger ist es, dass sich die Interessenvertretungen beider Organisationen auf politischer Ebene entsprechend Gehör verschaffen.
Allerdings plädiere ich dafür, dass beide Interessen-Verbände eigenverantwortlich ihre Ziele definieren und bei den verantwortlichen Politikern zum Ausdruck bringen.
Sofern die Ziele übereinstimmen, können diese auch in gemeinsamen Erklärungen zum Ausdruck gebracht werden.
Diese Differenzierung ist meines Erachtens erforderlich, weil ich den Zielen von diabetesDE nicht uneingeschränkt zustimmen kann. Ich kann mich des Gefühls nicht entledigen, dass die Interessen der Berufsverbände in diabetesDE, der Pharmaindustrie und der im DDB organisierten Diabetiker nicht immer die gleiche hintergründige Zielrichtung haben.
Mit freundlichem Gruß
Uwe Ehlers
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 07.01.10 11:52
Sehr geehrter Herr Nuber,
mit EINER Stimme die Interessen der Diabetiker vortragen ist ein heeres Ziel - besonders dann, wenn nicht einmal ein einziger der Vereine, die wir da in unserem Boot sitzen sehen, ein verständliches und schlüssiges Ziel für sich selbst formuliert hat.
Was sind denn die Interessen der Diabetiker? - Frau Bohnes hat schon vorgelegt und als ihr wichtiges Interesse die freiere Pumpenversorgung benannt. In ähnlicher Weise werden das die meisten von uns Betroffenenn für sich formulieren können, also frei zusammengefasst: Es möge sich an unserer Versorgung, wie wir sie noch vor 2 oder 3 Jahren gewöhnt waren, nichts ändern. Dumm nur, dass der Wunsch schon heute absolut unrealistisch ist. Denn schon heute übersteigen die Kosten für unsere Versorgung ohne die seit 2 oder 3 Jahren leise abgespeckten Leistungen die Finanzierungsmöglichkeiten unseres Gesundheitssystems. Und was das System heute noch zu verteilen hat, wird im Rahmen dieses Jahrzehnts für wenigstens die doppelte Menge an Betroffenheiten reichen müssen. Dabei werden die zusätzlichen Neuen, die kürzlich die Medien mit großen Zahlen schockten, einstweilen nur eine Marginalie bilden. Unendlich viel gewaltiger werden die Folgekrankheiten der längst gezählten Betroffenen zu Buche schlagen, die im Rahmen der letzten 10-20 Jahre ihrer immer intensiveren Behandlung im Verlaufe ihrer Krankheitsprogression nun schlicht an der Reihe sind mit immer apperen Füßen und immer blinderen Augen und ... und damit im Durchschnitt wenigstens 5mal so viel Mehrkosten gegenüber dem Versichertendurchschnitt, wie als Diabetiker ohne Folgekrankheiten.
Denn an der Anzahl der Folgekrankheiten pro 1.000 Betroffene hat sich seit 1989 praktisch nichts geändert, obwohl damals die Deklaration von St-Vincent http://www.diabsite.de/infos/experten/lesefutter/000411-gries.html ein Super-EIN-Stimmen-Ansatz war und das sehr konkret versprochen hatte. Gelungen sind seitdem nur Verbesserungen, die mit hohem und weiter zunehmendem finanziellem Aufwand die Folgekrankheiten in ihren Belastungen gelindert und erträglicher gestaltet und vom Einsetzen bis zum Erreichen des jeweiligen Endpunktes verlängert haben. Also die längere Erhaltung des Fußes und die Abnahme der Funktion in immer kleineren Schritten von der ersten Entzündung bis zur kompletten Amputation. Und die längere Erhaltung des Sehvermögens vom ersten Lasern der Netzhaut bis ... usw.usw.
Welche soziale Sprengkraft mag sich wohl entfalten, wenn die medizinischen Dienste eine um die andere dieser wahnsinnig teuren Linderungen und Verlängerungen in diesen und den kommenden Jahren wieder zurückdrehen müssen? Ok, zuerst bei immer mehr 70jährigen und älteren. Und dann bei immer mehr 60jährigen! Und wer denkt denn wirklich heute schon daran, dass diabetische Folgekrankheiten mit ihren kostenintensiven Dauer- und Folgebehandlungen in erschreckender Zahl auch längst bei Betroffenen angekommen sind, die gerade erst ihren 50. Geburtstag gefeiert haben? - Was wollen wir diesen Menschen und dem Rest der Gesellschaft und der Politik zu diesen Menschen mit EINER Stimme sagen?
Mit neugierigen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 05.01.10 18:13
Sehr geehrter Herr Nuber, die Idee, daß die einzelnen Verbände sich zum Nutzen der Diabetiker zusammentun sollten, kann ich nur unterstützen. Aber nicht nur die Politik muß angesprochen werden, auch gegenüber den Krankenkassen müßte es einen gewichtigen Vertreter geben, der unsere Interessen vertritt. Ich habe den Eindruck, daß im Moment versucht wird, die Weiterverordnung von Insulinpumpen zu verhindern. Angesichts der Anforderungen, die z.B. die BEK stellt, werde ich den Verdacht nicht los, daß da gegen das Diskriminierungsgebot verstoßen wird. Nicht die Verordnung und Beurteilung des behandelnden Arztes zählt, die BEK will selber prüfen, ob sie einen teuren Kostenfaktor weiter unterstützt!!!! Ein starker Verband sollte gegen solche Praxis dringend einschreiten. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Hans-Jürgen Tilsner - 13.12.09 09:26
Sehr geehrter Herr Dr. Danne,
die Bedeutung eines Problems wird mit zunehmender Breite der organisierten Bewältigungs-Anstrengungen allgemein bewusster und größer. Und der Druck der Lösungs-Erwartung greift damit zunehmend höher in den Wissenschafts- und Verwaltungs-Hierarchien an. Das ist sicher hilfreich, wenn es etwa um Mittel für den Einsatz zur Erforschung komplexer Ursachen geht, die lokale, regionale und nationale Ressourcen überfordern. Auf der anderen Seite lenkt es aber auch die Informations- und Behandlungs-Aufmerksamkeit ab auf die höheren Ebenen und in die Zukunft und damit weg von den konkreten Behandlern und weg von den konkreten Betroffenen im HIER und JETZT.
Dabei werden seit Jahrzehnten tolle gesunde Erfolge von Betroffenen erzielt, die ihren Blutzucker selbst so gesund steuern http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php , dass ein zufälliger Bluttest sie selten auch nur als diabetesverdächtig ausweisen würde. Gemeinsame Kennzeichen dieser immer zahlreicheren Einzel-Fälle, die alle Diabetes-Typen und Progressionsstadien zum Ausgang haben:
1. Unterbrechung der Behandlungs-Eskalation mit dem Erfolg des erheblich verringerten Medikamenten-Verbrauchs bis hin zu Null Medis!
2. Unterbrechung der Krankheits-Eskalation/-Progression mit dem Erfolg der erheblichen Verbesserung aller Gesundheitsparameter bis hin zum Zurückdrehen schon eingetretener Folgekrankheiten!
3. Anstoß und Anleitung bisher dazu in aller Regel nicht durch Ärzte und Fachärzte, sondern durch andere Betroffene!
Ja, häufig erfahren die erfolgreichen Selbestbehandler sogar die mehr oder weniger volle Ablehnung durch ihre behandelnden Ärzte und Fachärzte. Und ich kenne herzlich wenige Ausnahmefälle, in denen bis heute eine ärztliche Analyse des gesunden Patientenverhaltens stattgefunden hat und seine Übernahme in eine ärztliche Anleitungs- bzw. Behandlungsroutine :-(
So ist wohl bezeichnend, dass der 2008 ADA-Banting-Preisträger Dr. DeFronzo in seiner Dankesrede - hier eine kurze Zusammenfassung http://www.dlife.com/dLife/do/ShowContent/inspiration_expert_advice/expert_columns/garnero_0608.html - zwar umfassend begründet, warum die Typ2-Diagnose und Behandlung schon bei Überschreiten sehr viel niedrigerer Blutzucker-Schwellen einsetzen müsse, u.a. weil die Betroffenen bei Erreichen der gegenwärtigen Diagnose-Schwellen nur noch über etwa 20% der Insulin produzierenden Beta-Zellen vergleichbarer gesunder Menschen verfügen (fehlt übrigens noch völlig in der Typ2-Darstellung auf diabetesDE!), aber dann sofort die eben früher einsetzende medikamentöse Behandlung fordert.
Warum nicht stattdessen zuerst diese dann deutlich früher diagnostizierten Menschen zum messenden Beobachten ihres Blutzuckers und dazu anleiten, wie sie den mit Essen und Bewegen GEZIELT steuern können, so dass der zu keiner Zeit nach dem Essen die gesunde Obergrenze von 140mg/dl überschreitet?
Das ist im Stadium des Prädiabetes völlig einfach und sogar bis in die ersten Jahre mit fortgeschrittenem Typ2 durchaus in vielen Fällen möglich. Warum verschweigt uns die Medizin geradezu systematisch diese Möglichkeit, die in den Selbsthilfe-Gruppen des Internets (Foren, Newsgroups, Blogs) längst mit minimalem Aufwand von selbst läuft und sich praktisch ganz von selbst verbreitet?
Ganz von selbst im Sinne von "ohne irgendwie offiziellen Antrieb und ohne offizielle Mittel" vorwiegend auf der Freizeit- und Taschengeld-Basis solcher Betroffener, die sich tagtäglich weltweit in die aktive Diabetiker-Selbsthilfe einbringen. Und ich will mir gerne mit Blick über meinen Tellerrand eine internationale Fachmedizin vorstellen, die fortlaufend alle erreich- und überprüfbaren Ergebnisse dieses tollen Engagements zur beständigen Verbesserung einer erstklassigen Anleitung von Betroffenen für Betroffene aufbereitet und mit-trägt. Hier als super Basis für einen guten Start die wahrscheinlich seit Jahren international erfolgreichste Anleitung von einer Betroffenen für Betroffene http://alt-support-diabetes.org/new.php . Statt der hierzulande üblichen Beschwichtigung, dass der Blutzucker zwar schon ein bisschen hoch sei, aber noch lange kein Diabetes, weil ja auch völlig gesunde Menschen nach dem Essen ab und zu Werte weit über 200mg/dl messen könnten, gehört eine Anleitung wie diese aus meiner Sicht in jedes dieser Arzt-Patienten-Gespräche.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Peter Fischer - 10.12.09 13:23
Von Johann Lafer ist
Das Diabetes- Journal-Kochbuch: Die moderne Diabetes- Küche 2007
erschienen!
Hans-Jürgen Tilsner - 08.12.09 09:18
Sehr geehrte Frau Bohnes,
wenn ein völlig gesunder Mensch irgendwann am Tag 4 BEs isst, und nicht sofort eine Stunde joggen geht, stehen die Chancen gut, dass die Energie aus wenigstens 2 BEs in der Form von Fett gespeichert wird. Ebenso ist das bei Diabetikern. Der weit überwiegende Anteil aller gegessenen und nicht direkt verwendeten Energie wird als Fett eingelagert. Denn Fett ist tatsächlich die absolut geniale weil am wenigsten belastende Speicherform.
Und wenn Sie einmal genauer schauen, wie viel Energie so ein Fernsehessen enthält, würde Ihnen schnell auffallen, dass die von Ihnen kritisierten Zugaben von Butter und Sahne einen wirklich unerheblichen Anteil daran haben. Die Körperform sagt übrigens absolut NICHTS darüber aus, in welcher Form einverleibt wurde, was da vielleicht auffällt.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner - 08.12.09 08:57
Sehr geehrter Herr Lauber,
im Blutzucker ist nicht mehr feststellbar, ob er in Form von Haushaltszucker oder Mehl oder Obst einverleibt wurde oder auch in der von Eiweiß, aus dem die Leber im Wege der Glukoneogenese Glukose/Glykogen produziert.
Ihr ausdrücklicher Hinweis, dass Ihr Gugelhupf zuckerfrei sei, wäre mithin bestenfalls irrelevant, ist aber im Diabetes-Zusammenhang direkt und hochgradig irreführend vor allem für Typ2, die mehrheitlich ihren Blutzucker ja nicht messen, wie Sie ja wissen.
Denen suggerieren sie auf diese Weise nämlich, dass ihr Blutzucker mit einem Stück von Ihrem Gugelhupf praktisch nicht ansteige. Und dass sie für seine Verstoffwechselung auch praktisch kein Dickmachhormon, wie Sie ja das Insulin titulieren, mobilisieren müssen.
Sie tragen so de facto in erschreckender Weise zur Fehlinformation vor allem unter Typ2 bei :-(
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 07.12.09 14:28
Hallo Frau Bohnes,
als ich jüngst bei der Kirchheim-DiabetesTour in Hannover mit einem Koch auftrat, waren die Leute so begeistert, dass sie riefen: "Wo bleibt das Fernsehen?" Natürlich habe ich schon öfter probiert, da reinzukommen, aber keine Chance. Der nun wirklich etwas beleibte Vincent Klink, von dem ich als Koch sehr viel halte, meinte nur: "Lass mich in Ruh´mit Deinem Gesundheitszeugs". Es ist fast schon irrational, wie die Menschen - und natürlich auch die Köche - alles ablehnen, was irgendwie mit echter Gesundheit zu tun hat. Außer es wird so geschickt verpackt wie beim Schuhbeck, der alles Heil in die Gewürze steckt - und alles andere "Gesunde" aber tunlichst weglässt. Trotzdem werde ich nächstes Jahr wieder mit einigen Köchen Seminare anbieten, wo ich Genuss und Gesundheit auf das Köstlichste vereine. Das erste wird am 17. April im "Gottfried" in Moos am Bodensee sein.
Zimt ist kein Märchen, sondern wird seit Jahrtausenden in der Ayurveda-Medizin bei Diabetes erfolgreich eingesetzt. Allerdings wirkt es nicht monokausal wie ein Medikament, sondern es unterstützt katalytisch die eigenen Anstrengungen. Wer sich also gesund ernährt, sich bewegt, bei dem verstärkt Zimt diese Wirkungen. In "Schlemmen wie ein Diabetiker" schreibt der Düsseldorfer Immunbiologe Prof. Hubert Kolb über Zimt: "Ein wirksamer Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselsituation".
Schöne Grüße Hans Lauber
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 07.12.09 10:35
Sehr geehrter Herr Lauber,
Sie sprechen mir mit Ihrer Kritik aus der Seele! Ich sehe von all den vielen Kochsendungen kaum eine. Ich wundere mich aber schon, daß z.B. Horst Lichter, der eine schwere Herzerkrankung hinter sich hat, immer noch mit viel Sahne und Butter kocht. Den Aspekt Gesundheit findet man eigentlich nie. Muß erst einer der deutlich übergewichtigen Fernsehköche selber Diabetiker werden? Wie wäre es denn, wenn Sie Kontakt zu Lanz, Lafer, Schubeck und Co. aufnähmen und diese mal probeweise an einem Freitagabend ein Essen mit BE-Angabe zaubern? Mit einer entsprechenden Vorankündigung würde das wahrscheinlich der Quotenhit 2010!
Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
PS. Sie glauben doch nicht wirklich an das Zimt-Märchen, oder ?
Hans-Jürgen Tilsner - 04.12.09 00:48
Sehr geehrter Herr Lauber,
zugegeben, ich bin hier ein bisschen unfair, denn Sie stehen hier bisher als einziger Autor Schreibe und Antwort.
Aber Sie haben die Behauptung nun mal in diese Welt gesetzt:
"Zu viel Zucker im Körper führt zur Ausschüttung des Dickmachhormons Insulin"
Bitte erläutern Sie sachlich und fachlich nachvollziehbar Dickmachhormon - und warum es bei den meisten Menschen gar nicht dick macht?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Rudolf Hoth aus 41352 Korschenbroich - 26.11.09 17:50
Ja warum sagt uns denn keiner wie man die Kurve flach hält. Antwort: dann würde unsere Gesundheitsindustrie vor dem Kollaps stehen.
Rudolf Hoth
Hans-Jürgen Tilsner - 25.11.09 17:36
Sehr geehrte Frau Bohnes,
ob ein Insuliner beim Autofahren oder bei der Gartenarbeit aus 80mg/dl unterzuckert, liegt nicht am Typ, sondern am zu der Zeit wirksamen Insulin: Wenn der BZ dabei absinkt, ist ganz einfach zu viel gespritzt worden.
Ich kenne Typ1, die bei 80mg/dl 1 Stunde joggen können, ohne zu unterzuckern, nicht weil es bei ihnen so gut läuft, sondern weil sie gelernt haben, ihren BZ so (http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php) gesund zu steuern. Und ich werfe nicht Ihnen, sondern unserem DJ vor, dass es auf solche Möglichkeiten zu solchem Lernen nicht hinweist.
Sie haben völlig recht: Mit der normalen ICT-Einstellung leben wir Insuliner mit 80mg/dl unerträglich nah der Unterzuckerungsgrenze. Mit der normalen ICT liegt der Start unserer (in der Grafik blauen) BZ-Kuve vor dem Essen zwischen 100 und 140, die Spitze um 1 Stunde nach dem Essen deutlich über 200 und häufig auch über 300. Und von da sinkt der BZ dann bis zur nächsten Mahlzeit in einem großen Bogen wieder auf 140-100 ab.
In diesen hohen und weiten Bögen zwischen den Mahlzeiten, die wir in normalen Schulungen nicht zu messen und zu begrenzen lernen, liegt der größte Teil vom Antrieb für jeden höheren HBA1c-Wert.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 24.11.09 18:51
Lieber Herr Tilsner ,
ich verstehe leider nicht genau, was Sie mir sagen wollten. Bei einem BZ von 80 denke ich noch lange nicht an eine Hypo. Aber ich würde mit diesem Wert nicht Auto fahren, das wäre mir wirklich zu gefährlich. Ich könnte mit diesem Wert auch nur sehr begrenzt im Garten arbeiten, einkaufen gehen oder Sport machen. Ich fühle mich bei Werten über 100 mg einfach mehr auf der sicheren Seite. Ich laufe aber auf der anderen Seite nicht tageweise mit einem BZ von 300 mg + herum. Mir persönlich wird ab ca 200 mg + übel.
-Ich stehe mit meinen Erfahrungen aber nicht allein, wie ich aus vielen Gesprächen weiß. Vielleicht liegt der Unterschied einfach darin, daß Sie offenbar ein Typ-II sind und ich ein fast lebenslanger Typ-I? -
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Bohnes
Hans-Jürgen Tilsner - 22.11.09 12:15
Sehr geehrte Frau Bohnes,
Sie sprechen die typische Insuliner-Therapie-Falle an: Mit der normalen Behandlungs-Anleitung mit Pen und Pumpe senken wir in der Hauptsache nur unseren Blutzucker-Verlauf in seiner Gesamtheit. Wenn also z.B. der BZ nach dem Essen auf 300mg/dl ansteigt und anschließend auf 100 absinkt, dann können wir die 300 nur z.B. auf 250 und damit die nachfolgenden 100 auf 50 und in ne Hypo senken. Denn mit der normalen Behandlungs-Anleitung lernen wir ja nicht, wie wir die Spitze von 300 auf 250, 200 oder sogar noch weiter senken können, ohne dass damit zwangsläufig das nachfolgende Tal hypomäßig bis fatal um den selben Betrag gesenkt wird. Das Ergebnis: Mit 1c 6,5 bewegt man sich auf diese Weise schon mehr als 10 Stunden am Tag im Bereich über 180mg/dl, wie Gruppenbeobachtungen mit kontinuierlicher BZ-Messung ergeben haben. Mit Ihrem ehrlichen schlechteren 1c werden Sie vielleicht sogar 10 und mehr Stunden von 24 über 300 verbringen.
Wer das so will, mag das tun. Das akzeptiere ich wie jeden, der mir sagt, dass er genau um die möglichen Folgen weiß, aber trotzdem raucht, weil er rauchen will. Wer dafür allerdings damit argumentiert, dass ein gesünderer BZ-Verlauf mit Hypos und dem Verzicht auf Lebensfreude und Lebensqualität verbunden sei, redet sich in meinen Augen bestenfalls aus Unwissenheit schlicht aus. Denn ich kenne inwischen reichlich Betroffene, die gelernt haben, ihren BZ nicht einfach nur in der üblichen ärztlichen Einstellung in seiner Gesamtheit zu heben und zu senken, sondern direkt so zu steuern, dass sie nicht nur zu den Mahlzeiten, sondern zu jeder beliebigen Zeit in 24 Stunden ihren BZ auf plusminus 15mg/dl genau steuern können. Und wer das gelernt hat, hat auch nicht plötzlich aus 80mg/dl eine Hypo, sondern eher überhaupt keine. Mit eher keinem Deut mehr Aufwand, als für die übliche ärztliche Einstellung mit dem viel mieseren Ergebnis.
Das gehört in meinen Augen zu den größten Versäumnissen unseres DJ, dass es uns entsprechende Lernmöglichkeiten bis heute systematisch vorenthält :-(
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 19.11.09 10:54
Ich bekenne mich hiermit schuldig, ein Typ I Diabetiker mit einem schlechten HbA1 zu sein. Ich schaffe es einfach nicht, meinen BZ konstant bei 80 - 100 mg zu halten, ich kann mit solchen Werten nicht leben, weil ich dann dreimal am Tag mit einer Hypo umkippen würde. Ja, ich gestehe zu meiner Schande, ich bin mit 120 - 140 mg viel aktiver, fühle mich besser, kann viel mehr machen. Ich "schaffe" aber leicht auch höhere Werte, die ich aber auch so schnell wie möglich korrigiere. Es interessiert mich allerdings, ob Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen auch so rigoros kontrolliert werden? Warum schießt man sich, wenn es um das Kontrollieren geht, eigentlich immer so auf die Diabetiker ein? Niemand kann uns sagen, warum wir erkrankt sind, verantworten sollen wir uns dennoch. Ich bin allerdings auch nicht bereit, mein Leben dem HbA1 unterzuordnen. Ganz nebenbei möchte ich mir nämlich auch noch ein bißchen Lebensfreude bewahren und da gehören Hypos bestimmt nicht dazu.
Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Hans-Jürgen Tilsner - 18.11.09 12:30
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
warum verhält sich unsere Betroffenen-Zeitschrift wie ein Organ zur Veröffentlichkeitung der Möglichkeiten der Ärzteschaft?
Warum schreiben Sie uns Betroffenen nicht, dass ein wirklich stoffwechselgesunder Mensch mit 70-90mg/dl aufwacht, 1 Stunde nach dem Essen von viiiiel Stärke=Zucker an die 120 bis maximal 140mg/dl messen kann und nach 2 Stunden wieder zurück um 80 ist? Die Info ist doch nicht neu und zudem via Internet frei zugänglich http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php
Warum schreiben Sie uns Betroffenen nicht, dass von diesem gesunden Stadium an das diabetische Folgekrankheiten-Risiko mit zunehmend größeren BZ-Schwankungen und mit zunehmend höherem Verlauf zunehmend wächst? Dass der Risikoverlauf keine Stufe hat, ab der er - etwa mit der zeitnahen Diagnose Diabetes - erst beginnt, sondern dass das Risko eine Kurve beschreibt, die zunehmend von gesund flach & niedrig an ansteigt und in die Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts höchst willkürlich die Diagnosegrößen gesetzt worden sind, wie sie kaum modifiziert bis heute gelten?
Warum schreiben Sie uns nicht, dass bei Erreichen dieser alten Diagnose-Schwellen 10-12 von 100 neu diagnostizierten Typ2 schon längst an wenigstens einer voll ausgebildeten diabetischen Folgekrankheit leiden? Dass also der Diabetes dann keineswegs erst ausbricht, sondern dass der dann schon seit 10 und mehr Jahren zubehmend am Werke ist?
Warum schreiben Sie uns nicht, dass der so neu am vermeintlichen Anfang seiner Typ2-Erkrankung stehende Betroffene nur noch 50-20% der Insulin-produzierenden Beta-Zellen eines nach Geschlecht, Alter und Statur vergleichbaren gesunden Menschen hat? Auch die Erkenntnis ist ja keineswegs neu, sondern hat es längst bis an die Spitze der ADA geschafft:
http://www.dlife.com/dLife/do/ShowContent/inspiration_expert_advice/expert_columns/garne[..] kann man sich überhaupt Gedanken darüber machen, wie der selbe zu hohe Blutzucker bei Typ1 und Typ2 in verschiedenem Maße schädlich sein könnte? Spricht nicht vielmehr alles dafür, dass auch ein völlig gesunder Organismus bei dauerhaft höher als gesundem Blutzucker gleiche diabetische Folgen entwickeln würde? Wäre von daher für uns Betroffene nicht tatsächlich dringend geboten, unseren Blutzucker in dem Maße, in dem unsere Automatik das aus welchen Gründen auch immer nicht mehr schafft, gewissermaßen manuell so gesund zu stützen, dass ein zufälliger BZ-Test irgendwann am Tag nach Möglichkeit nicht einmal einen Prädiabetes-Verdacht begründen würde? Also konkret im Rahmen von max 140-120-100mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Input!
Ich weiß, dass das mit den herkömmlichen Therapieformen nicht möglich ist. Aber ich weiß auch seit Jahren von immer mehr Betroffenen aller Diabetes-Typen und Stadien aus allen Altersschichten und Lebensbereichen und mit allen erdenklichen Beschäftigungs- und Bewegungsprofilen, die ihren Blutzucker in diesem gesunden Rahmen und praktisch hypofrei führen.
Warum lesen wir nicht in unserem DJ, wie diese Menschen das jeden Tag schaffen und wie z.B. ein spät berufener Typ1 und aktiver Bundespolizist es geschafft hat, sich eine BZ-Führung zu erarbeiten, die ihm einen ganzen Tag vollen Einsatz im aktiven Dienst ohne regelmäßiges Spritzen und Essen mit einem nahezu gesunden BZ-Verlauf und absolut ohne jedes Hyporisiko ermöglicht? Wie viele Menschen, vor allem auch junge, könnten mit solchen Beispielen ihre Lebenspläne von den lähmenden Fesseln befreien, in denen das alte Therapie-Regieme sie sogar noch als Pumpis gefangen hält?
Und warum verschweigt unser DJ uns Typ2 mit jeder Ausgabe auf's neue, dass sehr viel später bis vielleicht gar nicht auf Diagnose Diabetes vorrücken muss, wer schon dann beginnt, seinen BZ zuverlässig im gesunden Rahmen von max 140-120-100mg/dl nach jedem Input zu halten, wenn der gerade erst beginnt, den im Rahmen von 1 Stunde nach dem Essen zu verlassen? Also dann, wenn Ihre Kollegen in den Praxen im Lande heute normal erklären, dass der BZ zwar leicht erhöht, aber noch lange kein Diabetes sei? Und das man das halt weiter beobachten müsse? Und dass auch gesunde Menschen ne Stunde nach dem Essen öfter mal über 200mg/dl messen könnten?
Warum weist unser DJ nicht mit jeder Ausgabe darauf hin, dass wir mit der Anleitung zu so gesunder BZ-Führung von Anfang an den größten Teil der Kostenexplosion im Gesundheitswesen vermeiden könnten, die mit der Verdoppelung der Diabetes-Erkrankungen und der mehr als Verdoppelung der Folgekrankheiten in den nächsten 10 Jahren erwartet wird? Vielleicht, weil sich doch nicht alle Betroffenen danach richten würden? - Wie würde es wohl mit der Zahl der Raucher und der Bilanz der rauchbedingten Erkrankungen aussehen, wenn auf breite Anti-Rauch-Kampagnen mit dem Argument verzichtet worden wäre/würde, dass sich eh nicht alle Raucher danach richten?
Mit fragenden Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Sorry, aber die Einladung zur Diskussion im Blog ist in meinen Augen ein Fake. Sie schreiben zwar, "diskutieren Sie mit uns", meinen aber offenbar, "diskutieren Sie untereinander" :-(
zehra erın aus türkei - 12.11.09 20:05
benutze zur zeıt dıe pumpe, kam erst klar damıt aber jetzt klappt nıx ıch bekomme das nıcht unter kontrolle ıch habe schon alle methoden benutzt levemır lantus protaphan nıx klappt zusätzlıch habe ıch eın stressvolles leben was können sıe mır empfehlen bıtte
Hans-Jürgen Tilsner - 11.11.09 00:33
Sehr geehrter Her Lauber,
zunächst stelle ich fest, dass Sie mir in der Sache in keinem konkreten Punkt widersprochen haben. Danke.
Und dann muss ich ja auch einen Professor bemühen. Wie wär's mit dem Banting-Preisträger 2008 der American Diabetes Association, Dr. DeFronzo? Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus seiner Dankrede:
http://www.dlife.com/dLife/do/ShowContent/inspiration_expert_advice/expert_columns/garn[..]
Sorry, aber da ist kein Punkt, der sich mit Lifestyle erklären ließe, obwohl Dr. DeFronzo als Vater der Insulinresistenz-Therorie gilt.
Mit nach wie vor völlig verständnislosen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans Lauber - 10.11.09 12:42
Sehr geehrter Herr Tilsner,
von einer Diffamierung kann keine Rede sein. Aber was ich schreibe, ist keine Einzelmeinung, sondern wird von vielen Ärzten vertreten, die inzwischen auch meinen Begriff "Lifestyle-Diabetes" übernommen haben. So schreibt etwa der Diabetologe Prof. Stephan Martin, Chefarzt Sana-Kliniken Düsseldorf, im Vorwort des Buches "Fit wie ein Diabetiker":
"Wenn diese Stoffwechselstörung aber wesentlich durch den Lifestyle bedingt ist, dann kann sie auch nur durch eine Änderung des Lifestyles vermieden werden. Dies konnte bereits in wissenschaftlichen Studien eindeutig belegt werden. Konkret bedeutet das: Nicht mehr das Solidarsystem kann allein die Verantwortung für die Gesundheit übernehmen, sondern die Verantwortung verschiebt sich ganz stark zu jedem einzelnen.
Mit dem Buch ´Fit wie ein Diabetiker` ist es Herrn Lauber gelungen ein neues Bewusstsein für den Typ-2-Diabetes zu etablieren, was in seiner prägnanten Wortschöpfung Lifestyle-Diabetes zum Ausdruck kommt".
Beste Grüße Hans Lauber
Hans-Jürgen Tilsner - 08.11.09 19:10
Sehr geehrter Herr Lauber,
es mag nicht ihre Absicht sein, aber mit Ihrem Beitrag und Ihrer Bezeichnung Lifestyle-Diabetes für Typ2 diffamieren Sie in absolut unerträglicher Weise Millionen Betroffene und stigmatisieren darüber hinaus völlig gesunde Dicke, bei denen in der Folge Ihrer unqualifizierten Veröffentlichkeitungen die automatische Affinität zum vermeintlich angefressenen & angesessenen Typ2 angenommen wird. Einzige Entlastung: Sie stehen damit nicht alleine, und der Deutsche Diabetiker Bund, in dessen Sprachrohr wir uns hier treffen, kann mit solcher Diffamierung eines großen Teils seiner Mitglieder offenbar sehr gut leben.
Fakt ist, dass es KEINEN diagnostizierten Typ2 ohne folgende organische Defekte gibt, die alle bisher in keinen Zusammenhang mit Bewegungsprofil und Statur gebracht werden konnten:
1. Die Abnahme der Beta-Zellen bis auf etwa 20% der Menge eines Gesunden gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur bis zur Typ2(!) Diagnosereife.
2. Die Zunahme von intaktem Proinsulin im Blut. Proinsulin ist im Blut Stoffwechselgesunder nicht nachweisbar, hat nur 10% der Blutzucker-Senkwirkung von Insulin, fördert aber super Adipositas & Arteriosklerose, und zwar schon lange vor Erreichen der Diagnosereife!
3. Die Abnahme des Inkretin-Effektes und in der Folge immer höher ansteigender Blutzucker nach dem Essen, und zwar schon lange vor Erreichen der Diagnosereife!.
4. Die sogenannte hepatische Insulinresistenz: die bis zum 3fachen über normal verstärkte Zuckerausgabe, zu der die diabetisch gestörten Alpha-Zellen die Leber antreiben, besonders auffällig nach den Mahlzeiten und in den frühen Morgenstunden, und zwar schon lange vor Erreichen der Diagnosereife!.
Sie schreiben zutreffend, dass wir Betroffene die Auswirkung dieser Defekte wesentlich selbst so begrenzen können, dass wir unseren Blutzucker in vielen Fällen sogar völlig ohne Medis alltäglich zuverlässig im gesunden Rahmen halten können. Hier 2 Beispiele aus meinem eigenen Erleben, http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-messen-als-schluesselwerkzeug/1662710/read.html und http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-&-bewegung/1619276/read.html#msg-1619276 .
Ich kenne noch viele weitere Beispiele in dieser Art, aber ich kenne nicht eines, zu dem ein Arzt angeleitet hätte. Und auch die Ärzte, die o.g. Beispiele echt bewundert haben, haben ihre Behandlungspraxis nicht geändert. Nach wie vor sagen sie ihren Prädiabetikern, dass die zwar einen erhöhten Blutzucker hätten, der aber nur weiter beobachtet werden müsse und noch lange kein Diabetes sei. Und vor allem, dass sie ihren Blutzucker selbst nicht zu messen bräuchten, weil sie den ja eh erst beeinflussen könnten, wenn sie Insulin spritzten. - Da passt er doch hervorragend drauf, Ihr Vorwurf mit dem Lifestyle-Diabetes, oder?
Mit völlig verständnislosen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 07.11.09 10:33
Hallo Herr Lauber , danke für Ihre Antwort , Sie haben natürlich recht. - Bei der Behandlung der Typ-II Leute kommen m.E.zwei unschöne Dinge zusammen. Diese Erkrankung gilt immer noch als "Alte-Leute" Erkrankung, bei der die Betroffenen eben einfach nur ein Stück Kuchen essen dürfen statt zweier. Man hat eben "ein bißchen Zucker", na und? Daß das bißchen Zucker auch heute noch Amputationen, Blindheit und Nierenversagen nach sich ziehen kann, ist immer noch nicht in den Köpfen drin. Der zweite Punkt ist, daß aktives Vorgehen gegen Typ-II richtig Mühe macht! Und wenn der Arzt sowas verlangt, dann wechselt man eben. Man soll im fortgeschrittenen Alter den ganzen Lebenstil ändern und womöglich auch noch sportlich werden. Aber warum eigentlich? Zucker tut doch nicht weh und es gibt doch Medikamente. Von den vielen Typ-II, die ich kenne, hat es nur EINE geschafft, durch eine konsequente Änderung des Lebensstils 25 kg abzunehmen und dem Dm die rote Karte zu zeigen. Lieber Herr Lauber, ich denke, Sie werden sehr viel lauter werden müssen, um eine Änderung zu erreichen. Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen Ihre Gisela Bohnes
Hans Lauber - 06.11.09 14:45
Sehr geehrte Frau Bohnes,
schönen Dank für Ihr Schreiben. Aber es geht in meinem Beitrag weiß Gott nicht darum die Typ-1-Diabetiker "totzuschweigen". Aber es steht mir als Nicht-Arzt und Nicht-Betroffener schlicht nicht zu, mich über dieses medizinisch fundierte Thema zu äußern. Ich darf etwas zum "Lebensstil-Diabetes" vom Typ-2 sagen - denn diese Diabetiker können sehr häufig etwas aus eigener Anstrengung unternehmen, bräuchten oft keine Medikamente, was ja beim Typ1 nicht geht. Etwas anderes ist mir auch ganz wichtig - und ich habe es immer betont: Wenn die steigende Zahl von Typ-2-Diabetikern alle mit Insulin behandelt würden (obwohl es oft auch anders ginge), dann werden, wenn schon bald die Budgets enger werden, möglicherweise den Typ-1-Diabetikern gute Insuline nicht mehr bezahlt, etwa die für viele wichtigen Analoginsuline. Ich hoffe, damit Ihre Enttäuschung ein wenig gemildert zu haben.
Beste Grüße Hans Lauber
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 05.11.09 10:12
Lieber Herr Lauber , ich weiß gar nicht , worüber Sie sich aufregen. Bei der immer größer werdenden Anzahl von Typ-II Diabetikern haben sie doch einen Riesenvorteil : sie werden wahrgenommen ! Wird irgendwo etwas über Diabetes geschrieben , ist IMMER der Typ-II gemeint. Sie können es ganz einfach überprüfen . Schauen Sie das DJ oder z.B. die in den Apotheken ausliegenden Publikationen an. Wenn überhaupt ein Wort über Typ-I verloren wird , dann nur im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen. Offenbar hat niemand damit gerechnet , daß die tatsächlich das Erwachsenenalter erreichen.. Was also tun ? Zum Glück sind es nicht zu viele . Da reichen noch Nichtbeachtung und Totschweigen. Also , seien Sie froh , daß Sie zu einer großen Gruppe gehören , die man nicht mehr übersehen kann ! Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Anja Renfordt aus Lüdenscheid - 30.10.09 18:00
Hallo Ihr Süßen ;-)
Ich kann mich über die Geschichte nur ärgern! Es gibt doch immer Leute, die sich daneben benehmen. Von denen kann man dann auch keine normale Frage erwarten...
Ich lege meine Pumpe in der Sauna immer ab, alleine weil sie mich dann stört und ich auch ohne mit guten Werten hinkomme. In der Sauna wurde ich noch nie angesprochen.
Im Sportstudio beim Duschen werde ich oft auf den Katheter angesprochen. Ich versuche es möglichst einfach zu erklären und meistens sind die Leute einfach interessiert und trauen sich noch weitere Fragen zu stellen. Finde ich super!
Mir ist viel daran gelegen, die 'Unwissenden' aufzuklären und Betroffene zum offenen Umgang mit dem Diabetes zu ermutigen. Besonders Kinder, Jugendliche und deren Eltern...
Aber manche Leute wollen vielleicht auch einfach ihren Frust abbauen und warten darauf, 'provoziert' zu werden - immerhin wurde ja schon im Voraus eine Geschichte bereitgelegt. Dann doch lieber mal wieder den Sandsack verhauen ;-)
Ich hoffe, dass es genug Diabetiker da draußen gibt, die neugierige Blicke anders handeln!
Viele Grüße,
Anja Renfordt
Hans-Jürgen Tilsner - 26.10.09 17:52
Moin Barbara,
"Ich lege die Pumpe beim Saunagang immer ab, weil das Insulin die Hitze nicht verträgt," ist keine beiläufige Frage, sondern eine eindeutige Aussage. Und die ist so schlicht so völlig unzutreffend, dass niemand Physiker sein muss, um das zu sehen.
Wenn Du ohne den unzutreffenden Hinweis auf die Temperatur geschrieben hättest, dass Du die Pumpe für den Saunagang ablegst, hätte ich daran absolut nix zu kritisieren gehabt. Vielleicht hätte ich auch sonst einfach drüber weg gelesen, wenn ich nicht gerade wieder in der Selbsthilfe so einen Töffel erlebt hätte, der seine chaotische BZ-Steuerung darauf geschoben hat, dass sein Insulin bei seinem Griechenlandurlaub die Tage zu warm geworden und verdorben wäre.
Ansonsten stimme ich Dir voll zu, wenn Du schreibst: "Ich würde sagen, es kommt immer darauf an, in welcher Verfassung... "
Generell denke ich allerdings, dass wir unseren Diabetes samt Versorgung drum rum durchaus mal ein bisschen lockerer sehen sollten. Als gutes Beispiel dafür (vielleicht ein bisschen zu anspruchsvoll?) hab ich jedenfalls diese abgenervte Plutonium-Story verstanden ;-)
Bisdann, Jürgen
Barbara Weber - 26.10.09 15:04
Hurrraaaa, endlich ist es soweit!!! Endlich wurde aus dem Thema „Begaffen und Getuschel – das nervt!“ ein komplett neues Thema aus der Taufe gehoben und zwar: „Mach mit beim Wettbewerb – wer ist der klügste Diabetiker im Land“ Da habe ich mit meiner beiläufigen Frage nach der Hitzeverträglichkeit von Insulin ja einen schönen Stein ins Rollen gebracht. Soll es doch jeder so machen wie er es für richtig hält. Ich für meinen Teil lege die Pumpe während des Saunaganges ab, weil ich der Meinung bin, dass Hitzeeinwirkung meinem Insulin nicht gut tut. Der Herr Physiker kann es ja anders halten! Zurück zum Thema! Ich habe bezüglich meiner Pumpe noch keine negativen Erfahrungen machen müssen. Ganz im Gegenteil! In Agadir wurde ich von Einheimischen am Strand gefragt, ob da Musik rauskommt und egal, wo ich bis jetzt mit meiner Pumpe aufgetaucht bin, ich hatte noch nicht großartig das Gefühl dadurch alle Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Sicher, ab und zu wird mal neugierig der Hals gereckt, na und? Dann sagt man halt, um was für ein Gerät es sich handelt, wo ist da das Problem? Manchmal mache ich mir auch einen Spaß draus und sage, dass es eine Menschen-Fernbedienung ist. Im Laufe des Gespräches stelle ich meine Aussage dann natürlich wieder richtig. Als Diabetiker erregt man halt manchmal die Aufmerksamkeit der Menschen um einen herum, aber nicht ausschließlich durch das Tragen einer Insulinpumpe. BZ messen ist da viel auffälliger, oder ganz zu Beginn meiner Diabeteskarriere das hantieren mit der Spritze. Ich würde sagen, es kommt immer darauf an, in welcher Verfassung man gerade ist. Manchmal verträgt man es halt nicht, wenn man „angeglotzt“ wird und möchte einfach seine Ruhe haben. Ein anderes Mal sieht man das Ganze wieder lockerer. So sind halt wir Menschen, der Eine ist neugierig, ein Anderer introvertiert, der Nächste albern, aber manchmal gibt es auch ganz, ganz Kluge……..
Hans-Jürgen Tilsner - 24.10.09 18:55
Hey, da sind ja echte "naseweiße" Witzknicke unterwegs, Sternzeichen Milchmädchen, oder?
Ich meine, nix gegen das Ablegen der Pumpe für den Saunagang, aber warum? Wirklich, weil da alles über 60 Grad heiß wird? Wirklich?
Mal ehrlich, wer von Euch würde das denn wohl überleben? Bei uns Menschen ist doch knapp über 40 Grad schon Schicht, oder?
Wenn Ihr in Physik besser aufgepasst hättet oder wenigstens ein bisschen logisch denken würdet, hättet Ihr nicht sone blöde Fehlinfo verzapft. Denn dann wäre Euch von Anfang an klar gewesen, dass sich das Pumpenpäckchen in ner halben Stunde in der Sauna um keine 10 Grad erwärmt ;-)
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 24.10.09 16:00
Ich habe den Artikel zweimal gelesen , um sicher zu sein , daß ich nichts überlesen habe. Nein , ich finde diese blöde Antwort überhaupt nicht witzig . Daß die Leute in der Sauna sich unhöflich verhalten haben durch ihr Starren , ist eine Sache. Aber muß man mit gleicher Münze zurückzahlen ? Die einfache Antwort : das ist eine Insulinpumpe , hätte doch völlig gereicht. Vielleicht wäre auch eine wirklich witzige Antwort möglich gewesen . Sollten die Leute aus der Sauna wieder mal einem Pumpenträger begegnen , wird derjenige viel gutmachen müssen. Schönen Dank auch ! Gisela Bohnes
Ulrike Thurm - 21.10.09 12:36
Vielleicht hätte man mal erwähnen müssen, dass es sich bei Insulin um ein Eiweiß handelt. Diese Substanz wird bei Temperaturen > 40 Grad geschädigt und bei temperaturen > 60 Grad zerstört. Das bedeutet, dass Insulin, welches mit in die Sauna genommen wird und diesen Temperaturen ausgesetzt wird, kaputt und damit unwirksam ist. Damit entsteht die Gefahr einer diabetischen Ketoazidose, die, im schlimmsten Fall, bei fehlender medizinischer Intervention, tödlich verlaufen kann. Ziemlich hoher Preis um in der Öffentlich keit blöde Kommentare abgeben zu können. Auch sehr merkwürdig, dass ein solcher Kommentar, der zu einem wirklich massivebn gesundheitlichen Risiko führen kann (alle Pumpenfachbücher weisen nachdrücklich darauf hin, dass Insulinpumpen in der Sauna abgelegt werden müssen) vom Diabetes Journal einfach so, ohne Kommentar, abgedruckt wird. Es Wunderbar auch, wenn einer dieser Saunabesucher in seinem späteren Leben einen anderen Insulinpumpenträger sieht, wird er vor dem schreiend und voller Angst weglaufen. Ganz toll - damit hat man sicherlich den Insulinpumpenträgern einengroßen gefallen getan, wenn sie als lebensbedrohliche Gefahr dargestellt werden, ganz besonders gilt dies auch für Insulinpumpe tragende Kinder. Da wurde dann echt was für die Integration getan.
Barbara Weber aus Frauenau - 21.10.09 07:33
Nicht schlecht Frau Specht!! Ich sage immer, daß ich eine Fernbedienung angehängt habe, die ich immer tragen muß. Ich tippe Befehle ein und mein Körper wird über das kleine Kästchen quasi "ferngesteuert". Neu ist mir allerdings, daß man seine Pumpe in der Sauna, also beim schwitzen trägt? Ich lege die Pumpe beim Saunagang immer ab, weil das Insulin die Hitze nicht verträgt. Wurden mit dem Artikel die Leser nicht falsch informiert?
Hans-Jürgen Tilsner - 16.10.09 08:21
SUUUUUUPER!
Eine praktische Anti-Gaff-Anleitung, mit der jeder mit etwas Spaß konkret etwas anfangen kann ;-)
Nur, warum finden wir im DJ eher so eine praktische Anleitung zum Umgang mit unseren Mitmenschen als eine zum Umgang (gesunden Steuern) mit unserem BZ?
Mit fragenden Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Detlef Teichmann aus Lübeck - 29.07.09 19:59
Das Ganze ist einfach zu begreifen: Die sogenannten Volksvertreter haben sich von uns soweit entfernt"Die Menschen da draußen im Land"(Zitat Politiker), daß sie absolut jeden Bezug(außer den finanziellen) zum normalen Leben verloren haben. Das fängt mit Dienstwagen im Urlaub an,und
hört mit Diskussionen um die Erstattungsfähigkeit von Analoga auf. Wie kann es denn sein daß eine Person wie Sawicki eine solche Macht besitzt, daß man sich nicht einfach seiner entledigen kann? Man braucht ihn als willkommenen Sündenbock, der sich an dem Thema die Finger schmutzig macht und keine Hemmschwelle hat. Er macht die Drecksarbeit für die Politiker damit die sich auf ihn berufen können und eine weiße Weste haben. Und weiter überversorgt bis nach dem Tod sich weiter tolle Immobilien und allen Luxus leisten können von Steuerzahlergeld. Und Du arme diabetische Sau kannst wieder nachts mit Basal um 1.00Uhr dich dumm und dämlich schocken. Und als nächstes sind die Teststreifen dran-wetten? Damit wieder Geld für den Luxus von anderen da ist. Der Kapitalismus ist eigentlich eine feine Sache. r hat nur einen Fehler---ER REICHT NICHT FÜR ALLE!!
Sich wehren ist gut,aber man muß gehört werden. Mein Empfinden ist daß die ganze Gesellschaft am Abgrund steht.
Tilsner - 16.07.09 22:15
Moin Berit,
nachdem ich hier grad wieder einen völlig hohlen Gesundheitsfunktionärsartikel gelesen hab, möchte ich Dir nachträglich für Deinen erfrischenden Griff ins alltägliche Leben mit einem Betroffenen herzlich danken :-)
Mit sonnigen Grüßen aus Oelde
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner aus Oelde - 19.05.09 08:48
Sehr geehrter Herr Dr. Haak,
wenn schon Generaldebatte, dann bitte die auch an der Stelle ansetzen, an der sich die Qualität jeder Diabetes Therapie entscheidet, nämlich bei uns Betroffenen! Dafür brauchen wir dringend von Anfang an verständliche Information und praktisch nachvollziebare Anleitung dazu, wie wir aktiv jeden Tag unsere mehr oder weniger defekte Blutzucker-Automatik unterstützen bis ersetzen und zuverlässig unseren möglichst gesunden Blutzucker-Verlauf produzieren können.
Dabei kann es nicht um das möglichst gehorsame Befolgen irgendwelcher ärztlicher Einstellungsvorgaben gehen. Mit solchen Vorgaben sind ein gesunder Blutzucker-Verlauf von meistens max. 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach jeder Mahlzeit und ein HBA1c-Wert um 5-6 zuverlässig ohne Hypos nicht zu schaffen. Sondern es geht hier um die Anleitung dazu, wie z.B. ein neu betroffener Mensch systematisch entdecken kann, wie er mit welchem Verhalten seinen Blutzucker-Verlauf beeinflusst und wie er das immer gezielter aktiv zu seiner gesunden Blutzucker-Steuerung nutzen kann. Die Wirkung von Medis würde er selbstverständlich in genau der gleichen Weise ergründen und sie dann ggf. gezielt einsetzen und so garantiert mit jedem Insulin seinen gesundem BZ-Verlauf und keine schweren Hypos produzieren. Mithin keine Grundlage für eine Diskussion, welches Insulin mehr Hypos mache, denn die gehört eindeutig in die Abteilung "passive Einstellung".
Wie so ein aktives Betroffenenverhalten aktuell konkret gelebte Wirklichkeit sein kann, habe ich im Kommentar zu Hans Laubers Schutzschirmbeitrag hier im Blog aus eigener Fall-Anschauung skizziert. Und schon way back im Januar 2008 hatte ich im Kommentar zu seinem Aktienten-statt-Patienten-Beitrag darauf hingewiesen, dass Professor Sawicki (und mit ihm eine bedeutende Fachfraktion!) einen HBA1c-Wert von 8 für völlig ausreichend hält und alle ärztlichen und betroffenen Bemühungen für einen nennenswert niedrigeren für absolut überflüssig. Wir hatten uns dann noch per Mail dazu ausgetauscht, wie der Herr Professor IQWiG mir ganz konkret meinen 5er HBA1c Kraft seiner geschliffenen Rethorik persönlich auszureden versucht hat, weil die UKPDS ergeben habe, dass 8 für Typ2 völlig ausreiche und 7 als weniger schädlich ein interpretativer Fehlschluss sei. - Und mal ehrlich, mit einem HBA1c um 8 als gesundem Standard macht das günstigere NPH nicht wirklich mehr Hypos, und in dem Rahmen hat uns Ulla doch tatsächlich recht, "dass für jeden Patienten alles medizinisch Sinnvolle auch künftig bezahlt werden wird" , oder?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Andreas Görner aus Mainz - 21.04.09 10:44
6.4.09 Besuch bei Doc Check in Köln, Gespräch mit Dr. Antwerpes und Frau Ullrich
Ziel des Gespräches war es, ein Fazit der bisherigen Zusammenarbeit zu ziehen und die Erschließung neuer Erlösquellen zu besprechen.
Doc Check Pro
Das Angebot stagniert, es ist weder ein Erfolg noch ein Megaflop. Dr. Antwerpes will deshalb einen der Großverlage mit seinem Contentangebot dazuholen. Erst dann werde es für die Ärzte interessant, hier Geld auszugeben.
Mit dem Engagement von Kirchheim ist er sehr zufrieden, wir tun mehr als andere.
Ich sehe das etwas kritischer und bin überzeugt, daß wir noch wesentlich effektiver neue Pro-Abonnenten werben können und das bringt das meiste Geld.
Bisher erhalten wir knapp 4.000,- € p.a. aus den DC Pro-Erlösen.
Doc Check Load
Viel besser läuft das neue Load-Angebot an. Hier können die Content-Partner einzelne Inhalte zum kostenpflichtigen Kauf anbieten. Wir haben bisher einige Sonderhefte eingestellt, die auch tatsächlich gekauft wurden. Genaue Zahlen für das 1. Quartal 2009 erhalten wir in Kürze.
Frau Antony hat inzwischen weitere Sonderhefte zu DC geschickt, insgesamt haben wir ca. 20 Sonderhefte im Load-Bereich.
Dr. Antwerpes hält den Load-Bereich für sehr erfolgversprechend (auch hochpreisige Angebote für rund 40,-€) und ausbausfähig, etwa mit:
-den letzten Heftausgaben
-einzelnen Buchkapiteln
-ausgelaufenen oder vergriffenen Büchern
-Rezepten aus unseren Kochbüchern oder DJ, evtl. sogar mit zusätzlichen Mobile-Angeboten, z.B. Einkaufszettel zu Rezepten aufs Handy
-Teile aus Lauber-Kalender
-DEJ und DT
-Diabetes Newsletter
Der Laod Bereich bietet neue Möglichkeit der Zweitverwertung (long tail) oder Teilverwertung im Internet.
Außerdem denkbar:
-Ticketverkauf über DC für KIFO, Practica, DHD,Diabetestour (30% Provision für DC incl. Werbung)
-Micorpayment im Kirchheim-Shop über DC
-Filme auf Doc Check TV
Insgesamt wieder ein sehr gutes und inspirierendes Gespräch. Es lohnt sich, wenn uns hier stärker einbringen.
Görner
Andreas Görner aus Mainz - 21.04.09 10:18
Liebe Onliner
Toll, daß Sie einen Blog eingerichtet haben, in dem wir die Weiterentwicklung des Kirchheim-Interauftritts und unserer Online-Strategie diskutieren können.
Ich wünsche dem Blog ein lebendiges und reiches virtuelles Leben.
Andreas Görner
Friedrich-Wilhelm Graffmann - 20.04.09 16:52
Frau Dr. Kraatz ist zu gratulieren, dass sie als Ärztin auf die unterschiedlichen Sichtweisen von Arzt und Patient hinweist. Lebensqualität ist mehr und hat Vorrang vor nackter Lebensverlängerung!
Hans-Jürgen Tilsner - 15.04.09 16:43
Sehr geehrte Frau Dr. Kraatz,
mit den Erfahrungen des Einzelnen den Blickwinkel von Studien erweitern liest sich verlockend logisch. Um so ein Unterfangen auf lebendig breite Füße zu stellen, habe ich schon häufiger in "meinem" DDB angeregt, unter uns Mitgliedern persönliche Umgänge mit dem eigenen Diabetes in möglichst vielen Details und Ergebnissen zu sammeln und aufzubereiten und so neben einer größeren Vielfalt von Vorgehensmöglichkeiten mit der zunehmenden Menge an Karriereverläufen so etwas zu bekommen, wie eine immer deutlichere Best-Practice-Skizze.
Dagegen wurde in unsortierter Reihenfolge u.a. gesprochen:
+ dass so eine Sammlung anlegen und ausbauen und pflegen und so aufbereiten, dass sich daraus Schlüsse auf Ergebnisrelevanz von Behandlung ziehen lassen, Geld koste, das nicht verfügbar sei.
+ dass Ergebnisse so nicht verglichen werden könnten, weil sie immer unter die Therapiehoheit des jeweils behandelnden Aztes fallen. Und wenn der Arzt z.B. einen HBA1c-Wert von 8 für einen Patienten für gut befinde, würde diese Wert-Entscheidung des Arztes und die zugehörige Therapie in so einem Vergleich u.U. ungebührlich herabgewürdigt. Gerade deswegen werde ja bei den DMPs auf entsprechende Rahmenvorgaben verzichtet (wurde gar in einem Fall gegen die guten Erfahrungen mit dem voraufgehenden Strukturprogramm gerichtlich erstritten).
+ dass sich eine Tendenz zur Ernährung- und Bewegungs-Disziplin abzeichnen könnte, aus der sich ein Zwang der Betroffenen zu vielfältigem Verzicht und damit die Beschneidung von Lebensqualität herleiten könnte.
Auf der anderen Seite kann ich nicht erkennen, wie Kasuistik den Mythos doppelt blinder Studien erschüttern könnte. Doppelt blind bedeutet schließlich, dass weder Behandelter noch Behandler wissen, welche therapeutischen Mittel mit welchem Ziel und welchem Ergebnis angewendet werden. Allein der Ansatz vermittelt einen so hohen Grad an wissenschaftlicher Objektivität, dass jeder Widerspruch und noch dazu jeder laienhafte vermessen erscheinen muss.
Aber mal ehrlich: Alle einfach blinden Studien, allen voran die UKPDS, stoßen gegen HBA1c 7 an die Grenze, die wir alle nur zu gut kennen. Denn darunter geht ohne immer mehr aktive Therapie-Übernahme durch uns Betroffene überhaupt nichts, wenn sich das Spiel nicht in einer unendlichen Hypo totlaufen soll.
Trotzdem hat der abgeschaltete ACCORD-Arm dazu geführt, dass in der Medizin überall im Land und in der Welt gesunde BZ-Verläufe als für Diabetiker tödlich und eher zunehmend krankmachende als gesund gelten. Dagegen habe ich nirgendwo auch nur den kleinsten Hinweis auf die absolute praktische Unmöglichkeit gefunden, doppelt blind gesunde alltägliche BZ-Verläufe im Rahmen von HBA1c < 6 zu produzieren. Das heißt konkret, ACCORD ist/war nichts anderes, als ein Fall von Kaisers-neue-Kleider, und niemand aus der Fachwelt bringt den Mut auf, zu sagen und zu schreiben, dass damit vom Anfang des Designs an nichts anderes produziert werden konnte, als die Bestätigung des Vorurteils, dass der gesunde BZ-Verlauf bei Diabetikern nicht nur nicht erwünscht, weil nicht einstellbar, sondern nun eben auch gesundheitlich absolut unerwünscht sei.
Von Fällen ähnlich dem, den ich zu Hans Laubers „Schutzschirm“ für Teststreifen! skizziert habe, erfahre ich immer wieder. Aber ich habe bisher noch von keinem einzigen Fall erfahren, in dem so ein Fall etwa über den behandelnden Arzt so etwas wie medizinische oder wissenschaftliche Neugier geweckt hätte. Ihr Appell also in Gottes Ohr!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner - 01.04.09 16:26
Sehr geehrter Herr Lauber,
ich hab den Blog einige Wochen nicht besucht und damit lange übersehen, wie Sie mir tatsächlich einmal aus der Seele geschrieben haben. Gerade beobachte ich wieder so ein Schicksal, das der Betroffene mit Teststreifen selbst seit einer Woche in die Hand genommen hat. Diagnose vor 1 Woche mit über 300und mg/dl mitten zwischen Frühstück und Mittagessen, inzwichen telefonisch mit HBA1c 10 bestätigt. Übermorgen sollen die Blutwerte und eine erste Therapie besprochen werden. Zu diesem Gespräch wird der Betroffene schon umfassende Tagesprotokolle mitbringen, die ausweisen, dass sein BZ inzwischen zu keiner Tageszeit mehr über 200 mg/dl ansteigt, also auch nicht nach den Mahlzeiten, und auf dem besten Wege ist, die meisten von 24 Stunden unter 150 zu bleiben. Völlig ohne Medis! Doch ja, auch mit viel Bewegung. Aber mit der vielen Bewegung hatte er auch die HBA1c 10 erreicht, denn er hat nicht erst seit 1 Woche, sondern seit 20 Jahren beruflich ein sehr hohes alltägliches Bewegungsprofil.
Das heißt, die schon jetzt erstaunliche BZ-Normalisierung hat er erreicht, indem er seinen Futterinput nach Art und Menge mit seinen regelmäßigen Messungen vor und nach dem Essen immer mehr so ausgerichtet hat, dass sein BZ mit insgesamt immer niedrigerem Verlauf immer weniger breit schwankt. - Ok, der Mann ist Techniker und hat die Teststreifen selbst gekauft und sich mit seinem BZ-Optimierungs-Programm nach den Empfehlungen eins pro-aktiven Diabetikers im Familienkreis gerichtet. Im normalen Behandlungsablauf würde er bei der Besprechung der Blutwerte am Freitag mit 300und mg/dl sitzen und wahrscheinlich Metformin bekommen und vielleicht 50 Streifen und die Ansage, damit mal morgens und abends zu messen und zu schauen, wie das Metformin und der gleichzeitig empfohlene Verzicht auf Fett denn anschlägt. Und in 2 Jahren würde als gutes Ergebnis der Behandlung gewürdigt, dass der HBA1c bei guter Führung und entsprechend verstärkter Medikation bei 7und ankäme. Und bei einem HBA1c um 7 verläuft der BZ über mehr als 10 von 24 Stunden weit über 200 mg/dl! Noch niedriger einzustellen ginge nicht wegen der zeitweise hohen körperlichen Belastung und des damit verbundenen erhöhten Hyporisikos.
Im normalen Behandlungsablauf wäre das Ergebnis, das der Mann de facto schon jetzt mit eigener Initiative und mit dem Schlüsselwerkzeug BZ-Messen auf seine eigenen Kosten erzielt, praktisch überhaupt nicht möglich. Nicht zuletzt, weil im normalen Behandlungsablauf nicht zum Gebrauch des BZ-Messens als Werkzeug zur Verhaltenssteuerung angeleitet wird. Mir absolut unverständlich, wie die normale Typ2-Behandlung auf ein so überzeugend einfach und wirksam anwendbares Werkzeug weitgehend verzichten kann!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Markus Gabel - 23.03.09 12:21
Liebe Frau Roach,
danke für die Hinweise! Die AGBs bekommen wir von SVK. Wir werden versuchen, eine optisch ansprechendere Version zu bekommen. Den Link in der Fußleiste werde ich korrigieren, allerdings können auch dort nur die gleichen AGBs liegen, wie währende des Bestellvorgangs. Die Programmiersprache am oberen Fensterrand sollte mittlerweile verschwunden sein.
Wir freuen uns über Anmerkungen, die zur Fehlerbeseitigung beitragen und unser Angebot weiterbringen!
M. Gabel
Roach - 18.03.09 13:38
Zum Thema Buchshop fällt mir gerade auf, dass es keine Hilfefunktion/FAQ zur Bestellung, Zahlungsabwicklung etc. existiert (oder ich habe sie nicht gefunden). Die AGB des Stuttgarter Verlagskontor ("svkliza.pdf"), die während des Bestellvorgangs bestätigt werden müssen sind eine doch etwas armselige Erscheinung (Scan als pdf!). Der Link zur AGB in der Fußleiste könnte es besser machen, öffnet aber eine Seite ohne Content. Welche Zahlungsmethoden stehen eigentlich zur Verfügung?
Übrigens, einmal im Bestellvorgang zeigt sich bei mir eine Zeile in Programmiersprache am oberen Fensterrand, beginnend mit "Array ( [warenkorb_buch] => 4 [warenkorb_data] => Array ( [ware] =(...)" Das ist bestimmt nicht erwünscht und natürlich optisch nicht ansprechend.
Peter Roos aus Rüsselsheim - 06.03.09 17:08
Hallo, ich finde das Monopol der Apotheken für ungerecht, denn sie nützen es gnadenlos aus. Warum kosten 10 ACC 600 akut in der niedergelassenen Apotheke 4,90 € und im Versand 40 ACC 600 akut 7,90 € ? Warum sind Blutzuckerteststreifen über doppelt so teuer, wie wenn ich sie über einen, von meiner Krankenkasse empfohlenen Grosshandel beziehe? Einmal im Jahr ein Rezept einreichen mit der Anzahl der Messungen pro Tag und ich bekomme meine Teststreifen frei Haus geliefert, keine unnötige Fahrten zu meiner Apotheke weil sie mal wieder meine Streifen nicht vorrätig hat. Gesundheit ist unser höchstes Gut, aber alle wollen sich die Taschen füllen, nicht nur die Apotheken.
Peter Roos
suproos@aol.com
reinhold hoehl aus 36088 huenfeld 1 - 10.02.09 20:48
Als ich das Bild vom Verfasser dieses Beitrages Herrn Apotheker Manfred Krüger aus Krefeld im DJ sah, dachte ich erst, daß das ein Apotheker aus der tiefsten Tatra oder von einer Insel wie damals Robinson kam.
Aber nach Lesen seines Vortrages habe ich gemerkt, daß Herr Apotheker Krüger aus Krefeld gute Ansätze aufzeigte und ich doch zum Schluss fast seiner Meinung war.
Darin sehen Sie, daß Bilder von einer fremden Person nicht das Interlektuell eines Menschen ausdrücken.
Machen Sie weiter so in Ihrer offenen Berichterstattung.
herzlichst aus Hünfeld
von Reinhold Höhl, 10.02.09, 20.47 UHR
reinhold hoehl aus 36088 huenfeld 1 - 10.02.09 20:40
Man muss sich wehren können, da hat die Rosmarie Johannes recht bemerkt.
Nur die Hintergründe sind immer wieder anders, wenn sich z.B. ein normaler Mensch mit Diabetes Mellitus in einem Verband wie den DDB oder DDU, gegen diese Obrigkeit wehren will, so wird diese Person einfach eleminiert, so wie ich am eigenen Leib in Hessen erleben musste. Das heißt übersetzt jetzt für mich: "Gehe nie zum Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst".
herzlichst aus der schönen Konrad-Zuse-Stadt seit 2006
von Reinhold Höhl, 10.02.09, 20.39 UHR
Reinhold Hoehl aus 36088 Hünfeld - 14.01.09 10:48
Sehr geehrte Frau Rosmarie Johannes,
Sie schreiben in Ihrer monatlichen Glosse von den Luftschlössern und Türmen in der Diabetologie, die Sie doch mit Ihrem Vorstandspartner Dr. Heinz Windisch gemeinsam versucht haben, im Jahr Ihrer Zuständigkeit für uns Menschen mit Diabetes-Mellitus im DDB versucht haben, und nun prangern Sie diese Vorgehensweise permanent mit einem Negativium an.
Selbstverständlich braucht man für ein solches Vorhaben auch Menschen dafür, die sich auch aus Überzeugung dafür einsetzen, der Selbstdarsteller Dr. Heinz Windisch, Gott sei Dank im DDB und in der DDU nicht mehr relevant, war sicherlich nicht der geeignete Kanditat dafür, was man ja nach bereits 10 Monaten gesehen hat, er hat es selber eingesehen, daß er es nicht kann, zumal seine Rücktritte aus der Verantwortung in DDB und DDU nicht gerade von positiven Meldungen wahrgenommen wurde.
Ich hoffe sehr, daß der neugewählte Vorstand RA Dieter Möhler ein besseres Händchen findet, um die Sache DDB in Deutschland weiter voranzutreiben, doch
bitte ohne einen Bau von Luftschlössern und babylonischen Türmen weiterbauen zu wollen. Da fällt er genauso auf die Nase wie Ihr Kollege Dr. Heinz Windisch im November 08.
Arbeiten Sie weiter so in Ihrer Berichterstattung und denken Sie bitte in jedem Fall an uns Menschen mit Diabetes-Mellitus, die es sicher nicht leicht haben, mit der Erkrankung umzugehen.
Freundlichst aus Hünfeld
IHR Reinhold Höhl, Hünfeld
Reinhard Nienaber aus Ostbevern - 17.12.08 10:34
Ich nehme seit 6 Wochen Januvia in Verbindung mit Metformin. Bis jetzt: HbA1c von 7,2 auf 6,6 gefallen. 7,5 kg Gewicht abgebaut.
Wahl - 16.12.08 17:18
Typ 2 seit 7 Jahren mit ICT: Umstellung seit etwa 6 Monaten auf 90% Rohkost, fast kein tierisches Eiweiß, fast keine großen Kohlenhydrate (Stärke), keine schnellen Kohlenhydrate (Zucker), Verzicht auf mineralarme Hybridfrüchte, außerdem viel Bewegung hat zwar das Gewicht auf BMI 23 sowie die Insulinresistenz auf Null reduziert, aber jede nicht vollständig kontrollierbare Zufuhr von Kohlenhydraten (Restaurant, Einladung, Heißhunger nach Hybridfrüchten) erzeugt postprandiale Spitzen über 160 mg/dL, die erst nach mehreren Stunden auf Werte unter 100 abgebaut werden (außer bei zusätzlicher sportlicher Bewegung). Basalinsulin (NPH) nur schwer dosierbar, ergibt sehr oft nächtliche Hypos (schweißgebadetes Erwachen um 3 Uhr). Quo vadis? Mal sehen, welche Ideen diabetologischerseits kommen.
Holger Hansen aus Bremerhaven - 11.12.08 16:43
Gibt es Erkenntnisse ob Janumet (Sitagliptin/Metforminhydrochlorid) sich mit der Insulintherapie vertragen, oder ob das Medikament nur mit oralen Diabetesmedikamenten verwendet werden darf. Darüber habe ich noch nichts gefunden.
Wahl - 09.12.08 21:54
Aus eigener Erfahrung: Die Insulinresistenz ist ein Lifestyle-Problem, da mit der Gewichtsabnahme auch eine Verringerung der notwendigen Insulinmenge verbunden ist. Leider widerspricht es den üblichen Beratungen, bei denen die Einschränkungen des Typ-2-Diabetikers einfach geleugnet werden. Mit dem Typ-2 hat der Mensch die "heile" Welt der lukullischen Vergnügungen verlassen, sofern er auf die Spätfolgen verzichten will. Das ist keine böswillige Diskriminierung sondern pure Konsequenz. Die Typ-2-Perspektive ist also: Exzesse nur als Ausnahme. Und nach einer gewissen Zeit der Entwöhnung ist einem die Süße von Fabrikzucker oder Honig sowieso zuwider, und man fragt sich, was einem an Tiramisu (z. B.) überhaupt gefallen konnte.
Hans-Jürgen Tilsner - 26.11.08 20:01
Sehr geehrter Herr Lauber,
"Lassen Sie sich die Verantwortung für Ihre Gesundheit nicht abnehmen!"
schreiben Sie. Dabei gehören Sie mit Ihrer Begriffs-Kreation "Lifestyle-Diabetes" statt Typ2 zu unseren wirksamsten "Abnehmern"!
Seit Ihrer begriffigen Kreation ist nämlich alle Welt davon überzeugt, dass Typ2 angefressen und angesessen ist und dass kein Typ2 zuckerkrank wäre, wenn er sich nur vernünftig bewegen und vernünftig essen würde!
- Aber wie erklären Sie dann, dass es keinen Typ2 mit gesund 2phasiger Insulinantwort gibt? Was an weniger Bewegung und mehr Essen killt den Inkretin-Effekt, mit dem gesund mit dem Essen von Kohlenhydraten schon per Signalkette aus dem Darm Insulin bestellt wird, so dass es beim Übergang der neuen Glukose in Blutkreislauf schon bereit steht und erst gar kein auffällig hoher Blutzucker-Anstieg erfolgt?
- Aber wie erklären Sie, dass es keinen Typ2 gibt, bei dem die Leber ihre Zuckerausgabe gesund einstellt, wenn neuer Zucker in Gestalt von Brot, Kartoffeln, Reis und Obst gegessen wird? Was an weniger Bewegung und mehr Essen soll denn nach Ihrer Meinung dafür sorgen, dass die Leber eines Typ2 für jede gegessene BE noch wenigstens eine halbe zusätzlich liefert und dazu sogar Muskelmasse auflöst?
- Aber wie erklären Sie schließlich, dass es keinen Typ2 gibt, bei dem kein großer Anteil intakten Proinsulins (C-Peptid und Insulin hängen noch ungetrennt zusammen) im Blut zwar nur 10% der Blutzucker-Senkwirkung von ordentlich getrenntem Insulin macht, aber dafür super Adipositas und Arteriosklerose fördert? Was an weniger Bewegung und mehr Essen fördert die Ausgabe von Proinsulin statt Insulin?
Es gibt keinen Typ2 Diabetes ohne diese 3 fundamentalen Sekretionsstörungen, die zumindest bei ordentlicher Zucker-Einstellung mit einer Abnahme der funktionierenden Inselzellen einhergehen.
Ihr Begriff "Lifestyle-Diabetes" passt genial zu dem "bisschen Zucker", mit dem jeden Tag unendlich viele Ärzte allein in Deutschland die Ergebnisse von Blutzucker-Tests verharmlosen, die zwar schon eindeutig höher als gesund ausfallen, aber die alten Diagnose-Schwellen zum Diabetes noch nicht überschreiten, die in den 70ger Jahren des vorigen Jahrhunderts ohne jeden medizinischen Grund rein administrativ so gesetzt wurden. Dabei erleiden in diesem Bereich unterhalb der Diagnose Diabetes schon mehr als 10 von 100 Betroffenen diabetische Netzhautschäden, und auch die Arteriosklerose läuft dann schon auf vollen Touren!
Allerdings trifft zu, dass die so vordiabetisch Betroffenen selbst ihren alltäglichen Blutzucker-Verlauf völlig ohne Medikamente allein mit gezielter Nahrungsauswahl und gezielt eingesetzter Bewegung gesund normalisieren könnten. Nur hat die gezielte Nahrungsauswahl dafür nichts mit allgemein als gesund gepredigter ausgewogener Ernährung zu tun, und die Bewegung dafür nichts mit der halben Stunde zusätzlich irgendwann einmal am Tag.
Vielmehr muss jeder Betroffene mit Messgerät und Protokoll für sich selbst herausfinden, wann am Tag er wie viele angeblich so gesunde Kohlenhydrate (sind verdauungstechnisch alle nichts anderes als Zucker!) essen kann, ohne dass sein Blutzucker anschließend den gesunden Rahmen überschreitet.
Und genau so muss jeder Betroffene für sich selbst herausfinden, wann nach dem Essen wie viel zusätzliche Bewegung seinen Blutzucker um wie viel gar nicht erst ansteigen lässt oder absenkt. Denn die selbe Menge an Bewegung kann beim selben Menschen zur einen Zeit den Blutzucker senken und zu einer anderen überhaupt nicht wirksam werden oder den Blutzucker sogar erhöhen!
Und wer als Nochnichtdiabetiker seinen Blutzucker auf diese Weise so gesund führt, wie seine Blutzucker-Automatik das gerne täte, wenn sie nicht diabetisch defekt wäre, braucht vielleicht nie auf Diagnose Diabetes vorzurücken und wahrscheinlich auch nie irgendwelche diabetischen Folgekrankheiten zu erleiden.
Tatsächlich entspricht Ihr Messen-Essen-Laufen schon sehr weitgehend diesem pro-aktiven Ansatz. Nur haben Sie den mit Ihrer verharmlosenden Bezeichnung Lifestyle-Diabetes zu unser aller Lasten bis zur Unwirksamkeit entwertet. Bis in die oberste Etage des BMG ist feste Überzeugung, dass Typ2 Lifestyle und damit selbst verschuldeter Diabetes sei. Mit systematischem persönlichem Einrichten mit Messen-Essen-Bewegen hätten dagegen diejenigen unter den Millionen Betroffenen eine echte Perspektive auf ein ansonsten unbehindertes gesundes Leben, die Sie statt mit Lifestyle einzulullen vom Ernst und den Möglichkeiten ihrer Situation schon weit unterhalb der alten Diabetes Diagnose-Schwellen hätten überzeugen können. Schade, dass Sie ihnen die Sorge um ihre Gesundheit so nachhaltig abgenommen haben. -
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Gisela Bohnes aus Hemer - 29.09.08 19:47
Sehr geehrter Herr Lauber, nein , Äpfel einfach nur Äpfel zu nennen ist aber wirklich zu simpel ! Einfache , natürliche Lebensmittel aus der näheren Umgebung - wie langweilig, Herr Lauber , da schläft der Manager doch sofort ein .Vielleicht könnte man die Äpfel atomisieren und in Stickstoff zu kleinen Kügelchen formen und das Ganze dann mit einem futuristischen Titel versehen - er muß ja keinen Sinn haben. Dann wird das DER Knüller und die Äpfel werden Ihnen aus der Hand gerissen. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Heidemarie Heinrich aus 65239 Hochheim - 05.09.08 14:22
zu obigem Bericht habe ich folgendes beizutragen: Ich bin in einer Schwerpunkt-Praxis in Mainz. Für mich brauchte es diesen Pass nicht zu geben, da mein Arzt all die Untersuchungen nicht macht. Jedesmal Blutuntersuchung, Blutdruckmessung und wiegen, ist was besonderes? Nein - dann sehen wir uns in 6 Monaten wieder. Ich bin aber nicht im DMP - hat das was zu sagen??? Da ich nicht zufrieden bin, muss ich mir wohl eine andere Praxis suchen. Aber woher weiss man, dass man gut versorgt wird?
Vielleicht wäre mal eine Umfrage, wieviel Ärzte diesen Pass gründlich ausfüllen, interessant?!
Hartl Gabriele aus Straubing - 10.08.08 15:33
Nehme seit ca. 4 Wochen Janivia. finde es toll, fühle mich wohl dabei, meine Zuckerwerte sind besser geworden. Bin sehr zufrieden.
Liebe Grüße,
Gabi Hartl
Hans-Jürgen Tilsner - 09.08.08 17:15
Wirklich stoffwechselgesunde Menschen stehen mit max um 80 mg/dl auf, messen 30-60 Minuten nach größerem Stärke=Zucker-Input um 120 oder knapp darüber, kaum je über 140, und sind nach 2 Stunden längst wieder zurück bei um 80. HBA1c 4,5 bis max 5,5.
Warum muss der BZ zur Diagnose von Diabetes mellitus erst in die Region um HBA1c 7 ansteigen, nüchtern bis über 125 mg/dl und 2 Stunden nach dem OGTT über 200 (reine Definitionsgrößen! Nichts, was die Krankheit irgendwie vorgeben würde), um anschließend so behandelt zu werden, dass nach IDF-Empfehlung 2 Stunden nach dem Input 140 nicht überschritten werden?
Zumal etwa die Hälfte der zeitnahen Diagnosen schon voll entwickelte diabetische Folgekrankheiten mitbringen!
Was spricht dagegen, die Behandlung logisch wenigstens schon dann zu beginnen, wenn 2 Stunden nach dem OGTT die 140 überschritten werden, die mit der guten Therapie nach Überschreiten der viel höheren Diagnose-Schwelle nach Möglichkeit unterschritten bleiben sollten?
Und was spricht überhaupt dagegen, neu diagnostizierte Betroffene im ersten Jahr dazu anzuleiten (nicht mit Einstellen verwechseln!), wie sie sich zuverlässig alltäglich wirklich gesunde BZ-Verläufe (s.o.) ohne nennenswerte Hypogefahr machen können, statt an HBA1c unter 6,5 als gesund zu glauben und unter 6 gar als gefährlich?
Natürlich würden das lange nicht alle nutzen. Schließlich nutzen ja auch nicht alle Raucher die Möglichkeit, sich zu Nichtrauchern zu entwickeln.
Dumm eigentlich, dass die Tabakindustrie diesen Diabetes-Trick noch nicht raus hat. Denn was meinen Sie, wie viele lukrative Nichtraucher mehr wären, wenn schon mit 15 Zigaretten am Tag das Nichtrauchen beginnen und unter 10 als gefährlich (s. ACCORD) wenig gelten würde?
Und dann wäre doch auch sehr viel einfacher zu belegen (wieder ACCORD), dass Nichtrauchen nicht wirklich sooo viele Vorteile gegenüber dem Rauchen bringt, oder?
dipa - 09.08.08 00:07
Maßgeschneiderte Therapie hört sich gut an, ist aber unrealistisch. Man wird bei Ärzten in weniger als 5 Minuten abgefertigt. Und Standard ist mehr Insulin, mehr Tabletten. Maßgeschneiderte Therapie kostet Zeit.
Mein Therapieziel wird von Ärzten utopisch gehalten.
Therapiezufriedenheit: Ich bin zufrieden, wenn es klappt.
Therapieform: Übersteigt den Wissenschatz der Ärzte.
Ergo, ich werde von den Ärzten nicht therapiert!
mfg dipa
Gisela Bohnes aus Hemer - 04.08.08 10:10
Ich möchte zu meinem Kommentar noch etwas hinzufügen: auf der Medizin-Seite meines Heimatblättchen steht heute , daß Kinder und Jugendliche mit Dm ihre Erkrankung häufig verschweigen . Wird es bekannt , werden sie diffamiert und ausgegrenzt , außerdem wird ihnen häufig die Schuld an der Erkrankung zugeschoben.. Es hat sich nichts geändert. Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes PS: Schade , daß man keine Antwort erhält.
Gisela Bohnes aus Hemer - 29.07.08 20:51
Sehr geehrter Herr Lauber ,
leider habe ich diesen Bericht erst jetzt entdeckt. Ich wundere mich ein bißchen. Ich habe gelernt , daß man sich bei Werten ab ca 200 ml BZ RUHIG verhalten soll, Korrekturinsulin spritzen und trinken soll. Regelmäßig messen und ERST bei normalen Werten wieder die körperliche Bewegung aufnehmen. Es ist doch ein bekanntes Phänomen , daß bei erhöhten Werten der Sport dazu führt , daß der BZ immer weiter steigt, weil ohne Insulin die Glukose eben nicht verbraucht werden kann sondern ins Blut geht. Wie haben Sie denn dieses Phänomen ausgetrickst?
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Bohnes
Gisela Bohnes aus 58675 Hemer - 21.07.08 16:48
Sehr geehrte Frau Johannes,
ich freue mich für Sie, daß Sie dem Problem Mobbing und Diabetes bisher nicht begegnet sind. Ich denke aber, daß Sie auf einer Insel der Glückseligen gelebt haben. Das fing mit Kleinigkeiten an, wenn man z.B. nichts Zuckerfreies zu trinken bekam. Oder wenn man in der Gruppe unterwegs war und es weder Diabetikereis noch Kuchen gab. Sie wissen sicher, wie streng die Vorschriften früher waren und ich saß dann als Einzige ohne etwas da. Als Kind habe ich das durchaus als Mobbing verstanden. Wurden Sie von Ihren Schwiegereltern trotz Diabetes akzeptiert? Keine blöden Kommentare? Hat Ihr Ehemann nicht den Rat bekommen, doch besser jemand gesundes zu heiraten? Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben. Mir wurde es mit Hinweis auf die "Gefährlichkeit" noch ausgeredet - ebenso wie vielen anderen Frauen meines Alters-.Die Kommentare zur Kinderlosigkeit sind nach meiner Erfahrung an Gemeinheit kaum zu überbieten. Und mindestens einmal im Jahr muß natürlich ein Journalist die Diabetiker in die Nähe der Junkies rücken - beide Klientel spritzen sich ihren Stoff !!! Das ist nur ein Weniges, was mir auf die Schnelle zum Thema Diabetes und Mobbing einfällt. Aber vielleicht bin ich auch nur ein klein wenig empfindlich.
Mit freundlichen Grüßen Gisela Bohnes
Gabi Günther aus Esslingen am Neckar - 27.06.08 22:02
Hallo zusammen,
also ich fände die Idee mit dem Ampelsystem auf den Nahrungsmitteln gut. Dann hätten mein Mann und ich nicht jedesmal die gleichen Probleme mit den Inhaltstoffen. An welcher Stelle steht das Wort Zucker oder wie hoch sind die Kohlenhydrate und wie hoch ist davon der Zuckeranteil. Die Ernährungsberatungen, welche wir erhalten, sind sehr gut und wir haben schon viel gelernt, aber, würde es noch ein solches System bei uns geben wie in England, das wäre doch noch besser. Nur was machen die Menschen, welche an einer rot/grün Schwäche leiden, denn auf den Nahrungsmitteln wäre ja mit Sicherheit nur ein farbiger Punkt und in einem solchen Falle wäre ja dann nur ein grauer Farbfleck und nicht wie an der Ampel rot oben und grün unten.
Ich wäre jedenfalls sehr für eine Einführung dieses Systems der Lebensmittelkennzeichnung.
Bis dann, Gabi Günther
Rita Schneider - 29.05.08 13:25
Ich finden ihre Beiträge immer sehr gelungen, vielen Dank dafür. Was mich an der ganzen Vorträgen und Bemerkungen stört ist folgendes: Es wird mit dieser Erkrankung sehr viel Geld verdient. Ich habe auch immer den Eindruck man will nicht wirklich was gegen den Diabetes unternehmen. Dies ist meine persönliche Meinung - ich hoffe ich täusche mich.
Das Wort "Individium" hat für mich persönlich einen leicht negativen Tatsch. Es hört sich so abwertig an wenn ich sage: "Dieses Individium hat Diabetes". Warum sagt man nicht einfach Mensch. Mit dem Begriff Mensch ist doch sicherlich jeder Einzelne als "Individium" gemeint. Und jeder Mensch ist nun mal anders - auch in seiner Erkrankung. I
ch glaube auch nicht dass alleine das Essen am Typ 2 Diabetes Schuld ist. Es soll doch der Bauchumfang, also das Bauchfett mit an der Erkrankung beteiligt sein. Nun gibt es aber Menschen die haben von Natur aus mehr Bauchfett als andere. Ich kenne viele Menschen die schlank sind - es ist nirgens - außer am Bauch - Fett zu finden die Diabetiker sind.
Andererseits kenne ich auch Menschen die großes Übergewicht haben aber am Bauch ist kein Fett aufweisen und auch keine Diabetiker sind. Wie bekommt man nun dieses Bauchfett in den Griff?
Christiane Schaefer aus Rahden - 28.05.08 18:16
Die bedenken nicht was eine Umstellung
kostet, wenn man auf Normal-Insulin umgstellt wird.
Wilfried Schiffer aus Berlin - 27.05.08 23:29
Ja, dem stimme ich zu. Leider habe ich den Vortrag nicht gehört. Falls es nicht erwähnt wurde, möchte ich etwas ergänzen, aus meiner Sicht. Das Individium wird doch von allen in der Gesellschaft geprägt. Somit auch der Typ-2-Diabetiker. Sicher ist keiner glücklich darüber. Ein Individium kann doch nur so gut oder schlecht sein, wie die Gesellschaft. Dies ist sicher der größere Teil, als der genetisch bedingte. Wenn dies stimmt, sollten die "Wissenden" den Vermeintlich "Un-wissenden"mehr Paroli bieten.
Karl-Heinz Weimer aus München - 06.05.08 12:21
Ich nehme seit 2 Wochen das oben erwähnte Januvia. Ergebnis prima. Habe vorher nur mit Essen aufgepasst, aber der Morgenzucker wurde immer höher.
Bis jetzt keine Nebenwirkungen.
dipa - 13.03.08 02:21
Ungesunde Übertherapie?
Den HbA1c zu senken ist völlig richtig, dass über eine intensivere Therapie zu erreichen ist schwachsinnig.
Das kann ich an mir schön erklären.
Medikament A senkt meinen BZ, B auch. Also schön beide einnehmen. A und B zusammen erhöhen aber meinen BZ.
Gehe ich damit zum Arzt, kriege ich ein 3. Medikament.
Und als Diabetiker kriegt man Unmengen an Medikamente.
Ich habe meinen HbA1c dadurch senken können, in dem ich weniger Medis genommen habe, also das genaue Gegenteil gemacht habe wie in der Studie.
Auch andere Diabetiker, die noch bessere Werte als ich haben, haben dies durch ein Minimum an Medis erreicht.
Also in der Theorie senkt man den HbA1c durch mehr Medis, in der Praxis aber durch weniger.
mfg dipa
Hans-Jürgen Tilsner - 05.03.08 10:59
Sehr geehrter Herr Professor Standl,
stellt sich die Frage nach der ungesunden Übertherapie nicht tatsächlich noch sehr viel einschneidender und umfassender, als Sie sie im ACCORD-Zusammenhang im dj-Brennpunkt (=Ihr Beitrag hier) dargestellt haben?
Denn wenn es sich unter einem HBA1c-Wert von 6 für Menschen mit Typ2 Diabetes wirklich gesünder lebt als darüber, warum müssen die dann zuerst in einem wahrhaften Wahn von Übertherapie einen Jahrzehnte langen Behandlungs- und Leidens-Umweg mit immer mehr HBA1c und immer mehr Medikation und immer mehr diabetischen Beschwerden erleiden, bis sie z.B. an einer Studie teilnehmen dürfen, in der ihr HBA1c-Wert von dann im Durchschnitt über 10 mit einem offiziell erklärt beispiellos massiven und offenbar lebensbedrohlich gewaltigen Medikamenten-Einsatz auf den gesunden Voreingangswert herunter gebrochen wird?
Warum muss der Diabetes Typ2 überhaupt noch immer als Krankheit missverstanden werden, die erst mit dem Überschreiten der 1974 verwaltungstechnisch gesetzten und seitdem nur unwesentlich modifizierten Diagnose-Schwellen langsam beginnt, obwohl doch längst weit über die Medizin hinaus bekannt ist, dass dieses Überschreiten tatsächlich einen so weit fortgeschrittenen Stand in einem dann schon seit Jahren sich selbst verstärkend immer krankmachenderen Prozess markiert, dass etwa die Hälfte der Betroffenen dann schon akute Beschwerden voll ausgebildeter diabetischer Folgekrankheiten beklagen müssen?
Seit über 20 Jahren ist in der Medizin in vielen Einzelheiten bekannt, mit welch aufwändigen Regelungen der Blutzucker gesund unter allen Umständen flach & niedrig in erstaunlich engen Grenzen verläuft und auch nach größerer Stärke-=Zucker-Aufnahme 140 mg/dl kaum erreicht und selten allenfalls für wenige Minuten überschreitet. Dafür sorgt eben eine aufwändige Automatik mit einer Vielzahl genial ineinander greifender Regelkreise. Und dieser über Jahrmillionen der Evolution so entwickelte und erhaltene Autwand belegt eindrucksvoll den hohen Stellenwert der engen Verlaufs-Grenzen für den gesunden Organismus.
Immer mehr proaktive Betroffene orientieren sich daran mit gutem Erfolg, so dass eine zufällige Blutuntersuchung sie höchst selten auch nur als diabetesverdächtig verraten würde. Unter ihnen finden wir alle Diabetes-Typen in allen Progressions-Stadien, die alle für sich herausgefunden und in ihren persönlichen Alltag integriert haben, wie sie ihren Blutzucker mit gezieltem Ess- und Bewegungs-Verhalten und dem jeweils notwendigen Minimum an Medikation zuverlässig so flach & niedrig führen können, wie ihre Blutzucker-Automatik das täte, wenn sie nicht diabetisch defekt wäre.
Darunter finden wir auch Menschen, die erst nach einem langen Behandlungs- und Leidensweg mit HBA1c-Werten von 10 und mehr die Vorteile der gesund flachen & niedrigen Blutzuckerführung für sich entdeckt und umgesetzt haben. Aber Sie werden niemanden darunter finden, der dafür seine Medikation auch nur minimal erhöht hätte! Im Gegenteil! Sie alle haben für ihren Weg von HBA1c 10 und mehr nach 5 ihre Medikation beständig verringert und gebrauchen für den Erhalt ihrer 5 nur noch einen Bruchteil dessen, was sie mit 10 und mehr gebraucht haben. Und schon der Zugewinn an Lebensqualität durch die damit verbundene Einsparung an belastenden Nebenwirkungen ist so gewaltig, dass ich einem neugierigen Außerirdischen nicht erklären könnte, warum die an sich doch so schlauen Menschen so dumm sind und dazu bis heute fachoffiziell nirgendwo anleiten (und stattdessen z.B. zu ACCORD mit der Medikamenten-Brechstange greifen).
Und ebenso müsste ich auch jede plausible Erklärung dafür schuldig bleiben, warum nicht fachoffiziell immer schon dann, wenn der Blutzucker bei einem bis dahin gesunden Menschen bei einem der ersten auffälligeren Ausflüge entdeckt wird, postwendend die Anleitung dazu erfolgt, wie dieser Betroffene noch völlig ohne Medikamente nur mit dann wirklich noch minimalen Modifikationen seines Ess- und Bewegungsverhaltens solche Ausflüge gezielt unterbinden und damit sein Vorrücken auf Diagnose Diabetes um Jahre, Jahrzehnte oder sogar für immer hinausschieben kann.
Natürlich würde so eine anleitende Intervention selbst dann nicht alle Betroffenen erreichen, wenn ihr Nutzen wie der des Nichtrauchens allgemein unbestritten und bekannt wäre. Schließlich gibt es trotz umfassender Bekanntheit und beständig wiederholter Info noch immer Millionen Raucher. Aber sehr viel weniger, als rauchen würden, wenn das Rauchen von z.B. 10 Zigaretten am Tag für allgemein und medizinisch völlig unbedenklich erklärt würde. So wie die auffälligen Blutzucker-Spitzen nach dem Essen und ein Nüchternblutzucker zwar über normal, aber unterhalb der alten Diagnose-Schwellen bei Nochnichtdiabetikern allgemein für unbedenklich erklärt wird. -
Viele proaktive Beispiele in der Selbsthilfe und vor allem in Internet-Foren von DiabetikerInnen, die ihren Blutzucker oft sogar gegen den Rat ihrer Ärzte in völlig gesunden Grenzen führen, lassen eines dringend vermuten: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würden erstaunlich viele Betroffene die Anleitung dankbar annehmen und ihren alltäglichen Blutzucker-Verlauf systematisch gesund begrenzen und so ihre eigene und die Zukunft der Versichertengemeinschaft gerne erheblich entlasten, wenn sie davon nicht allein schon in Deutschland jeden Tag zu Hunderten durch die beruhigende Auskunft ihrer Ärzte abgehalten würden, dass ihr Blutzucker zwar etwas erhöht, aber noch lange gesund und kein Diabetes sei - sogar meistens noch dann, wenn der HBA1c-Wert die 6 schon überschreitet!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Tilsner
Hans-Jürgen Tilsner - 26.02.08 11:43
Moinmoin,
warum bejammern, was nicht für alle gehen will? Wir sind MMD, Menschen mit Diabetes. Würde es nicht Sinn machen, uns in unseren Veröffentlichungen auf unsere Herausforderungen zu konzentrieren?
Und wie MMDs dem Überfraß auch ohne Ampel aus dem Wege gehen können, demonstrieren immer mehr proaktive unter uns, die ihren Blutzucker-Verlauf zu allen Zeiten nach jedem Essen auf gesunde maximal 140 mg/dl begrenzen. Das funktioniert super mit jeder Therapie und taugt praktisch nebenbei auch zum aktiven Begrenzen der lebenden Pfunde
Bisdann, Jürgen Tilsner
Sven Burkert aus Mainz - 12.02.08 09:54
Toller Artikel!
Weiter so.
dipa - 27.01.08 16:27
Sehr geehrter Herr Lauber,
ich melde mich nochmals zu Wort.
Ich bin als insulinpflichtiger T2 diagnostiziert worden.
Ich stehe z.Z. bei einem Nüchternwert von 105 und HbA1c 5,7, ohne Einsatz von Insulin oder Medikamente.
Kurzum ich bin also ein aktiver Patient.
Als aktiver Patient ist man ein schwieriger Patient und die sind bei Ärzten "unbeliebt".
Bei manchen Ärzten sollte man die Lauber-Methode nicht erwähnen. Die Kommentare hierzu verletzen die Netiquette.
Herr Tilsner schafft einen HbA1c um 5, also sollte ich das auch schaffen. Von den Ärzten wird sowas schlichtweg für unmöglich gehalten, von Unterstützung will ich gar nicht erst reden.
Als Entschuldigung für die Ärzte ist aber aufzuführen, dass meine Blutwerte äusserst komplex sind und es schlichtweg unmöglich ist in einem 5-Minuten-Gespräch eine effizente Strategie zu erstellen.
Zu der von Herrn Tilsner erwähnten Skepsis seitens Prof. Sawicki kann ich Bücher füllen.
Zum Glück gibt es die Diabetikerforen.
mfg dipa
Werner Heinle - 24.01.08 01:06
Naja, Märklin ist ja mehr pleite als prosperierend. So gesehen muss man schon etwas vorsichtig sein mit pauschalen Aussagen...
Was die Küche angeht: Jetzt, wo die ADA endlich LowCarb- und LowGI-Küche für Diabetiker als sinnvoll erachtet und mit der Aufnahme in die offiziellen Leitlinien geadelt hat, sollte man vielleicht diesen Aufruf überdenken.
Weg mit den Kartoffeln, weg mit den Nudeln, all dem teigigen Zeugs und dem Süßkram. Das spart Kalorien und sorgt für eine wunderschöne flache Blutzuckerkurve ohne Hypos und Hxpers und für hervorragende Langzeitwerte,
Geht es nicht eher darum, die Fast-Food-Kohlenhydrate (auf deutsch: Sättigungsbeilagen die nicht sättigen) aus der Küche zu verbannen? Was dann übrig bleibt ist einfach ein hervorragende Spitzenküche. Herr Lauber, wie sie schrieben: Klingt schlicht, schmeckt großartig – und ist auch noch Diabetes-freundlich. (Kartoffeln sind das nicht, Auch nicht mit Rosmarin.)
Beste Grüße
Werner Heinle
Hans Lauber - 23.01.08 17:56
Sehr geehrter Herr Tilsner, werter Anonymus,
danke für die ausführlichen Reaktionen auf meinen Beitrag. Um es klar zu stellen, es handelt sich bei meinen Beiträgen immer um Leute mit Typ-2-Diabetes (ich nenne es Lifestyle-Diabetes), die noch genügend Insulin haben, das durch anders Essen, durch Bewegung wirksam gemacht werden kann. Dass viele Ärzte "alten Schlags" nicht wirklich erpicht auf aktive Patienten sind, weiß ich auch, aber das sollte nicht davon abhalten, nach eigenen aktiven Wegen zu suchen. An dem Beitrag von Herrn Tilsner hat mich gewundert, dass ein so renommierter Diabetologe wie Prof. Sawicki, der "nebenbei" auch noch das immer im Mittelpunkt von Diskussionen stehende "Institut für Qualitätssicherung im Gesundheitswesen" leitet, sich skeptisch gegenüber eigenen Anstrengungen zeigt. Das würde ich gerne genauer wissen. Wenn Sie wollen, Herr Tilsner, teilen Sie mir eine e-mail-Adresse mit (meine lautet aktiv@lauber-methode.de), dann können wir miteinander telefonieren.
Übrigens: Ich bin Diabetes-Betroffener, kein Arzt.
Beste Grüße Hans Lauber
dipa - 23.01.08 00:06
Prävention?!
Ich bin von den Socken, dass dies ein Diabetologe erkannt hat, dass es so nicht weitergehen kann, und das auch noch sagt.
Dass er die Falschen anbellt, wundert mich hingegen gar nicht. Nicht die Diabetiker müssen umdenken, sondern die Ärzte.
Gängige Praxis bei Hausärzten: Bei schlechten Werten mehr spritzen.
Bei Diabetologen: Wird wenigstens ein anderes Medikament ausprobiert.
Es wird in beiden Fällen für eine bessere Einstellung gesorgt, aber es werden keine Langzeitstrategien entwickelt.
Aktienten werden als uneinsichtig und verantwortungslos abgestempelt.
Ich bin ein Aktient, nicht aus Vernunftgründen sondern reine Trotzreaktion gegen die Ärzte.
Auf dem Weg dahin wurden mir Steine in den Weg gelegt.
Als Ansporn: Schafft man es, kann man den Ärzten die Meinung sagen.
Meiner Meinung nach wird es erst in ca. 10 Jahren Aktienten in nennenswerter Zahl geben können.
mfg dipa
Horst Sirch - 22.01.08 19:50
zu Sawicki:
Dieser Mann in dieser Position war mir schon immer
nicht ganz geheuer. Was mir der Artikel von Focus
51/2007 " Mauschelei mit der Ehefrau? " bestätigt.
Herzlichst aus Dogern Horst Sirch
Hans-Jürgen Tilsner - 21.01.08 13:21
Überraschungen bin ich eigentlich gewöhnt, aber dieser Beitrag schießt einstweilen den Vogel ab:
Da gilt landauf landab in der weit überwiegenden Zahl der Arztpraxen ein HBA1c-Wert von 7 als völlig in Ordnung und BZ-Messen als völlig überflüssig bei Leuten, die noch kein Insulin spritzen (und auch damit werden zunehmend Therpieformen gewählt, mit denen das Messen fachoffiziell weitgehend überflüssig ist), und nun kommt ein "weißbekittelter Schlaumeier" und macht uns Betroffenen die passive Haltung zum Vorwurf, die sich einzig konsequent und direkt aus unserer bisher vorwiegend üblichen ärztlichen Anleitung ergibt?
Nicht dass wir uns mißverstehen. Ich plädiere seit langem für unsere unbedingte Übernahme unserer Verantwortung für unsere Gesundheit, erst heute morgen wieder mit diesem Beitrag http://www.dm-treff.de/forum/thread.php?postid=41354#post41354 in einem Diabetes-Forum. Aber so lange in den Arztpraxen alltäglich aus berufenen Mündern von dem bisschen Zucker geredet wird, das noch lange kein Diabetes ist und das wir in Zukunft im Auge behalten müssen, oder davon, dass auch Stoffwechselgesunde öfter BZs über 200 haben, sehe ich für die vermehrte Entwicklung von Aktienten wenig Chancen.
Real existierende Aktienten gibt es übrigens schon lange und angesichts der real vorherrschenden Medizinmeinung eigentlich erstaunlich viele. Die dürfen sich dann bei jeder Frage zu ihrer Therapie wie ich zuletzt am Telefon von Herrn Professor Sawicki persönlich erklären lassen, dass ihr HBA1c-Wert um 5 einfach mit vielen Hypos und Einschränkungen der Lebensqualität erkauft sein muss (die kriege ich nach seiner Meinung nur nicht mit) und dass ein abwechslungsreich modernes Leben mit so gesünder als gesundem BZ-Verlauf überhaupt nicht möglich sei.
Die Bretter auf dem Weg zu einem sichtbaren Marktanteil an Aktienten unter den Menschen mit Typ2 sind schrecklich zahlreich und dick
Mit besten Wünschen für 2008, Hans-Jürgen Tilsner
TNT - 27.12.07 22:29
Es gibt optische Teststreifen für ca 10 Euro je 50 Stück. Die kann man auch halbieren.
hoehl reinhold - 25.12.07 20:32
Sie haben wie immer recht.
Viel Glück für die Wahl zur ersten weiblichen Bundesvorsitzenden des DDB.
Herzlichst aus Hünfeld Reinhold Höhl
Maximilian Moser - 02.12.07 18:01
Bis August 2007 bezahlte ich meine Teststreifen selbst. Seit September bin ich in Hartz 4 abgestürzt, jetzt kann ich sie mir nicht mehr leisten.
Ich müsste jeden Tag messen, da ich auf ein neues Medikament umgestellt wurde.
Was soll ich jetzt machen?
Viele Grüße
Moser
wiggermann - 29.11.07 15:22
Wo gibt es heute noch richtige Hausmannskost, wie Kohlrouladen oder selbstgemachten Pudding. Seit ich Rentner bin, habe ich das wieder erlernt. Hier im Dithmarschen gibt es sehr viele schöne Kohlger. Ich komme aber aus dem Kölner Raum. Alles zu erlernen.
Dr. H. Schnering - 24.11.07 19:12
Verehrter Herr Kollege Braese, Ihre Bedenken kann ich zwar verstehen, aber, auch ohne Anbindung an das Internet, ich verweise auf meinen Beitrag im Blog, ist es möglich, Interaktionen mittels ifap-Index oder Gelber Liste zu überprüfen. Und was die materiellen Vorteile anbetrifft, ich kann mit ruhigem Gewissen versichern, ich habe davon nicht die geringsten, wenn ich mich in diesem Blog äußere!
Gerhard Gutbub - 07.10.07 17:55
Der Bericht von Prof. Dr. Eberhard Standl ist sehr aufschlußreich. Bin selbst von langjährigem schwer einzustellenden Hochdruck betroffen.
Peter Hamann - 16.08.07 04:38
Alles schön und gut - sicherlich auch richtig - aber als Diabetiker mit einer Berufsunfähigkeitsrente, vom Arbeitsamt aus gesundheitlichen Gründen als nicht mehr vermittelbar eingestuft und ergänzend 5,73 € ALG II bleibt mir doch nichts anderes übrig, als ungesund zu leben, weil ich die "teuren" Lebensmittel einfach nicht kaufen kann und ich mich zum Teil mit dem zufrieden geben muß, was ich bei der "Tafel" erhalte.
Dorothee Stuewe - 08.08.07 14:33
Sehr geehrter Herr Lauber, ich bin heute das erste mal auf dieser Seite und finde sie gut.ich bin seit anderthalb Jahren an Diabetes Tyb 2 erkrankt.Ich mache Sport und habe die Ernährung umgestellt nur so kann man diese Krnkheit in den Griff bekommen.Nur was ich nicht ganz vertsehe,dass wir
Diabetiker die so darauf aufpassen das man keine Erhöhte werte hat und man nur 50zig Meßstreifen im Quartal bekommt im gegebsatz zu Diabetikern die Insulin Spritzen.Hier muß auch mal was für die Diabetiker getan werden die sich mit
Ernährung und Sport Fit halten.Ihre Dorothee Stüwe
Hans Lauber - 02.08.07 12:09
Hallo Frau Turner,
ich kann Ihnen nur sagen, wie ich es geschafft habe von dieser Sucht (nichts anderes ist es tatsächlich) loszukommen. Nachdem ich immer mehr Süßes in mich reingestopft hatte (der Diabetes war die zwangsläufige Folge bei mir), nahm ich mir an einem Silvester vor "Heute zum letzten Mal!" Dabei aß ich so viele süße Desserts, daß es noch tagelang schlecht war - und dann habe ich zwei Jahre nichts Süßes mehr gegessen - und irgendwann auch den Zucker besiegt.
Heute kann ich ab und zu wieder etwas Süßes essen, aber die Sucht viel mehr zu essen, ist sofort wieder da. Warum das so ist, habe ich meinen Büchern häufig beschrieben, es hängt mit unserem jahrtausendealten Stoffwechsel zusammen.
Viel Kraft, viel Erfolg wünscht Ihnen Hans Lauber
tina turner - 02.08.07 07:41
das ist ja alles schön und gut jeder weiss was man essen sollte und viel sport treiben soll
aber wie stell ich es an nicht mehr so viel schokolade, kuchen oder eis zu essen? die sucht nach süssigkeiten ist so gross das ich nicht dagegen ankomme
wie komme ich von der zuckersucht los? das ist wie die drogensucht! wenn ich mir vornehme weniger oder gar keine süssigkeiten zu essen kann ich nur noch an süssigkeiten denken!
Astrid - 31.07.07 09:07
Es ist immer wieder erfrischend, wie treffend und ehrlich hier formuliert wird. Weiter so!!
Hans Lauber - 23.07.07 12:28
Hallo Herr Möller,
danke für Ihre Antwort. Ja, das ist meine wichtigste Botschaft: Ihr Leben ist jetzt nicht zu Ende! Im Gegenteil, Sie haben eine Chance, ein neues Leben zu beginnen. Übrigens: Ich habe auch viele Nicht-Diabetiker als Leser. Meistens solche, die abnehmen wollen, denn die Mechanismen sind dieselben wie beim Zucker.
Schöne Grüße von Hans Lauber
möller - 20.07.07 22:36
ich bin kein Diabetiker aber ich kenne viele menschen die das haben und ich finde es super wie sie den diabetikern die typ 2 sind erklären das sie noch eine Chance haben davon los zu kommen !!
Hans Lauber - 12.07.07 13:22
Sehr geehrte Frau Stange,
das Wort "Lifestyle-Diabetes" habe ich entwickelt, um zu zeigen, was die wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes ist: Nämlich unser Lebensstil aus falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Natürlich könnte man auch "Lebensstil-Diabetes" sagen, aber der englische Begriff hat sich inzwischen bei Ärzten und Wissenschaftlern etabliert. Vor allem auch deshalb, weil er zeigt, daß sich diese Art von Diabetes sehr gut ohne Medikamente, nur mit einer Änderung des Lebensstils heilen läßt.
Schöne Grüße Hans Lauber
Dagmar Stange - 03.07.07 09:06
Guten Morgen,
ich bin das erste Mal auf dieser Internetseite und habe zunächst nur eine Frage, Herr Lauber: was bitte ist ein Lifestyle-Diabetiker? Eine Untergruppierung der Yuppies? Diesen Begriff habe ich bisher noch nie gehört oder gelesen, obwohl ich mittlerweile 7 Jahre mit meinem Diabetes Typ 2 lebe und das sehr gut.
Dr. med. Matthias Braese - 13.05.07 09:55
Bezüglich der online Version von I-fox habe ich doch erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken.
Was macht denn die Firma Ifap mit den ganzen Daten? Ich befürchte z.B., daß ein Verordner-Profil erstellt wird und der Pharmaindustrie zur Verfügung gestellt wird, um uns noch gezielter mit (Des-?)Informationen zu versorgen.
Den "schlimmsten anzunehmenden Fall" einer Weitergabe von Patientendaten möchte ich mal lieber nicht unterstellen.
In jeden Falle würde mich mal interessieren, inwieweit die Pharmaindustrie in dem Programm mitspielt und davon profitiert.
Insgesamt wird mir die Vorstellung des Programms viel zu unkritisch dargestellt. Irgendwie habe ich den Eindruck, daß jeder, der Positives davon berichtet, auch finaziell davon profitiert. Kann mir der Kollege Dr. Bawidamann versichern, daß in seinem Falle keine Interessenkonflikte,sprich Honorierung durch Ifap oder die Arzneimittelindustrie, stattfindet ?
PD Dr. Martin Konitzer - 04.05.07 17:40
Vor einem Jahr gab es im "Hausarzt" im Rahmen einer CME bereits einen Vorgeschmack auf ifox -allerdings unter anderem Titel. Ich stellte dies im Pharma-Teil (80h Kurs) den jungen Kolleginnen und Kollegen vor, die recht zurückhaltend reagierten : soviel Cytochrom P 450 induzierte Interaktionen, so wenig Konkretion. Aber weit gefehlt. Die aktuelle Offline-Version(online in der Praxis macht mir Ängste) bietet eben die konkreten Interaktionswarnungen, die man braucht. Voll d'accord mit Kollegen Dr.Bawidamann.
Susanne Zaffke - 26.04.07 18:16
Sie sprechen mir aus der Seele Frau Klein!
Desweiteren möchte ich grundsätzlich ihre bisherigen Artikel im "Allgemeinarzt" loben, da sie sich stets durch fundiertes Hintergrundwissen, sowie durch ihre eindringliche Schreibweise,
von den anderen, in besonderer Weise, hervorheben! Weiter so, Frau Klein!
Elke Weiss - 26.04.07 18:03
Dem Artikel von Frau Beate Klein, kann ich nichts mehr hinzufügen. Ich selbst bin Apothekerin und möchte auf diese EDV-gestützte Arzneimittelrisiko-Prüfung nicht mehr verzichten. Wie von der Redakteurin sehr schön und genau beschrieben, erleichtern diese Warnsysteme den Apothekenalltag
und sichern natürlich dadurch primär den Patienten in seiner
Medikation.
Desweiteren, möchte ich Frau Beate Klein für ihre bisherigen
geschriebenen Artikel im "Allgemeinarzt" ein großes Lob aussprechen. Sie sind
stets fundiert und auf eine sehr eindringliche Art
geschrieben.Weiter so!
Mit freundlichen Grüßen
Betauser - 21.04.07 18:54
Sehe ich ganz genau so.
Karin Harre aus 74214 Schöntal - 01.01.70 01:00
Guten Tag,
soebend habe ich den Beitrag von Frau Dr. Kraatz über die "Blutzuckerstreifen"- Verschreibung gelesen. Ich bin auch der Meinung,daß 400 Teststreifen pro Quartal nicht ausreichen. Ich bin Diabetiker "Typ 1" und weiß genau, daß ich mehr als 400 Streifen benötige; aus den oben genannten Gründen von Frau Dr. Kraatz..
Mit freundlichen Grüßen
Karin Harre
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Dr. med. Katrin Kraatz, selbst Typ-1-Diabetikerin, testet für Sie Geräte des Diabetikerbedarfs!
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