Diabetes-Journal-Newsletter - Januar 2010

Apotheken: Besser messen durch Qualitäts-Checks
Die Blutzuckermessung gehört heute für viele zum selbstverständlichen Bestandteil der Diabetes-Therapie. Besorgniserregend sind aber die Ergebnisse einer in Apotheken durchgeführten Untersuchung: Nur 17 Prozent der Diabetiker führen ihre Blutzuckerkontrolle ohne Fehler durch. Allen anderen unterlaufen bei der Selbstmessung durchschnittlich sogar fast vier Fehler. Kein Wunder also, dass Patienten oft falsche Werte ermitteln.
Wie Ihr Apotheker in einem Qualitätscheck Fehlerquellen in der Messung ausmerzen kann, das erfahren Sie in der neuen Ausgabe des Diabetes-Journals. Außerdem sagen wir Ihnen, warum es so wichtig ist, auch die Blutzuckermessgeräte regelmäßig in der Apotheke in Augenschein nehmen zu lassen.
Lesen Sie hier im Newsletter bereits den Kommentar von Apotheker Manfred Krüger "Gesundheit braucht Verantwortung".
Apotheken sind neben Hausarzt und Diabetologe die wichtigsten Ansprechpartner für Diabetiker, was Beratung und Versorgung betrifft. Auch wenn für die meisten Patienten die Hausapotheke um die Ecke die erste Anlaufstelle ist, scheint es „die“ Apotheke nicht mehr zu geben, wenn ich als Verbraucher durch die Innenstädte gehe oder im Internet unterwegs bin.
Die Apothekenlandschaft wird verwirrender und unübersichtlicher: durch „Billigarzneimittel“-Apotheken mit Happy Hour über Versandhandel bis zu „Pickup“-Stellen von meist ausländischen Versandapotheken in Drogeriemärkten. Gegen preiswerte Arzneimittel mit fachkundiger Beratung ist nichts einzuwenden, es ist sogar wünschenswert! Aber nicht auf Kosten des Verbraucherschutzes und der Arzneimittelsicherheit; die immer häufiger aufgedeckten Arzneimittelfälschungen sprechen eine deutliche Sprache.
Hier hat die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes im Frühjahr 2009 zum Fremdbesitz von Apotheken in Deutschland in ihrer Begründung wichtige Hinweise und Richtlinien gegeben. Gestärkt wurde die heilberufliche Verantwortung des Apothekers in seiner Apotheke zum Nutzen des Patienten und Verbrauchers. Deutlich wurde herausgestellt, dass es nicht nur auf die Abgabe des Arzneimittels ankommt, sondern der Apotheker in der Betreuung und Beratung des Patienten wichtige Aufgaben im öffentlichen Gesundheitswesen wahrnimmt, die unabhängig und fachkundig erfolgen müssen. Zusätzliche Dienstleistungen sollen dies ergänzen und komplettieren, zum Beispiel in der Prävention oder der speziellen Versorgung chronisch Erkrankter.
Es wird mit Spannung zu verfolgen sein, wie die neue Bundesregierung und der Bundestag die europäischen Vorlagen in nationales Recht umwandeln und den Wildwuchs zum Nutzen der Verbraucher begrenzen werden. Der Apothekertag 2009 im September in Düsseldorf zeigte mit seinem Motto „Gesundheit braucht Verantwortung“ sehr deutlich, dass dieses Urteil die schon vorhandenen Entwicklungen und Bestrebungen bei den Apothekern wie ein Katalysator beflügelte.
Manfred Krüger, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)
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