Diabetes-Journal-Newsletter – Januar 2011

Erfolgreich abnehmen: Erst notieren, dann essen

Über die Hälfte der Deutschen sind übergewichtig. Und mehr als 20 Prozent sind fettleibig (adipös), im Nordosten mehr als im Südwesten. Von den Typ-2-Diabetikern sind rund 80 Prozent übergewichtig – das ist oft der Grund, warum der Diabetes überhaupt ausgebrochen ist. „Abnehmen“ ist somit für viele Menschen mit Diabetes ein Dauerbrenner. Aber: Der Mensch ist nicht zum Abnehmen geboren.

Das Speichern von Energie war über Millionen Jahre für die Menschheit ein Überlebensvorteil, so dass der Körper die verlorenen Pfunde schnell wieder ansammelte. Nach dem Abnehmen wiegen viele deshalb sogar mehr als vor dem Abnehmen – der gefürchtete Jo-Jo-Effekt. Abnehmen ist daher nicht das eigentliche Problem – das geht gar nicht so schwer.

Fast egal ist es nach einer neueren Studie der wisssenschaftlichen Zeitschrift Lancet, welche Form der Diät angewendet wird. Viel schwieriger ist es, eine neue Gewichtszunahme zu vermeiden. Privatdozent Dr. Thomas Ellrott aus Göttingen berichtet Ihnen in seinem Beitrag, was Sie tun können, damit der Zeiger der Waage nicht wieder ansteigt. Interessant sind hierzu die Ergebnisse einer topaktuellen Studie, die wir Ihnen hier im Newsletter exklusiv präsentieren:

In einer der weltweit größten Ernährungsstudien, deren Ergebnisse im November 2010 veröffentlicht wurden, haben Wissenschaftler herausgefunden, mit welcher Ernährungsweise man am besten nach dem Abnehmen einen erneuten Anstieg des Gewichts vermeiden kann. In der Diogenes-Studie („Diet, Obesity and Genes“, also Nahrung, Fettleibigkeit und Gene) nahmen in einem Studienarm 773 übergewichtige Erwachsenene acht Wochen 800 kcal pro Tag zu sich.

Das Resultat konnte sich sehen lassen: Im Durchschnitt verloren die Teilnehmer 11 kg Körpergewicht durch Formula-Diät. Danach teilten die Forscher die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in fünf Gruppen mit unterschiedlichen diätetischen Empfehlungen für die nächsten sechs Monate ein.

Das wenig überraschende Ergebnis: Das Forscherteam um Thomas Meinert Larsen und Arne Astrup (Universität Kopenhagen) fand heraus: Um den gefürchteten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, sollte man möglichst viel mageres Fleisch, Fisch oder fettarme Milchprodukte, Vollkornprodukte und Gemüse essen sowie auf große Mengen Süßes und Fettiges verzichten.

Wenn das Gewicht über lange Zeit schon sehr hoch ist, spricht man von Adipositas oder bei manchen von extremer Adipositas. Hierbei versagen die klassischen Verfahren zur Gewichtsreduktion wie eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten und mehr körperliche Bewegung. Seit ein paar Jahren versprechen chirurgische Verfahren hier eine Abhilfe. Mit zum Teil drastischen Operationsmethoden weisen sie überraschende Erfolge auf, auch im Hinblick auf den Diabetes.

Auch hierüber informieren wir Sie im Titelthema. Und zwar so, dass Sie sich eine eigene Meinung bilden können. Informativ, praktisch und kritisch – wie Sie es vom Diabetes-Journal gewohnt sind.

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