05.02.10 Ältere werden diskriminiert

Ältere Menschen nehmen die meisten Medikamente ein. Dennoch sind viele Behandlungsverfahren weniger wahrscheinlich an alten Menschen getestet worden. Auf dieses Ergebnis eines EU-weiten Projekts weist eine Gruppe europäischer Geriater hin. Sie fordern, dass ältere Menschen Zugang zu Medikamenten haben, bei denen nachgewiesen ist, dass sie für diese Altersgruppe sicher und wirksam sind.
Ältere sind in Studien unterrepräsentiert
Das von der EU geförderte Projekt sollte beurteilen, inwieweit ältere Menschen von klinischen Tests ausgeschlossen waren und mögliche Lösungen vorschlagen. Das Team analysierte die medizinische Literatur zu Behandlungsverfahren für Krankheiten, die bei älteren Menschen verbreitet sind und fand klare Beweise dafür, dass sie unterrepräsentiert sind. Das Durchschnittsalter der Patienten bei klinischen Tests zur Behandlung von Bluthochdruck zum Beispiel liegt bei 63 Jahren. 44 Prozent der Patienten sind jedoch bei der ersten Diagnose bereits über 70 Jahre alt.
Mehr klinische Tests mit älteren Menschen
Die Wissenschaftler interviewten Mediziner in neun Ländern und veranstalteten mehr als 50 Gruppendiskussionen mit älteren Menschen und ihren Betreuern. Sie kamen zu dem Schluss, dass Ärzte und Patienten der Meinung waren, dass mehr ältere Menschen an klinischen Tests teilnehmen sollten. "Werden Behandlungsverfahren nicht für ältere Menschen evaluiert, ist es für Ärzte schwierig, die Risiken und Vorteile abzuwägen", betonte Gary Mills, Direktor des britischen Medical Economics and Research Centre, einer der Koordinatoren des Projekts.
Und Stephen Jackson vom King's College in London meint: "Die älteren Menschen sind bei klinischen Tests aufgrund von Altersdiskriminierung unterrepräsentiert." Der Gerontologe wies darauf hin, dass gerade ältere Menschen oft an mehr als einer Krankheit leiden und das mache es schwieriger, sie einzubeziehen. Es werde laut BBC einfach davon ausgegangen, dass es zu viele Umstände mache, sie einzubeziehen. Ohne entsprechende Bestimmungen würde sich das auch nicht ändern.
Quelle: pressetext/BBC
Internet: www.predicteu.org












