17.05.2012 DDG-Kongresspräsident im diabetesDE-Experten-Chat

Neue Therapien bei Diabetes Typ 1 – Erfolgsquote bei Typ 2 verbessern

Prof. Dr. Thomas Haak

Ein wichtiger Bestandteil bei der Therapie des Diabetes Typ 2 ist die Umstellung des Lebensstils. Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und vor allem Übergewicht abbauen sind der Schlüssel zum Erfolg. Jedoch gelingt es weniger als 20 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2, die entscheidenden Kilos abzunehmen, um zu hohen Blutzuckerwerten und Folgeerkrankungen entgegenzuwirken.

Auf der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) diskutieren Diabetologen gemeinsam mit Hormonwissenschaftlern, Psychologen und Allgemeinmedizinern über alternative Behandlungsansätze bei Diabetes Typ 2 und Typ 1. Welche neuen Therapien Hoffnung versprechen, berichtet der Kongresspräsident Professor Dr. med. Thomas Haak nach der Tagung am 24. Mai 2012 im Experten-Chat auf www.diabetesde.org.

Zwar ist bekannt, dass eine Gewichtsreduktion Blutzuckerwerte bei Menschen mit Diabetes Typ 2 verbessert, die Einnahme von Medikamenten verringert und Folgeschäden vermeiden kann. „In vielen Fällen können Menschen mit Diabetes Typ 2, die ihren Lebensstil ändern, auf Medikamente ganz verzichten“, sagt diabetesDE-Experte Haak, Chefarzt der Diabetes Klinik am Diabetes Zentrum Bad Mergentheim. Trotzdem gelinge es nur den wenigsten, mehr Sport zu treiben und ihre Ernährung umzustellen. Bei Menschen mit Diabetes Typ 1 hingegen ist eine Heilung bisher nicht möglich.

Neue Therapien bei Diabetes Typ 1
Weltweit forschen Wissenschaftler daher an neuen Therapien. Menschen mit Diabetes Typ 1 könnte etwa eine künstliche Bauchspeicheldrüse helfen. Sie übernimmt die Funktion des zerstörten Gewebes. Im experimentellen Stadium befindet sich die Inselzell-Transplantation. Dafür isolieren Mediziner Stammzellen aus dem Knochenmark, die sich in der Bauchspeicheldrüse zu Insulin produzierenden Beta-Zellen verwandeln sollen.

Erfolgsquote bei Typ 2 verbessern
Eine neue Therapie-Option für Menschen mit Typ 2 sind individuelle Verhaltensprogramme. „Die neuen Ansätze motivieren mit Methode, indem sie negative Haltungen gegenüber lästigen gesunden Verhaltensweisen ins Positive umwandeln“, erklärt Haak im Vorfeld der DDG-Jahrestagung. Momentan in aller Munde ist auch die bariatrische Operation. Sie soll übergewichtigen Diabetespatienten nicht nur beim Abnehmen helfen.

Bei vielen verbessert sich nach der OP auch die Stoffwechsellage, sodass sie zunächst keine Insulintherapie mehr benötigen. Ob dieser Effekt jedoch von Dauer ist und welche anderen neuen Therapien auf dem Kongress vorgestellt werden, berichtet Professor Haak nach der Tagung in der nächsten Online-Sprechstunde von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 24. Mai 2012.

Der Diabetes-Chat steht allen Internetnutzern kostenfrei zur Verfügung. Fragen an den Experten können ab sofort online gesendet werden.

Hier geht es zum Kontaktformular.

Die Fragen werden live beantwortet am 24. Mai 2012 von 17.00 bis 19.00 Uhr.

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