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29.06.2010 Diabetes durch Luftverunreinigung?

In einer Langzeituntersuchung deutsche Forscher zeigte sich eine Verbindung zwischen schadstoffbelasteter Luft und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes - insbesondere Frauen waren betroffen.

Starke Luftverschmutzung, insbesondere durch den Straßenverkehr, erhöht das Risiko, an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums und des Instituts für Umweltmedizinische Forschung (IUF) in Düsseldorf, die am 27. Mai in der internationalen Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ veröffentlicht wurde.

Das IUF führt seit 1985 im Ruhrgebiet an deutschen Frauen eine Langzeituntersuchung zu den gesundheitlichen Folgen der Luftverunreinigung durch. Die Frauen, die bei Beginn der Studie 54 bis 55 Jahre alt waren, leben in unterschiedlich verkehrsbelasteten Gebieten. Das Ausmaß der jeweiligen Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) am Wohnort wurde anhand von Daten der Messstationen und von Emissionskatastern lokaler Umweltbehörden sowie durch kleinräumige eigene Messungen des IUF ermittelt.

Von 1.775 Teilnehmerinnen der Studie erkrankten 187 im Zeitraum von 1990 bis 2006 an Typ 2-Diabetes. Dabei hatten Frauen mit hoher Schadstoffbelastung aus dem Straßenverkehr ein signifikant höheres Diabetes-Risiko als Frauen mit geringerer Belastung. Obwohl sich die Studie ausschließlich auf Frauen konzentrierte, ist nicht anzunehmen, dass es hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen der Luftverschmutzung und dem Diabetes-Risiko einen Geschlechtsunterschied gibt.

In zu Beginn der Studie durchgeführten Blutuntersuchungen wurden bei den Frauen aus stark verkehrsbelasteten Gebieten erhöhte C3c-Werte gemessen, die ein Hinweis auf subklinische Entzündungen sind. Es zeigte sich, dass der Zusammenhang von Umweltbelastung und erhöhtem Diabetesrisiko am stärksten bei den Frauen mit bereits bestehender, leichter Aktivierung des Immunsystems ausgeprägt war. Menschen mit chronischen Entzündungen scheinen somit empfindlicher auf Schadstoffbelastungen zu reagieren.

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum

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