03.12.2008 IQWiG-Vorbericht: Nutzen der Glinide in der Diabetestherapie unklar

Ein IQWiG-Vorbericht sieht wegen fehlender Studien einen Nutzen der Glinide in der Diabetestherapie nicht belegt.

„Ein Nutzen der Glinide ist aufgrund fehlender Studien nicht belegt.“ Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seiner am 2. Dezember 2008 publizierten vorläufigen Nutzenbewertung für die Wirkstoffgruppe der Glinide in der Therapie des Typ-2-Diabetes.

In Deutschland sind zwei Substanzen der Wirkstoffgruppe zugelassen: Repaglinid (NovoNorm® von NovoNordisk) und Nateglinid (Starlix® von Novartis). Repaglinid ist sowohl für die Monotherapie als auch für die Therapie in Kombination mit dem Wirkstoff Metformin zugelassen. Dagegen darf Nateglinid in Deutschland nur zusammen mit Metformin verordnet werden.

Das IQWIG ordnete zehn Studien als relevant ein, davon acht zu Repaglinid und zwei zu Nateglinid. Eingeschlossen wurden Studien mit einer Mindestbehandlungsdauer von 24 Wochen.

Bei der Auswertung der vorhandenen Studien blieben laut IQWIG wesentliche Fragen zu wichtigen patientenrelevanten Endpunkten unbeantwortet.

Verwunderung hat bei den IQWiG-Wissenschaftlern die Tatsache hervorgerufen, dass keine der eingeschlossenen Studien länger als 14 Monate dauerte, obwohl beide Wirkstoffe schon seit über sieben Jahren zugelassen sind. Damit lagen weder zu Repaglinid noch zu Nateglinid Langzeitstudien vor, die auf die Untersuchung von Diabetes-Folgeerkrankungen ausgerichtet waren.

Das IQWIG fordert weitere Studien, in denen die langfristige Anwendung von Gliniden untersucht wird. Das Institut nimmt nun bis zum zum 9. Januar 2009 Stellungnahmen zum Vorbericht entgegen.

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