08.02.2010 Fortschritt bei der Entwicklung einer künstlichen Bauchspeicheldrüse

Wissenschaftler der Universität Cambridge haben nachgewiesen, dass eine künstliche Bauchspeicheldrüse eingesetzt werden kann, um den Blutzucker bei Kindern mit Typ-1-Diabetes zu regulieren. Ein Test ergab, dass die Kombination eines Sensors, der die Glukose-Werte in Echtzeit misst, mit einer Pumpe, die Insulin freisetzt, das Risiko von stark fallenden Blutzuckerwerten deutlich verringern kann.
Ausgefeilter Algorithmus
Insgesamt nahmen 17 Kinder und Teenager mit Typ-1-Diabetes an der Studie teil, die in einem Zeitraum von 54 Nächten im Krankenhaus durchgeführt wurde. Beide Bestandteile der künstlichen Bauchspeicheldrüse werden häufig eingesetzt und sind im Handel erhältlich. Damit sie sich jedoch in ein geschlossenes System verwandelten, das den Zustand des Patienten überwacht und eine entsprechende Behandlung durchführt, wurde ein ausgefeilter Algorithmus für die richtige zu verabreichende Insulinmenge entwickelt.
In einem nächsten Schritt wurde überprüft, wie gut das künstliche System die Glukose-Werte im Vergleich zu den normalen Pumpen regulieren konnte. Bei diesen Pumpen wird das Insulin in vorher festgelegten Mengen abgegeben. Die Tests wurden unter verschiedenen Bedingungen durchgeführt. Zum Beispiel an Abenden, an denen die Kinder nach einer großen Mahlzeit ins Bett gingen oder am frühen Abend noch Sport betrieben hatten. Beides kann das Risiko von niedrigen Blutzuckerwerten, so genannten Hypoglykämie erhöhen.
Halbierung der Hypoglykämie-Fälle
Die Ergebnisse zeigten, dass die künstliche Bauchspeicheldrüse die Glukose-Werte in 60 Prozent der Zeit in einem normalen Bereich hielt. Die bisher eingesetzte Pumpe erreichte einen Wert von 40 Prozent. Das künstliche Organ halbierte die Anzahl der Fälle in denen die Blutzuckerwerte unter 3.9 mmol/l sank. Dieser Wert gilt als Richtwert für eine leichte Hypoglykämie. Es verhinderte auch, dass die Werte unter 3.0 mmol/l fielen - ein Anzeichen für eine deutliche Hypoglykämie.
Der leitende Wissenschaftler Roman Hovorka betonte, dass es sich um die erste randomisierte Studie handelte, die die potenziellen Vorteile eines künstlichen Bauchspeicheldrüsen-Systems für den Einsatz über Nacht zeigte, und das mit auf dem Markt befindlichen Bestandteilen. Daher bedeute sie auch einen Meilenstein für das Testen dieses Systems zu Hause. Karen Addington, Geschäftsführerin des die Studie finanzierenden Juvenile Diabetes Research Fund, erklärte, dass sie die Umsetzbarkeit des Prinzips einer künstlichen Bauchspeicheldrüse beweise.
Quelle: pressetext
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