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26.04.2010 Experten empfehlen neuen Riskotest fürs Diabetes-Screening

Ein erweiterter Diabetes-Risikotest könnte die hausärztliche Vorsorgeuntersuchung verbessern, schlagen Vertreter des Instituts für Ernährungsforschung und von diabetesDE vor.

Deutsche Diabetesforscher schlagen vor, den durch den Einschluss einer Blutzuckeruntersuchung erweiterten Deutschen Diabetes-Risiko-Test in das bestehende System der hausärztlichen Vorsorgeuntersuchungen einzubinden und gleichzeitig zur quantitativen Erfolgskontrolle von Präventions- und Therapiemaßnahmen zu nutzen.

Die Diabetologen um Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und Vorstand Wissenschaft von diabetesDE, veröffentlichten kürzlich ihren Vorschlag als Diskussionsbeitrag im Deutschen Ärzteblatt, Heft 13, 2010.

Etwa 90 Prozent der Diabetiker leiden an einem Typ-2-Diabetes, der landläufig auch als Alterszucker bekannt ist. Die Krankheit beginnt schleichend, so dass sie oftmals viel zu spät erkannt wird  - nämlich erst dann, wenn bereits Endorganschäden vorhanden sind. Zu den schweren Spätfolgen zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Niereninsuffizienz und der Verlust von Gliedmaßen durch Amputation.

Durch rechtzeitig angewandte, gezielte präventive oder therapeutische Maßnahmen ließen sich die Erkrankung und damit auch schwere Folgeschäden verhindern oder zumindest hinauszögern. Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko oder einem Diabetes im Frühstadium zu identifizieren, könnte daher wesentlich dazu beitragen, viel persönliches Leid zu verhindern.

Eine Prävention an unzureichend definierten Risikopersonen halten die Diabetologen um Hans-Georg Joost jedoch für wenig sinnvoll und auch zu teuer. Stattdessen fordern sie eine ärztliche, am individuellen Risikoprofil ausgerichtete Indikationsstellung. Dabei sollte das individuelle Risikoprofil möglichst exakt bestimmt sein.

„Die Anwendung des Deutschen Diabetes-Risiko-Tests in Kombination mit einer einfachen Blutzuckeruntersuchung würde es Allgemeinmedizinern erlauben, das Risikoprofil einer Person ab dem 35. Lebensjahr einfach, kostengünstig und dennoch sehr präzise zu bestimmen“, sagt Hans-Georg Joost. Präventionsmaßnahmen ließen sich so sinnvoll auf die Gruppe der Hochrisikopersonen begrenzen. Ebenso sei der Test für eine anschließende, quantitative Erfolgskontrolle nutzbar.

Derzeit beinhaltet der kostenlose Gesundheits-Check-up für gesetzlich versicherte Frauen und Männer ab 35 Jahren neben einer Untersuchung zum Ganzkörperstatus auch Laboruntersuchungen inklusive einer Überprüfung des Blutzuckers. Ein zusätzliches Einbeziehen des Deutschen Diabetes-Risiko-Tests als PC-Applikation oder Papierversion könne also hinsichtlich des Diabetes-Risikos ohne größeren Aufwand ein objektives Gesamtergebnis liefern und damit die ärztliche Entscheidung unterstützen, so Joost.

Dafür dass eine Diabetes-Reihenuntersuchung unter Zuhilfenahme einer Blutzuckeruntersuchung auch bezahlbar sein kann, spricht eine kürzlich im Lancet (2010; DOI:10.1016/S0140-6736(09)62162-0) erschienene Studie. Wie diese zeigt, ist ein auf einer Blutzuckeruntersuchung basiertes Diabetes-Screening zumindest in den USA in der Altersgruppe zwischen 30 und 45 Jahren wirtschaftlich vertretbar.

Quelle: Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

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