20.04.2010 Thema der DDG-Jahrestagung: Kinder und Jugendliche mit Typ 2

Bei der 45. DDG-Jahrestagung, die in diesem Jahr in Stuttgart stattfindet, treffen sich Diabetes-Profis aus ganz Deutschland. Vier Tage, vom 12. Bis 15. Mai 2010, lang informieren sie sich über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und diskutieren. Ein Motto der Jahrestagung ist: „Fitt statt fett“.
200 Kinder erkranken jährlich an Typ-2-Diabetes
Der Hintergrund: Gegenwärtig erkranken jährlich etwa 200 Kinder und Jugendliche in Deutschland neu an Typ-2-Diabetes. Übergewicht ist eine Ursache für die Entstehung der Stoffwechselkrankheit. Laut einer Studie, dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS), sind etwa neun Prozent der Kinder in Deutschland übergewichtig und weitere sechs Prozent sogar fettleibig. Wie kann man mit Bewegung bei jungen Menschen Übergewicht vorbeugen und Fettleibigkeit behandeln
Kinder bewegen sich nur noch eine Stunde am Tag
Viele Kinder verbringen ihre Zeit lieber vor Fernseher oder Computer, als sich auf dem Spielplatz auszutoben und sind heute körperlich weniger fit als ihre Eltern im gleichen Alter. "Die Fitness der 10-Jährigen hat zwischen 1980 und 2000 um zehn bis zwanzig Prozent abgenommen", berichtet Privatdozentin Dr. med. Dr. Sportwiss. Christine Graf, Mitarbeiterin des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule in Köln. In den 1970er Jahren waren Kinder noch drei bis vier Stunden am Tag an der frischen Luft. Heute sind Sportmediziner schon froh, wenn Kinder sich eine Stunde am Tag bewegen.
Teenager mit metabolischem Syndrom
Laut US-Studien hat außerdem jeder siebte fettleibige Teenager bereits ein metabolisches Syndrom. Diese Stoffwechselstörung mit erhöhten Werten von Blutzucker und Blutfetten, einem Bluthochdruck und Übergewicht, ist eine Vorstufe des Diabetes. Bei schlanken Teenagern hingegen finde man ein metabolisches Syndrom sehr selten, so Graf.
Rezept gegen Fett: Sportförderung
Das Rezept der Sportmediziner gegen Gewichts- und Gesundheitsprobleme von Kindern ist die Förderung sportlicher Aktivitäten. Diese sollte möglichst früh beginnen, am besten im Vorschulalter, und sie sollte das gesamte familiäre Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen einbeziehen, fordert Graf. Ein höheres Risiko für Übergewicht haben unter anderem Kinder mit Migrationshintergrund und solche aus ärmeren Familien.
Die gezielte Förderung von Bewegung ist auch der Schlüssel im Therapiekonzept für adipöse, also stark übergewichtige, Kinder und Jugendliche. "Eine bewegungsreiche Alltags- und Freizeitgestaltung kann den Gesamtenergieumsatz deutlich steigern und das Gewicht verringern", betont Dr. sportwiss. Robert Jaeschke, Bewegungs-therapeut der Fachkliniken Wangen.
Therapiekonzept mit vielen Ansatzpunkten
Bewegungstherapeutische Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas sollten jedoch immer in ein multidisziplinäres Therapiekonzept mit medizinischen, ernährungstherapeutischen, psychologischen und psychotherapeutischen Maßnahmen integriert werden, so der Sportwissenschaftler. Ziel ist, die jungen Patienten zu regelmäßigem Sport-Training hinzuführen, aber auch ihre Alltagsaktivitäten zu steigern und inaktive Verhaltensweisen, insbesondere den Medienkonsum, zu senken.
Hinweis für Besucher der DDG-Tagung
Welche Präventionsmaßnahmen für Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll sind, diskutieren Experten während der 45. Jahrestagung der DDG vom 12. bis 15. Mai 2010 in Stuttgart – zum Beispiel auf dem
Symposium „Bewegung in Prävention und Therapie bei Kindern und Jugendlichen“. Es findet statt am Donnerstag, 13. Mai 2010, von 16.30 bis 18.00 Uhr. Veranstaltungsort: Saal Minkowski des Internationalen Congresscenters Stuttgart (ICS),Messepiazza, 70629 Stuttgart
Weitere Informationen:
http://www.ddg2010.de
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft vom 16. April 2010
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